In dieser Hausarbeit geht es darum, Quartiersmanagement als autoritative Methode zur Bewältigung von Problemlagen in benachteiligten Stadtquartieren zu bekräftigen, am Beispiel Fischbacherberg in Siegen (NRW). Abgehängte beziehungsweise benachteiligte Stadtquartiere sind ein Sammel- und Ausgangspunkt von zum Beispiel Folgen der Arbeitslosigkeit (exemplarisch dazu "die Marienthalstudie"), Altersarmut sowie Kriminalität und leiden unter Segregationsprozessen.
"Laut Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) ist Quartiersmanagement ein strategischer Ansatz zum systematischen Aufbau von selbsttragenden und nachhaltig wirksamen personellen und materiellen Strukturen zur Entwicklung des Quartiers." Quartiersmanagement ist ein lokalpolitischer Ansatz, um die Lebensqualität der Menschen dieser Viertel zu steigern. [...] Bei der Recherche ist aufgefallen, dass Anwohner umliegender Stadtteile Siegens neidisch auf die Förderung des Fischbacherbergs waren. Ein insgesamt negatives Bild dieser Gegend hat sich etabliert. Versucht wird zu belegen, warum das Förderprogramm Soziale Stadt kein Fehler war und der Neid damit unbegründet ist.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Quartiersmanagement
Stärken und Schwächen von QM
Der Fischbacherberg Siegen (NRW)
Förderung im Bereich Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf und Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf im Rahmen des Bund-Länder-Programms
Neid auf die Förderung des Fischbacherbergs von Anwohnern umliegender Stadtteile
Zusammenfassung und Vorschau
Fazit
Quellenangaben
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Quartiersmanagement als autoritatives Instrument zur Bewältigung komplexer Problemlagen in benachteiligten Stadtquartieren. Anhand des Fallbeispiels „Fischbacherberg“ in Siegen analysiert die Autorin, wie durch städtebauliche Maßnahmen und soziale Konzepte der Aufwertungsprozess in einem ehemals stigmatisierten Stadtteil gelang und warum Kritik oder Neid durch umliegende Quartiere aus einer objektiven Perspektive nicht gerechtfertigt sind.
- Grundlagen und Definition des Quartiersmanagements (QM)
- Analyse von Stärken und Schwächen der QM-Methodik
- Strukturelle Entwicklung und Förderung am Beispiel Fischbacherberg
- Soziale Dynamiken, Stigmatisierung und der Umgang mit Neiddebatten
- Die Rolle staatlicher Programme (Soziale Stadt) bei der Quartiersaufwertung
Auszug aus dem Buch
Quartiersmanagement
Der Begriff Quartiersmanagement wird in verschiedenen Zusammenhängen und unterschiedlicher Betrachtungsweise gebraucht. Es werden u.a. Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf (Bund-Länder-Programm, Soziale Stadt) 4 , die „Gemeinwesenarbeit als Kern-Kompetenz von Quartiersmanagement“5 oder auch das „Vor-Ort-Büro“ 6 mit 'Stadtteilmanager' und 'Stadtteilarbeiter' 7 im Kontext des Managements genannt.
Nikolai Goldschmidt konkretisiert den Begriff in seiner Diplomarbeit, indem er ihn trennt und die einzelnen Worte definiert. Hier gehe ich nur auf den Wortteil Quartier ein, weil es für den Terminus Management eine klarere Definition gibt.
„In jedem Fall bezeichnet ein Quartier einen begrenzten Raum, der aber nicht unbedingt mit den politischen Grenzen eines Stadtteils identisch sein muss, aber kann. Vielmehr definiert sich ein Quartier über den Menschen, der dort lebt. Wie in einer Herberge, die geprägt und ausgefüllt wird von dem Menschen (man denke einmal an das Bild der `Herbergsmutter` und ihrer Gäste), der dort gerade wohnt, erklärt sich das Quartier über die Art und Weise des Zusammenlebens der Menschen, der Möglichkeiten und Ausgestaltung ihrer Lebensverwirklichung (durch finanzielle und persönliche Ressourcen) und der Nachbarschaft (vgl. u.a. Grimm Hinte, 2004: 49; Bruhns Mack, 2001: 9).“8
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung definiert das Quartiersmanagement als Methode zur Problemlösung in benachteiligten Stadtgebieten und stellt die Forschungsfrage am Beispiel des Fischbacherbergs.
