Dass Terrororganisationen die Medien nutzen, um sich selbst darzustellen, ist im Grunde nichts Neues. Schon zu Zeiten, in denen Al-Qaida als gefährlichste Terrorgruppe wahrgenommen wurde, setzte die Gruppe um Osama bin Laden auf die Verbreitung ihrer Videobotschaften durch die Berichterstattung im Fernsehen. Nicht anders geht seit einigen Jahren der Islamische Staat (IS) vor, allerdings verfolgt diese Terrororganisation eine sehr viel professionellere Medienstrategie, die ich im vorliegenden Essay untersuchen werde.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die erste Säule: Gewaltvideos
3. Die zweite Säule: Social-Media-Präsenz
4. Die dritte Säule: Das Magazin Dabiq
5. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit analysiert die moderne und hochprofessionelle Propagandastrategie des Islamischen Staates (IS), um aufzuzeigen, mit welchen medialen Mitteln die Terrororganisation sowohl zur Einschüchterung der Bevölkerung als auch zur gezielten Rekrutierung neuer Anhänger weltweit agiert.
- Analyse der verschiedenen Propagandasäulen (Gewaltvideos, soziale Medien, Printmedien)
- Untersuchung der professionellen medialen Inszenierung des IS
- Rekrutierungsstrategien für ein westliches Publikum
- Die Rolle des Internets als unabhängiger Verbreitungskanal
- Markenbildung als zentrales Element der Terror-Kommunikation
Auszug aus dem Buch
Die zweite Säule neben der Verbreitung von Gewaltvideos ist die Präsenz des Islamischen Staates auf verschiedenen Social-Media-Kanälen im Internet.
Die IS-Terroristen, beziehungsweise die für die Medienarbeit zuständigen Personen, wissen, dass sie ihre Botschaften über das Internet auf schnelle Art und Weise verbreiten können. Zwar reagieren Facebook, Twitter, YouTube & Co. nach gewisser Zeit und löschen die Inhalte und Nutzerkonten des IS. Allerdings reicht der Terrororganisation diese kurze Zeitspanne, damit ihre Botschaften und Videos wiederum von anderen Nutzern weiterverbreitet werden können (vgl. Süddeustche Zeitung, 2014). „In einem Fall […] konnte ein Twitter-Account mit mehr als 10.000 Followern, bekannt für seine IS-Anhängerschaft, zwei Stunden lang Links verteilen“ (Süddeutsche Zeitung, 2014).
Stefan Rebbe, Chef der Werbeagentur „Kolle-Rebbe“, erkennt in einem Interview mit der dem „Jetzt“-Magazin der Süddeutschen Zeitung in der IS-Propaganda eine „hochprofessionelle [Strategie], die sich gezielt an junge Menschen richtet“ (Jetzt.de, 2015). Der IS verbreitet im Internet etwa Inhalte, in denen IS-Kämpfer in einem Pick-Up auf überaus lässige Art und Weise durch Aleppo fahren und nach dem Rechten schauen. Laut Rebbe symbolisiert das Macht und soll neue Kämpfer anlocken - etwa perspektivlose Jugendliche aus den Vorstädten europäischer Großstädte. Darüber hinaus nutzt der IS eine einfache, möglichst klare Symbolik: „die schwarzen Kutten, die Fahne, der erhobene Zeigefinger“ (Jetzt.de, 2015). Rebbe erkennt darin Parallelen zu vielen früheren Jugendkulturen, die ebenfalls einfache Symbole zur Identifikation und Abgrenzung nutzten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage vor und ordnet die Propagandastrategie des Islamischen Staates im Vergleich zu früheren Terrororganisationen wie Al-Qaida ein.
2. Die erste Säule: Gewaltvideos: In diesem Kapitel wird untersucht, wie der IS Gewaltvideos nutzt, um einerseits Schrecken zu verbreiten und andererseits seine Macht professionell zu inszenieren.
3. Die zweite Säule: Social-Media-Präsenz: Dieser Abschnitt analysiert die Nutzung von Social-Media-Kanälen zur gezielten Ansprache junger Menschen und das Branding der Organisation als moderne Marke.
4. Die dritte Säule: Das Magazin Dabiq: Hier wird das Magazin Dabiq als mehrsprachiges Sprachrohr und Instrument zur Legitimation der Terrororganisation in kontrollierten Gebieten beleuchtet.
5. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und erörtert die Schwierigkeiten bei der Unterbindung dieser Internet-gestützten Rekrutierung.
Schlüsselwörter
Islamischer Staat, Propaganda, Medienstrategie, Internet, Terrorismus, Rekrutierung, Gewaltvideos, Dabiq, Social Media, Radikalisierung, Branding, Markenbildung, digitale Medien, Terrorismusprävention, politische Kommunikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die professionelle Medien- und Propagandastrategie des Islamischen Staates und wie dieser das Internet sowie verschiedene Medienformate für seine Ziele nutzt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Verbreitung von Gewaltvideos, die Nutzung sozialer Medien, das Magazin Dabiq sowie Strategien zur Rekrutierung und Markenbildung.
Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?
Ziel ist es, die mediale Professionalität des IS zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie durch moderne Kommunikation neue Anhänger, insbesondere junge Menschen in westlichen Ländern, angesprochen werden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse aktueller Medienberichte, Experteninterviews und offizielle Einschätzungen von Sicherheitsbehörden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die drei zentralen Säulen der IS-Propaganda: Gewaltvideos, Präsenz in sozialen Netzwerken und das Magazin Dabiq.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Propaganda, Islamischer Staat, Internet-Rekrutierung, Medienstrategie und Markenbildung charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Strategie des IS von der Al-Qaidas?
Im Gegensatz zu Al-Qaida, die primär auf TV-Botschaften setzte, nutzt der IS professionell produzierte, mehrsprachige Inhalte, soziale Medien und eine gezielte Markenbildung, um eine Unabhängigkeit von klassischen Medien zu erreichen.
Welche Rolle spielt die Markenbildung bei der IS-Propaganda?
Laut Experten wie Stefan Rebbe inszeniert sich der IS als eigene Marke, um durch klare Symbole und eine Identität stiftende Symbolik eine Anziehungskraft auf perspektivlose Jugendliche auszuüben.
Warum ist die Rekrutierung über das Internet schwer zu verhindern?
Die Kommunikation im Internet ist aufgrund der geringen Hürden, der schnellen Verbreitung und der Zensurschwierigkeiten nur schwer durch staatliche Akteure vollständig zu kontrollieren.
Welche Funktion hat das Magazin Dabiq?
Dabiq dient als mehrsprachiges Print- und Digitalmagazin dazu, die Organisation zu legitimieren, Rekruten aus dem Ausland anzusprechen und die Ideologie in und außerhalb der IS-Gebiete zu verbreiten.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2016, Die Propagandastrategie des Islamischen Staates, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/984765