Es stellt sich die Frage, warum die Konsumenten trotz eines absolut notwendigen Umdenkens innerhalb des Modekonsums keinen Konsum von nachhaltig produzierter Mode und Kleidung bevorzugen. Welche Faktoren behindern den Konsum von nachhaltiger Mode? Und was bedeutet Fair Fashion überhaupt?
In der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit „Fair Fashion. Welche Hindernisse halten Verbraucher von nachhaltigem Modekonsum ab?“ wird diesen Fragen nachgegangen. Die empirische Forschung der quantitativen Analyse erfolgt durch eine Online-Umfrage mittels der Web Software „Umfrage Online“. Um die Forschungsfrage „Welche Hindernisse halten Verbraucher von nachhaltigem Konsum ab?“ zu beantworten, wurden vier Hypothesen aufgestellt:
Mangelndes Vertrauen in Modeunternehmen hindert Verbraucher gezielt nachhaltig einzukaufen.
Jüngere Verbraucher haben ein begrenztes Wissen an Umweltpolitik.
Die wichtigsten Kriterien beim Kauf von Kleidung sind Aussehen/Design, Qualität und Preis.
Nachhaltige Mode ist kostspielig und kommt lediglich für Verbraucher mit hohem Einkommen in Frage.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Nachhaltigkeit
2.1.1 Bedeutung von Nachhaltigkeit und nachhaltiger Entwicklung
2.1.2 Dimensionen der Nachhaltigkeit
2.1.3 Bedeutung für die Gesellschaft
2.1.4 Bedeutung für Unternehmen
2.2 Greenwashing
2.3 Politische Einflüsse auf nachhaltige Entwicklung
2.3.1 Die Agenda 2030
2.3.2 Das Lieferkettengesetz
2.4 Nachhaltiger Konsum
2.4.1 Perspektiven des nachhaltigen Konsums
2.4.2 Formen des nachhaltigen Konsums
3 CSR und Fashion
3.1 Modebranche als Teil der Textilindustrie
3.1.1 Fast Fashion versus Fair Fashion
3.1.2 Bedeutung von Mode für die Gesellschaft
3.2 CSR als Herausforderung für die Modeindustrie
3.3 Lieferkette aus Sicht der Bekleidungsindustrie
4 Einflüsse auf einen nachhaltigen Modekonsum
4.1 Attitude-Behavior Gap
4.2 Low-Cost Hypothese
4.3 Psychologische Einflüsse
5 Empirischer Teil
5.1 Grundkonzept der empirischen Studie
5.2 Forschungsfrage, Forschungsdesign und Hypothesen
5.3 Datenauswertung
6 Ergebnisse und Diskussion
6.1 Hypothese 1
6.2 Hypothese 2
6.3 Hypothese 3
6.4 Hypothese 4
6.5 Kritische Betrachtung der Methode
7 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die zentralen Hindernisse, die Verbraucher davon abhalten, sich für einen nachhaltigen Modekonsum zu entscheiden. Dabei wird die Kluft zwischen dem Bewusstsein für Nachhaltigkeit und dem tatsächlichen Kaufverhalten (Attitude-Behavior Gap) sowie die Rolle von Unternehmen und Politik analysiert.
- Nachhaltigkeit und deren Dimensionen in der Modebranche
- Abgrenzung von Fast Fashion zu Fair Fashion
- Die Rolle der Corporate Social Responsibility (CSR) in der Textilindustrie
- Psychologische Einflussfaktoren auf den Konsum
- Empirische Analyse mittels einer quantitativen Online-Umfrage
Auszug aus dem Buch
4.1 Attitude-Behavior Gap
Die Gegenüberstellung zwischen dem, was man tun will, und dem, wie man tatsächlich handelt, ist wohl eine der schwierigsten Hürden (siehe Abbildung 3), um ökologisch und sozial inakzeptable Konsumgewohnheiten zu vermeiden. Studien zeigen, dass soziale Gerechtigkeit sowie Klimaschutz von den meisten Verbrauchern als wichtig erachtet werden. Hingegen geraten ihre guten Absichten am Verkaufsort in Vergessenheit. Produkteigenschaften wie Preis, Marke, Genuss bei Lebensmitteln und Design bei Mode spielen in diesem Moment oft eine größere Rolle. Der Begriff Attitude-Behavior Gap oder auch Value-Action Gap beschreibt in der Psychologie diese Unstimmigkeit bzw. den Widerspruch zwischen dem, was Verbraucher sagen und was sie tatsächlich leisten. Somit handeln die Verbraucher entgegen ihrer eigentlichen Einstellung. Die Ursachen für diese paradoxe Situation liegen jedoch sehr weit auseinander. Es wurden zahlreiche Therapiekonzepte entwickelt, um die Kluft zwischen dem Besitz von Umweltwissen und -bewusstsein und der Darstellung umweltfreundlichen Verhaltens zu erklären. Trotz der Durchführung etlicher Studien wurden keine endgültigen Antworten darauf gefunden.
