Die Arbeit stellt die Frage, wie viel Geschichte im fächerverbindenden Unterricht der Gesellschaftslehre steckt? Und wie ist es zu schaffen, dass man als zukünftiger Geschichtslehrer, historisches Lernen im Fach Gesellschaftslehre initiieren kann? Diese Überlegungen und Erfahrungen aus der Praxis gaben den Anlass dazu, den Unterricht des Faches Gesellschaftslehre auf historisches Lernen zu überprüfen.
Die Untersuchung im Rahmen meines Studienprojekts im Fach Geschichte stellt daher auch die Forschungsfrage, inwieweit sich historische Kompetenzen in Arbeitsprodukte des fächerverbindenden Unterrichts der Gesellschaftslehre nachweisen lassen?
Um dieser Frage nachzugehen, wird zunächst der theoretische Rahmen dieser Untersuchung abgesteckt. Welchen theoretischen Hintergrund hat das Fach Gesellschaftslehre, was sagt die Forschung über fächerverbindenden Geschichtsunterricht und wie sie historische Kompetenzen definiert? In einem nächsten Schritt wird das Forschungsdesign dieser Untersuchung vorgestellt. Anschließend werden die Ergebnisse der Auswertung präsentiert und im Blick auf die vorgestellte Forschungsfrage diskutiert. Nach einer kritischen Reflexion der Ergebnisse werden im Fazit mögliche Konsequenzen für meine eigene Unterrichtspraxis als Geschichtslehrer dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Rahmen
2.1 Theoretischer Hintergrund
2.2 Forschungsstand
2.3 Historische Kompetenzen
2.4 Kompetenzerwartungen
3 Forschungsdesign
3.1 Stichprobenauswahl
3.2 Erhebungsmethode
3.3 Durchführung
3.4 Auswertungsmethode
4 Ergebnisse
5 Diskussion und Reflexion
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit Schülerinnen und Schüler im fächerverbindenden Unterricht des Faches Gesellschaftslehre historische Kompetenzen entwickeln und in ihren Arbeitsprodukten nachweisen können. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, ob die spezifisch geschichtsdidaktische Dimension in fächerübergreifenden Lernarrangements erhalten bleibt oder zugunsten anderer Fachinhalte zurücktritt.
- Fächerverbindender Unterricht und dessen geschichtsdidaktische Einordnung
- Kompetenzmodellierung für historisches Lernen nach Gautschi
- Analyse von Schülerpräsentationen im Kontext der Reihe "Krieg und Frieden"
- Qualitative Inhaltsanalyse als methodischer Zugang
- Reflexion der Förderbarkeit historischer Kompetenzen in interdisziplinären Formaten
Auszug aus dem Buch
2.1 Theoretischer Hintergrund
In der heterogenen Bildungslandschaft der Bundesrepublik gestaltet sich die unterrichtliche Realität des Geschichte Lehrens und Lernens sehr divers. So gibt es in Gymnasien und Oberstufen anderer Schulen fast ausschließlich den fachspezifischen Unterricht. In Gesamt-, Sekundar-, oder Mittelschulen findet in etwa zur Hälfte fachspezifischer Unterricht und zur anderen Hälfte Unterricht im Fächerverbund statt. In Hauptschulen existiert Geschichtsunterricht fast immer in fächerverbindendem Unterricht als Weltkunde oder Gesellschaftslehre. Auch im Kernlehrplan des Landes NRW für Gesamtschulen taucht Geschichte nur im Verbund als Gesellschaftslehre auf.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Untersuchung vor dem Hintergrund der Lehrerausbildung und der Herausforderung, historisches Lernen in interdisziplinären Formaten wie "Gesellschaftslehre" zu initiieren.
2 Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel verortet die Arbeit im geschichtsdidaktischen Diskurs, beleuchtet den Forschungsstand zum fächerverbindenden Unterricht und definiert zentrale Kompetenzbegriffe sowie Erwartungshorizonte.
3 Forschungsdesign: Hier werden die methodischen Grundlagen dargelegt, die von der Auswahl der Schülerprodukte über das Erhebungsinstrument bis hin zur Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring reichen.
4 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die Analyse der Schülerpräsentationen entlang der Kompetenzbereiche Wahrnehmung, Erschließung und Interpretation von Geschichte.
5 Diskussion und Reflexion: Dieses Kapitel bewertet die Resultate kritisch und erörtert, warum bestimmte Kompetenzen in der Stichprobe nur unzureichend nachweisbar waren und welche Grenzen der Untersuchung vorliegen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit weiterer empirischer Forschung zur Wirksamkeit fächerverbindender Unterrichtsmodelle für das historische Lernen.
Schlüsselwörter
Fächerverbindender Unterricht, Gesellschaftslehre, Historische Kompetenzen, Kompetenzorientierung, Geschichtsdidaktik, Qualitative Inhaltsanalyse, Schülerpräsentationen, Historisches Lernen, Krieg und Frieden, Bildungsstandards, narrative Kompetenz, Erschließungskompetenz, Interpretationskompetenz, Wahrnehmungskompetenz, fachübergreifendes Lernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Qualität und das Ausmaß historischer Kompetenzen, die Schülerinnen und Schüler in fächerverbindenden Unterrichtsmodellen des Faches "Gesellschaftslehre" anwenden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Der Fokus liegt auf der Verknüpfung von geschichtsdidaktischer Theorie, der Struktur des Fächerverbunds und der empirischen Auswertung von Schülerprodukten zum Thema "Krieg und Frieden".
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob und wie historische Kompetenzen innerhalb eines fächerverbindenden, interdisziplinären Unterrichtsrahmens in Schülerergebnissen nachweisbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring durchgeführt, wobei das Kompetenzmodell von Gautschi als deduktives Kategoriensystem dient.
Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?
Der Hauptteil befasst sich mit der methodischen Anlage der Datenerhebung sowie der detaillierten Auswertung der eingereichten Schülerpräsentationen hinsichtlich spezifischer historischer Indikatoren.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Fächerverbindender Unterricht, Historische Kompetenzen, Geschichtsdidaktik und Qualitative Inhaltsanalyse charakterisieren.
Warum wurde die Unterrichtsreihe "Krieg und Frieden" gewählt?
Diese Reihe bot sich als Beispielprojekt an, da sie typisch für den fächerverbindenden Ansatz ist und eine Vielzahl an Materialien für die Untersuchung historischer Kompetenzen bereitstellte.
Welches Hauptergebnis liefert die Untersuchung in Bezug auf die Erschließungskompetenz?
Die Untersuchung zeigt, dass die Erschließungskompetenz für historische Quellen und Darstellungen bei den untersuchten Schülern nur gering ausgeprägt war, was auf ein Defizit in der fachmethodischen Anleitung hinweist.
- Quote paper
- Tobias Isaak (Author), 2020, Geschichte im Fach Gesellschaftslehre. Historische Kompetenzen in Arbeitsprodukten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/975167