Im Rahmen dieser Hausarbeit werden zunächst allgemein das moderne Controlling mit ihren Controlling-Werkzeugen, der SWOT-Analyse und einer Balanced Scorecard (BSC) vorgestellt. Dabei wird ein Schwerpunkt auf die Identifizierung von Prozessen gelegt. Im zweiten Teil wird das Reha-Management der Berufsgenossenschaften mit seinem Handlungsleitfaden und daraus definiertem Prozess und die Steuerung mit Kennzahlen zur Qualitätssicherung beschrieben. Danach werden die Auswirkungen der Prozessbeschreibungen auf die Effizienz im Reha-Management näher beleuchtet, um im Anschluss in einem Fazit die Ergebnisse dieser Arbeit zusammenzufassen.
Das Controllingverständnis in Wirtschaftsunternehmen begann in den Neunzigerjahren mit Anfang der Globalisierung der Märkte und Entwicklung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien. Mit Hilfe der Transaktionskostenanalyse wurde für die Bewertung von Kosten- und Leistungsrelationen der effiziente Einsatz der Ressourcen Kapital und Personal gesteuert. Controlling als wesentliches Führungs- und Steuerungsmittel eines Unternehmens wird zunehmend auch in Nonprofit-Organisationen der Sozialbranche umgesetzt. Sowohl das operative als auch strategische Controlling bieten eine Vielzahl von Instrumenten, um die Verwirklichung eines optimalen Ablaufes eines modernen Controllings abzubilden.
In der gesetzlichen Unfallversicherung stellt sich mit Einführung des Reha-Managements die Frage, wie sich durch die Gestaltung eines organisatorischen Rahmens die Voraussetzungen zu einer effizienten Bearbeitung der Versicherungsfälle ableiten lässt. Dabei sollen strategische Ziele festgelegt und ihre Messgrößen und Zielwerte beschrieben werden. Die Steuerung der Ausgabenseite hat eine hohe Bedeutung für Controller, um mit dem Optimum des Einsatzes der Ressource Geld, die Rehabilitation und Pflege im medizinischen Heilverfahren der Berufsgenossenschaften sicherzustellen.
Anhand des Kernprozesses des Reha-Managements soll dabei folgende Forschungsfrage untersucht werden: Welche Bedeutung hat die Einführung einer Prozessbeschreibung im Reha-Management der gesetzlichen Unfallversicherung im Hinblick auf ihre Effizienz?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Controlling-Werkzeuge
2.1 SWOT-Analyse
2.2 Balanced Scorecard
3. Reha-Management der Berufsgenossenschaften
3.1 Handlungsleitfaden Reha-Management
3.2 Prozessbeschreibung Reha-Management
3.3 Kennzahlen zur Qualitätssicherung
4. Auswirkungen der Prozessbeschreibungen auf die Effizienz des Reha-Managements
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Einführung einer Prozessbeschreibung im Reha-Management der gesetzlichen Unfallversicherung. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, welchen Einfluss eine solche strukturierte Prozessbeschreibung auf die Effizienz der Fallbearbeitung und die Qualitätssicherung nimmt.
- Grundlagen des modernen Controllings und ausgewählte Werkzeuge (SWOT, BSC)
- Struktur und Anforderungen des Reha-Managements der Berufsgenossenschaften
- Definition von Kennzahlen zur Messung der Prozessqualität
- Analyse der Effizienzsteigerung durch Prozessstandardisierung
- Schnittstellenmanagement und Kundenorientierung in der Rehabilitation
Auszug aus dem Buch
3.2 Prozessbeschreibung Reha-Management
Der Prozess des Reha-Management wird zunächst als Flussdiagramm dargestellt. In einem Prozess-Handbuch werden die Ziele, der Anwendungs- und Geltungsbereich sowie Prozessauslöser und Prozessende, etwaige Schnittstellen und der Prozessverantwortliche beschrieben. Zudem beinhaltet das Handbuch Hinweise zu Qualitätsmerkmalen und verpflichtend auszufüllende Dokumente. Der Prozessablauf selbst erklärt die einzelnen Prozessschritte mit ihren Aufgaben, Bemerkungen und der Dokumentation sowie gibt Hinweise zu den Beteiligten (Reha-Manager/in, Sachgebietsleitung, Versicherte, ärztliches Personal, Arbeitgeber/innen) und ob diese verantwortlich sind, mitwirken oder informiert werden (Ertl-Wagner et al, 2012, S. 100-108; DGUV, 2014, S. 18-19).
