In dieser Hausarbeit wird geklärt, welche Auswirkungen das Lehrerverhalten auf die SchülerInnen im Sportunterricht besitzt. Ob die Lehrperson als Lehrmeister oder Lebemeister betrachtet werden kann, vielleicht sogar beides soll folglich beantwortet werden.
Der Beruf SportlehrerIn terminiert nicht nur eine Person, die unter den gegebenen Anforderungen der klassenstufenabhängigen Rahmenlehrpläne den Bewegungs- und Sportunterricht durchführt, sondern selbst als Person im Unterrichtsgeschehen auftritt und eine repräsentative Position (Vorbildfunktion) einnimmt. Das bedeutet, das beispielsweise das didaktische Handeln und die Persönlichkeit der Lehrperson eine erfolgreiche Sportstunde beeinflussen. Sie nehmen Einfluss auf das Vermitteln, das zu Vermittelnde und zeigen auf, inwieweit ihr Verhalten guten Unterricht beeinträchtigt. Im Sportunterricht soll die Lehrkraft mit ihrem Verhalten in erster Linie den SchülerInnen die Freude am selbstständigen Sporttreiben (intrinsische Motivation), Angstfreiheit (psychische Stabilität) und letzteres soziale Lernziele fördern. Auch der aktuelle Rahmenplan Sport des Landes Mecklenburg-Vorpommern zielt mit dem pädagogischen Doppelauftrag auf ein lebenslanges Sporttreiben ab. Neben der Förderung des sportlichen Handelns innerhalb des Sportunterrichts steht eben auch die Befähigung im weiten Feld des Freizeitsports im Mittelpunkt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung
2.1 Was bedeutet Lehrmeister?
2.2 Was bedeutet Lebemeister? – „Heimlicher“ Lehrplan nach H. Meyer
2.3 Lehrerverhalten nach R. Dubs
3. Schülerverhalten
3.1 Zufriedenheit und Unzufriedenheit im Sportunterricht
3.2 Freude und Angst im Sportunterricht
3.3 Einfluss des Lehrerverhaltens auf das Sozialverhalten der SchülerInnen
4. Lehrerverhalten – Förderung des Sporttreibens, Angstfreiheit und soziales Lernen
5. Lehrerverhalten nach J.Hattie – aktueller Forschungsstand
6. Heidelberger Verfahren – Diagnostisches Mittel zur Analyse des eigenen Lehrerverhaltens
7. Fazit – Sportlehrerberuf: Lehr- oder Lebemeister?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des Lehrerverhaltens auf Schülerinnen und Schüler im Sportunterricht. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob eine Sportlehrkraft primär als "Lehrmeister" oder als "Lebemeister" agiert und wie verschiedene Verhaltensmuster die Motivation, Angstfreiheit und das soziale Lernen der Lernenden beeinflussen.
- Analyse des Lehrerverhaltens und dessen Einfluss auf die Schülerzufriedenheit
- Bedeutung der Lehrer-Schüler-Interaktion für den Lernerfolg
- Förderung von Motivation, Angstfreiheit und sozialem Lernen
- Vorstellung diagnostischer Verfahren zur Reflexion des eigenen Lehrerhandelns
- Diskussion des pädagogischen Selbstverständnisses von Sportlehrkräften
Auszug aus dem Buch
3.1 Zufriedenheit und Unzufriedenheit im Sportunterricht
Zu einer Unterrichtsstunde gehören die Organisation, die sportpraktische Handlung und das pädagogische Handeln einer Lehrkraft. Dabei bildet die Organisation und das Sportpraktische die „sachliche Ebene“. Das pädagogische Handeln charakterisiert folglich die „soziale Ebene“, bestimmt durch die Beziehung zwischen den Schülern selbst und zwischen der Lehrkraft und den SchülerInnen. Für die SchülerInnen ist es eine „gute“ Sportstunde, wenn sie mit allen drei Aspekten zufrieden sind. SchülerInnen differenzieren an dieser Stelle nicht, ob ihnen das geforderte sportpraktische Handeln gefallen hat und die Organisation sowie der handelnde Lehrkröper nicht. Gefällt ihnen einer dieser Aspekte nicht, betrachten sie die gesamte Unterrichtseinheit als negativ – „schlechte“ Sportstunde - und sind unzufrieden. Dennoch besitzt die „soziale Ebene“ für die Zufriedenheit der SchülerInnen einen besonderen Stellenwert und kann die „sachliche Ebene“ obendrein beeinflussen. Denn Freude und Zufriedenheit am Sportunterricht herrscht vor allem dann, wenn die Lehrkraft mit den SchülerInnen lacht und diese wiederum mit ihr. Es entsteht eine Vertrauensbasis, durch die die SchülerInnen wissen, dass man ihnen in heiklen Situationen Hilfe leistet, sie sich nicht blamieren können und weniger Angst haben müssen. Aufgrund dieser Vertrauensbasis sind sie gewillt am Sportgeschehen teilzunehmen, auch wenn sie mal mit dem Stundenablauf unzufrieden sind. Die Zufriedenheit ist somit stark von der Lehrer-Schüler-Beziehung abhängig (Vgl.: Miethling, 1977).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung des Lehrerverhaltens im Sportunterricht ein und erläutert die Zielsetzung der Hausarbeit anhand von Fallbeispielen.
