Ziel dieser Arbeit ist es, aufzuzeigen, ob Technische Indikatoren, im Vergleich zu einer Benchmark, eine risikoadjustierte Überrendite erzielen. Hierfür werden speziell die gleitenden Durchschnitte und der Average Directional Movement Index überprüft.
Die Arbeit ist in fünf Kapitel aufgeteilt. Zu Beginn soll die Technische Analyse näher vorgestellt werden. Hier wird der Begriff Technische Analyse definiert, sowie die Dow-Theorie erläutert. Zusätzlich wird dem Leser einen Überblick über die verschiedenen Verfahren der Technischen Analyse gegeben und dabei Bezug auf die Random-Walk-Theorie genommen. Das nachfolgende Kapitel befasst sich mit den Technischen Indikatoren. Zunächst wird der Begriff definiert und die Unterkategorien der Technischen Indikatoren in einem Überblick vorgestellt. Hierbei werden besonders die unterschiedlichen Arten von gleitenden Durchschnitten und der Average Directional Movement Index detaillierter erläutert. Der vierte Teil der Arbeit setzt sich mit dem Backtest der vorgestellten Technischen Indikatoren auseinander. Zunächst werden die für den Backtest benötigten Performancekennzahlen vorgestellt. Für die Überprüfung werden verschiedene Einstellungen für die Technischen Indikatoren angenommen und im Anschluss mit der Buy-and-Hold-Strategie verglichen. Das fünfte und letzte Kapitel dieser Arbeit enthält das Fazit des Verfassers.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel und Aufbau
2. Ansatz der Technischen Analyse
2.1 Definition der Technischen Analyse
2.2 Die Dow-Theorie – Basis der Technischen Analyse
2.3 Technische Analysemethoden im Überblick
2.4 Die Technische Analyse vor dem Hintergrund der Random-Walk-Hypothese
3. Technische Indikatoren
3.1 Definition und Überblick von Technischen Indikatoren
3.2 Trendfolge-Indikatoren
3.2.1 Gleitende Durchschnitte
3.2.1.1 Der einfache gleitende Durchschnitt
3.2.1.2 Der gewichtete gleitende Durchschnitt
3.2.1.3 Der exponentiell gleitende Durchschnitt
3.2.1.4 Anwendung von zwei gleitenden Durchschnitten – Double Crossover Method
3.2.1.5 Anwendung von drei gleitenden Durchschnitten – Triple Crossover Method
3.3 Trendbestimmungsindikatoren
3.3.1 Der ADX und das Directional Movement Konzept
3.3.1.1 Vorgehensweise zur Berechnung des DMI
3.3.1.2 Der ADX Indikator
4. Backtest der vorgestellten Technischen Indikatoren und unterschiedlichen Handelssystemen
4.1 Verwendete Indizes für den Backtest
4.2 Kennzahlen zur Bewertung der Technischen Indikatoren
4.2.1 Varianz und Standardabweichung
4.2.2 Das Sharpe Ratio
4.2.3 Downside-Risiko
4.3 Perfomance von gleitenden Durchschnitten und deren Handelssystemen
4.3.1 Vorgehensweise
4.3.2 Vorstellung und Auswertung der Ergebnisse mit gleitenden Durchschnitten im DAX
4.3.3 Vorstellung und Auswertung der Ergebnisse mit gleitenden Durchschnitten im S&P 500
4.3.4 Vorstellung und Auswertung der Ergebnisse mit gleitenden Durchschnitten im Euro STOXX 50 TR
4.4 Performance von gleitenden Durchschnitten in Kombination mit dem Average Directional Movement Index
4.4.1 Vorgehensweise
4.4.2 Auswertung der Ergebnisse im DAX
4.4.3 Auswertung der Ergebnisse im S&P 500
4.4.4 Auswertung der Ergebnisse im Euro STOXX 50 TR
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, zu untersuchen, ob Technische Indikatoren im Vergleich zu einer Benchmark eine risikoadjustierte Überrendite erzielen können, wobei der Fokus speziell auf gleitenden Durchschnitten und dem Average Directional Movement Index liegt.
