Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Inklusion im Unterricht. Dabei werden zu Beginn rechtliche Grundlagen von Inklusion angesprochen, um auf ihre Wichtigkeit hinzudeuten. Des Weiteren wird dann Inklusion näher bestimmt und durch verschiedene Definitionen erläutert. Das Kapitel danach beschäftigt sich mit den verschiedenen Schulmodellen von Inklusion. Der Schwerpunkt dieser Arbeit wird auf Kapitel fünf und sechs gelegt. Die beiden Kapitel werden zeigen, welche Voraussetzungen inklusiver Sportunterricht erfüllen muss. Im Nachhinein werden drei Modelle zur Umsetzung inklusiven Unterrichts aufgezeigt. Zum Schluss wird noch ein Fazit gezogen.
Die Deutsche UNESCO- Kommission setzt sich für das Konzept der Inklusion ein. Vielfalt ist demnach eine Chance für Lern- und Bildungsprozesse. Dabei sollen die Bedürfnisse von allen Menschen berücksichtigt werden. Für die Autoren Herrmann und Thünemann-Albers ist "der Grundgedanke der Inklusion […] die Einbeziehung und Teilhabe aller Kinder". Die UN-Behindertenkonvention setzt sich als Schwerpunkt die Möglichkeit der Teilnahme aller Menschen an allen Aktivitäten. Sie vertritt die Meinung, dass die Gesellschaft ein Leben aller ermöglichen soll und nicht eine Gesellschaft, in der sich Behinderte ihr anpassen müssen. Am 26. März 2009 ist die Bundesrepublik Deutschland der Konvention der Vereinten Nationen über die Rechte Behinderter beigetreten. Neben Deutschland haben sich inzwischen 158 weitere Länder zur UN-Konvention bekannt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Rechtliche Grundlagen
3. Begriffsbestimmung
4. Inklusive Schulmodelle
4.1. Integrationsklasse
4.2. Kooperative Klasse
4.3. Klein- oder Förderklasse
4.4. Stützlehrklasse
5. Voraussetzung für inklusiven Sportunterricht
6. Modelle
6.1. TREE
6.2. Change it
6.3. Modell eines adaptiven Sportunterrichts
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Umsetzung von Inklusion im Schulsport unter besonderer Berücksichtigung der Kategorie Behinderung. Ziel ist es, theoretische Grundlagen sowie praktische didaktische Modelle aufzuzeigen, die Lehrkräften eine erfolgreiche Gestaltung heterogener Sportgruppen ermöglichen.
- Rechtliche Rahmenbedingungen und Begriffsdefinitionen von Inklusion
- Vergleich verschiedener inklusiver Schulmodelle
- Voraussetzungen für einen gelungenen inklusiven Sportunterricht
- Vorstellung der Modelle TREE, Change it und des adaptiven Sportunterrichts
- Bedeutung der Lehrkraft-Haltung für den Inklusionsprozess
Auszug aus dem Buch
6.1. TREE
Das „Tree-Modell“ wurde von der Australian Sports Commission entworfen und bietet eine gute Orientierung, um Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote mit heterogenen Gruppen durchzuführen (vgl. Becker, 2013, S. 22). Das Modell Tree steht für Teaching Style, Rules, Environment und Equipment. Diese vier Bereiche sind Voraussetzung für einen gelungenen inklusiven Sport. Der Unterrichtsstil („Teaching Style“) umfasst die Unterrichtsformen beziehungsweise Verfahren, die methodischen Maßnahmen und die Sozialformen (vgl. Tiemann, 2006, S. 47). Die Lehrkraft sollte sich in diesen Aspekten flexibel bewegen können, um allen Kindern gerecht zu werden. Ein wesentliches Element ist die Sprache. Diese muss in der jeweiligen Situation immer angepasst werden, um sicherzustellen, dass alle Abläufe verständlich sind (ebd. S. 47). Auch Becker betont die Wichtigkeit der Sprache im inklusiven Sportunterricht (S. 22). Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die Möglichkeiten zur Differenzierung.
