Diese kurze Arbeit soll erste Erkenntnisse liefern, welche Faktoren das Wohlbefinden von Schülern beeinflussen. In einem Professionalisierungspraktikum wurde die Chance ergriffen, Schülerinnen und Schüler zu interviewen und erste Erkenntnisse zu individuellen und wichtigen Wohlfühlfaktoren zu erlangen. Im Folgenden wird hierzu eine Ausarbeitung mit einem theoretischen und praktischen Teil erfolgen.
Dazu werden im ersten Teil theoretische Grundlagen geklärt, die vor allem für das Begriffsverständnis sehr wichtig sind. Danach soll das Forschungsdesign kurz erläutert werden, mit welchem die Befragung der Schülerinnen und Schüler durchgeführt wurde. Anschließend werden die Schülerergebnisse anhand von Abbildungen visualisiert, erklärt und in einem letzten Schritt zusammengefasst und gedeutet. Ziel ist es ein erstes Gefühl für Faktoren zu erlangen, die den Schülerinnen und Schülern in Bezug auf das Wohlbefinden in der Institution Schule wichtig sind.
Gesellschaftlich gewinnt das Thema des Wohlfühlens in der Schule immer mehr an Bedeutung. War es bis vor ein paar Jahren eventuell noch mit Faullenzen konnotiert, so gewinnt es zunehmend an pädagogischer Bedeutung, da immer häufiger pädagogische Prinzipien stärker darauf eingehen, dass sich Schülerinnen und Schüler in der Schule wohlfühlen. Es wird davon ausgegangen, dass das Wohlbefinden in der Schule Auswirkungen darauf hat, dass Schülerinnen und Schüler adäquate Leistungen bringen, gut zusammenarbeiten und sich besser integrieren. Dabei stellt sich jedoch die Frage, wie es möglich wird, dass sich Schülerinnen und Schüler wohlfühlen und ebenfalls was sie zum Lernen benötigen und wie Schule dementsprechend gestaltet werden muss.
Inhaltsverzeichnis
Hinführung
1. Wohlbefinden
1.1. Definition
1.1.1. Wohlbefinden als eine spezifische Gefühlsqualität
1.1.2. Wohlbefinden als eine Kombination emotionaler und kognitiver Faktoren
1.1.3. Wohlbefinden als ein Sammelbegriff für positive Emotionen
1.1.4. Zusammenfassung
1.2. Wohlbefinden in der Schule
2. Forschungsdesign
2.1. Fragestellung
2.2. Stichprobe
2.3. Methode und Instrumente
2.4. Vorüberlegungen
3. Ergebnisse
3.1. Schülerergebnisse
3.2. Deutung der Ergebnisse
3.3. Evaluation der Durchführung
Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das subjektive Empfinden von Grundschulkindern bezüglich ihrer Wohlfühlfaktoren in der Schule. Ziel der Studie ist es, auf Basis von Schülerinterviews Erkenntnisse darüber zu gewinnen, welche Bedingungen für Kinder notwendig sind, um sich in der Institution Schule wohlzufühlen und einen erfolgreichen Lernprozess zu vollziehen.
- Theoretische Fundierung des Begriffs Wohlbefinden
- Analyse schulischer Einflussfaktoren auf das Wohlbefinden
- Durchführung einer qualitativen Studie mittels Struktur-Lege-Technik
- Vergleich von Schülerergebnissen mit wissenschaftlichen Modellen
- Implikationen für die Gestaltung eines positiven Lernumfeldes
Auszug aus dem Buch
1.1.1. Wohlbefinden als eine spezifische Gefühlsqualität
Dieser Zugang zum Begriff stammt von Brandburn & Caplovitz (1965). Unter den Begriffen seelische Gesundheit, Glück und psychisches Wohlbefinden diskutieren sie, wie das Wohlbefinden untersucht werden kann. Sie setzten die Begriffe gleich und sind der Meinung, dass das Wohlbefinden der Menschen durch Emotionen bestimmt sei. So sagen sie, dass durch das Erleben von überwiegend positiven Gefühlen eine höhere Zufriedenheit und dementsprechend ein größeres Wohlbefinden ausgelöst wird. Die Ursachen für das Erleben positiver Gefühlen sahen die beiden Forscher in dem Ausmaß sozialer Aktivitäten. Hierzu zählen Kontakte zu Freunden und Verwandten, sowie gemeinsame Unternehmungen. Die erste Vermutung, dass es sich bei negativen und positiven Emotionen um gleiche Faktoren einer Dimension handle, revidieren sie nach ihren Forschungen. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass es sich bei den genannten Emotionen um unabhängige Dimensionen handelt, die auf verschiedenen Kontexten beruhen. Ergebnis der Auswertung ihrer Forschung war es, dass die Differenz zwischen den positiven und negativen Emotionen (affect balance) das zentrale Maß des menschlichen Wohlbefindens darstellen müsse und somit von dem Verhältnis angenehmer und unangenehmer Erlebnisse abhängig ist. Somit ist die relative Intensität und nicht die Häufigkeit der Gefühle ausschlaggebend. Diener & Larsen, (1987) führten die Diskussion um die Dimensionen Häufigkeit und Intensität weiter. Dabei kamen sie zu dem Schluss, dass es unterschiedliche Qualitäten von Wohlbefinden geben muss. So sprachen sie von Wohlbefinden, wenn positive Gefühle häufig erlebt werden. Sie stellten Heiterkeit und Zufriedenheit als spezifische Formen des Wohlbefindens heraus und grenzten sie von Stress und Melanchonie, welche ihrer Meinung nach als Ausdrucksformen fehlenden Wohlbefindens gelten, ab. Im Allgemeinen sind sie jedoch der selben Meinung wie Brandburn, da sie ebenfalls annahmen, dass das Wohlbefinden gesteigert wird indem das Individuum häufiger starke positive Gefühle erlebt (Hascher, Wohlbefinden in der Schule, 2004, S. 23).
Zusammenfassung der Kapitel
Hinführung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung des Wohlbefindens im pädagogischen Kontext und stellt die zentrale Relevanz für den Schulerfolg dar.
1. Wohlbefinden: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Aufarbeitung des Wohlbefindens, unterteilt in Definitionen sowie die spezifische Anwendung auf das schulische Umfeld.
2. Forschungsdesign: Hier wird der methodische Rahmen der qualitativen Studie abgesteckt, inklusive der Fragestellung, der Stichprobenauswahl sowie der verwendeten Struktur-Lege-Technik.
3. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die durch die Schüler erstellten Strukturdiagramme und ordnet diese den theoretisch hergeleiteten Komponenten schulischen Wohlbefindens zu.
Zusammenfassung: Den Abschluss bildet eine Reflexion der Ergebnisse, welche die soziale Komponente als essenziell für das Wohlbefinden in der Schule hervorhebt.
Schlüsselwörter
Wohlbefinden, Schule, Schüler, Grundschule, pädagogische Psychologie, positive Emotionen, Sozialer Kontext, Lernumgebung, Struktur-Lege-Technik, Unterrichtsforschung, Lebensqualität, Schulfreude, Schulklima, qualitative Studie, Wohlfühlfaktoren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welche Faktoren das Wohlbefinden von Grundschulkindern in der Schule beeinflussen und wie diese zu einem gelingenden Lernprozess beitragen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition und Dimensionen des psychologischen Konstrukts "Wohlbefinden" sowie deren Umsetzung und Messung im schulischen Alltag.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, subjektive Bedürfnisse von Kindern zu erfassen, um Schule so zu gestalten, dass sie das Wohlbefinden und damit das Lernen der Schülerinnen und Schüler optimal unterstützt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine qualitative Studie durchgeführt, bei der Schülerinnen und Schüler mittels der sogenannten Struktur-Lege-Technik ihre wichtigsten Wohlfühlfaktoren visualisierten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Klärung des Begriffs, eine Darstellung des Forschungsdesigns sowie die Auswertung und Deutung der von den Kindern erstellten Strukturdiagramme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Wohlbefinden, Schulerfolg, positive Emotionen, soziale Integration und kindzentrierte Lernumgebungen.
Warum haben die Kinder in der Studie eine Pyramidenform zur Strukturierung gewählt?
Dies lässt sich darauf zurückführen, dass die Schülerinnen und Schüler im Unterricht kurz zuvor die Ernährungspyramide behandelt hatten und dieses Wissen als Strukturierungshilfe für ihre Gedanken nutzten.
Wie unterscheidet sich das Ergebnis dieser Studie von den Vorüberlegungen der Autorin?
Überraschenderweise nannten die Kinder keine Ferien und kaum Pausen als Wohlfühlfaktoren, was darauf hindeutet, dass sie die Schule selbst positiv mit Lernen und sozialen Kontakten verknüpfen.
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- Katrin Höllein (Author), 2020, Wohlfühlfaktoren von Grundschulkindern. Was braucht es, damit sich Schülerinnen und Schüler wohlfühlen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/988180