Soziale Ungleichheit und Wahlbeteiligung in postsozialistischen Staaten Osteuropas

Eine empirische Untersuchung am Beispiel Russlands (1993-1999) und der Ukraine (1994-2002) anhand der Schattschneider-Hypothese


Hausarbeit, 2012

27 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung
1.1. Einleitung und Fragestellung
1.2. Methodisches Vorgehen

2. Theoretische Grundlagen
2.1. Begriffsbestimmung
2.2. Forschungsstand
2.3. Theoretische Einbettung

3. Forschungsdesign
3.1. Bestimmung der Variablen
3.2. Forschungshypothese

4. Analyse
4.1. Bisherige empirische Forschung
4.2. Fallauswahl, Untersuchungszeitraum und Methode
4.3. Soziale Ungleichheit und Wahlbeteiligung in der Russländischen Föderation
4.4. Soziale Ungleichheit und Wahlbeteiligung in der Ukraine
4.5. Vergleich

5. Zusammenfassung

6. Diskussion

7. Quellenangaben

1. Einleitung

1.1. Einleitung und Fragestellung

„A low voter turnout is an indication of fewer people going to the polls.” Diese Aussage stammt von John Kerry, dem Präsidentschaftskandidaten von 2004 bei den Wahlen in den USA. Kaum jemand würde diese Erkenntnis bezweifeln, dennoch ist die politikwissenschaftliche Forschung bei der Frage nach der Bedeutung der Wahlbeteiligung wesentlich weiter voran gekommen als Kerry. In vielerlei Hinsicht stellt die Wahlbeteiligung ein Spiegelbild der Gesellschaft dar: kultureller Background, soziale Ängste, wirtschaftliche Probleme – das sind nur einige wenige Umstände, die die politische Partizipation der Bevölkerung beeinflusen. Sie wirken, unterschiedlich gewichtet, immer in Kombination und sind dadurch in ihrer Allgemeinheit kaum vollständig zu erfassen. Aus diesem Grund lohnt sich der Blick auf einzelne Faktoren. Diese Hausarbeit untersucht deshalb den Einfluss wirtschaftlicher Ungleichheit auf die Wahlbeteiligung bei den Parlamentswahlen in osteuropäischen Transformationsländern am Beispiel der Russländischen Föderation und der Ukraine.

Im Zuge der Transformation kam es in den postsozialistischen Ländern Ost- und Ostmitteleuropas zu Demokratisierungsprozessen, die unterschiedlich erfolgreich verliefen.1 Die politische Transformation bedeutete dabei auf der Ebene der Legislative den Übergang von einem Einpartenistaat zu einem Mehrparteiensystem. Letzteres sollte durch freie und geheime Parlamentswahlen etabliert und legitimiert werden. Die Durchführung von Parlamentswahlen in den postkommunistischen Staaten bedeutete die Umsetzung zweier wichtiger Forderungen der demokratischen Bewegungen: Pluralismus und Integration der Zivilgesellschaft in die politischen Prozesse.

Insofern erwarteten Wissenschaftler und Politiker von der Bevölkerung eine hohe Bereitschaft zur politischen Mitbestimmung. Die Wahlbeteiligung stellt dabei einen wichtigen Indikator für die politische Partizipationsbereitschaft und für die Wahrscheinlichkeit des demokratischen Entwicklungsszenarios dar. Aus diesem Grund wird der Wahlbeteiligung insbesondere in Transformationsgesellschaften eine wichtige Bedeutung beigemessen.2

Allerdings lässt sich feststellen, dass ost- und ostmitteleuropäische Staaten in den ersten postkommunistischen Wahlzyklen bemerkenswerte Unterschiede bezüglich Wahlbeteiligung aufwiesen, insbesondere bei den Parlamentswahlen auf nationaler Ebene. Während an den ersten Mehrparteienwahlen in der Tschechoslowakei über 90% der Wahlberechtigten teilnahmen, betrug die Wahlbeteiligung bei den ersten freien Parlamentswahlen in Polen 43,20%.3

Selbst bei vergleichbaren Staaten, die starke Gemeinsamkeiten hinsichtlich ihrer politischen, historischen und kulturellen Entwicklung aufwiesen, sind signifikante Unterschiede bezüglich Wahlbeteiligung festzustellen. Aus diesen Überlegungen heraus lässt sich die folgende Forschungsfrage formulieren: Warum ist in einigen vergleichbaren osteuropäischen Ländern die Wahlbeteiligung bei nationalen Parlamentswahlen höher, und in anderen niedriger?