Es ist anzunehmen, dass der Mangel an einfacher und schneller Verfügbarkeit und dem damit verbundenen Komfort für den Verbraucher, aber auch der Preis, die geringe Transparenz an Informationen und das fehlende Vertrauen in Zertifizierungen und Marken zu den größten Hindernissen für den Erwerb von sozial und ökologisch vorteilhaften Produkten und Dienstleistungen gehören.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Hinführung zum Thema Nachhaltigkeit im Kontext der Modebranche und Formulierung der Forschungsfrage.
2 Theoretische Grundlagen: Erläuterung der Begriffe Nachhaltigkeit, Greenwashing und nachhaltiger Konsum sowie politischer Rahmenbedingungen.
3 CSR und Fashion: Analyse der Modebranche und der Bedeutung von CSR als Herausforderung für die Lieferkette.
4 Einflüsse auf einen nachhaltigen Modekonsum: Diskussion psychologischer Erklärungsmodelle für das Konsumentenverhalten.
5 Empirischer Teil: Darstellung des Forschungsdesigns, der Methodik und der Datenerhebung der Online-Umfrage.
6 Ergebnisse und Diskussion: Überprüfung der aufgestellten Hypothesen anhand der Umfragedaten und kritische Reflexion.
7 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen für die Praxis.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Modekonsum, Fast Fashion, Fair Fashion, CSR, Greenwashing, Attitude-Behavior Gap, Umweltbewusstsein, Konsumentenverhalten, Lieferkettengesetz, Online-Umfrage, Nachhaltige Entwicklung, Modeindustrie, Soziale Verantwortung, Kaufentscheidung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik des nachhaltigen Modekonsums und den Gründen, warum Verbraucher trotz eines steigenden Bewusstseins oft nicht nachhaltig handeln.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit beleuchtet die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Modeindustrie, die Diskrepanz zwischen Einstellungen und Verhalten sowie die Rolle von Unternehmenskommunikation.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die spezifischen Hindernisse zu identifizieren, die den Konsum von nachhaltiger Mode aus Sicht der Konsumenten behindern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Es wurde eine quantitative empirische Untersuchung in Form einer Online-Umfrage unter 370 Teilnehmern durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Nachhaltigkeit und CSR, die Darstellung der Modebranche, psychologische Erklärungsmodelle sowie die Auswertung der empirischen Studie.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Fast Fashion, Greenwashing, Attitude-Behavior Gap, CSR und das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit.
Was sagt das Ergebnis zur Hypothese über das Vertrauen in Modeunternehmen aus?
Die Studie zeigt, dass mangelndes Vertrauen in die Nachhaltigkeitskommunikation von Unternehmen (Greenwashing) ein wesentliches Hindernis für einen nachhaltigen Modekonsum darstellt.
Wie bewerten die Teilnehmer die Rolle der Politik bei der Förderung von Nachhaltigkeit?
Eine große Mehrheit der Befragten befürwortet die Einführung eines Unterrichtsfachs wie „Umwelterziehung und Nachhaltigkeit“ an Schulen, um das Wissen über politische und ökologische Zusammenhänge frühzeitig zu fördern.
- Quote paper
- Blerta Laiq (Author), 2020, Fair Fashion. Welche Hindernisse halten Verbraucher von nachhaltigem Modekonsum ab?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/993453