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Reconquista - Der "Heilige Krieg" in Spanien?

Die Deutung der Kriegsmotivationen vom 8. bis zum 12. Jahrhundert

Titre: Reconquista - Der "Heilige Krieg" in Spanien?

Dossier / Travail , 2015 , 21 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Auteur)

Histoire de l'Europe - Moyen Âge, Temps modernes
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In der vorliegenden Arbeit soll nicht etwa der geschichtliche Verlauf der Reconquista näher beleuchtet werden oder – wie so häufig in der Forschung – der Zusammenhang zwischen den spanischen Unternehmungen und der Kreuzzugsbewegung. Die Fragestellung lautet vielmehr: Kann man nach den zu deutenden Kriegsmotivationen die Reconquista des 8. bis 12. Jahrhunderts aus der Sicht der Spanier als einen Heiligen Krieg bezeichnen? Bevor aber diese Motive untersucht werden können, müssen die Begriffe "Reconquista" und "Heiliger Krieg" näher bestimmt werden.

Das erste Kapitel befasst sich daher kurz mit dem Ursprung sowie der Definition beider Fachbegriffe, um deren eindeutiges Verständnis in dieser Arbeit zu gewährleisten. Wegen den in vergangener Zeit zunehmenden Gewaltaktionen islamistischer Terrorgruppen wie des "Islamischen Staates" rückte in der Forschung der Begriff "Dschihad" in das Blickfeld der Betrachtung. Dagegen wird hier der christliche Heilige Krieg losgelöst von dem muslimischen Verständnis bestimmt. An dem Kreuzzugsaufruf Papst Urbans II. sollen diejenigen Elemente festgelegt werden, die ein solches Konzept charakterisieren. Anschließend muss überprüft werden, ob die erarbeiteten Metaelemente in den verschiedenen Phasen der Reconquista nachweisbar sind. Außerdem soll überprüft werden, ob in der Anfangsphase (8. bis 10. Jahrhundert) schon eine Vorstellung von einem geheiligten Krieg vorhanden war und inwiefern die christlich-muslimischen Auseinandersetzungen von den Spaniern einen sakralen Charakter erhielten.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Die Expansion des Islam als ,Bedrohungʻ für das Christentum

2 Begrifflichkeiten

2.1 Die Reconquista: Definition und zeitliche Einordnung

2.2 Problematik und Definition des Begriffs ,Heiliger Kriegʻ

3 Die Deutung der Kriegsmotivationen während den verschiedenen Perioden der Reconquista

3.1 Die Anfänge (8. bis 10. Jahrhundert)

3.2 Die Hochphase (11. bis 12. Jahrhundert)

Fazit mit Ausblick auf die weitere Entwicklung der Reconquista

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Reconquista auf der Iberischen Halbinsel im Zeitraum vom 8. bis zum 12. Jahrhundert aus der Sicht der beteiligten Akteure als ein „Heiliger Krieg“ klassifiziert werden kann. Dabei wird die Forschungsfrage beantwortet, inwieweit religiöse Kriegsmotivationen gegenüber profanen Zielen und politischem Kalkül dominierten.

  • Analyse der Definition und historischen Einordnung der Reconquista.
  • Erarbeitung von Metaelementen des Begriffs „Heiliger Krieg“ basierend auf dem Ersten Kreuzzug.
  • Untersuchung der Kriegsmotivationen in der Anfangsphase (8. bis 10. Jahrhundert).
  • Evaluation der religiösen und profanen Faktoren in der Hochphase (11. bis 12. Jahrhundert).
  • Kritische Reflexion der Diskrepanz zwischen zeitgenössischer religiöser Deutung in Chroniken und der politischen Realität.

Auszug aus dem Buch

2.2 Problematik und Definition des Begriffs ,Heiliger Kriegʻ

Die Bezeichnung ,Heiliger Kriegʻ lässt sich nicht als Quellenbegriff des 11. bis 13. Jahrhunderts einordnen. Zwar findet man in einem Brief des Papstes Gregor VII. an den Bischof von Pavia die Worte „in certamine Christi“, diese Wendung aber könne nicht immer eindeutig im militärischen Sinn verstanden werden. Eine andere Formulierung (,prelium sanctumʻ), die in einem engen Zusammenhang mit dem heutigen Begriff ,Heiliger Kriegʻ stehe, verwendete der benediktinische Geschichtsschreiber Guibert de Nogent in seinem Anfang des 12. Jahrhundert entstandenen Werk ,Dei gesta per Francosʻ. Die „prelia sancta“ – gemeint sind die Kreuzzüge – seien gottgegeben („instituit deus“), um die Menschen durch die Verteidigung des Gelobten Landes von ungerechten Kriegen abzubringen und ihnen so eine neue Form der Erlösung („novum salutis promerendae genus“) zu ermöglichen.

