Public Relations geben einer Institution die Möglichkeit, eine Verbindung zur Öffentlichkeit zu schaffen. Dabei werden PR-Mitteilungen hauptsächlich durch die Medien verbreitet. Das bedeutet, daß die Beiträge in den Medien nicht durch die eigene Suche des Journalisten nach Informationen und Wahrheiten zustande kommen, sondern zu einem erheblichen Teil nur aus der Weiterleitung fremder Nachrichten bestehen. In dieser Arbeit geht es nun darum, wie Public Relations die Medienberichterstattung beeinflussen. Inwieweit bestimmt die Öffentlichkeitsarbeit die Inhalte der Medien und was bedeutet dies für die journalistische Arbeit?
Die Kommunikationsforschung hat bisher auf diesem Gebiet leider noch nicht allzu viele Untersuchungen durchgeführt. Es ist allerdings festzuhalten, daß die meisten Ergebnisse für eine Determinierung der Medienberichterstattung durch PR sprechen und nur wenige Untersuchungen zu dem Schluß kommen, daß auch eine „Nicht- Beeinflussung“ in Betracht gezogen werden kann.
Zu Beginn dieser Arbeit werden der Begriff der Public Relations, ihre Absichten und Vorgehensweisen erläutert, um zu erklären, wo und wie ein Einfluß von PR auf die Berichterstattung überhaupt ansetzen kann. Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Zusammenarbeit von PR und Journalismus und mit der Verarbeitung von PR- Material durch die Redaktionen der Medien. Das Thema Einfluß von PR baut auf den Erkenntnissen und Aussagen aus den bisherigen Kapiteln auf. Hier wird erläutert in welchen Bereichen und in welchem Maße Öffentlichkeitsarbeit die Berichterstattung mitbestimmt.
Inhalt
1) Public Relations
1.1 Begriff
1.2 Wege und Ziele von PR
1.3 Strategien von PR
1.4 Faktoren für Medienpräsenz
2) PR und Journalismus
2.1 Journalismus als Vermittler
2.2 Verarbeitung von PR- Material
2.2.1 Selektion
2.2.2 Veränderung von PR- Material
2.3 Quellentransparenz
3) Einfluß von PR auf Medienberichterstattung
3.1 Untersuchungsgegenstand
3.2 Einfluß auf Themen und Timing
3.3 PR- Gehalt in Medienberichterstattung
3.4 Faktoren für den Einfluß von PR
3.5 Zusammenfassung der Ergebnisse
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht, in welchem Maße Public Relations die Medienberichterstattung beeinflussen und wie Öffentlichkeitsarbeit die journalistische Arbeit mitbestimmt. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit dem Ausmaß der Abhängigkeit der Medien von externen PR-Informationen und der Rolle des Journalismus bei der Verarbeitung dieser Quellen.
- Theoretische Grundlagen und Strategien der Public Relations
- Zusammenarbeit zwischen PR und Redaktionen
- Mechanismen der Selektion und inhaltlichen Veränderung von PR-Material
- Einfluss von PR auf Themenwahl und zeitliche Steuerung (Timing) der Medien
- Empirische Erkenntnisse zum PR-Gehalt in tagesaktuellen Medien
Auszug aus dem Buch
1.4 Faktoren für Medienpräsenz von PR
Es gibt mehrere Eigenschaften, die PR- Mitteilungen einer Institution erfüllen müssen, um in den Medien präsent zu sein. Zu den wichtigsten zählt hierbei der Nachrichtenwert der angebotenen Informationen. Einige diesem Zweck dienende PR- Methoden wurden im vorhergehenden Kapitel schon angesprochen. Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten, Einfluß auf die Medienpräsenz von PR- Aussagen zu nehmen.
