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Zum Einfluss von Lobbyakteuren in Konsultationsverfahren. Eine Analyse am Beispiel des Bürokratieentlastungsgesetzes II

Titre: Zum Einfluss von Lobbyakteuren in Konsultationsverfahren. Eine Analyse am Beispiel des Bürokratieentlastungsgesetzes II

Dossier / Travail , 2020 , 22 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Louis Fuhrmann (Auteur)

Politique - Système politique de l'Allemagne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Konsultationsverfahren sind gängige Verfahren des deutschen Parlamentarismus. Interessenvertreter nutzen sie, um frühzeitig ihre Position zu einem Gesetzentwurf zu äußern. Diese Arbeit untersucht das Konsultationsverfahren im Rahmen des Gesetzgebungsprozesses des Bürokratieentlastungsgesetzes II aus dem Jahr 2016. Die eingereichten Konsultationen werde dargelegt und mithilfe des Advocacy Coalition Frameworks zu möglichen Koalitionen zusammengefasst.

Leitend soll dabei die Fragestellung sein, ob die im Rahmen des Konsultationsverfahrens gebildeten Koalitionen den Gesetzentwurf zu ihren Gunsten beeinflusst haben. Zentrale These ist dabei, dass die gestellten Forderungen seitens der Verbände nur geringfügig berücksichtigt werden, da das Gesetz grundsätzlich schon eine Erleichterung für die private Wirtschaft darstellt. Fragestellung und These werden überprüft, indem die zwei Referentenentwürfe, die vor und nach der Konsultation entstanden sind, verglichen werden. Zunächst erfolgt jedoch die Vorstellung des Analyserahmens, eine Einordnung der Bedeutung von Konsultationsverfahren, sowie eine kurze Vorstellung des untersuchten Gesetzesvorhabens.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

DAS ADVOCACY COALITION FRAMEWORK

DIE GRUNDANNAHMEN

DAS GRUNDMODELL

ANALYSE DES KONSULTATIONSVERFAHRENS

DIE BEDEUTUNG VON KONSULTATIONSVERFAHREN

VORGEHENSWEISE

FALLSTUDIE

DAS BÜROKRATIEENTLASTUNGSGESETZ ZWEI

STELLUNGNAHMEN

Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände

Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege

Bundessteuerberaterkammer

Bundesverband Deutscher Mittelstand

Deutsche Rentenversicherung Bund

Deutscher Bauernverband

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe

Deutscher Steuerberaterverband

Deutscher Gewerkschaftsbund

Die Deutsche Kreditwirtschaft

Die Familienunternehmer

Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)

Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft

Institut der Wirtschaftsprüfer

Zentralverband des Deutschen Handwerks

MÖGLICHE KOALITIONEN

§ 3 Aufbewahrungspflicht für Lieferscheine

§ 5 Anhebung der Grenze für die Fälligkeit von Lohnsteuer

§ 6 Umsatzgrenze für Kleinunternehmereigenschaften

§ 7 Anhebung der Grenze für Kleinbetragsrechnungen

§ 9 Fälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge

§ 10 Elektronische Abrechnung von pflegerischen Leistungen

VERGLEICH DER REFERENTENENTWÜRFE

§ 3 Aufbewahrungspflicht für Lieferscheine

§ 5 Anhebung der Grenze für die Fälligkeit von Lohnsteuer

§ 6 Umsatzgrenze für Kleinunternehmereigenschaften

§ 7 Anhebung der Grenze für Kleinbetragsrechnungen

§ 9 Fälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge

§ 10 Elektronische Abrechnung von pflegerischen Leistungen

SCHLUSSFOLGERUNGEN

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss von Interessenvertretern auf den Gesetzgebungsprozess des zweiten Bürokratieentlastungsgesetzes von 2016. Ziel ist es zu analysieren, ob die im Rahmen des Konsultationsverfahrens gebildeten Koalitionen den Gesetzentwurf erfolgreich in ihrem Sinne beeinflussen konnten, wobei die These aufgestellt wird, dass die Forderungen der Verbände nur marginale Berücksichtigung finden.

  • Anwendung des Advocacy Coalition Frameworks (ACF) zur Analyse politischer Prozesse
  • Untersuchung der Konsultationsmechanismen im deutschen Parlamentarismus
  • Kategorisierung und Analyse der Stellungnahmen verschiedener Wirtschafts- und Interessenverbände
  • Vergleich von Referentenentwürfen zur Ermittlung inhaltlicher Änderungen
  • Bewertung des Erfolgs von Lobbykoalitionen bei der politischen Einflussnahme

