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Die Vererbung von Familienunternehmen im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Sozialisationserfahrungen der Nachfolgegeneration

Titel: Die Vererbung von Familienunternehmen im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Sozialisationserfahrungen der Nachfolgegeneration

Bachelorarbeit , 2016 , 60 Seiten , Note: 1,6

Autor:in: Dominik Hey (Autor:in)

BWL - Wirtschafts- und Sozialgeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie waren die Nachfolgeregelungen in wirtschaftlich äußerst erfolgreichen Familienunternehmen geregelt? Gab es sozialisatorische Einflüsse auf die Nachfolgeprozesse in den Familien und welche Rolle spielten die Eltern und deren Erziehungsvorstellungen dabei? Wollten die Eltern einen unternehmerischen Industriellen als Erben oder doch einen bürgerlich erzogenen, selbstbewussten Gentleman der die Firma lediglich repräsentierte? An diesem Punkt stellt sich unweigerlich die Frage, ob bei den Kindern überhaupt noch eine unternehmerische Identität vorhanden war, oder ob sie dem Reichtum der Familie verfielen und den Bezug zum Familienunternehmen verloren?

Zunächst wird auf die theoretischen und methodischen Rahmenbedingungen eingegangen, die sich im engeren Sinne mit der historischen Sozialisationsforschung und den dazugehörigen Sozialisationskontexten beschäftigen. Darauf aufbauend folgt der Hauptteil der Arbeit, der die analytische Untersuchung der Unternehmerfamilien "Thyssen", "Krupp" und "Siemens" enthält und gleichzeitig den Schwerpunkt dieser Arbeit bildet. Dabei werden pro Familie zwei Unternehmensübergaben, beziehungsweise -übernahmen im Kontext der Sozialisationserfahrungen der jeweils folgenden Generation betrachtet und die Sozialisationsinstanzen Familie, Schule und Alltagswelt untersucht. Die Gliederung der Familienanalyse erfolgt hierbei kapitelweise und auf die jeweilige Person bezogen und endet pro Familie in einem kurzen zusammenfassenden Resümee. Schlussendlich werden die Ergebnisse der einzelnen Familien miteinander verglichen und unter Berücksichtigung der genannten Fragestellungen in einem abschließenden Fazit zusammengetragen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorie und Methodik

3. Die Weitergabe des Familienunternehmens „Thyssen“ 1871-1926

3.1 Kindheit, Jugend und Erziehung August Thyssens

3.1.1 Familie

3.1.2 Bildung und Ausbildung

3.1.3 Alltagswelt

3.2 Kindheit, Jugend und Erziehung Fritz Thyssens

3.2.1 Familie

3.2.2 Bildung und Ausbildung

3.2.3 Alltagswelt

3.3 Resümee

4. Die Weitergabe des Familienunternehmens „Krupp“ 1826-1887

4.1 Kindheit, Jugend und Erziehung Alfred Krupps

4.1.1 Familie

4.1.2 Bildung und Ausbildung

4.1.3 Alltagswelt

4.2 Kindheit, Jugend und Erziehung Friedrich Alfred Krupps

4.2.1 Familie

4.2.2 Bildung und Ausbildung

4.2.3 Alltagswelt

4.3 Resümee

5. Die Weitergabe des Familienunternehmens „Siemens“ 1880-1919

5.1 Kindheit, Jugend und Erziehung Wilhelm von Siemens

5.1.1 Familie

5.1.2 Bildung und Ausbildung

5.1.3 Alltagswelt

5.2 Kindheit, Jugend und Erziehung Carl Friedrich von Siemens

5.2.1 Familie

5.2.2 Bildung und Ausbildung

5.2.3 Alltagswelt

5.3 Resümee

6. Vergleich und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Unternehmensnachfolge in drei ausgewählten deutschen Unternehmerfamilien („Thyssen“, „Krupp“, „Siemens“) im 19. und frühen 20. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der Sozialisationserfahrungen der Nachfolgegenerationen.

  • Historische Sozialisationsforschung und Erziehungsprozesse im Großbürgertum
  • Die Rolle der Familie, Schule und Alltagswelt bei der Prägung der Unternehmenserben
  • Vergleich der Weitergabeprozesse in der Montan- und Elektroindustrie
  • Spannungsfeld zwischen innerfamiliärer Erziehung und unternehmerischem Erfolg
  • Entwicklung einer unternehmerischen Identität gegenüber bürgerlichen Idealen

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Familie

August Thyssen wurde am 17. Mai 1842 in Eschweiler als erster Sohn von Friedrich und Katharina Thyssen geboren. Er wächst mit seinen Geschwistern in einer familiären Umgebung auf, die nicht nur den Beginn der Industrialisierung miterlebte, sondern auch den Aufstieg des Bürgertums erfuhr (vgl. Plumpe et al. 2005, S. 209 f.). Wie die folgenden Kapitel zeigen werden, lernte August Thyssen schon von klein auf, dass unternehmerischer Erfolg und Wohlstand, eng mit Arbeit, Fleiß und Leistung verzahnt ist (vgl. Lesczenski 2008, S. 33 f.).

