Unterrichtsplanung der Lehrveranstaltung „Gesundheitsförderung“ für Gesundheits- und Krankenpflegeberufe


Projektarbeit, 2017

24 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Organisatorisch - didaktische Ausgangsanalyse
1.1 Allgemeine Informationen zur Lehrveranstaltung
1.2 Räumliche Bedingungen
1.3 Technische Rahmenbedingungen
1.4 Zielgruppe
1.5 Prüfungsmodus
1.6 Zeitliche Rahmenbedingungen
1.7 bisheriger Unterricht
1.8 Curriculare Ziele
1.9 Ziele der Institution
1.10 Inhalte der Lehrveranstaltung

2 Didaktische und methodische Planung
2.1 Lernziele
2.2 Lehrziele
2.3 Didaktische Prinzipien / Unterrichtsmodell
2.4 Medienplanung
2.5 Methodenwahl

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Anlage

Feindesign

1 Organisatorisch - didaktische Ausgangsanalyse

Aufgabe der Lehrveranstaltung „Projekt Lehranalyse“ ist die Planung der Unterrichtseinheit „Gesundheitsförderung“ (GF) an einer Gesundheits- und Krankenpflegeschule. In der organisatorisch-didaktischen Ausgangsanalyse werden die technischen, zeitlichen und räumlichen Rahmenbedingungen sowie institutionelle und curriculare Ziele beschrieben. Außerdem wird auf die Zielgruppe, die Vorkenntnisse der TN und die darauf abgestimmten Inhalte eingegangen. Die Prüfungsmodalitäten werden in der organisatorisch-didaktischen Ausgangsanalyse ebenso angeführt wie auch die institutionellen und curricularen Vorgaben.

1.1 Allgemeine Informationen zur Lehrveranstaltung

- Titel der Lehrveranstaltung: Der Gesundheits- und Krankenpflegeunterricht mit dem Titel „Gesundheitsförderung und Prävention“ findet im Ausbildungszentrum für Gesundheitsberufe in --- statt.
- Geplante Unterrichtseinheiten: Die zu planende Unterrichtseinheit (UE) schließt an die erste Unterrichtsstunde an. Der Unterricht wird in Doppelstunden zu je 90 Minuten abgehalten. Bei dem geplanten Unterricht handelt sich um die zweite UE, die, ebenso wie die bereits absolvierte erste UE, 45 Minuten umfasst.
- Zeitpunkt der Unterrichtung: Der Unterricht findet am Montag, den ---, im ersten Ausbildungsjahrgang für Gesundheits- und Krankenpflege statt.
- Vortragende/r: Die Vortragende der UE ist diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin (DGKP), mit Sonderausbildung für den Bereich Intensiv-, Anästhesiepflege und Nierenersatztherapie.

1.2 Räumliche Bedingungen

Die für den Unterricht bereitgestellte Räumlichkeit ist ca. 50 m2 groß. Im Raum befinden sich 16 Tische und 31 Stühle. Die Raumgröße hat den Vorteil, dass die Tische und Sessel optimal für die Gruppenarbeit (GA) vorbereitet werden können. Die Fenster des Klassenraums sind mit Jalousien versehen, sodass der Raum bei Bedarf verdunkelt werden kann.

1.3 Technische Rahmenbedingungen

Folgende Medien werden von der Institution zur Verfügung gestellt: Eine Tafel, Kreiden, ein Overheadprojektor, ein Beamer, eine Leinwand, drei Pinnwände und ein gut ausgestatteter Moderationskoffer. Ein Flipchart samt Papier konnte aus einer anderen Klasse für den Unterricht organisiert werden.

1.4 Zielgruppe

Bei den Anwesenden handelt sich um eine inhomogene Gruppe. Im ersten Ausbildungsjahr befinden sich 26 SchülerInnen im Alter von 18 bis 43 Jahren. Sechs männliche und 20 weibliche TeilnehmerInnen (TN) besuchen den Unterricht. Die Hälfte der TN verfügt bereits über ein Vorwissen in Bezug auf GF, der Rest kann keine Erfahrungen in diesem Bereich vorweisen.

1.5 Prüfungsmodus

Die Mitarbeit der TN und ein am Ende der Lehrveranstaltung stattfindender Multiple Choice-Test machen je eine Hälfte der Note aus. Die Mitarbeit kommt bereits in den ersten beiden UE zum Tragen, da eine Gruppenarbeit mit der Bezeichnung „World Café“ geplant ist. Zum Abschluss der Lerneinheit werden die Erkenntnisse von den TN präsentiert.

