Die Publikation untersucht, welche Maßnahmen als Präventivinstrumente im Kampf gegen Wirtschaftskriminalität realisiert werden können. Außerdem geht sie auf die Bedeutung von Whistleblowern und den damit verbundenen Hinweisgebersystemen ein.
Regeln, Normen und Konventionen sollen die Verhaltensweisen der einzelnen Gemeinschaftsmitglieder in eine moralische Richtung lenken und als gesetzlicher, oder gesellschaftlicher Leitfaden ein friedliches Miteinander bedingen. Innerbetrieblich übernimmt in erster Linie die Geschäftsleitung die Steuerungs- sowie Kontrollfunktion, um die Einhaltung der gesetzlichen und betrieblichen Vorgaben zu gewährleisten.
Des Weiteren nimmt der Geschäftsinhaber, als Unternehmensgründer, in seiner Leitungsfunktion Einfluss auf die Unternehmenskultur und gilt als moralischer Wegweiser. Als role model folgt die Belegschaft seinem Beispiel bei der Verinnerlichung moralischer Grundsätze. Der Tone from the Top soll kein Theoriekonstrukt oder Lippenbekenntnis bleiben, sondern gelebt werden, und zwar von der Geschäftsleitung, über den direkten Vorgesetzten bis hin zum einzelnen Mitarbeiter. Jede dieser personellen Ebenen kann bei regelwidrigem bzw. unmoralischem Handeln ein wirtschaftliches Risiko für das Unternehmen darstellen, und damit zu materiellen sowie immateriellen Schaden führen.
Geradezu alarmierend in diesem Zusammenhang sind die Ergebnisse der EY Studie, in der jeder vierte Manager, in Deutschland, angibt, unethische Praktiken in Betracht zu ziehen, um (persönliche) wirtschaftliche Vorteile zu lukrieren. Die Tatsache, dass nahezu ein Viertel der Befragten sich, für wirtschaftskriminelle Handlungen aus-sprechen, veranschaulicht die Relevanz von Präventivmaßnahmen zur Früherkennung, Eindämmung sowie Vorbeugung von Wirtschaftskriminalität.
Bekräftigt werden diese bedeutsamen Ergebnisse durch die PwC Studie aus dem Jahr 2018, darin geben 47 % der Befragten an, Opfer von Wirtschaftskriminalität geworden zu sein. Nahezu jedes zweite der befragten Unternehmen gilt somit als betroffen und verdeutlicht den unternehmensethischen Handlungsbedarf zur Schadensabwendung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
2 Ethische Grundlagen, Definitionen und Zusammenhänge
2.1 Abgrenzung Ethik und Moral
2.2 Einstufungskriterien der Ethik
2.3 Begriffliche Grundlagen der Wirtschaftsethik
2.4 Unternehmensethische Entscheidungen nach Kohlberg
3 Spannungsverhältnis zwischen Ethik und Ökonomik
3.1 Grundlagen der Ökonomik
3.2 Gesinnung der Wirtschaftsakteure
3.3 Handlungsmodell des Homo oeconomicus
3.4 Beziehung zwischen Ethik und Ökonomik
3.4.1 Ökonomischer Erfolg durch ethische Einflussnahme
3.4.2 Markt und Moral
3.4.3 Dialog zweier Disziplinen
4 Whistleblowing zur Aufdeckung von Wirtschaftskriminalität
4.1 Wirtschaftskriminalität
4.1.1 Fraud Triangle
4.1.2 Arten der Wirtschaftskriminalität
4.1.3 Leipziger Verlaufsmodell wirtschaftskrimineller Handlungen
4.2 Whistleblower als Hinweisgeber zur Fraud-Prävention
4.2.1 Gegenstand des Whistleblowings
4.2.2 Rechtliche Grundlagen
4.2.3 Whistleblower – Denunziant oder Informant
4.2.4 Hinweisgebersysteme als anonyme Kommunikationskanäle
4.2.4.1 Hotlines und Internetplattformen für Whistleblower
4.2.4.2 Ombudsmann und Ethikbeauftragter (Compliance Officer)
4.2.4.3 VW als Musterbeispiel der Systemintegration
5 Instrumente zur Prävention von Wirtschaftskriminalität
5.1 Ethical Leadership – Basis für regelkonformes Führungsverhalten