Zur Beantwortung dieser Forschungsfrage wird ein positivistisches Forschungskonzept anhand der Schattschneider-Hypothese, die den Grad der Wahlbeteiligung mit dem Grad der sozialen Ungleichheit in Verbindung bringt, erstellt. Die Schattschneider-Hypothese besagt, dass die soziale Ungleichheit die Wahlbeteiligung negativ beeinflusst.4

Die Anwendung des Forschungsdesign erfolgt in dieser Hausarbeit anhand der ersten drei nationalen Parlamentswahlen in Russland und der Ukraine nach der Ausrufung der Unabhängigkeit.

1.2. Methodisches Vorgehen

Zunächst werden dieser Arbeit zugrunde liegenden theoretischen Ansätze erläutert. Im Anschluss steht das Forschungsdesign im Vordergrund. Dabei wird anhand der Theorie die Variable aufgestellt, die für den Grad der Wahlbeteiligung konstituierend sein kann. Die auf dieser Grundlage formulierte Hypothese wird anschließend innerhalb einer empirischen Untersuchung überprüft. Am Ende werden die Ergebnisse der Hausarbeit systematisiert und kritisch überprüft.

2. Theoretische Grundlagen

2.1. Begriffsbestimmung

Unter Wahlbeteiligung versteht man die „Teilnahme von wahlberechtigten an einer Wahl und der Prozentanteil der Abstimmenden […] an der Gesamtzahl der Wahlberechtigten.“5

Als soziale Ungleichheit wird in den Sozialwissenschaften die meist dauerhafte ungleiche Verteilung materieller und immaterieller Ressourcen in einer Gesellschaft und die dadurch eingeschränkten Möglichkeiten zur Teilhabe an dieser.6 Da in dieser Hausarbeit vor allem die Einkommensverteilung in der Bevölkerung von Bedeutung ist, stehen im Zusammenhang mit der sozialen Ungleichheit die materiellen Ressourcen im Vordergrund.

Zur Bestimmung der sozialen Ungleichheit wird auf den Gini-Koeffizienten zurück gegriffen. Der Gini-Koeffizient ist ein weit verbreiteter Indikator der sozialen Ungleichheit, der in den Sozialwissenschaften verwendet wird. Der Index misst die Ungleichheit insofern, als dass er den Einkommensabstand zwischen den Einkommensbeziehern bestimmt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Gerade gibt dabei den Zustand vollkommener Gleichheit wieder; die s. g. Lorenz-Kurve – die beobachtete Ungleichheit. Der Gini-Koeffizient misst die Differenz der Fläche des Dreiecks zu der Fläche unter der Lorenz-Kurve und gibt somit an, wie weit die Gesellschaft vom Zustand vollkommener Gleichheit entfernt ist. Der Gini kann Werte zwischen 0 und 1 (bzw. 0% und 100%) annehmen. Je näher der Wert an 1 ist, desto größer ist die soziale Ungleichheit.7

2.2. Forschungsstand

Politik- bzw. Sozialwissenschaften erkannten bereits zum frühen Zeitpunkt die Wichtigkeit sozioökonomischer Entwicklung für die Stabilisierung und Konsolidierung insbesondere junger Demokratien. Vor allem die modernisierungstheoretisch orientierte Demokratieforschung versuchte lange Zeit diese Korrelation anhand des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf sowie mit Hilfe minimalistischer Demokratiekonzepte nachzuweisen.8 So belegen zahlreiche Studien, dass sich eine gute wirtschaftliche Performanz, zumindest bei Industrienationen, positiv auf die politische Partizipation auswirkt.9