1.6 Zeitliche Rahmenbedingungen

Der Unterricht findet in einem Ausbildungszentrum für Gesundheits- und Krankenpflege statt und wird in Doppelstunden zu je 90 Minuten abgehalten.

Die beiden UE mit dem Thema GF erfolgen ebenso in Doppelstunden. Die erste UE zu 45 Minuten absolvierten die TN bereits von 8.00 Uhr bis 8.45 Uhr. Im Anschluss ist die zweite Unterrichtsstunde von ebenfalls 45 Minuten bis 9.30 Uhr geplant. Auf die beiden UE folgt eine Pause von 30 Minuten. Im Anschluss an die Pause stehen zwei weitere UE in der GF an. In der dritten UE ist die Präsentation der Erkenntnisse aus der Gruppenarbeit von Seiten der SchülerInnen an der Reihe.

1.7 bisheriger Unterricht

Die SchülerInnen haben bereits Lehrveranstaltungen der Themenbereiche Anatomie, Physiologie, Pathologie, Gesundheits- und Krankenpflege, Strahlenphysik, Geburtshilfe und Bewegungslehre besucht.

Eine Hälfte der TN verfügt bereits über Vorwissen, da sie schon früher in Gesundheitsberufen arbeiteten. In der ersten UE folgte auf die Begrüßung die Aufklärung über den Unterrichtsablauf, die Lernziele und die Prüfungsmodalitäten. Es wurden die Vorkenntnisse ermittelt, um in den folgenden UE darauf eingehen zu können. Außerdem wurden als Inhaltsschwerpunkte bereits die Untergruppen von GF erläutert. Der Überbegriff GF und die Untergruppen „Gesundheitsbildung“, „Gesundheitsvorsorge“, „Gesundheitserziehung“, „Gesundheitsberatung“ und „Gesundheitsaufklärung“ konnten anhand von Beispielen – die Pinnwand diente hierbei als Präsentationsmedium - in der ersten interaktiven UE präsentiert werden. Im Vorfeld entwarf die Lehrende Kärtchen und Bilder, die im Unterricht an der Pinnwand befestigt wurden, und im Unterrichtsverlauf den Begriffen zugeordnet werden sollten. Somit konnte neben der akustischen auch die visuelle und damit kognitive Lernebene angesprochen werden.

Die Pinnwandpräsentation wird auch in die zweite UE übernommen, um den SchülerInnen die Möglichkeit zu geben, auf die bereits besprochenen Aspekte zurückgreifen zu können. Es liegen Fachbücher zur Ansicht aus, die auch für die GA bereitgestellt werden. Diese Informationen bzw. Buchempfehlungen erhielten die SchülerInnen bereits in der ersten UE. Die Bücher kommen evtl. in der zweiten und in den kommenden UE zum Einsatz, denn anhand dieser Literatur können zusätzliche Ideen eingearbeitet werden. Die erste UE hatte zum Ziel, die Begriffe zu definieren und den TN einen Bezug zu bieten. So ist es in der zweiten UE möglich, auf das bereits Gelernte aufzubauen und mittels der Methode „World Cafe“ neue Ideen zuzulassen.

1.8 Curriculare Ziele

Die Themenbereiche „Gesundheitsförderung“ und „Prävention“ sind neben „Gesundheitserziehung“ im offenen Curriculum für die Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege im ersten Ausbildungsjahr vorgesehen und sollen in einem für die Pflege relevanten Sinn- und Sachzusammenhang dargestellt werden (Braunschmidt et al. 2003: 453). Eine Studie des Jahres 2010 vom Institut für Public Health undPflegeforschung (IPP) besagt, dass gesundheitsbezogene Interventionen innerhalb der Pflegeausbildungen stärker berücksichtigt werden sollen. Die Studie des IPP an der Universität Bremen kommt zu dem Schluss, dass dem Themengebiet „Gesundheitsförderung und Prävention“ eine große Bedeutung zugeschrieben wird und eine ausgiebige theoretische Wissensvermittlung erfolgt. Auf das eigene Gesundheitsverhalten der zukünftig Pflegenden habe dies jedoch nur wenig Einfluss. Empfohlen werden daher gesundheitsbezogene Maßnahmen, die praktisch angewendet und umgesetzt werden können (Bomball, Schwanke, Stöver, Görres 2010: 6).

