In dieser Arbeit soll zunächst ein kurzer Abriss der Baugeschichte, besonders des Südquerhauses, des Straßburger Münsters aufgezeigt werden. Es folgt die historische Betrachtung der Skulpturen am Südquerhausportal, dabei besonders auch die Zerstörungen und Restaurierungsmaßnahmen. Danach werden die Skulpturen einzeln genauer betrachtet, beginnend mit den Gewändeapostel, die heute nicht mehr am Portal zu sehen sind. Wichtig sind auch die darüber liegenden Türstürze mit der Grabtragung und Himmelfahrt Mariens, die sich nicht mehr im Original am Portal befinden. Die heute noch erhaltenen Tympana am Südquerhaus zeigen Darstellungen des Marientodes und der Marienkrönung. An den Seiten und in der Mitte der beiden Portale lassen sich zudem drei Figuren, die Ecclesia, die Synagoge und ein König erkennen, die ebenfalls beschrieben werden.
Es wird auch einer kurzer Blick in das Innere der Kathedrale geworfen, nämlich bei der Betrachtung des Gerichtspfeilers, der in seiner Form und seinem Inhalt eine Besonderheit darstellt. Darauf folgt die Frage nach einem Meister, die historische Einordnung und der Bezug zu anderen Kirchenbauten und ihren Skulpturen. Hierbei wird besonders auf die verschiedenen Ansätze von unter anderem Martina Bengel und Willibald Sauerländer eingegangen. Zum Schluss werden noch die einzigartigen Merkmale der Skulpturen herausgearbeitet und zusammengefasst.
Das Straßburger Münster ist einer der bedeutendsten Bauten in Europa und feierte letztes Jahr sein hundertjähriges Bestehen. Eine Besonderheit bildet vor allem das Südquerhausportal und seine skulpturale Ausstattung, über deren Entstehung und Datierung noch heute keine Einigkeit in der Literatur herrscht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Skulpturen am Südquerhausportal des Straßburger Münsters
2.1 Kurzer Einblick in die Baugeschichte
2.2 Geschichte der Skulpturen
2.3 Die Gewändeapostel
2.4 Die Türstürze
2.4.1 Die Grabtragung Mariens
2.4.2 Die Himmelfahrt Mariens
2.5 Die Tympana
2.5.1 Der Marientod
2.5.2 Die Marienkrönung
2.6 Die Figuren Ecclesia, Synagoge und König
2.7 Der Gerichtspfeiler
2.8 Meisterfrage und Einordnung
3. Die Besonderheiten der Skulpturen am Straßburger Münster
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die skulpturale Ausstattung des Südquerhausportals des Straßburger Münsters, deren Entstehung und Datierung in der kunsthistorischen Forschung kontrovers diskutiert werden. Ziel der Arbeit ist es, durch eine detaillierte Analyse der Einzelplastiken – von den Gewändeaposteln über die Tympana bis hin zum Gerichtspfeiler – sowie unter Einbeziehung restauratorischer Aspekte, die stilistischen Besonderheiten herauszuarbeiten und die Einordnung in den europäischen Kontext der gotischen Skulptur zu präzisieren.
- Baugeschichte und historische Zerstörungen/Restaurierungen des Portals
- Ikonographische und stilistische Analyse der Apostel- und Marienfiguren
- Die Sonderstellung des Gerichtspfeilers als ikonographisches Unikum
- Debatte um die Meisterfrage und regionale Stilverbindungen (z.B. zu Chartres und Reims)
Auszug aus dem Buch
2.5.1 Der Marientod
Über dem linken Portal ist im Tympanon der Marientod dargestellt (vgl. Abb. 8). Man sieht die verstorbene Mutter Gottes und um sie herum haben sich Personen versammelt. In der Mitte findet man Christus, der eine kleine weibliche Figur im Arm trägt. Dies symbolisiert seine Entgegennahme der Seele von Maria. Die Gottesmutter liegt zentriert auf einem Bett mit zwei Stützen, das mit Tüchern bedeckt ist. Die Verstorbene trägt einen dünnen Mantel, unter dem der Körper und sogar Einzelheiten wie Zehen zu erkennen sind. Der Mantel umhüllt auch das Haupt von Maria, wobei seitlich lockige Haarsträhnen zu sehen sind. Die Beweglichkeit und Vitalität steht im Gegensatz zu ihrem sanften Gesichtsausdruck. Allgemein besticht es durch die ruhigen Augen und den Mund sowie die entspannten Gesichtszüge. Das Tympanon ist in Untersicht ausgeführt. Zu Marias Kopf und Füßen stehen die Apostelfürsten Petrus und Paulus und berühren sie an Schulter und Füßen, so dass es wirkt, als würden sie ihren Körper hochheben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die kunsthistorische Bedeutung des Südquerhausportals und gibt einen Überblick über den Aufbau der Untersuchung sowie die methodischen Ansätze der Forschung.
2. Die Skulpturen am Südquerhausportal des Straßburger Münsters: In diesem Hauptteil erfolgt eine detaillierte Analyse der einzelnen Skulpturengruppen, deren Geschichte, Ikonographie und stilistische Besonderheiten, ergänzt durch die Auseinandersetzung mit Restaurierungsmaßnahmen.
3. Die Besonderheiten der Skulpturen am Straßburger Münster: Dieses abschließende Kapitel fasst die zentralen Stilmerkmale zusammen und resümiert den aktuellen Forschungsstand hinsichtlich der Herkunft und Datierung der Werke.
Schlüsselwörter
Straßburger Münster, Südquerhausportal, Gotik, Skulptur, Marientod, Marienkrönung, Gewändeapostel, Gerichtspfeiler, Ecclesia, Synagoge, Meisterfrage, Kunstgeschichte, Mittelalter, Architekturplastik, Restaurierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der skulpturalen Ausstattung des Südquerhausportals des Straßburger Münsters und deren kunsthistorischer Einordnung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Themenfeldern zählen die Baugeschichte, die stilistische Analyse der Skulpturen (Tympana, Apostel, Gerichtspfeiler), die Ikonographie sowie die historische Meisterfrage.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die umstrittene Datierung und Entstehung der Skulpturen zu beleuchten und ihre stilistische Eigenständigkeit sowie Einflüsse aus anderen Kathedralzentren zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einer kunsthistorischen Werkanalyse, dem Vergleich mit zeitgenössischen Baudenkmälern sowie der kritischen Auswertung bestehender Literatur (z.B. Bengel, Sauerländer).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Betrachtung der einzelnen Portalelemente: Apostel, Türstürze (Grabtragung/Himmelfahrt), Tympana (Marientod/Marienkrönung), Figuren (Ecclesia/Synagoge/König) und den Gerichtspfeiler.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Straßburger Münster, gotische Skulptur, Ikonographie, Ecclesia, Synagoge und Meisterfrage charakterisiert.
Welche Bedeutung hat der Gerichtspfeiler innerhalb der Arbeit?
Der Gerichtspfeiler wird als Besonderheit hervorgehoben, da er ikonographisch einzigartig ist und als architektonische Mittelstütze eine besondere Rolle in der Darstellung des Jüngsten Gerichts einnimmt.
Wie bewertet die Autorin die Einflüsse von Chartres oder Reims?
Die Autorin diskutiert verschiedene Forschungsansätze und kommt zu dem Schluss, dass Einflüsse aus anderen Regionen zwar vorhanden sind, die Straßburger Skulpturen jedoch einen individuellen, eigenständigen Baustil aufweisen.
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- Alexandra Roszkowski (Author), 2016, Die Skulpturen am Südquerhausportal des Straßburger Münsters. Eine Baugeschichte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/976745