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Wie wirken sich traumatisierende Fluchterfahrungen aus? Pädagogische Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit ausgewanderten SchülerInnen

Title: Wie wirken sich traumatisierende Fluchterfahrungen aus? Pädagogische Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit ausgewanderten SchülerInnen

Bachelor Thesis , 2019 , 57 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Ceren Derebas (Author)

Pedagogy - Integration
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Bachelorarbeit nimmt sich dieser Thematik an. Dabei liegt der Fokus auf der Gestaltung der pädagogischen Herangehensweise hinsichtlich traumatisch-belasteter SchülerInnen. Zugleich soll die Arbeit als pragmatische Handreichung für Lehrende dienen, weshalb nicht zuletzt auch Ansätze zur Verbesserung der psychosozialen Lebenssituationen gegeben werden.

Da diverse Interventionskonzepte die individuellen Lebenserfahrungen der zugewanderten SchülerInnen nicht berücksichtigen, werden traumatisierende Lebensbedingungen vor, während und nach der Flucht dargestellt, die auch künftig als traumatisierende Belastungen wirken können. Das Beobachten traumatisierender Lebenssituationen stellt hierbei die Notwendigkeit einer pädagogischen Unterstützung und Reflexion von Verhaltensauffälligkeiten beziehungsweise Symptomerscheinungen der SchülerInnen mit Fluchterfahrung im Schulalltag dar.

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Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Flucht

2.1 Was ist Flucht?

2.2 Fluchtmotive

2.3 Geflüchteter sein

2.4 Migration

3.Heimat

3.1 Was ist Heimat?

3.2 Lebenssituation

3.3 Fremdheit

4.Trauma in Bezug auf Flucht

4.1 Was ist Trauma?

4.2 Posttraumatische Belastungsstörung

4.3 Jugend und Fluchterfahrung

4.4 Umgang mit Trauma

5.Somatische und seelische Symptomerscheinungen in der Schule

5.1 Intrusion

5.2 Erstarren und Verstummen

5.3 Körperliche und seelische Anspannung sowie psychosomatische Störungen

5.4 Angst und Aggression

5.5 Lernblockaden

6. Handlungsmöglichkeiten beim pädagogischen Umgang mit traumatisierten SchülerInnen

6.1 Was brauchen traumatisierte SchülerInnen? Schule als sicherer Ort

6.2 Wie kann geholfen werden? Pädagogische Arbeit in der Schule

6.3 Medienbezogene Projekte

6.4 Trauer- und Traumabewältigung

6.5 Kooperation mit außerschulischen Institutionen

7.Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht pädagogische Handlungsmöglichkeiten im schulischen Kontext für (neu) ausgewanderte SchülerInnen, wobei der Fokus explizit auf den Auswirkungen traumatisierender Fluchterfahrungen liegt. Ziel ist es, Lehrenden eine pragmatische Handreichung zu bieten, um Verhaltensauffälligkeiten und Symptomerscheinungen besser zu verstehen, zu reflektieren und angemessene pädagogische Unterstützung für eine erfolgreiche Integration anzubieten.

  • Analyse traumatisierender Faktoren vor, während und nach der Flucht
  • Verständnis für Symptombilder wie Intrusion, Erstarrung und Lernblockaden
  • Schule als sicherer Ort: Bedeutung von Stabilität und Vertrauensbeziehungen
  • Pädagogische Interventionen durch medienbezogene Projekte und kreative Ansätze
  • Notwendigkeit multiprofessioneller Kooperationen mit außerschulischen Stellen

Auszug aus dem Buch

6.1 Was brauchen traumatisierte SchülerInnen? Schule als ein sicherer Ort

Als Grundlage pädagogischer Unterstützungen sollten in erster Linie sichere Orte für SchülerInnen mit Fluchterfahrung verschaffen werden. Das Umgeben Sein von MitschülerInnen, Lehrenden sowie den Unterrichtsinhalten ist bedeutsam für die traumapädagogische Entwicklung. Allerdings sollten sie sich willkommen und akzeptiert fühlen, indem für „[…] Sicherheit [und] Stabilität […]“ gesorgt wird (Shah 2015: 22). Ihrer Wahrnehmung nach scheint die Welt ein bedrohlicher Ort zu sein, da sie erheblichen Herausforderungen und Stressfaktoren ausgesetzt waren oder sind. Daher leben sie in ständiger Angst, zeigen Wachsamkeit und Alarmbereitschaft. Außerdem haben sie Bedenken, Befürchtungen und Panik davor, neuen Bedrohungen zu begegnen (vgl. Zito / Martin 2016: 63). Außerdem empfinden sie Misstrauen gegenüber Mitmenschen und der Welt, da ihr „[…] Selbst- und Weltvertrauen […]“ missbraucht wurde (Flory 2017: 44). Stabilisieren sich hingegen die Umstände in ihrer Umgebung, so kann innere Ruhe und Wohlbefinden einkehren. Um Vertrauen aufzubauen, sollte das Gefühl von Schutz und Kontrolle verschafft werden (vgl. ebd.). Zudem müssen traumatisierte SchülerInnen lernen, sich selbst zu beruhigen und regulieren (vgl. Spiegel 2017: 67). Aufgrund der Traumata sind sie verunsichert und brauchen Zeit und Geduld, um Vertrautheit aufbauen zu können (vgl. Baer / Frick-Baer 2016: 93, 88).

