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Hexenverfolgung in der frühen Neuzeit. Ein Ausdruck von Frauenfeindlichkeit?

Título: Hexenverfolgung in der frühen Neuzeit. Ein Ausdruck von Frauenfeindlichkeit?

Trabajo de Investigación (Colegio) , 2020 , 21 Páginas , Calificación: 1

Autor:in: Anonym (Autor)

Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna
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In dieser Arbeit steht die Frau im Mittelpunkt der Hexenprozess. Der Fokus liegt auf Deutschland als Hochburg der Hexenverfolgung in Europa. Zeitlich wird sich auf die Epoche der frühen Neuzeit von etwa 1500 bis 1650 bezogen. Ein lokalhistorischer Fall aus der Region Braunschweig dient dazu als konkretes Beispiel. Um die Frage zu klären, inwieweit es sich bei der Hexenverfolgung um einen Ausdruck von Frauenfeindlichkeit handelt, wird sich mit dem Frauenbild der frühen Neuzeit auseinandergesetzt. Eine Statistik bezüglich des Verhältnisses der Geschlechter unterstützt dabei dieThese, dass die Frau im Zentrum der Hexenverfolgung stand. Darüber hinaus wird das Werk „Malleus Maleficarum“ nach Heinrich Kramer und Jacob Sprenger in einen Zusammenhang mit dem weiblichen Feindbild gesetzt.

Ferner wird sich dem ersten Strafgesetzbuch gewidmet, der Constitutio Criminalis Carolina. Sie schuf erstmalig eine rechtliche Grundlage für die systematische Durchführung von Hexenprozessen. Im Weiteren wird sich mit der sogenannten Hexenprobe und der peinlichen Befragung befasst. Schlussendlich wird der Begriff „Erinnerung“ aufgegriffen, wobei dieser sich an der Frage orientiert: Wie erinnert man sich heute noch an die frühneuzeitliche Hexenverfolgung in Deutschland?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. HEXENVERFOLGUNG IN DEUTSCHLAND

2.1 DER FALL DER LUCIE HEILIGENTAG

3. MALLEUS MALEFICARUM

4. DAS FRAUENBILD IN DER FRÜHEN NEUZEIT

4.1 DAS GESCHLECHTERVERHÄLTNIS

5. DIE SCHAFFUNG DER RECHTLICHEN GRUNDLAGE IN DER CONSTITUTIO CRIMINALIS CAROLINA

5.1 ABLAUF EINES HEXENPROZESSES

5.2 PEINLICHE BEFRAGUNG

5.3 HEXENPROBE

6. ERINNERUNGSKULTUR IN DEUTSCHLAND

7. FAZIT

8. LITERATURVERZEICHNIS

9. ANHANG

10. SELBSTSTÄNDIGKEITSERKLÄRUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht, inwiefern die Hexenverfolgung in der frühen Neuzeit als Ausdruck tief verwurzelter Frauenfeindlichkeit in der deutschen Gesellschaft gewertet werden kann. Dabei wird analysiert, wie historische Rechtsgrundlagen, frauenfeindliche Literatur sowie soziokulturelle Vorurteile die systematische Verfolgung beeinflussten.

  • Analyse des Frauenbildes und der Geschlechterrollen in der frühen Neuzeit.
  • Untersuchung des "Malleus Maleficarum" als legitimierendes Werk der Hexenverfolgung.
  • Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen durch die "Constitutio Criminalis Carolina".
  • Einzelfallstudie zur Hexenverfolgung im Raum Braunschweig am Beispiel von Lucie Heiligentag.
  • Erörterung der modernen Erinnerungskultur und der Aufarbeitung dieses historischen Kapitels.

Auszug aus dem Buch

3. Malleus Maleficarum

Einen großen Einfluss auf die frauenverachtende Hexenverfolgungswelle in Deutschland hatte das Werk „Malleus Maleficarum“, auch bekannt unter dem deutschen Titel: „Der Hexenhammer.“ Schaut man sich die Überschrift genauer an, so leitet sich „Maleficarum“ von dem lateinischen Wort „maleficus“, zu Deutsch: „Übeltäter“ ab. Es wird sich ausschließlich auf die weibliche Form „malefica“ bezogen, womit die Frau als Delinquent bereits zu Beginn in den Mittelpunkt rückt des Hexenhammers rückt.13 Das Schlüsselerlebnis, welches Heinrich Kramer ursprünglich zum Verfassen des Malleus Maleficarum veranlasste, war der bischöfliche Widerstand gegen seine willkürlichen Verhörmethoden in Innsbruck. Der Bischof forderte die Freilassung der wegen Hexerei inhaftierten Frauen und gleichzeitig die Verhaftung Kramers. Schlussendlich wurde er dann der Stadt verwiesen. Unterstützung fand Kramer in Rom beim Papst Innozenz VIII. Dieser ernennt ihn und seinen Ordensbruder, der auch als Mitautor geltende Jacob Sprenger, zu Inquisitoren, wodurch sie offiziell zu Hexenjägern werden.14 Grundlegend ist der Hexenhammer ein aus drei Teilen bestehender Ratgeber für den Richter, der die Verfolgung von Hexen in der frühen Neuzeit sowohl propagiert als auch legitimiert.15 Dabei stützt sich Kramer immer wieder auf bestimmte Bibelstellen und unterstützt so das frühneuzeitliche Feindbild der Frau.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Thema der Hexenverfolgung in der frühen Neuzeit ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich des Zusammenhangs von Frauenfeindlichkeit und Verfolgung.