Allerdings ist ein solcher Zusammenhang in wirtschaftlich schwächeren Ländern nicht festzustellen, wie mehrere wissenschaftliche Arbeiten zeigen. Die Ergebnisse dieser Studien sind widersprüchlich: Mehrere Untersuchungen stellten anhand zahlreicher Indikatoren keinen klaren Zusammenhang zwischen der wirtschaftlichen Situation im Lande und politischer Partizipation fest.10 Nur wenige Autoren, wie beispielsweise Pacek und Radcliff (1995), registrierten eine höhere politische Partizipation in wirtschaftlich schwächeren Entwicklungs- und Schwellenländern.11

Insbesondere in neueren Publikationen wird allerdings seltener auf wirtschaftliche Performanz an sich, sondern öfter auf die soziale Ungleichheit eingegangen. Bereits Adam Przeworski (1991) nannte die Einkommensverteilung als einen Grund für die Demokratiefähigkeit des Landes, weil sie „die Gesellschaft nicht in extrem arme und reiche Gruppierungen auseinanderfallen lässt.“12 Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf als Indikator der Armut sei deshalb nicht immer entscheidend, weil es keine Aussage über die Schere zwischen Arm und Reich trifft. In diesem Zusammenhang argumentiert Wolfgang Merkel (2010), dass auch in ärmeren Ländern die Chancen auf eine erfolreiche demokratische Entwicklung gut stehen, entschendend sei dabei, dass die Ungleichheit niedrig ist oder die Regierung zumindest wirksam dagegen ankämpft.13

Wenn es konkret um die Abhängigkeit der Wahlbeteiligung von der sozialen Ungleichheit geht, so existieren allerdings bis heute nur wenige theoretische Untersuchungen darüber. Vor allem sind an dieser Stelle die Ressourcentheorie und die Konflikttheorie zu nennen.14

Die Ressourcentheorie 15 besagt, dass die Ungleichheit die Bedeutung des income bias, also die Wichtigkeit des Einkommensfaktors, bei den Wählerentscheidungen erhöht. Dieser Effekt verschwinde jedoch, sobald das absolute Einkommen berücksichtigt wird, das eine wichtigere Rolle spiele als die Einkommensverteilung.16

Auch die Konflikt-Theorie geht davon aus, dass die Interessen zwischen ärmeren und reicheren Bevölkerungsgruppen bei steigender Ungleichheit immer weiter auseinander klaffen. Brady (2004)17, Meltzer und Richard (1981)18 und andere kommen zum Ergebnis, dass diese steigenden Differenzen das gesellschaftliche Konfliktpotential fördern und so die Wahlbeteiligung insbesondere bei der ärmeren Bevölkerung erhöhen.

Beide Theorien untersuchen zwar einen für diese Arbeit relevanten Zusammenhang, nichts desto trotz, ist die Schattschneider-Hypothese im Kontext dieser Untersuchung besser geeignet zu sein. Dieses soll im folgenden Abschnitt erläutert werden.

2.3. Theoretische Einbettung

Als theoretische Grundlage für diese Hausarbeit dient die Schattschneider-Hypothese19 des ökonomischen Wählerverhaltens. Diese befasst sich zwar mit dem gleichen Zusammenhang wie die oben genannten Theorien, kommt allerdings zu einem anderen Ergebnis. Demnach sei niedrige Wahlbeteiligung Folge der sozialen Ungleichheit.

Die Schattschneider-Hypothese entstammt der Abhandlung The Semisouvereign People: A Realist’s View of Democracy in America aus dem Jahre 1960. Darin beschreibt Schattschneider die niedrige Wahlbeteiligung als eines der grundlegendsten Probleme der US-amerikanischen Politik der damaligen Zeit.20 Diese resultiere aus der Nichtberücksichtigung politischer Interessen breiter Bevölkerungsgruppen, was dazu führe, dass deren Vertreter zu Nichtwählern werden. Ursächlich dafür sei die soziale Ungleichheit, die Schattschneider an der Verteilung materieller Ressourcen festmacht. Demnach ermöglichen größere Unterschiede bei der Ressourcenverteilung höhere Chancen für die Einflussnahme auf die Politik für die reicheren Bürger. Je größer der Unterschied zwischen Arm und Reich, desto einfacher sei es für Letztere politisch als Agenda-Setter aufzutreten und eigene Intressen durchzusetzen. Dies wiederum führe dazu, dass sich die ärmeren Schichten der Gesellschaft immer weniger durch die Politik vertreten fühlen. Aus diesem Grund sinke die Wahlbeteiligung.21

