Der tropische Regenwald im Erdkundeunterricht, 7. Klasse Gymnasium. Warum lassen sich Regenwaldflächen nicht dauerhaft für den Ackerbau nutzen?

Kooperative Erarbeitung der Funktionsweise des gestörten Nährstoffkreislaufs


Unterrichtsentwurf, 2020

15 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Teil I: Darstellung der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge
1. Analyse der Lernausgangslag
2. Tabellarische Auflistung der Stundenthemen innerhalb der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge

Teil II: Schriftliche Planung des Unterrichts
1. Ziele und angestrebte Kompetenze
2. Sachanalyse und Reduktio
3. Didaktisch-methodische Überlegunge
4. Geplanter Verlauf des Unterrichts

Literaturverzeichnis

Teil I: Darstellung der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge

1. Analyse der Lernausgangslage

Der Kurs ist mit einer Gesamtgröße von 27 Schülerinnen und Schülern zu charakterisieren, darunter 15 Mädchen und 12 Jungen. Ich unterrichte den Kurs seit Anfang des Schuljahres im Fach Erdkunde. Dafür stehen mir zwei Unterrichtsstunden pro Woche zur Verfügung, die dienstags in der 3. Stunde und freitags in der 2. Stunde stattfinden.

Trotz der Kursgröße kann festgehalten werden, dass ein angenehmes Lernklima herrscht, welches durch einen freundlichen und wertschätzenden Umgang untereinander geprägt ist.

Die hohe Lernbereitschaft, Motivation und das Interesse der SuS sorgen für ein gutes, lernförderliches Arbeitsklima. Die SuS sind zudem neuen Methoden gegenüber sehr aufgeschlossen. Insbesondere veranschaulichende Aufgaben, die die Lebenswelt der SuS ansprechen, tragen zur aktiven Mitarbeit bei.

Des Weiteren zeichnet sich der Kurs durch ein erhebliches Maß an Eigenständigkeit aus, was die SuS insbesondere im Umgang mit neuen Medien regelmäßig unter Beweis stellen. Der Kurs erfreut sich an einer hohen Diskussionsbereitschaft, sodass vertiefende Aufgabenstellungen zu gewinnbringenden Unterrichtsgesprächen führen können. Aus diesem Grund kann mit vielfältigem Material und komplexen Darstellungsformen gearbeitet werden.

In Hinblick auf die Leistungsfähigkeit sind in dieser Lerngruppe Unterschiede zu erkennen, die jedoch, bis auf wenige Ausnahmen, als normal für eine Lerngruppe in der Jahrgangsstufe 7 angesehen werden können. Nur wenige SuS müssen hierbei gesondert erwähnt werden. Hervorzuheben sind vier SuS, die eine sehr große Leistungsbereitschaft zeigen und mit ihren Beiträgen den Unterricht in besonderer Weise bereichern. Weitere vier SuS hingegen ziehen sich stark zurück und beteiligen sich kaum aktiv am Unterricht. Der Schüler J. hat seit Beginn der 6. Klasse sonderpädagogischen Förderbedarf. In der Vergangenheit bzw. insbesondere in der 5. Klasse zeigte er häufig, inzwischen aber nur noch sehr selten eine sehr geringe Frustrationstoleranz. Bei der Bewältigung von Herausforderungen im sozialen Miteinander fühlt er sich inzwischen sicher. Aufgrund des sonderpädagogischen Förderbedarfs darf er z.B. in Gruppenarbeitsphasen bei Bedarf alleine arbeiten, ohne dass dies negative Auswirkungen auf seine Bewertung hat. Die Schülerin Y. ist zum zweiten Halbjahr des Schuljahres von der Gesamtschule Espenstraße an unser Gymnasium gewechselt. Da sie an der Gesamtschule keinen Erdkundeunterricht hatte, zeigt sie Schwierigkeiten bei der Anwendung geografischer Methoden. Daher wurde sie neben eine leistungsstarke Schülerin gesetzt, die als Beraterin und Hilfestellerin fungieren soll. Zudem werden Y. von der Lehrkraft zusätzliche Materialien zur Verfügung gestellt, mit denen sie wichtige geographische Themen nacharbeiten kann. Zuletzt wird darauf hingewiesen, dass der Schüler I. am DaZ-Förderunterricht teilnimmt. Seine Mitarbeit hat sich im zweiten Halbjahr deutlich gesteigert. Lediglich bei der Verschriftlichung sind bei ihm leichte Schwierigkeiten erkennbar.