Auf Grund der Komplexität der Prozessbeschreibung werden die Ausführungen im Rahmen dieser Arbeit ausschließlich auf die ersten Prozessschritte, Erste Fallanalyse, Persönlicher Erstkontakt und Erstellung des Reha-Plans, beschränkt. Wie sich der Prozess vereinfacht darstellt, kann der nachfolgenden Abbildung entnommen werden:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Controllings in Non-Profit-Organisationen ein und definiert das Forschungsinteresse hinsichtlich der Effizienz von Prozessbeschreibungen im Reha-Management.
2. Controlling-Werkzeuge: Dieses Kapitel stellt theoretische Instrumente wie die SWOT-Analyse und die Balanced Scorecard vor, die zur strategischen Ausrichtung und Steuerung im Gesundheitswesen dienen.
3. Reha-Management der Berufsgenossenschaften: Hier werden der Handlungsleitfaden, die spezifischen Prozessschritte der Reha-Planung sowie die Bedeutung von Kennzahlen für die Qualitätssicherung innerhalb der gesetzlichen Unfallversicherung erläutert.
4. Auswirkungen der Prozessbeschreibungen auf die Effizienz des Reha-Managements: Das Kapitel analysiert, wie standardisierte Prozesse zu einer höheren Effizienz, besserem Wissensmanagement und verbesserter Steuerung durch Kennzahlen führen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Einführung von Prozessbeschreibungen maßgeblich zur Zielerreichung und zur Steigerung der Versorgungsqualität beiträgt.
Schlüsselwörter
Reha-Management, gesetzliche Unfallversicherung, Controlling, Prozessbeschreibung, Effizienz, Balanced Scorecard, SWOT-Analyse, Qualitätssicherung, Kennzahlen, Rehabilitationsplanung, Prozessmanagement, Kundenorientierung, Sozialleistung, Versorgungsqualität, Fallmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Controlling-Werkzeugen, insbesondere von Prozessbeschreibungen und Kennzahlen, zur Steuerung des Reha-Managements in der gesetzlichen Unfallversicherung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Schnittmenge zwischen betriebswirtschaftlichem Controlling und dem rehabilitativen Prozessmanagement in Unfallversicherungsträgern.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Die zentrale Forschungsfrage lautet, welche Bedeutung die Einführung einer Prozessbeschreibung im Reha-Management der gesetzlichen Unfallversicherung im Hinblick auf ihre Effizienz hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis einer systematischen Recherche (u.a. Google Scholar) Controlling-Konzepte auf den spezifischen Anwendungsfall des Reha-Managements überträgt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung von Controlling-Instrumenten, die detaillierte Darstellung des Reha-Management-Prozesses und die Analyse der Effizienzgewinne durch Prozessmanagement.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Reha-Management, Effizienz, Kennzahlensysteme, Prozessbeschreibung und Qualitätssicherung.
Wie unterscheidet sich das operative vom strategischen Controlling im Kontext der Berufsgenossenschaften?
Während operatives Controlling kurzfristige Steuerungsaufgaben übernimmt, dient das strategische Controlling der langfristigen Marktpositionierung und Zielerreichung unter dem Druck steigender Gesundheitskosten.
Welchen Stellenwert nimmt die "Prozessperspektive" innerhalb der Balanced Scorecard ein?
Sie bildet die Kernprozesse des Unternehmens ab und ist entscheidend, um eine effiziente, qualitätssichere und wirtschaftliche Wertschöpfung in der Rehabilitation sicherzustellen.
Welche konkreten Kennzahlen werden für die Qualitätssicherung genannt?
Die Arbeit nennt Zielvorgaben wie eine 95%ige Quote beim Versand des Begrüßungsschreibens und der Checkliste innerhalb von zehn Tagen sowie eine 90%ige Quote bei der Durchführung des Erstkontakts und der Reha-Planung.
Warum ist das Prozessmanagement im Reha-Management kein einmaliger Vorgang?
Aufgrund sich wandelnder Rahmenbedingungen müssen Prozesse durch Kennzahlen fortlaufend überwacht, bewertet und weiterentwickelt werden, um die Datenqualität und Effizienz dauerhaft zu sichern.
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- Markus Kasper (Autor), 2020, Modernes Controlling. Kennzahlensysteme als Steuerungsinstrument, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/980563