Der deskriptiv-explanative Charakter der Theorie von Schattschneider erschwert jedoch die Untersuchung der in der Argumentation angesprochenen Indikatoren (Grad der Berücksichtigung politischer Interessen der Bürger; Grad des politischen Einflusses reicher Bürger; Grad der Relevanz sozialpolitischer Themen). Dadurch erscheint auch die Operationalisierung im positivistischen Sinne sehr aufwendig und ist im Rahmen dieser Hausarbeit nicht zu bewerkstelligen. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, dass bei empirischer Untersuchung die Kausalität zwar zu erkennen ist, die Begründung für diese sich aber von der Schattschneider-Hypothese unterscheidet. Deshalb geht diese Hausarbeit nur der Frage nach, ob ein kausaler Zusammenhang zwischen der Ungleichheit und der Wahlbeteiligung besteht. Ob bei den empirischen Beispielen Überschneidungen mit der Schattschneider-Hypothese hinsichtlich der Ursachen dieses Phänomens existieren, soll hingegen nicht untersucht werden.

3. Forschungsdesign

3.1. Bestimmung der Variablen

3.1.1. AV: Grad der Wahlbeteiligung bei nationalen Parlamentswahlen

Aus der Forschungsfrage Warum ist in einigen vergleichbaren osteuropäischen Ländern die Wahlbeteiligung bei nationalen Parlamentswahlen höher, und in anderen niedriger? lässt sich der „Grad der Wahlbeteiligung bei nationalen Parlamentswahlen“, gemessen in %, als abhängige Variable (AV) ableiten.

Zur deren Operationalisierung werden amtliche landesweite Endergebnisse der Parlamentswahlen verwendet. Die Wahlbeteiligung bei den russländischen Duma-Wahlen wird dem von der Föderalversammlung herausgegebenen Handbuch „Föderationsrat, Staatsduma“ (2000) entnommen.22 Die Daten über die Wahlbeteiligung in der Ukraine entstammen der Datenbank der Wahlbeteiligung des International Institute for Democracy and Electoral Assistance.23

3.1.2. UV: Grad der sozialen Ungleichheit

Entsprechend der theoretischen Grundlage, wird die unabhängige Variable (UV) Grad der sozialen Ungleichheit genutzt. Diese soll anhand des Gini-Koeffizienten der wirtschaftlihen Ungleichheit für das jeweilige Land gemessen werden. Die Gini-Werte werden der World Economic Inequality Database 24, herausgegeben vom World Institute for Development Economics Research, entnommen. Die verwendeten Daten beziehen sich auf das Haushaltseinkommen im jeweiligen Jahr.

Für die Ukraine werden die Gini-Koeffizienten für aus dem Jahr vor den Wahlen verwendet, da die Wahlen im Untersuchungszeitraum stets Anfang des Jahres (jeweils im März 1994, 1998 und 2002) stattfanden. Dadurch sagen die Zahlen mehr aus über die Situation unmittelbar vor den Wahlen und sind daher von höherer Relevanz. In der Russländischen Föderation fanden die Parlamentswahlen in den Jahren 1993, 1995 und 1999 jeweils im Dezember, also am Ende des Jahres, statt, deshalb wird in diesem Fall mit den Koeffizienten aus demselben Jahr gearbeitet. Eine Ausnahme stellen die Wahlen von 1999 in Russland dar. Für dieses Jahr gibt es keine verlässlichen Gini-Zahlen. Da die russländische Wirtschaft durch die schwere Krise vom August 1998 erheblich beeinflusst worden ist, besteht die Gefahr, dass die sozioökonomischen Zahlen verzerrt sind. Aus diesem Grund wird in dieser Hausarbeit der Gini-Koeffizient für das Jahr 2000 verwendet.

3.2. Forschungshypothese

Anhand der vorgestellten Variablen lässt sich die folgende Forschungshypothese formulieren: Je größer die soziale Ungleichheit innerhalb der Gesellschaft, desto geringer die Wahlbeteiligung.