5.1.1 Unternehmenserfolg durch ethische Mitarbeiterführung
5.1.2 Prinzipienmodell nach Frey
5.1.3 Messung ethischer Führung
5.1.3.1 Corporate Ethical Virtues Model (CEVM)
5.1.3.2 Ethical Leadership Scale (ELS)
5.1.3.3 Ethical Leadership at Work (ELW)
5.2 Compliance Management
5.2.1 Begriffserklärung, Rahmenbedingungen und Wettbewerbsvorteile
5.2.2 Folgen und Kosten von Compliance-Verstößen
5.2.3 CMS als Präventionsmaßnahme
5.2.3.1 Code of Conduct
5.2.3.2 Interne Kontrollsysteme (IKS)
5.2.3.3 Compliance Officer und Compliance Committee
5.2.3.4 Messung von Compliance-Management-Systemen
6 Quo vadis – Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie Wirtschaftsethik als strategischer Erfolgsfaktor für Unternehmen fungiert, um Wirtschaftskriminalität effektiv zu erkennen, aufzudecken und präventiv zu vermeiden. Dabei wird analysiert, wie durch ethische Führung und Compliance-Management-Systeme ein regelkonformes Unternehmensklima geschaffen werden kann, um sowohl materielle als auch immaterielle Schäden abzuwenden.
- Wirtschaftsethische Grundlagen und das Spannungsfeld zur Ökonomik
- Methoden zur Früherkennung und Prävention von Wirtschaftskriminalität
- Die Rolle von Whistleblowern und Hinweisgebersystemen
- Ethical Leadership als Instrument der Mitarbeiterführung
- Implementierung und Messung von Compliance-Management-Systemen (CMS)
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Regeln, Normen und Konventionen sollen die Verhaltensweisen der einzelnen Gemeinschaftsmitglieder in eine moralische Richtung lenken und als gesetzlicher, oder gesellschaftlicher Leitfaden ein friedliches Miteinander bedingen. Innerbetrieblich übernimmt in erster Linie die Geschäftsleitung die Steuerungs- sowie Kontrollfunktion, um die Einhaltung der gesetzlichen und betrieblichen Vorgaben zu gewährleisten. Des Weiteren nimmt der Geschäftsinhaber, als Unternehmensgründer, in seiner Leitungsfunktion Einfluss auf die Unternehmenskultur und gilt als moralischer Wegweiser. Als „role model“ folgt die Belegschaft seinem Beispiel bei der Verinnerlichung moralischer Grundsätze. Der „Tone from the Top“ soll kein Theoriekonstrukt oder Lippenbekenntnis bleiben, sondern gelebt werden, und zwar von der Geschäftsleitung, über den direkten Vorgesetzten bis hin zum einzelnen Mitarbeiter.
Jede dieser personellen Ebenen kann bei regelwidrigem bzw. unmoralischem Handeln ein wirtschaftliches Risiko für das Unternehmen darstellen, und damit zu materiellen sowie immateriellen Schaden führen.
Geradezu alarmierend in diesem Zusammenhang sind die Ergebnisse der EY Studie, in der jeder vierte Manager, in Deutschland, angibt, unethische Praktiken in Betracht zu ziehen, um (persönliche) wirtschaftliche Vorteile zu lukrieren. Die Tatsache, dass nahezu ein Viertel der Befragten sich, für wirtschaftskriminelle Handlungen aussprechen, veranschaulicht die Relevanz von Präventivmaßnahmen zur Früherkennung, Eindämmung sowie Vorbeugung von Wirtschaftskriminalität. Bekräftigt werden diese bedeutsamen Ergebnisse durch die PwC Studie aus dem Jahr 2018, darin geben 47 % der Befragten an, Opfer von Wirtschaftskriminalität geworden zu sein. Nahezu jedes zweite der befragten Unternehmen gilt somit als betroffen und verdeutlicht den unternehmensethischen Handlungsbedarf zur Schadensabwendung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit von Wirtschaftsethik und Präventionsmaßnahmen angesichts alarmierender Statistiken zur Wirtschaftskriminalität in Deutschland.