Im österreichischen Curriculum der Gesundheits- und Krankenpflege wird auf diese Faktoren Rücksicht genommen. Die Reflexion und Bewusstmachung der eigenen Gesundheit sowie die Vermittlung von Gesundheitskonzepten gelten als zu erreichende Grobziele bzw. Qualifikationen und werden im Curriculum festgelegt (Braunschmidt et al. 2003: 453).

Der Unterricht in der GF verteilt sich auf insgesamt 20 UE. Im ersten Ausbildungsjahr soll die Lehrveranstaltung zu Beginn der theoretischen Ausbildung erfolgen.

Das offene Curriculum für den gehobenen Dienst in der Gesundheits- und Krankenpflege lässt strukturierte UE, aber offen gehaltene Themen zu. Die Feinformulierung der Unterrichtung und die definitive Inhaltsentscheidung erfolgt durch das Schul- und Praxisteam, das LehrerInnenkollegium und den Lernenden selbst (Kux 2003: 24).

Das Curriculum für die allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege gibt eine Schwerpunktverlagerung von Krankheit auf Gesundheit vor. Der Unterricht muss prozess- und handlungsorientiert durch die gesamte Ausbildung gesteuert sowie reflektiert werden. Das Stundenausmaß der Unterrichtsfächer lässt jedoch nur eine Grundlagenvermittlung der GF zu (Braunschmidt et al. 2003: 453).

1.9 Ziele der Institution

Dem Thema Gesundheit wird in der Gesundheits- und Krankenpflegeschule des Landes Kärnten ein hoher Stellenwert eingeräumt. Den SchülerInnen soll dabei ein fundiertes Wissen über den gesamten Bereich der Gesundheit und deren beeinflussende Faktoren vermittelt werden.

Die gesetzlichen Vorgaben zur Erlangung der Berufsberechtigung im gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege lauten:

Die Grundausbildung in der allgemeinen Gesundheits- und Krankenpflege dauert drei Jahre und soll mindestens 4600 Stunden in Theorie und Praxis betragen. Der praktische Teil der Ausbildung soll die Hälfte des Gesamtstundenausmaßes betragen. Eine Stunde im Rahmen der theoretischen Ausbildung umfasst einen Zeitraum von 45 Minuten und eine Praktikumsstunde 60 Minuten (RIS 2016 § 41, 1- 5).

Für das erste Ausbildungsjahr sind insgesamt 20 Unterrichtseinheiten in der GF vorgesehen.

1.10 Inhalte der Lehrveranstaltung

In der zweiten UE ist die weitere Auseinandersetzung mit den verschiedenen Bereichen von GF geplant. Gesundheitsbildung, Gesundheitsvorsorge, Gesundheitserziehung, Gesundheitsberatung und Gesundheitsaufklärung werden anhand einer GA von SchülerInnen selbstständig erarbeitet. Die Begriffe "Gesundheitsberatung", "Gesundheitsaufklärung", "Gesundheitserziehung" und "Gesundheitsbildung" werden in der Literatur meist synonym verwendet, und es ist oft keine klare begriffliche Abgrenzung erkennbar (Wulfhorst 2002: 25). Jedoch erhielten diese Begriffe in den vergangenen drei Jahrzehnten eine inhaltliche, konzeptionelle und zielgruppenorientierte Gewichtung (Sabo 2003c: 70). Um die Unterschiedlichkeit dieser Begriffe zu verdeutlichen, wurde die Methode „World Cafe‘“ gewählt. In deren Rahmen ist von den Lernenden die Begriffsdefinition zu verschriftlichen, und das Einfließenlassen eigener Ideen wird ermöglicht. Im Zusammenspiel von dem Gespräch mit den KollegInnen, der Einbeziehung von Fachliteratur und der angenehmen Arbeitsatmosphäre kann ein produktiver Wissenserwerb bzw. eine Wissensweitergabe stattfinden.

Gesundheitsberatung

Unter Gesundheitsberatung versteht man eine spezielle Form der Kommunikation zwischen einzelnen Personen, kleinen Gruppen und entsprechenden Fachleuten, die sich mit gesundheitlichen Fragen beschäftigen oder selbst von gesundheitlichen Problemen betroffen oder mitbetroffen sind. Zunehmend zählen zum Kreis der Fachleute neben ÄrztInnen auch PsychologInnen, ApothekerInnen, Pflegepersonal, SozialarbeiterInnen usw. Früher lag der Fokus auf medizinisch oder biologisch orientierten Themen. Im Einklang mit der Entwicklung der Gesundheitsförderung erweiterte sich das Themenfeld um psychologische, soziale, pflegerische und andere Bereiche. Diese werden oft in interdisziplinärer Zusammenarbeit umgesetzt. Gesundheitsberatung wird auch für Institutionen oder in Settings der Gesundheitsförderung durchgeführt. Wesentliche Kennzeichen sind die freiwillige Basis, die zeitliche Begrenzung und die individuelle Gestaltung.