Gerade durch ihre Beziehungen, welche von „[…] Trennungen, Verluste, Traumatisierungen und Unsicherheit geprägt […]“ sind, sehnen sie sich nach einer sicheren Umgebung (Zimmermann 2016: 27, zitiert nach Wolff 2010: 64). Deshalb brauchen sie Bezugspersonen, die sie vor allem entlasten und unterstützen können. Eine Vertrauensperson kann die Widerstandsfähigkeit und die Identitätsentwicklung unterstützen (vgl. Zito / Martin 2016: 78). Diese muss nicht zwingend der Familie angehören, denn die Resilienzforschung hat herausgefunden, dass die Verfügbarkeit einer vertrauenswürdigen Bindungsperson genügt, um Resilienz- und Schutzfaktoren zu entwickeln (vgl. ebd.: 78).

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Die Einleitung thematisiert das globale Ausmaß von Fluchtbewegungen und unterstreicht die Notwendigkeit, neben der Sprachförderung auch die psychosoziale Gesundheit neu zugewanderter SchülerInnen im Schulalltag zu berücksichtigen.

2.Flucht: Dieses Kapitel definiert Flucht als ein spontanes, unfreiwilliges Ereignis und beleuchtet die verschiedenen Sequenzen sowie Motive und die Situation von Geflüchteten.

3.Heimat: Hier wird der Heimatbegriff in Bezug auf Verlust, Fremdheit und Identitätsentwicklung bei Menschen mit Fluchterfahrung analysiert.

4.Trauma in Bezug auf Flucht: Dieses Kapitel liefert eine wissenschaftliche Fundierung zum Trauma, der Posttraumatischen Belastungsstörung und den spezifischen Herausforderungen für Jugendliche.

5.Somatische und seelische Symptomerscheinungen in der Schule: Es werden verschiedene Symptome und Verhaltensweisen wie Intrusionen, Erstarrung und Lernblockaden als Reaktion auf traumatische Erlebnisse theoretisch erläutert.

6. Handlungsmöglichkeiten beim pädagogischen Umgang mit traumatisierten SchülerInnen: Das Kapitel entwickelt praktische Ansätze für Lehrende, angefangen bei der Schaffung eines sicheren Ortes bis hin zu medienbezogenen Projekten und der Kooperation mit externen Fachkräften.

7.Fazit: Das Fazit fasst die Kernergebnisse zusammen und reflektiert die Rolle der Lehrenden als BegleiterInnen bei der Traumabewältigung.

Schlüsselwörter

Flucht, Trauma, Traumapädagogik, Posttraumatische Belastungsstörung, Migration, Schule, Integration, Resilienz, Sprachförderung, Psychosoziale Gesundheit, SchülerInnen mit Fluchterfahrung, pädagogische Handlungsmöglichkeiten, Kooperation, LehrerInnenrolle, Lernblockaden

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die pädagogischen Herausforderungen beim Umgang mit traumatisierten, neu ausgewanderten SchülerInnen und zeigt Wege auf, wie Lehrkräfte diese Kinder im Schulalltag stabilisieren und unterstützen können.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Kerngebiete umfassen das Phänomen Flucht und Migration, den Heimatbegriff, die psychotraumatologische Theorie (insb. PTBS) sowie pädagogische Interventionsstrategien im schulischen Raum.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, eine Brücke zwischen der psychologischen Notwendigkeit traumapädagogischer Hilfe und dem schulischen Bildungsauftrag zu schlagen, um Lehrkräften Sicherheit in ihrem Handeln zu vermitteln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender psychologischer und pädagogischer Fachquellen zum Thema Traumapädagogik und Fluchtmigration.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung von Fluchterfahrungen und Traumafolgen sowie eine anwendungsorientierte Darstellung von Handlungsstrategien, wie z.B. Raumgestaltung, Ritualisierung und kreative Projekte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Flucht, Trauma, Traumapädagogik, Resilienz, pädagogische Handlungsmöglichkeiten und schulische Integration.

Wie gehen traumatisierte SchülerInnen laut der Arbeit mit ihrem Trauma im Unterricht um?

Die Arbeit beschreibt, dass Betroffene oft Vermeidungsstrategien wie Distanzierung oder Verdrängung nutzen oder durch Intrusionen, Lernblockaden und körperliche Anspannungen in ihrer Lernfähigkeit beeinträchtigt sind.

Welche Rolle spielt die Kooperation mit außerschulischen Institutionen?

Da pädagogische Ansätze keine Psychotherapie ersetzen können, betont die Autorin die Verpflichtung von Lehrkräften, bei Anzeichen schwerer Traumatisierung professionelle Hilfe (wie Schulsozialarbeit oder Jugendhilfen) hinzuzuziehen.

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Details

Title
Wie wirken sich traumatisierende Fluchterfahrungen aus? Pädagogische Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit ausgewanderten SchülerInnen
College
University of Cologne
Grade
1.3
Author
Ceren Derebas (Author)
Publication Year
2019
Pages
57
Catalog Number
V961704
ISBN (eBook)
9783346337122
ISBN (Book)
9783346337139
Language
German
Tags
Flucht Trauma Schüler Schule Umgang mit Schüler Fluchterfahrung Handlungsmöglichkeiten Trigger PTBS
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ceren Derebas (Author), 2019, Wie wirken sich traumatisierende Fluchterfahrungen aus? Pädagogische Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit ausgewanderten SchülerInnen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/961704
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