2 Ethische Grundlagen, Definitionen und Zusammenhänge: Dieses Kapitel differenziert zwischen Ethik und Moral und erläutert die moralische Entwicklung von Entscheidungsträgern anhand des Stufenmodells nach Kohlberg.
3 Spannungsverhältnis zwischen Ethik und Ökonomik: Es wird diskutiert, wie ökonomisches Handeln und ethische Prinzipien in Einklang gebracht werden können, wobei der Fokus auf dem Dialog der beiden Disziplinen liegt.
4 Whistleblowing zur Aufdeckung von Wirtschaftskriminalität: Hier werden Definitionen von Wirtschaftskriminalität, das Fraud Triangle sowie die Rolle des Whistleblowers als Instrument zur Aufdeckung und Prävention detailliert analysiert.
5 Instrumente zur Prävention von Wirtschaftskriminalität: Dieses Kapitel stellt konkrete Präventionsinstrumente vor, insbesondere Ethical Leadership sowie Compliance-Management-Systeme (CMS) mit ihren Bestandteilen wie Code of Conduct und internen Kontrollsystemen.
6 Quo vadis – Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass ethische Führung und Compliance-Systeme essenzielle Erfolgsfaktoren darstellen, die durch Authentizität der Führungsebene getragen werden müssen.
Schlüsselwörter
Wirtschaftsethik, Wirtschaftskriminalität, Fraud-Prävention, Compliance-Management, Whistleblowing, Ethical Leadership, Unternehmenskultur, Hinweisgebersysteme, Korruption, Compliance Officer, Unternehmensverantwortung, Interne Kontrollsysteme, Fraud Triangle.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Wirtschaftsethik als strategischen Erfolgsfaktor für Unternehmen im Kontext der Prävention von Wirtschaftskriminalität.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die ethischen Grundlagen unternehmerischen Handelns, das Spannungsfeld zur Ökonomik, Methoden der Fraud-Prävention sowie moderne Compliance-Management-Systeme.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen durch ethische Führung und Hinweisgebersysteme Wirtschaftskriminalität vermeiden und langfristig erfolgreich wirtschaften können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung aktueller Studien zu Wirtschaftskriminalität und Compliance basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Spannungsverhältnis zwischen Ethik und Ökonomik, erläutert das Whistleblowing als Aufdeckungsinstrument und stellt Instrumente zur Prävention wie Ethical Leadership und Compliance-Management vor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Wirtschaftsethik, Wirtschaftskriminalität, Compliance-Management, Whistleblowing und Ethical Leadership.
Was besagt das "Fraud Triangle"?
Es beschreibt drei Faktoren, die Wirtschaftskriminalität begünstigen: das Motiv, die Gelegenheit und die Rechtfertigung der Handlung durch den Täter.
Warum ist das VW-Beispiel in der Arbeit relevant?
VW dient als Musterbeispiel, da das Unternehmen trotz schwerwiegender Skandale als positives Beispiel für die konsequente Implementierung umfassender Hinweisgebersysteme zur Systemintegration genannt wird.
Was ist der Unterschied zwischen internem und externem Whistleblowing?
Internes Whistleblowing bezeichnet die Meldung von Missständen innerhalb der Unternehmensorganisation, während beim externen Whistleblowing Informationen an Behörden oder Medien außerhalb des Unternehmens weitergegeben werden.
- Citar trabajo
- Anita Jurkosek (Autor), 2020, Wirtschaftskriminalität und die Bedeutung von Whistleblowing. Definition und Methoden zur Prävention, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/991603