Ziele der Gesundheitsberatung sind:

- Gesunde Verhaltensweisen eines gesunden Menschen zu stärken
- Eine Verhaltensänderung zu bewirken, wenn ein Verhalten risikobehaftet ist oder Risikofaktoren hervorgerufen hat
- Verhaltensweisen zu forcieren, die den Umgang mit einer Erkrankung oder chronischen Krankheit ermöglichen
- Probleme miteinander zu meistern (Sabo 2003b: 61ff).

Gesundheitsberatung wird in den folgenden fünf Feldern durchgeführt:

- Gesundheitsberatung durch Ärztinnen und Ärzte
- Gesundheitsberatung, in Krankenhäusern, Gesundheitsämtern, Einrichtungen der Rehabilitation, in Betrieben und weiteren Settings
- Gesundheitsbezogene Institutions- und Politikberatung
- Verbraucherinformation und PatientInnenberatung
- Internet oder Onlineberatung (ebd. 2003b: 61ff).

Gesundheitsaufklärung

Gesundheitsaufklärung geschieht mithilfe kommunikativer Maßnahmen - oft unter Einsatz der Massenmedien -, damit die Bevölkerung über lebenswichtige Aspekte von Gesundheit und Krankheit informiert wird. Im Unterschied zu den anderen Begriffen richtet sich die Gesundheitsaufklärung an die gesamte Bevölkerung oder an größere Bevölkerungsgruppen. Die gesundheitliche Aufklärung erfolgt in der Bundesrepublik Deutschland vor allem anhand der Vermittlung von Wissen an die Bevölkerung. Dadurch kann ein gesundheitsbewusstes Verhalten gefördert werden. Zusätzlich sollen durch diese Informationen einzelne Personen oder Gruppen für gesundheitliche Entwicklungen und Problemlagen sensibilisiert, sowie gesundheitsrelevante Einstellungen, das Gesundheitsbewusstsein und das konkrete Gesundheitsverhalten der Bevölkerung beeinflusst werden. Die Bevölkerung soll mithilfe der gesundheitlichen Aufklärung die Verantwortung für die eigene und die Gesundheit ihrer nächsten Umgebung übernehmen und die Angebote der Gesundheitsversorgung nutzen (Sabo, Lehmann 2003d: 55 ff).

Gesundheitserziehung

Der in Deutschland einst als „hygienische bzw. gesundheitliche Volksbelehrung“ definierte Begriff wurde am Ende der 1950er Jahre von der Bezeichnung „Gesundheitserziehung“ abgelöst. Die WHO definierte in den 1970er Jahren die Gesundheitserziehung als Gesamtheit der wissenschaftlich begründeten Bildungs- und Erziehungsmaßnahmen, die das individuelle und kollektive Verhalten von Menschen beeinflussen. Gleichzeitig trägt Gesundheitserziehung aber auch zur Förderung, Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit von Menschen bei, indem die Verantwortung für die eigene Gesundheit sie dazu befähigt, aktiv an der Gestaltung der natürlichen und gesellschaftlichen Umwelt teilzunehmen. Gesundheitserziehung geht mit einer starken Präsenz von medizinischen ExpertInnen einher. Ein Aufgabenbereich der Gesundheitserziehung war und ist die Vorbeugung von Gefährdungen und Krankheiten auf den drei Ebenen der primären, sekundären und tertiären Prävention. Gesundheitserziehung setzt vor allem auf personal- und massenkommunikative Maßnahmen mit dem Ziel der Verhaltensprävention bei einzelnen Menschen und ausgewählten Bevölkerungsgruppen. Kinder und Jugendliche stehen im Fokus der Gesundheitserziehung (Sabo 2003a: 71).