2. Begriffsbestimmung: In diesem Kapitel werden zentrale Termini wie "Lehrmeister", "Lebemeister" nach H. Meyer sowie das Lehrerverhalten nach R. Dubs theoretisch definiert und eingeordnet.
3. Schülerverhalten: Das Kapitel beleuchtet, wie Zufriedenheit, Freude und Angst der Schüler durch das Lehrerverhalten beeinflusst werden und welche Bedeutung das Sozialverhalten im Sportunterricht hat.
4. Lehrerverhalten – Förderung des Sporttreibens, Angstfreiheit und soziales Lernen: Es werden spezifische Verhaltensmuster der Lehrkraft vorgestellt, die darauf abzielen, selbstständiges Sporttreiben, Angstfreiheit und soziales Lernen gezielt zu fördern.
5. Lehrerverhalten nach J.Hattie – aktueller Forschungsstand: Hier wird die Hattie-Studie herangezogen, um empirisch zu belegen, welchen immensen Einfluss die Lehrperson auf den Lernerfolg der Schüler hat.
6. Heidelberger Verfahren – Diagnostisches Mittel zur Analyse des eigenen Lehrerverhaltens: Dieses Kapitel stellt ein siebenstufiges Verfahren zur Eigendiagnostik und professionellen Reflexion des eigenen Unterrichtshandelns vor.
7. Fazit – Sportlehrerberuf: Lehr- oder Lebemeister?: Das Fazit führt die Erkenntnisse zusammen und beantwortet die Kernfrage der Arbeit, indem der Sportlehrer vorwiegend als Lehrmeister klassifiziert wird.
Schlüsselwörter
Lehrerverhalten, Sportunterricht, Lehrmeister, Lebemeister, Schülerzufriedenheit, Hattie-Studie, Sozialverhalten, Motivation, Angstfreiheit, Reflexion, Heidelberger Verfahren, Pädagogisches Handeln, Unterrichtsqualität, Vorbildfunktion, Lehrer-Schüler-Interaktion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie das Verhalten von Sportlehrkräften das Erleben und Lernen von Schülerinnen und Schülern beeinflusst.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Lehrerpersönlichkeit, die soziale Interaktion im Sportunterricht, Motivation, Angstabbau sowie diagnostische Instrumente zur Selbstreflexion.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Rolle der Sportlehrkraft als Lehrmeister oder Lebemeister zu diskutieren und effektive Verhaltensweisen für einen qualitätsvollen Sportunterricht aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Grundlagen werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf didaktische Grundlagen (u.a. Miethling, Meyer), das Lehrerverhalten nach Dubs sowie die empirischen Erkenntnisse der Hattie-Studie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert Schüler- und Lehrerverhalten, stellt methodische Ansätze zur Verhaltensoptimierung vor und erläutert wissenschaftliche Diagnoseverfahren.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Lehrerverhalten, Schülerzufriedenheit, Sozialverhalten, Hattie-Studie und das Heidelberger Verfahren stehen im Zentrum der Argumentation.
Wie kann das "Heidelberger Verfahren" Lehrkräften praktisch helfen?
Es bietet einen strukturierten Sieben-Schritt-Prozess zur Reflexion des eigenen emotionalen und kognitiven Handelns, um Verhaltensweisen im Unterricht gezielt zu verbessern.
Warum spielt die "Vorbildfunktion" eine so entscheidende Rolle für den Autor?
Die Vorbildfunktion wird als zentrales Element identifiziert, da Schülerinnen und Schüler sich primär an Lehrkräften orientieren, die wertschätzend und kompetent in ihrem Verhalten auftreten.
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- Chris Meisenburg (Autor), 2020, Der Sportlehrerberuf. Lehr- oder Lebemeister?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/991287