Wenn die von PR- Arbeitern weitergegebenen Berichte in den Medien keine oder nur wenig Beachtung finden, dann kann eine „nachrichtengeographisch“ ungünstige Lage die Ursache sein. In einer Untersuchung fand Grossenbacher heraus, daß Pressekonferenzen in der Schweiz hauptsächlich in den Metropolen Bern und Zürich abgehalten werden, weil sie so wesentlich mehr Medienresonanz erhalten als solche, die außerhalb der Metropolen stattfinden. Man muß sich also gerade bei Veranstaltungen, die sich nicht in diesen Metropolen ereignen, vermehrt um die Aufmerksamkeit der Journalisten bemühen. Grossenbacher sagte hierzu: „Wer in der Medienrealität vorkommen will, muß den Medien entgegengehen.“
Zur Sicherung der Medienpräsenz wird meist umfangreiches PR- Material zur Verfügung gestellt. Journalistisch aufbereitetes, druckreifes Informationsmaterial wird von den Medien wesentlich häufiger und umfangreicher übernommen als solches, bei dem noch eine aufwendige Bearbeitung durch die Redaktion notwendig ist. Grossenbacher stellt hierzu fest, daß pressegerecht aufbereiteten PR- Mitteilungen 1,7 mal mehr Aufmerksamkeit zukommt als solchen, die nicht entsprechend bearbeitet wurden.
Es ist bekannt, daß sich die Werbung gerne prominenter Personen (oder Institutionen) bedient, um ihre Produkte populär zu machen. Dasselbe gilt aber auch für die Öffentlichkeitsarbeit. Prominenz ist also ein weiterer wichtiger Nachrichtenwert.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Public Relations: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Public Relations, ihre grundlegenden Ziele sowie verschiedene Strategien und Instrumente, um Medienpräsenz zu erreichen.
2) PR und Journalismus: Hier wird das Rollenverhältnis zwischen Journalisten als Informationsverarbeiter und der PR-Arbeit beleuchtet, einschließlich der Selektionsprozesse und der inhaltlichen Modifikation von Pressematerial.
3) Einfluß von PR auf Medienberichterstattung: Das Hauptkapitel analysiert den konkreten Einfluss von PR auf Themenwahl, Timing und die quantitative Dominanz von PR-Inhalten in der Berichterstattung sowie die Faktoren, die diesen Einfluss beeinflussen.
Schlüsselwörter
Public Relations, Medienberichterstattung, Journalismus, Nachrichtenfaktoren, Pressekonferenzen, PR-Gehalt, Medienpräsenz, Informationsverarbeitung, Selektion, Öffentlichkeitsarbeit, Medienwirkung, Nachrichtenwert, PR-Material, Medienmacht, Redaktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den wechselseitigen Einfluss von Public Relations auf die journalistische Arbeit und die Medienberichterstattung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Strategien der PR, die Rolle des Journalisten als Vermittler, die Selektion von PR-Material sowie der Einfluss auf Themenwahl und Timing.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie stark die Medienberichterstattung durch PR determiniert ist und ob Journalisten lediglich als passive Empfänger von PR-Material agieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die auf bestehenden kommunikationswissenschaftlichen Studien und empirischen Erkenntnissen, insbesondere von Forschern wie Baerns und Grossenbacher, aufbaut.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem Einfluss von PR auf Themen und Timing, dem PR-Gehalt in der Berichterstattung sowie den Faktoren, die den Erfolg von PR-Massnahmen bestimmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Öffentlichkeitsarbeit, Nachrichtenfaktoren, Medienpräsenz, Selektion und Informationsverarbeitung beschreiben.
Welche Rolle spielt der sogenannte Nachrichtenwert für die PR?
Ein hoher Nachrichtenwert ist entscheidend für die PR, da er die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Redaktionen das gelieferte Material aufgreifen und in die Berichterstattung integrieren.
Warum bleibt die Herkunft der Nachrichten für Rezipienten oft undurchschaubar?
Da viele Medien Pressemitteilungen ungeprüft oder wortwörtlich übernehmen und Quellen oft ungenau oder gar nicht angegeben werden, kann der Rezipient den PR-Ursprung der Meldung kaum erkennen.
- Citar trabajo
- Eva Zimmermann (Autor), 1999, Der Einfluß von Public Relations auf die Medienberichterstattung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9889