Gesundheitsbildung

Gesundheitsbildung findet als Gesundheitsförderungsmaßnahme in der organisierten Erwachsenenbildung der Volkshochschulen, Familienbildungsstätten und kirchlichen und gewerkschaftlichen Bildungswerken Anwendung. In der Erwachsenenbildung wird sie sogar als eigenständiges Konzept verstanden. Gesundheitsbildung ist vor allem gekennzeichnet durch

- die freiwillige Teilnahme der Personen,
- ein teilnehmerorientiertes, soziales- und selbstbestimmtes Lernen, das sich nach den sozialen und natürlichen Lebensbedingungen der TeilnehmerInnen richtet,
- ein ganzheitliches Bildungskonzept bzw. einen ganzheitlichen Bildungsanspruch,
- ein ganzheitliches Menschenbild und
- ein ganzheitliches Gesundheitsverständnis, entsprechend den Prinzipien der Ottawa Charta.

Gesundheitsbildung hebt sich daher in ihren Orientierungen, Voraussetzungen und Zielen von Gesundheitserziehung, Gesundheitsaufklärung und Gesundheitstraining ab (Sabo 2003c: 69-71).

Gesundheitsvorsorge / Prävention

Der ursprüngliche Begriff „Krankheitsprävention“, meist verkürzt als „Prävention“ bezeichnet, entwickelte sich in der Sozialmedizin des 19. Jahrhunderts aus der Debatte um soziale Hygiene und Volksgesundheit. Hurrelmann, Klotz und Haisch (2010b) beziehen sich beim Thema Prävention auf Raczynski und Di Clemente (2000). Diese fassen unter den Begriffen Vorbeugung, Vorsorge, Prophylaxe oder Prävention alle Ansätze zusammen, die eine Verhinderung des Auftretens von Krankheiten und damit die Reduzierung ihrer Verbreitung und Auswirkungen zum Ziel haben. Der entscheidende Ansatz dafür war und ist es, die Auslösefaktoren von Krankheiten zurückzudrängen oder ganz auszuschalten (Raczynski, Di Clemente 2000, zit. nach Hurrelmann, Klotz, Haisch 2010b:13ff).

Hurrelmann (2010a) bezieht sich in seiner Beschreibung der Untergruppen von Prävention auf mehrere Autoren: Caplan und Grunebaum (1967), Jenkins (1994), Künzel-Böhmer, Bühringer und Janik-Konecny (1993) und Renn (1987). Er beschreibt die Begriffe zusammenfassend folgendermaßen:

Die Primärprävention hat es sich zum Ziel gesetzt, im Vorfeld einer Krankheitsentwicklung die Widerstandskräfte zu stärken und damit das Auftreten einer Krankheit möglichst vollständig zu vermeiden. Die Prävention kann oberflächlich oder spezifisch Einzelpersonen oder die gesamte Bevölkerung ansprechen, z.B. im Falle von Fehlernährung. Sie kann sich jedoch auch an Risikogruppen richten.

Die Sekundäre Prävention zielt auf die Vorbeugung von wahrscheinlich auftretenden Erkrankungen ab. Ebenso soll das Ausmaß der Ausbreitung und die Dauer einer Krankheit zu reduziert werden. Hier werden bereits erkrankte Menschen angesprochen. Dazu zählen Personen, die z.B. eine diagnostizierte Herzrhythmusstörung oder Atemprobleme haben. Um diese Krankheiten im Frühstadium zu identifizieren, werden z.B. spezielle Screening-Instrumente entwickelt. Wichtig dabei ist die rasche Behandlung der Gesundheitsstörung, um das Erreichen der folgenden Krankheitsstadien zu vermeiden oder früh zu stoppen.

Die Tertiäre Prävention soll dabei helfen, die Schwere und Verschlimmerung einer Krankheit zu reduzieren. Dazu zählen z.B. Funktionseinschränkungen und Begleiterkrankungen. Die Menschen sind bereits in einem fortgeschrittenen Stadium erkrankt und die Funktionsfähigkeit und Lebensqualität nach dem Krankheitsereignis sollen wiederhergestellt werden (Hurrelmann 2000a: 98).

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsplanung der Lehrveranstaltung „Gesundheitsförderung“ für Gesundheits- und Krankenpflegeberufe
Hochschule
FH Kärnten, Standort Feldkirchen  (Gesundheit und Soziales)
Veranstaltung
Lehrauftritt
Autor
Jahr
2017
Seiten
24
Katalognummer
V991707
ISBN (eBook)
9783346352026
ISBN (Buch)
9783346352033
Sprache
Deutsch
Schlagworte
unterrichtsplanung, lehrveranstaltung, gesundheitsförderung, gesundheits-, krankenpflegeberufe
Arbeit zitieren
Andrea Gundolf (Autor), 2017, Unterrichtsplanung der Lehrveranstaltung „Gesundheitsförderung“ für Gesundheits- und Krankenpflegeberufe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/991707

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