In den ersten drei Stunden der Unterrichtsreihe konnte die Lehrperson an der hohen Schüleraktivität in Plenumsphasen ein ausgeprägtes Vorwissen zum Thema „Tropischer Regenwald“ erkennen. Es stellte sich jedoch heraus, dass den SuS das Problembewusstsein bezüglich des Reihenthemas wenig ausgeprägt ist. Wichtig ist deshalb, dass die SuS in der geplanten Stunde verstehen sollen, dass der geschlossene Nährstoffkreislauf des tropischen Regenwaldes als ein wichtiger Faktor für das Funktionieren des Ökosystems angesehen wird. Die SuS sollen sich mit der zentralen Frage auseinandersetzen, wie im tropischen Regenwald der Widerspruch zwischen der artenreichen Flora und Fauna und den unfruchtbaren Böden gelöst wird. Die SuS verfügen bereits vor dem Unterricht über vielfältige Vorstellungen, die zunächst als wichtige Lernressource dienen. Diese Schülervorstellungen stimmen häufig mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht überein und lassen sich im Unterricht nicht einfach überwinden (Reinfried 2007, 21). Es erscheint sinnvoll, den konstruktivistischen Ansatz des Conceptual Change als Prozess in Betracht zu ziehen, um Schülervorstellungen zunächst zu explizieren, um sie anschließend nachhaltig verändern zu können (Barthmann 2018, 41). Um den Conceptual Change durchzuführen, „muss die neu zu lernende Vorstellung für die Lernenden verständlich, plausibel und fruchtbar sein und eine Unzufriedenheit, also einen kognitiven Konflikt, mit der bisherigen Vorstellung erzeugen“ (Reinfried 2015, 66).

2. Tabellarische Auflistung der Stundenthemen innerhalb der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Teil II: Schriftliche Planung des Unterrichts

1. Ziele und angestrebte Kompetenzen

Kernanliegen:

Indem die SuS sich den geschlossenen Nährstoffkreislauf des tropischen Regenwaldes mithilfe der kooperativen Lernform Think-Pair-Share erklären und Erklärungsansätze entwickeln, warum der Regenwald durch Abholzung unwiederbringlich zerstört wird und nicht dauerhaft für den Ackerbau nutzbar ist, erweitern sie ihre Sachkompetenz.

Kompetenzerwartungen:

Die Schülerinnen und Schüler erweitern ihre Sachkompetenzen, indem sie…

- den geschlossenen Nährstoffkreislauf des tropischen Regenwaldes als einen wichtigen Faktor für das Funktionieren des Ökosystems Tropen erkennen
- Erklärungsansätze entwickeln, warum der Regenwald nach der Abholzung unwiederbringlich zerstört ist.

Die Schülerinnen und Schüler erweitern ihre Methodenkompetenzen, indem sie…

- in kooperativen Lernformen, mittels eines Think-Pair-Share, an der Erstellung des Lernproduktes arbeiten
- stellen geographische Sachverhalte unter Verwendung der Fachbegriffe „Mineralstoffe und Humus“ sachlogisch strukturiert, adressatenbezogen, anschaulich und im Zusammenhang dar.

Die Schülerinnen und Schüler erweitern ihre Urteilskompetenzen, indem sie
- die Gefährdung der Wälder sowie die begrenzten menschlichen Nutzungsmöglichkeiten beurteilen.

Curriculare Begründung der Reihe und der Stunde

Grundlage für die vorliegende Unterrichtsreihe ist der Kernlehrplan für das Fach Erdkunde des Landes Nordrhein-Westfalen, der für die Sekundarstufe I das Inhaltsfeld 5 “Leben und Wirtschaften in verschiedenen Landschaftszonen“ festlegt (vgl. Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen 2013, 30).

In diesem Inhaltsfeld lässt sich der Schwerpunkt „Naturgeographisches Wirkungsgefüge des tropischen Regenwaldes und ökologisch angepasstes Wirtschaften“, welcher die Grundlage für die vorliegende Unterrichtsreihe darstellt. Des Weiteren wird das Vorhaben durch das schulinterne Curriculum des Gymnasiums an der Gartenstraße legitimiert1.

