Mit dem Anstieg der ausländischen Bevölkerung stellt sich gleichzeitig auch die Frage nach sozialen und bildungsorientierten Maßnahmen zur erfolgreichen Integration der zugewanderten Menschen. In der Arbeit soll dieser Frage nachgegangen werden. Der Fokus wird dabei auf Kinder mit Migrationshintergrund gelegt. Im Jahr 2018 setzte dich die Verteilung der Bevölkerung in Deutschland aus über einem Viertel an Menschen mit Migrationshintergrund zusammen, weshalb die Relevanz des Themas aufgrund der beträchtlichen Anteile sehr hoch gestuft werden kann.
In den folgenden Ausführungen wird überwiegend auf sprachgestützte Integrationsmaßnahmen verwiesen. Der hohe Stellenwert der Sprache für die zwischenmenschliche Kommunikation soll in den Vordergrund gebracht und anhand von theoretischen Ansätzen und beispielhaften Erfahrungsberichten zu bereits bewährten Maßnahmen belegt werden. Diese Deutung erfolgt nicht tiefergehend auf linguistischer Ebene, sondern in Bezug auf soziale Strukturen und Verhältnisse, in denen Migrantenkinder aufwachsen. Dabei soll mit dieser Arbeit die Frage beantwortet werden, welche Rolle die Sprache für die Integration von Migrantenkindern in die Gesellschaft spielt.
Dafür wird zuerst ein Überblick über die Migrationssituation in Deutschland präsentiert und der Migrationsbegriff definiert. Es wird zudem auf die Diskriminierung von Migrantenkindern im deutschen Schulsystem eingegangen und anschließend auf Möglichkeiten sozialer Integration durch Sprache und Bildung verwiesen. Im nächsten Kapitel folgen Ausführungen zum Zweitspracherwerb bei Migrantenkindern, es wird auf pädagogischer und sozialer Ebene auf den Erwerb der Zweitsprache Deutsch und auf mögliche Probleme des zweisprachigen Aufwachsens eingegangen. Im letzten Kapitel wird die Bedeutung der Sprachförderung als Integrationsmaßnahme in den Vordergrund gebracht, auf damit verbundene Schwierigkeiten kritisch eingegangen und Möglichkeiten schulischer und sozialer Förderung aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Migrationsbegriff in Deutschland
1.1. Diskriminierung von Migrantenkindern im deutschen Schulsystem
1.2. Soziale Integration durch Sprache und Bildung
2. Zweitspracherwerb bei Migrantenkindern
2.1. Erwerb der Zweitsprache Deutsch und damit zusammenhängende Altersunterschiede
2.2. Probleme des zweisprachigen Aufwachsens im Bildungskontext
3. Sprachförderung als Integrationsmaßnahme
3.1. Didaktische Schwierigkeiten
3.2. Schulische und soziale Förderungsmaßnahmen
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der Sprache als Instrument der sozialen Integration von Kindern mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem. Ziel ist es, die bestehenden institutionellen Barrieren und Diskriminierungsmechanismen aufzuzeigen sowie notwendige Sprachfördermaßnahmen zu identifizieren, die eine chancengerechte Bildungslaufbahn ermöglichen.
- Migrationsbegriff und demografische Entwicklungen in Deutschland
- Diskriminierungserfahrungen von Migrantenkindern im Schulsystem
- Prozesse und Herausforderungen des Zweitspracherwerbs
- Bedeutung der Sprachförderung für den Bildungserfolg
- Ansätze für schulische und soziale Integrationsmaßnahmen
Auszug aus dem Buch
1. Migrationsbegriff in Deutschland
Durch den wachsenden Anstieg an Einwanderung ausländischer Bevölkerung in Deutschland, steigen auch die generationenübergreifenden Zahlen der Menschen mit Migrationshintergrund an. Der Begriff „Migrationshintergrund“ wird dabei durch das Geburts- bzw. Herkunftsland differenziert. Das statistische Bundesamt zählt dazu sowohl alle Personen, welche nach 1949 in das heutige Gebiet Deutschlands zugewandert sind, als auch alle in Deutschland geborenen Ausländer. Zusätzlich gehören auch Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit dazu, welche zumindest ein zugewandertes oder als Ausländer in Deutschland geborenes Elternteil besitzen. Durch diese Definition haben ungefähr 20% der Gesamtbevölkerung in Deutschland einen Migrationshintergrund, davon sind 9% nicht in Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit (vgl. Ilić, 2016).