Alle Kinder sollten als gemeinsame Grundlage die Aktivität haben. Die Lösungsvorschläge sind aber individuell zu gestalten und nicht an Vorgaben gebunden (vgl. Becker, 2013, S. 23). „Rules“ steht für die Veränderung von Regeln. Diese können den inklusiven Unterricht zusätzlich fördern. Wichtig ist, dass die Regeln nicht jemanden ausschließen oder bevorzugen. Regeln sollten für alle gleich gelten (ebd. S. 23). Bei der Wahl der Regeln sollte besondere Rücksicht dabei gelegt werden, dass diese Regeln keine kontraproduktive Auswirkung auf das Team haben. Als Beispiel nennt Tiemann, dass das Doppelzählen von Toren von einem Behinderten zu einer Stigmatisierung des Teams führen kann (S. 48).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Der einleitende Abschnitt erläutert die thematische Eingrenzung auf den Sportunterricht, umreißt die Struktur der Arbeit und benennt die zentralen Schwerpunkte bei den didaktischen Modellen.
2. Rechtliche Grundlagen: Dieses Kapitel verankert das Thema Inklusion im Sozialgesetzbuch sowie in der UN-Behindertenkonvention und unterstreicht das Recht auf Bildung ohne Diskriminierung.
3. Begriffsbestimmung: Hier wird der Begriff Inklusion definiert, von Integration abgegrenzt und als gesamtgesellschaftlicher Ansatz für Vielfalt jenseits von Behinderungen positioniert.
4. Inklusive Schulmodelle: Es werden vier spezifische Organisationsformen – Integrationsklasse, Kooperative Klasse, Klein- oder Förderklasse und Stützlehrklasse – hinsichtlich ihrer Inklusionstauglichkeit kritisch analysiert.
5. Voraussetzung für inklusiven Sportunterricht: Der Fokus liegt auf der Haltung der Lehrkräfte, der Bedeutung der Reflexivität auf verschiedenen Ebenen sowie den äußeren Rahmenbedingungen für den Sportunterricht.
6. Modelle: Die Modelle TREE, Change it und das Modell eines adaptiven Sportunterrichts werden als praktische Handlungsorientierungen zur Gestaltung heterogener Gruppen vorgestellt.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass Inklusion ein unumgängliches Menschenrecht darstellt und der Sportunterricht dabei als Freiraum für neue soziale Gemeinschaften dienen kann.
Schlüsselwörter
Inklusion, Sportunterricht, Behinderung, Heterogenität, Didaktik, TREE-Modell, Change it, Adaptive Sportpädagogik, Lehrkraft, soziale Prozesse, Teilhabe, UN-Behindertenkonvention, Schulentwicklung, Team-Teaching, Differenzierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit thematisiert die Gestaltung von Inklusion im Schulsport und untersucht, wie Lehrkräfte trotz der Vielfalt der Schülerschaft – insbesondere bei Kindern mit Behinderung – einen erfolgreichen Unterricht durchführen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen rechtliche Rahmenbedingungen, die Abgrenzung von Inklusion und Integration, die Analyse verschiedener Schulmodelle sowie die praktische Anwendung didaktischer Modelle zur Unterrichtsgestaltung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, theoretische Grundlagen und konkrete didaktische Modelle (wie TREE oder Change it) zu vermitteln, die als Handlungsorientierung für die Umsetzung inklusiven Sportunterrichts dienen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Aufarbeitung didaktischer Konzepte für den inklusiven Schulsport.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der verschiedenen Schulmodelle sowie die detaillierte Darstellung von Modellen zur Unterrichtsgestaltung, wie dem TREE-Modell und dem adaptiven Sportunterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Inklusion, Sportunterricht, didaktische Modelle, Heterogenität und Teilhabe geprägt.
Warum reicht Integration allein laut Autor nicht aus?
Der Autor unterscheidet Inklusion von Integration, da Integration oft das Ziel verfolgt, Einzelne in ein bestehendes System einzugliedern, während Inklusion von vornherein niemanden ausschließt und Vielfalt als Normalzustand betrachtet.
Welche Rolle spielt die Lehrkraft bei der Inklusion?
Die Lehrkraft ist entscheidend, da ihre positive Grundeinstellung, die Reflexion des eigenen Handelns und die Fähigkeit zur situativen Differenzierung maßgeblich über den Inklusionserfolg bestimmen.
Was ist das Besondere am "6+1" Modell?
Das „6+1“ Modell rückt die Lehrkraft in den Mittelpunkt, die in ständiger Interaktion mit sechs Feldern (Material, Lernumfeld, Regeln, Aufgabenstellung, Sozialformen, Kommunikation) steht und ihr Verhalten ständig reflektieren muss.
- Citar trabajo
- Aleksandra Krajisnik (Autor), 2016, Inklusion und Vielfalt im Schulsport. Umgang mit Menschen mit Behinderung im Sportunterricht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/974528