2. HEXENVERFOLGUNG IN DEUTSCHLAND: Dieses Kapitel skizziert das Ausmaß der Verfolgung und stellt anhand des Falls von Lucie Heiligentag ein konkretes Schicksal aus der Region Braunschweig dar.

3. MALLEUS MALEFICARUM: Der Text analysiert den Einfluss des „Hexenhammers“ als wirkmächtiges frauenfeindliches Werk, das die theoretische Basis für die Hexenverfolgung legte.

4. DAS FRAUENBILD IN DER FRÜHEN NEUZEIT: Es wird die gesellschaftliche und kirchliche Abwertung der Frau beleuchtet, die maßgeblich dazu beitrug, das weibliche Geschlecht als Hauptziel der Hexenverfolgung zu definieren.

5. DIE SCHAFFUNG DER RECHTLICHEN GRUNDLAGE IN DER CONSTITUTIO CRIMINALIS CAROLINA: Hier werden die juristischen Instrumente sowie die grausamen Methoden der peinlichen Befragung und der Hexenproben detailliert erörtert.

6. ERINNERUNGSKULTUR IN DEUTSCHLAND: Das Kapitel reflektiert den heutigen Umgang mit diesem dunklen Kapitel der deutschen Geschichte und die Bedeutung des kollektiven Gedächtnisses.

7. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer aktiven Auseinandersetzung mit der Hexenverfolgung im Kontext moderner Gleichberechtigung.

Schlüsselwörter

Hexenverfolgung, Frühe Neuzeit, Frauenfeindlichkeit, Malleus Maleficarum, Constitutio Criminalis Carolina, Hexenhammer, Hexenprozess, Peinliche Befragung, Hexenprobe, Erinnerungskultur, Geschlechterverhältnis, Folter, Lucie Heiligentag, Teufelsglaube, Rechtsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der systematischen Hexenverfolgung in Deutschland während der frühen Neuzeit und prüft, ob diese als Ausdruck einer gesellschaftlichen Frauenfeindlichkeit gewertet werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt schwerpunktmäßig die historische Rolle der Frau, die rechtliche Legitimation durch die „Carolina“, die Rolle des „Hexenhammers“ als Propagandawerk sowie die heutige Erinnerungskultur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass das frauenfeindliche Weltbild der Epoche entscheidend dazu beitrug, Frauen überproportional häufig der Hexerei zu bezichtigen und zu verfolgen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Kombination aus historischer Literaturanalyse, der Auswertung rechtshistorischer Dokumente (wie der Carolina) und einer lokalhistorischen Fallstudie (Lucie Heiligentag).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Verfolgung, die Rolle der Justiz, die Foltermethoden sowie die statistische Unterfütterung der Verfolgungsdynamiken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hexenverfolgung, Frauenfeindlichkeit, Malleus Maleficarum, Constitutio Criminalis Carolina und Erinnerungskultur geprägt.

Warum spielt der Fall der Lucie Heiligentag eine so große Rolle in der Arbeit?

Der Fall dient als konkretes Beispiel aus der Region Braunschweig, um das abstrakte historische Geschehen auf eine menschliche Ebene zu heben und die Willkür der damaligen Prozesse greifbar zu machen.

Welchen Einfluss hatte der "Hexenhammer" auf die Verfolgungswellen?

Das Werk fungierte als einflussreicher Leitfaden, der durch die Verbreitung frauenverachtender Stereotype die Legitimation für Hexenprozesse lieferte und die Anzahl der Verfahren signifikant in die Höhe trieb.

Final del extracto de 21 páginas  - subir

Detalles

Título
Hexenverfolgung in der frühen Neuzeit. Ein Ausdruck von Frauenfeindlichkeit?
Calificación
1
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
21
No. de catálogo
V995108
ISBN (Ebook)
9783346368997
Idioma
Alemán
Etiqueta
Neuzeit Hexen Hexe Hexenverbrennung Folter Frauenrechte Deutschland Europa frauenfeindlich Hexenverfolgung Erinnerungskultur Frauenbild Hexenprozess Hexenprobe Malleus Malleficarum Hexenhammer Constitutio Criminalis Carolina Hexerei Aberglaube peinliche Befragung Lucie Heiligentag
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2020, Hexenverfolgung in der frühen Neuzeit. Ein Ausdruck von Frauenfeindlichkeit?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/995108
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