Nach Carsten Cople jedoch kann es überhaupt keine Heiligen Kriege gegeben haben, denn für ihn stellen die Worte ,heiligʻ und ,Kriegʻ Gegensätze dar. Außerdem argumentiert er, dass „der Krieg kein Gott [sei], deshalb [könne] er nicht heilig und nicht erhaben sein“. Ob ein Krieg per se als heilig im Sinne von verehrungswürdig und sakrosankt (wie bei Carsten Colpe) oder im Sinne von heilbringend (oder zumindest heilversprechend) und religiös motiviert anzusehen ist, steht hier nicht zur Debatte. Im Gegensatz zu Colpe sollen im Folgenden nicht die sprachlichen Bestandteile des Begriffs hinterfragt, sondern im Rahmen eines Definitionsversuchs kurz diejenigen Merkmale erläutert werden, die einen Heiligen Krieg als solchen kennzeichnen. Dabei lässt sich durchaus eine hierarchische Beziehung dieser sogenannten Metaelemente erkennen (vgl. Tabelle 1).

Zusammenfassung der Kapitel

Die Expansion des Islam als ,Bedrohungʻ für das Christentum: Dieses Kapitel führt in die historische Ausgangslage der islamischen Expansion ein und stellt die Forschungsfrage, ob die Reconquista als „Heiliger Krieg“ verstanden werden kann.

2 Begrifflichkeiten: Hier werden die Fachbegriffe Reconquista und Heiliger Krieg definiert, wobei letzterer durch die Metaelemente des Ersten Kreuzzugs operationalisiert wird.

3 Die Deutung der Kriegsmotivationen während den verschiedenen Perioden der Reconquista: Dieses Kapitel analysiert chronologisch die religiösen und profanen Motive in den Chroniken und den tatsächlichen historischen Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen.

Fazit mit Ausblick auf die weitere Entwicklung der Reconquista: Das Fazit resümiert, dass die Reconquista trotz religiöser Rhetorik in den Quellen von den Zeitgenossen meist nicht als „Heiliger Krieg“ wahrgenommen wurde, da profane Interessen und Bündnispolitik überwogen.

Schlüsselwörter

Reconquista, Heiliger Krieg, Kreuzzüge, Kriegsmotivation, Iberische Halbinsel, Mittelalter, Religion, Papsttum, Chroniken, Providentialismus, Neogotizismus, Sündenerlass, Indulgenz, Militärgeschichte, Politik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Untersuchung der Kriegsmotivationen während der spanischen Reconquista vom 8. bis zum 12. Jahrhundert.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Begriffe Reconquista und Heiliger Krieg, die Analyse christlich-muslimischer Konflikte sowie die Rolle religiöser Autoritäten wie des Papsttums.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, ob man die Reconquista des 8. bis 12. Jahrhunderts aus der Sicht der Spanier als einen „Heiligen Krieg“ bezeichnen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine quellenkritische Analyse historischer Chroniken und Urkunden, um diese mit den tatsächlichen, oftmals profanen Kriegshandlungen zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Begrifflichkeiten sowie eine chronologische Analyse der Kriegsmotivationen in der Anfangsphase und der Hochphase der Reconquista.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Reconquista, Heiliger Krieg, Kreuzzüge, Religion, Mittelalter, Kriegsmotivation und politische Bündnispolitik.

Was bedeutet der „Neogotizismus“ im Kontext dieser Untersuchung?

Er beschreibt das in Chroniken propagierte Konzept, dass die christlichen Herrscher in Spanien in der Tradition des untergegangenen Westgotenreichs stünden und die Pflicht hätten, dieses wiederherzustellen.

Warum kommt die Arbeit zu dem Schluss, dass die Reconquista kein „Heiliger Krieg“ war?

Obwohl die Chroniken den religiösen Aspekt betonten, belegen die zahlreichen Bündnisse mit Muslimen und Tributzahlungen (Parias), dass profane und machtpolitische Interessen bei den Spaniern deutlich stärker gewichtet waren.

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Résumé des informations

Titre
Reconquista - Der "Heilige Krieg" in Spanien?
Sous-titre
Die Deutung der Kriegsmotivationen vom 8. bis zum 12. Jahrhundert
Université
University of Bamberg
Note
1,0
Auteur
Anonym (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
21
N° de catalogue
V978283
ISBN (ebook)
9783346334312
ISBN (Livre)
9783346334329
Langue
allemand
mots-clé
Reconquista Spanien Iberische Halbinsel Heiliger Krieg Kriegsmotivation Araber Berber Definition Verlauf
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Citation du texte
Anonym (Auteur), 2015, Reconquista - Der "Heilige Krieg" in Spanien?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/978283
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Extrait de  21  pages
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