Auszug aus dem Buch

Die Grundannahmen

Das ACF basiert auf drei Grundannahmen, die als Bedingungen gesehen werden können, damit der Analyserahmen effektiv angewendet werden kann. Die erste dieser drei Annahmen ist, dass politische Entscheidungen in sogenannten Subsystemen getroffen werden. Diese bestehen aus Netzwerken von spezialisierten Akteuren, die sich mit einem bestimmten Policy-Problem befassen. Die Akteure eines Subsystems können aus verschiedenen Gründen an der Bildung einer Policy beteiligt sein. Denn die Akteurs-Definition des ACF geht über Politiker, Bürokraten und Lobbyisten hinaus. Auch Wissenschaftler, Journalisten, Aktivisten und weitere fachspezifische Experten lassen sich den Koalitionen zuordnen. Die diversen Akteure innerhalb eines Subsystems werden wiederum in klar positionierte und vermittelnde unterschieden. Vermittelnde Akteure (sogenannte ‚broker‘) charakterisieren sich dadurch, dass sich ihre inhaltliche Position nicht einer bestimmten Koalition zuordnen lässt. Überträgt man die Akteurs-Definition des ACF auf den deutschen Parlamentarismus, werden die parlamentsinternen Akteure vor allem auf der Ebene der gesamten Parteien und ihrer Koalitionen untersucht, da parteiinterne Koalitionsprozesse die Grenzen von Politikfeldern überschreiten.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Konsultationsverfahren und Darstellung der zentralen Fragestellung sowie Hypothesen bezüglich des Bürokratieentlastungsgesetzes II.

DAS ADVOCACY COALITION FRAMEWORK: Theoretische Herleitung des Analyserahmens nach Paul Sabatier, inklusive der Grundannahmen über Akteure, Belief-Systeme und Koalitionsbildung.

ANALYSE DES KONSULTATIONSVERFAHRENS: Erläuterung der Bedeutung von Konsultationen als Informationsaustausch zwischen Entscheidungsträgern und Interessenvertretern sowie die methodische Vorgehensweise der Analyse.

FALLSTUDIE: Detaillierte Untersuchung des Bürokratieentlastungsgesetzes II, die Analyse der einzelnen Stellungnahmen der Verbände und die Identifikation inhaltlicher Koalitionen.

VERGLEICH DER REFERENTENENTWÜRFE: Systematischer Vergleich der Fassungen vor und nach der Konsultationsphase zur Überprüfung der inhaltlichen Auswirkungen von Lobbyeinflüssen.

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Fazit der Untersuchung, das bestätigt, dass das Ministerium weitestgehend unbeeindruckt von den Forderungen der Verbände blieb.

Schlüsselwörter

Bürokratieentlastungsgesetz, Lobbying, Advocacy Coalition Framework, Konsultationsverfahren, Interessenvertretung, Gesetzgebungsprozess, Policy-Subsystem, Referentenentwurf, politische Entscheidungsfindung, Verbändebeteiligung, Bürokratieabbau

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, inwieweit Lobbygruppen und Interessenverbände in der Lage waren, den Gesetzgebungsprozess des Bürokratieentlastungsgesetzes II von 2016 durch ihre Stellungnahmen im Konsultationsverfahren inhaltlich zu beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Rolle von Konsultationsverfahren, die Anwendung des Advocacy Coalition Frameworks (ACF) und die Bewertung des tatsächlichen politischen Einflusses von Wirtschaftsverbänden.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die wissenschaftliche Überprüfung der These, dass die Forderungen der Verbände im Gesetzgebungsprozess nur eine untergeordnete Rolle spielten und kaum Änderungen am ursprünglichen Gesetzentwurf bewirken konnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt das Advocacy Coalition Framework (ACF) zur Gruppierung von Akteuren und führt einen komparativen Vergleich der Referentenentwürfe vor und nach der Konsultation durch.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die detaillierte Darstellung der einzelnen Stellungnahmen verschiedener Verbände, die Identifikation von Akteurs-Koalitionen und den direkten Vergleich der Rechtsnormen in den verschiedenen Entwurfsfassungen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Advocacy Coalition Framework, Bürokratieentlastung, Konsultationsverfahren und Lobbying.

Welche Rolle spielt die Deutsche Rentenversicherung in diesem Kontext?

Die Deutsche Rentenversicherung fokussierte sich in ihrer Stellungnahme speziell auf die Änderungen bei der Fälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge (§ 9) und schlug alternative Zahlungsfristen zur Arbeitserleichterung vor.

Warum wird das Ergebnis des Einflusses der Lobbygruppen als „gering“ bewertet?

Da die Analyse der Referentenentwürfe zeigt, dass die meisten umstrittenen Punkte unverändert blieben und Forderungen der Verbände nur selten in den finalen Text einflossen, wird ein geringer Einfluss des Lobbyings konstatiert.

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Résumé des informations

Titre
Zum Einfluss von Lobbyakteuren in Konsultationsverfahren. Eine Analyse am Beispiel des Bürokratieentlastungsgesetzes II
Université
University of Münster
Note
2,0
Auteur
Louis Fuhrmann (Auteur)
Année de publication
2020
Pages
22
N° de catalogue
V978153
ISBN (ebook)
9783346334015
ISBN (Livre)
9783346334022
Langue
allemand
mots-clé
einfluss lobbyakteuren konsultationsverfahren eine analyse beispiel bürokratieentlastungsgesetzes
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Louis Fuhrmann (Auteur), 2020, Zum Einfluss von Lobbyakteuren in Konsultationsverfahren. Eine Analyse am Beispiel des Bürokratieentlastungsgesetzes II, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/978153
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Extrait de  22  pages
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