Das Unterrichtsvorhaben berührt zunehmend die Lebenswelt der SuS und ist infolgedessen über den Kernlehrplan und das schulinterne Curriculum hinaus zu legitimieren. Die Problematik der Abholzung der tropischen Regenwälder zeugt von einer großen Gegenwartsbedeutung, da jährlich ca. 13 Millionen Hektar davon abgeholzt werden2. Die Gegenwartsbedeutung ist aufgrund des fortschreitenden Ausmaßes der Zerstörung eng mit der Zukunftsbedeutung verknüpft, sodass es von besonderer Wichtigkeit ist, diese Thematik im Unterricht zu behandeln.

Die vorliegende Unterrichtsreihe ist in drei Sequenzen unterteilt: Die erste Sequenz beschäftigt sich mit dem naturräumlichen Wirkungsgefüge des tropischen Regenwaldes, worin die klimatischen Bedingungen, die artenreiche Vegetation, der Stockwerkbau und der geschlossene Nährstoffkreislauf erläutert werden. In der zweiten Sequenz stehen der gefährdete Lebens- und Wirtschaftsraum im Fokus. In der dritten Sequenz entwickeln und beurteilen die SuS Lösungsansätze für eine nachhaltige Nutzung im tropischen Regenwald. In der Reihe findet eine Progression im Bereich der Urteilskompetenz statt.

Darüber hinaus hat diese Reihe das Ziel, junge Menschen für die Bedeutung der tropischen Regenwälder zu sensibilisieren, um sie mit der Problematik vertraut zu machen. Den SuS soll „der Zugang zu dem breiten Spektrum an Teilgebieten des komplexen Themas Tropischer Regenwald erleichtert werden“ (Alderman et al 1992, 4). Hierbei wird der Umsetzung von „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ eine zentrale Rolle zugewiesen. Die BNE basiert auf der Idee des lebenslangen Lernens und zielt auf „ständige Erneuerung, Vertiefung und Anwendung von Kompetenzen, die den einzelnen Menschen zur aktiven Gestaltung einer ökologisch verträglichen, wirtschaftlich leistungsfähigen und sozial gerechten Umwelt befähigen“ (Schrüfer & Schockemöhle 2012, 117). Des Weiteren soll die BNE die SuS dazu befähigen „verantwortungsvolle Entscheidungen im Sinne ökologischer Integrität, ökonomischer Lebensfähigkeit und einer chancengerechten Gesellschaft“ zu treffen (Deutscher Bundestag 2017, 7). Insbesondere in der zweiten Sequenz sollen die SuS das erworbene Wissen aus der ersten Sequenz anwenden, um ein Urteil bilden zu können. Dazu erörtern die SuS in dieser Reihe ökonomische, ökologische und soziale Aspekte des Wirtschaftens im tropischen Regenwald, um im Sinne der Nachhaltigkeit eine Urteilkompetenz auszubauen.

[...]


1 https://webseite.gymga.de/wordpress/wp-content/uploads/2018/09/Schulinternes-Curriculum-EK-Klasse-7.pdf

2 https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/kampf-gegen-abholzung-390896

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Der tropische Regenwald im Erdkundeunterricht, 7. Klasse Gymnasium. Warum lassen sich Regenwaldflächen nicht dauerhaft für den Ackerbau nutzen?
Untertitel
Kooperative Erarbeitung der Funktionsweise des gestörten Nährstoffkreislaufs
Note
2
Autor
Jahr
2020
Seiten
15
Katalognummer
V988778
ISBN (eBook)
9783346430700
ISBN (Buch)
9783346430717
Sprache
Deutsch
Schlagworte
regenwald, erdkundeunterricht, klasse, gymnasium, warum, regenwaldflächen, ackerbau, kooperative, erarbeitung, funktionsweise, nährstoffkreislaufs
Arbeit zitieren
Berkay Saral (Autor), 2020, Der tropische Regenwald im Erdkundeunterricht, 7. Klasse Gymnasium. Warum lassen sich Regenwaldflächen nicht dauerhaft für den Ackerbau nutzen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/988778

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