Die Entwicklung August Thyssens, die sich stark an den Werten und Normen des Bürgertums orientierte, war sicherlich zum großen Teil auch der Erziehung und der Charakteristika seiner Eltern geschuldet, die allgemein „als sparsame, fleißige, bescheidene und fromme Leute geschildert [wurden]“ (Wegener 1991, S. 15.). Die gesamte Lebensführung der Familie Thyssen war auf das Unternehmen ausgerichtet und die Erziehung baute maßgeblich auf den klassischen Werten des Wirtschaftsbürgertums, wie z.B. Fleiß, Ordnung, Sparsamkeit, Pflichttreue und Anspruchslosigkeit auf (vgl. S Soénius 2000, S. 67 ff.). Plumpe et al. (2005) konstatieren darüber hinaus aber auch, dass das Zusammenleben innerhalb der Familie und der Umgang unter den Familienmitgliedern „durch eine harmonische und friedliche Atmosphäre“ (ebd., S. 211) bestimmt war und August Thyssens Kindheit stark prägte. Auch Wegener (1991) beschreibt die „friedliche Familienatmosphäre“ im Hause der Thyssens, die nicht nur in einem lebenslangen Zusammenhalt der Eltern und Kinder mündete, sondern sich auch in gemeinsamen wirtschaftlichen Handlungen der Geschwister „unter der Führung ihres Bruders August“ äußerte (Wegener 1991, S. 24). Ein Grund dafür könnte die gemeinsame Sozialisation sein, da sie „[i]n Bezug auf Sparsamkeit und zurückhaltenden Lebensstil […] in gleicher Weise durch ihre Jugend geprägt [wurden]“ (Wegener 2013, S. 32).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung der historischen Bildungsforschung für das Bürgertum und führt in die Fragestellung der Unternehmensnachfolge in den Familien „Thyssen“, „Krupp“ und „Siemens“ ein.

2. Theorie und Methodik: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen der historischen Sozialisationsforschung dar und beschreibt die methodische Vorgehensweise anhand einer Fallstudienanalyse.

3. Die Weitergabe des Familienunternehmens „Thyssen“ 1871-1926: Das Kapitel analysiert die Sozialisationsinstanzen von August und Fritz Thyssen und beleuchtet die Konflikte innerhalb der Familienführung und Unternehmensübergabe.

4. Die Weitergabe des Familienunternehmens „Krupp“ 1826-1887: Hier werden die Erziehung und der unternehmerische Aufstieg von Alfred Krupp sowie dessen Sohn Friedrich Alfred Krupp im Kontext von sozialem Abstieg und späterem Weltruhm untersucht.

5. Die Weitergabe des Familienunternehmens „Siemens“ 1880-1919: Dieses Kapitel betrachtet die Sozialisation von Wilhelm und Carl Friedrich von Siemens und hebt das stärker wissenschaftlich geprägte Selbstverständnis dieser Unternehmerfamilie hervor.

6. Vergleich und Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse der drei Familienanalysen zusammen, vergleicht Gemeinsamkeiten und Unterschiede und zieht ein Fazit zur Unternehmensnachfolge im 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Schlüsselwörter

Unternehmensnachfolge, Familienunternehmen, Sozialisation, Historische Bildungsforschung, Wirtschaftsbürgertum, Thyssen, Krupp, Siemens, Industriegeschichte, Erziehung, Industrielle Revolution, Unternehmertum, Sozialisationsinstanzen, Leistungsgesellschaft, Großbürgertum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie großbürgerliche Unternehmerfamilien im 19. und frühen 20. Jahrhundert ihre Nachfolger sozialisierten, um den Fortbestand ihrer Familienunternehmen zu sichern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die Arbeit verknüpft die Themenbereiche historische Sozialisationsforschung, Familienunternehmen, Industriegeschichte und die Erziehungsziele des deutschen Wirtschaftsbürgertums.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, wie die Unternehmensnachfolge geregelt war und welche Rolle familiäre Sozialisationserfahrungen, Erziehungsvorstellungen und das soziale Umfeld dabei spielten, die nächste Generation auf die Übernahme der Firmen vorzubereiten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit ist als historische Fallstudie angelegt, die auf einer umfassenden Literatur- und Sekundäranalyse von Biografien und fachhistorischen Texten zu den Familien Thyssen, Krupp und Siemens basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden pro Familie jeweils die zwei Generationen der Unternehmensnachfolge analysiert, wobei die Bereiche Familie, Bildung/Ausbildung und die allgemeine Alltagswelt der Erben detailliert beleuchtet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Unternehmensnachfolge, Sozialisation, Familienunternehmen, Wirtschaftsbürgertum sowie spezifisch die Akteure Thyssen, Krupp und Siemens.

Wie unterscheidet sich die Sozialisation bei Siemens von der bei Thyssen und Krupp?

Im Gegensatz zu den Montanindustriellen Thyssen und Krupp, die oft eine Alleinherrschaft betonten, zeichnete sich die Familie Siemens durch ein stärker wissenschaftliches Selbstverständnis und eine familienorientierte Erziehung aus, bei der das Unternehmen als Mittel zum Zweck der Familiensicherung diente.

Welche Rolle spielte die Scheidung der Eltern für die Erben in den untersuchten Familien?

Am Beispiel der Familie Thyssen wird deutlich, dass familiäre Krisen wie eine Scheidung das elternlose Aufwachsen forcieren konnten, was die Beziehung zwischen Vater und Sohn trübte und Konflikte um die Unternehmensnachfolge verschärfte.

Ende der Leseprobe aus 60 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Vererbung von Familienunternehmen im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Sozialisationserfahrungen der Nachfolgegeneration
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,6
Autor
Dominik Hey (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
60
Katalognummer
V991872
ISBN (eBook)
9783346355720
ISBN (Buch)
9783346355737
Sprache
Deutsch
Schlagworte
vererbung familienunternehmen jahrhundert sozialisationserfahrungen nachfolgegeneration
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dominik Hey (Autor:in), 2016, Die Vererbung von Familienunternehmen im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Sozialisationserfahrungen der Nachfolgegeneration, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/991872
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Leseprobe aus  60  Seiten
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