- Grundlagen der Technischen Analyse und der Dow-Theorie
- Methodik und Berechnung verschiedener gleitender Durchschnitte (SMA, WMA, EMA)
- Funktionsweise des Directional Movement Konzepts und des ADX-Indikators
- Backtesting-Strategien und Bewertung durch Kennzahlen wie Sharpe Ratio und Downside-Risiko
- Vergleichende Analyse der Performance verschiedener Handelssysteme in ausgewählten Indizes (DAX, S&P 500, Euro STOXX 50 TR)
Auszug aus dem Buch
3.2.1.1 Der einfache gleitende Durchschnitt
Der einfache gleitende Durchschnitt (= „Simple Moving Average“ oder auch „SMA“,) ist gleichbedeutend mit dem arithmetischen Mittel. Der SMA ist die meist verwendete und gleichzeitig auch die älteste Variante zur Ermittlung eines gleitenden Durchschnittes. Die nachfolgende Formel zeigt, wie der einfache gleitende Durchschnitt berechnet wird:
„GD“ steht für den gleitenden Durchschnitt. Die Abkürzung „arith.“ zeigt, dass es sich hier um den arithmetisch gleitenden Durchschnitt handelt. Die Variable „n“ soll die Anzahl der benötigten Datensätze widerspiegeln. „t“ steht für den gewünschten gleitenden Durchschnitt, z.B. 20-Tages-Durchschnitt. Mit „i“ wird der Startpunkt zur Berechnung des Durchschnitts festgelegt. Der älteste Schlusskurs entspricht dem Startpunkt. „i=0“ definiert den Startpunkt und „i Neben den Vorteilen, welche in Kapitel 3.2.1 auf Seite 10 erläutert wurden, gibt es bei der Verwendung des SMA einige Kritiker, die die Vorteile in Frage stellen. Zum einen wird kritisiert, dass bei der Berechnung des arithmetischen Mittels nur die Schlusskurse der festgelegten Zeitperiode berücksichtigt werden. Der zweite Kritikpunkt ist, dass jeder einzelne Tag innerhalb des Berechnungszeitraumes gleich gewichtet wird. Somit erhält bei der Bestimmung des Durchschnitts der älteste Wert die gleiche Gewichtung wie der aktuellste Wert. Allerdings ist der größte Nachteil bei der Durchschnittsberechnung die zeitliche Verzögerung, im englischen „lag“ genannt, die zwischen dem richtigen Kursverlauf und dem Verlauf des GD entsteht. Aus diesem Grund kann dieser technische Indikator keine zukünftigen Kursbewegungen antizipieren. Vielmehr hinkt der Moving Average hinterher. In der nachfolgenden Abbildung wird, das eben genannte Hauptproblem der zeitlichen Verzögerung, anhand eines Beispiels verdeutlicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Problemstellung der Technischen Analyse wird diskutiert und die Forschungsfrage, ob Technische Indikatoren eine einfache Buy-and-Hold-Strategie übertreffen können, aufgeworfen.
2. Ansatz der Technischen Analyse: Hier werden die Grundlagen der Technischen Analyse, die Dow-Theorie sowie die vier Teilbereiche der Technischen Analyse im Überblick vorgestellt.
3. Technische Indikatoren: Dieses Kapitel definiert und kategorisiert verschiedene technische Indikatoren, mit Fokus auf gleitende Durchschnitte und Trendbestimmungsindikatoren wie den ADX.
4. Backtest der vorgestellten Technischen Indikatoren und unterschiedlichen Handelssystemen: Dieser Teil beschreibt die methodische Vorgehensweise des Backtests und präsentiert die Ergebnisse der Indikatorenperformance in den Indizes DAX, S&P 500 und Euro STOXX 50 TR.
5. Fazit: Die Ergebnisse des Backtests werden zusammengefasst und die Berechtigung des Einsatzes von technischen Handelsstrategien kritisch bewertet.
Schlüsselwörter
Technische Analyse, Technische Indikatoren, Gleitende Durchschnitte, SMA, WMA, EMA, Average Directional Movement Index, ADX, Backtest, Sharpe Ratio, Volatilität, Downside-Risiko, DAX, S&P 500, Euro STOXX 50 TR.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Performance von technischen Indikatoren an den Aktienmärkten und untersucht, ob diese im Vergleich zu einer passiven Buy-and-Hold-Strategie eine risikoadjustierte Überrendite erwirtschaften können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Funktionsweise und Anwendung von verschiedenen Varianten gleitender Durchschnitte sowie des Average Directional Movement Index (ADX) zur Identifizierung von Markttrends.
Welches primäre Ziel verfolgt der Verfasser?
Das Ziel ist es, durch einen umfassenden Backtest auf historischen Daten zu prüfen, ob der Einsatz objektiver, vordefinierter Handelsregeln einen finanziellen Mehrwert gegenüber dem einfachen Investieren in Indizes bietet.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird ein quantitativer Backtest durchgeführt, der verschiedene Indikatoren auf historischen Schlusskursdaten der Indizes DAX, S&P 500 und Euro STOXX 50 TR über einen Zeitraum von zehn Jahren testet und anhand von Kennzahlen wie dem Sharpe Ratio bewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Technische Analyse und die Indikatorwelt sowie eine detaillierte empirische Auswertung verschiedener Handelssysteme (Single/Double/Triple Crossover) und deren Kombination mit dem ADX.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die wichtigsten Begriffe sind Technische Indikatoren, Backtest, Gleitende Durchschnitte, Sharpe Ratio, ADX, Volatilität und risikoadjustierte Rendite.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Kurs- und Performance-Indizes für den Backtest eine Rolle?
Für einen fairen Vergleich mit einer Buy-and-Hold-Strategie sind Performance-Indizes notwendig, da diese Dividendenzahlungen berücksichtigen, was die Grundlage der langfristigen Wertentwicklung eines Investments widerspiegelt.
Welches wesentliche Ergebnis liefert der Vergleich zwischen einfachen gleitenden Durchschnitten und der Literatur?
Die Arbeit stellt fest, dass die theoretische Erwartung, wonach gewichtete (WMA) oder exponentielle (EMA) Durchschnitte den einfachen Durchschnitt (SMA) deutlich übertreffen, im durchgeführten Backtest nicht durchgängig bestätigt werden konnte; teils schnitten SMA-Varianten besser ab.
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- Simon Müller (Autor), 2020, Ausgewählte Handelsstrategien mit gleitenden Durchschnitten und dem Average Directional Movement Index, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/982762