Quartiersmanagement: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des Quartiersmanagements und ordnet ihn in den Kontext der Sozialpolitik und der Stadtentwicklung ein.
Stärken und Schwächen von QM: Hier werden die Potenziale des Quartiersmanagements zur sozialen Aktivierung gegenüber den Risiken, wie der Unvorhersehbarkeit menschlichen Handelns oder finanzieller Abhängigkeiten, abgewogen.
Der Fischbacherberg Siegen (NRW): Das Kapitel skizziert die historische Entwicklung des Fischbacherbergs, von der militärischen Nutzung über den Leerstand bis hin zur städtebaulichen Transformation.
Förderung im Bereich Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf und Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf im Rahmen des Bund-Länder-Programms: Dieser Abschnitt beschreibt die Einbettung des Stadtteils in staatliche Förderprogramme wie „Soziale Stadt“.
Neid auf die Förderung des Fischbacherbergs von Anwohnern umliegender Stadtteile: Die Autorin analysiert die soziale Wahrnehmung des Quartiers und setzt sich kritisch mit der Missgunst gegenüber der geförderten Aufwertung des Fischbacherbergs auseinander.
Zusammenfassung und Vorschau: Es erfolgt eine Rekapitulation der bisherigen Maßnahmen und ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Standorts.
Fazit: Das Fazit bekräftigt den Erfolg des Quartiersmanagements und schlussfolgert, dass die Aufwertungsergebnisse auf das Engagement der Bewohner zurückzuführen sind.
Quellenangaben: Eine Auflistung der verwendeten Literatur und Online-Ressourcen.
Schlüsselwörter
Quartiersmanagement, Fischbacherberg, Soziale Stadt, Stadtteilaufwertung, Segregationsprozesse, Stadtentwicklung, Gemeinwesenarbeit, Präventive Sozialpolitik, Soziale Brennpunkte, Bürgerbeteiligung, Infrastruktur, Stadtteilbüro, Nordrhein-Westfalen, Finanzielle Förderung, Sozialraum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Wirksamkeit von Quartiersmanagement als Methode, um in benachteiligten Stadtteilen sozialen Problemen, Kriminalität und Segregation entgegenzuwirken.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Stadtentwicklung, die Implementierung staatlicher Förderprogramme, die Rolle der Gemeinwesenarbeit und die soziale Dynamik innerhalb von Quartieren.
Was ist die zentrale Forschungsfrage der Autorin?
Die Autorin untersucht, wie Quartiersmanagement autoritativ zur Aufwertung eines Stadtteils beiträgt und ob der Neid der Anwohner umliegender Gebiete aufgrund dieser Förderung berechtigt ist.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewendet?
Die Methodik basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, der Auswertung bestehender Konzepte und einer qualitativen Analyse des spezifischen Fallbeispiels Fischbacherberg in Siegen.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretische Einordnung des Quartiersmanagements, dessen Stärken und Schwächen sowie die praktische Anwendung und Evaluation am Beispiel Fischbacherberg.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Wichtige Begriffe sind Quartiersmanagement, Soziale Stadt, Stadtteilaufwertung, Bürgeraktivierung und soziale Inklusion.
Wie bewertet die Autorin den "Neid" der Anwohner aus umliegenden Stadtteilen?
Sie bewertet den Neid als unbegründet, da die Erfolge am Fischbacherberg nicht auf Zufall basieren, sondern das Ergebnis eines aktiven Engagements der dort lebenden Bewohner und gezielter Maßnahmen sind.
Was war ein entscheidender Faktor für die Aufwertung des Fischbacherbergs?
Ein entscheidender Faktor war laut Arbeit die systematische Zusammenarbeit von Bürgern und staatlichen Stellen sowie die Umsetzung eines integrierten Handlungskonzepts.
- Citation du texte
- Jacqueline Horn (Auteur), 2016, Benachteiligte Stadtquartiere. Wie Quartiersmanagement Kriminalität, Gewaltverbrechen und Segregationsprozessen autoritativ begegnet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/990286