Betrachtet man die Anzahl der ausländischen Bevölkerung nach Herkunftsland, so fällt auf, dass über 1.4 Millionen Menschen aus der Türkei stammend an erster Stelle stehen. Es folgen ungefähr 800.000 Einwanderer polnischer Herkunft an zweiter Stelle und die dritte Position stammt aus Syrien. Während sich 2016 noch ungefähr 600.000 Menschen aus Syrien in Deutschland aufhielten, waren es 2018 über 100.000 mehr. In den anderen beiden Ländern sank die Anzahl von 2017 bis 2018 um ungefähr 6.500 (vgl. Abb. 1.1.).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die demografische Veränderung der deutschen Bevölkerung und leitet die Relevanz der Sprachförderung für die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund ab.
1. Migrationsbegriff in Deutschland: Es erfolgt eine Definition des Migrationshintergrundes sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Diskriminierung von Migrantenkindern und der Bedeutung von Sprache für die soziale Integration.
2. Zweitspracherwerb bei Migrantenkindern: Dieses Kapitel thematisiert die Faktoren des Zweitspracherwerbs, beleuchtet Altersunterschiede beim Lernen und diskutiert Herausforderungen beim zweisprachigen Aufwachsen im schulischen Kontext.
3. Sprachförderung als Integrationsmaßnahme: Der Fokus liegt auf der Analyse didaktischer Schwierigkeiten sowie der Darstellung konkreter schulischer und sozialer Förderungsansätze zur Verbesserung der Bildungschancen.
Fazit: Das Fazit fasst die Problematik zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, Sprache nicht nur als Medium, sondern als zentralen Schlüssel zur Chancengleichheit und Identitätsentwicklung zu begreifen.
Schlüsselwörter
Sprachförderung, Integration, Migrationshintergrund, Zweitspracherwerb, Bildungsbenachteiligung, Diskriminierung, Schulerfolg, Deutsch, soziale Integration, Mehrsprachigkeit, Migrantenkinder, Bildungschancen, Schulsystem, Sprachbarrieren, Sozialisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die zentrale Rolle der deutschen Sprache bei der sozialen und schulischen Integration von Kindern mit Migrationshintergrund.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Zweitspracherwerb, die institutionelle Diskriminierung im Bildungssystem sowie Ansätze für effektive Sprachfördermaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sprachförderung als Mittel zur Herstellung von Chancengleichheit für Kinder mit Migrationshintergrund eingesetzt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse aktueller Forschungsliteratur, Studien und statistischer Daten zu Bildung und Integration in Deutschland.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Im Hauptteil werden die Definition des Migrationsbegriffs, die Prozesse des Zweitspracherwerbs bei Kindern sowie die didaktischen Schwierigkeiten und notwendigen Fördermaßnahmen diskutiert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Sprachförderung, institutionelle Diskriminierung, Zweitspracherwerb, Bildungsbeteiligung und soziale Integration.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Kindergartens für den Spracherwerb?
Der Kindergarten wird als essenzieller Lernort hervorgehoben, da dort der erste Kontakt zur deutschen Sprache stattfindet und frühzeitig soziale Basiskompetenzen aufgebaut werden können.
Warum wird das Schweizer Beispiel "Qualität in multikulturellen Schulen" erwähnt?
Das Beispiel dient als Best-Practice-Modell, das durch gezielte Module zur Sprach- und Leistungsförderung sowie Elternmitarbeit einen erfolgreichen Bildungsansatz für Schulen mit hohem Migrationsanteil aufzeigt.
- Quote paper
- Michelle Posmyk (Author), 2020, Sprache als Mittel zur Integration von Migrantenkindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/968100