Im Zentrum dieser Ausarbeitung steht die Frage, welche Qualität die Beratung der online Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung online vorzuweisen hat. Insbesondere die Chancen und Risiken werden erläutert und gegeneinander abgewogen.
Auf der Suche nach Erziehungstipps, individueller Beratung oder Hilfe bei belastenden Lebenssituationen stößt man über Suchmaschinen im Internet schnell auf zahlreiche Beratungsangebote. Teilweise sind diese mit dubiosen kostenpflichtigen Abonnements verbunden und die fachliche Kompetenz des vermeintlichen Experten ist schlecht belegt.
Der erste Teil widmet sich der Entstehungsgeschichte und den Rahmenbedingungen der online Beratung. Er wird erläutern, aus welchem Gedanken das Projekt entstand, wie sich das Angebot über die Jahre hinweg entwickelt hat und welche Zielgruppe es anspricht. Außerdem wird die Zielsetzung und die gesetzliche Grundlage des Angebotes dargestellt und die Professionalität der Berater untersucht.
Im Anschluss werden die verschiedenen Beratungsformen detailliert betrachtet und die beiden Klientengruppen gegenübergestellt. Hier soll nicht nur ergründet werden, welche Beratungsanlässe vorzufinden sind und wie unterschiedlich diese von den Klienten genutzt werden, sondern vor allem auch auf die Möglichkeiten und Grenzen eingegangen werden. Im nachfolgenden Teil soll ein Blick auf die besonderen Herausforderungen in dieser Beratungsform geworfen werden. Hierbei wird zunächst die spezifische Anforderung an den Onlineberater betrachtet und dieses Berufsfeld vom „herkömmlichen“ Erziehungsberater abgegrenzt. Die Methoden und Ansätze zur Qualitätssicherung werden erläutert und die Bemühungen zur Weiterentwicklung der bke online Beratung benannt. Die außergewöhnlichen Kooperationsmodelle mit anderen Einrichtungen werden dargestellt und der Nutzen für das Beratungsangebot untersucht. Der Datenschutz ist bei der online Beratung ein besonders sensibles Thema, daher werden die Sicherheitsvorkehrungen der bke abschließend zusammengetragen.
Inhaltsverzeichnis
1. Geschichte und Entstehung
1.1. Entwicklung seit 2000 beim bke
1.2. Klientengewinnung und Zielsetzung der Online-Beratung
1.3. Das Team der bke Online-Beratung
2. Chancen und Risiken in den Angebotsformen
2.1. Chatangebote der bke
2.1.1. Jugendliche im moderierten Chat
2.1.2. Eltern im moderierten Chat
2.2. Foren-Beratung
2.2.1. Jugendliche in der Foren-Beratung
2.2.2. Eltern in der Foren-Beratung
2.3. Mail-Beratung
3. Zukunftsorientierung
3.1. Nachhaltigkeit
3.2. Qualitätssicherung
3.3. Die Rolle des virtuellen Sozialarbeiters
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Qualität sowie die spezifischen Chancen und Risiken des Online-Beratungsangebots der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke). Ziel ist es, die Entwicklung, die methodischen Rahmenbedingungen sowie die Grenzen dieser digitalen Beratungsform kritisch zu analysieren und deren Ergänzung zur klassischen Face-to-Face-Beratung einzuordnen.
- Historische Entwicklung und fachliche Etablierung des bke-Modellprojekts
- Analyse der verschiedenen Kommunikationskanäle (Chat, Forum, Mail)
- Gegenüberstellung der Bedürfnisse von Jugendlichen und Eltern
- Evaluation der Qualitätsstandards und organisatorischen Strukturen
- Betrachtung der Herausforderungen für Online-Berater und Datenschutz
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Jugendliche im moderierten Chat
Jugendliche nutzen die Gruppenchats gern, um untereinander erste Kontakte zu knüpfen. Sie lernen Gleichgesinnte kennen oder profitieren von den Erfahrungen anderer, die eine ähnliche Krise bereits bewältigt haben oder durchleben. Die Gruppendynamik trägt idealer Weise dazu bei, dass die Jugendlichen sich gegenseitig unterstützen und Mut machen. Häufig entstehen unter den Chatteilnehmern vertiefende Kontakte und „Internet-Freundschaften“.
Da die Jugendlichen anonym ihre Sorgen und Probleme ansprechen können, ist diese Art der Beratung besonders niederschwellig. Im Schutz des Internets berichten viele Jugendliche erstmals über ihr erlebtes Trauma oder ihre psychische Belastung. Dies legt beim Klienten einen Grundstein und eröffnet die Möglichkeit Vertrauen zu gewinnen und sich später auf die Berater-Klient-Beziehung, auch in einer weiterführenden örtlichen Beratung, einlassen zu können. (vgl. Buckel 2003, S. 58)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Geschichte und Entstehung: Dieses Kapitel zeichnet den Werdegang der Online-Beratung seit dem Modellprojekt im Jahr 2000 nach und beleuchtet die personelle sowie finanzielle Struktur hinter dem Angebot.
2. Chancen und Risiken in den Angebotsformen: Hier werden die verschiedenen Kanäle wie Chat, Forum und Mail detailliert betrachtet und deren spezifische Vor- und Nachteile sowie die Problemlagen der Klienten analysiert.
3. Zukunftsorientierung: Der abschließende Hauptteil widmet sich der organisatorischen Qualitätssicherung, der Rolle der Berater, wichtigen Kooperationspartnern und den notwendigen Datenschutzmaßnahmen.
Schlüsselwörter
Online-Beratung, Erziehungsberatung, bke, Jugendhilfe, Chatberatung, Foren-Beratung, Mail-Beratung, Qualitätssicherung, Sozialpädagogik, Intervision, Datenschutz, digitale Intervention, Elternberatung, Jugendhilfe, Medienkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Online-Beratungsangebot der bke und bewertet dessen Funktion als digitale Ergänzung zur klassischen Erziehungsberatung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die verschiedenen Angebotsformen, die spezifischen Bedürfnisse der Zielgruppen (Eltern und Jugendliche) sowie die organisatorischen Rahmenbedingungen der Beratung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die kritische Abwägung der Chancen und Risiken der Online-Beratung sowie die Einordnung ihrer fachlichen Qualität und Reichweite.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und die Auswertung von Berichten und Konzepten der bke.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Grundlagen, die verschiedenen Kommunikationsmedien (Chat, Forum, Mail) und die organisatorische Struktur zur Qualitätssicherung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Online-Beratung, Erziehungsberatung, bke, digitale Intervention, Qualitätssicherung und Datenschutz.
Wie unterscheidet sich die Nutzung durch Jugendliche von der durch Eltern?
Jugendliche suchen verstärkt den Austausch in Foren und Gruppenchats zur Vernetzung, während Eltern eher Mail-Beratung bevorzugen und das Angebot zur Information oder bei konkreten Erziehungsfragen nutzen.
Welche Rolle spielt der Datenschutz in diesem Modell?
Der Datenschutz ist essenziell; da die Beratung verschlüsselt auf dem Server der bke stattfindet, unterliegen die Fachkräfte den gesetzlichen Schweigepflichten gemäß SGB VIII und StGB.
Warum kann keine psychologische Diagnostik im Rahmen der Online-Beratung erfolgen?
Ohne visuelle Anhaltspunkte wie Mimik und Gestik ist eine fundierte diagnostische Beurteilung nicht möglich; das Angebot dient daher eher der Intervention und Krisenprävention als der Therapie.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2018, Chancen und Risiken von Online-Erziehungsberatung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/986217