4. Analyse

4.1. Bisherige empirische Forschung

Die zahlreichen Erkenntnisse der Modernisierungstheorie stellten für die sozioökonomische Wahlforschung eine wertvolle Unterstützung dar. Das trifft dennoch nur sehr bedingt auf postkommunistische Länder zu, denn die meisten modernisierungstheoretischen Ansätze halten den empirischen Test an den Staaten Ostmittel- und Osteuropas nicht stand. Während beispielsweise die Ukraine in den 1990er Jahren, gemessen am BIP/capita, deutlich ärmer war als Russland, wies sie eine höhere Wahlbeteiligung auf.25

Der konkrete Zusammenhang zwischen der sozialen Ungleichheit und Wahlbeteiligung wurde in der Wissenschaft, wie bereits erwähnt, nur durch wenige Theorien systematisiert. Dementsprechend überschaubar ist auch die Empirie. Die überwiegende Mehrheit wissenschaftlicher Arbeiten zum Thema wurden über die USA sowie über europäische Länder verfasst, wobei auch einige vergleichende länderübergreifende Studien existieren.26

Die Schattschneider-Hypothese wurde in Bezug auf die USA und europäische Länder in über fünfzig Jahren nach ihrer Veröffentlichung weder widerlegt noch bestätigt. Vorhandene wissenschaftliche Arbeiten sind entweder nicht tiefgründig genug oder weisen widersprüchliche Ergebnisse auf.27 Ebenso uneinig sind sich die Wissenschaftler über den kausalen Zusammenhang zwischen der sozialen Ungleichheit und der Wahlbeteiligung. Goodin und Dryzek (1980)28, Boix (2003)29 und andere fanden beispielsweise heraus, dass sich die soziale Ungleichheit negativ auf die Wahlbeteiligung auswirkt, während Oliver (2001)30 eine umgekehrte Tendenz feststellte.

Laut dem systematisierenden Überblicksartikel von B. Geys (2006)31, existieren 13 Arbeiten, die eine negative Korrelation zwischen der Ungleichheit und der Wahlbeteiligung finden, bei 6 konnte eine positive Korrelation festgestellt werden und 13 weitere kommen zum Ergebnis, dass kein kausaler Zusammenhang besteht.32

[...]


1 Merkel, Wolfgang (1999): Systemtransformation. Opladen S. 378-379. Die Transformationsprozesse in Ost- und Ostmitteleuropa unterteilt Merkel, sich auf das ‚Dilemma der Gleichzeitigkeit‘ beziehend, in die „politische“ (Übergang von der Diktatur zur Demokratie), „wirtschaftliche“ (von der Plan- zur Marktwirtschaft) sowie „staatliche“ (Zerfall der Sowjetunion und Entstehung von Nationalstaaten) Transformation.

2 Vgl. beispielsweise Powell, G. B. (1982): Comparative Democracies: Participation, Stability and Violence. Harvard.

3 Vgl. Kostadinova, Tatiana (2003): Voter turnout dynamics in Post-Communist Europe. In: European Journal of Political Research 42: 741–759.

4 Vgl. Schattschneider, Elmer Eric (1960): The Semi-sovereign People: A Realist's View of Democracy in America. Austin.

5 Wahlbeteiligung. In: Schmidt, Manfred G. (2010) (Hrsg.): Wörterbuch zur Politik. Stuttgart, S. 875.

6 Vgl. Krause, Detlev (2008): Ungleichheit, soziale. In: Fuchs-Heinritz, Werner (Hrsg.): Lexikon der Soziologie. Wiesbaden, S. 686.

7 Vgl. Rehme, Günther (2005): Ökonomische Ungleichheit und ihre Messung. In: http://www.wiwi.uni-frankfurt.de/profs/dunn/IWB2-SS05/lecture-inequality.pdf, S. 29-30.

8 Vgl. beispielsweise Lipset, Seymour Martin (1959): Some Social Requisites of Democracy: Economic Development and Political Legitimacy. In: American Political Science Review 53, S. 69-105.

9 Vgl. beispielsweise Powell 1982; Blais, A.; Dobrzynska, A. (1998): Turnout in electoral democracies. In: European Journal of Political Research 33, S. 239–261.

10 Vgl. beispielsweise Jackman, R.W. (1987): Political institutions and voter turnout in the industrial democracies. In: American Political Science Review 81, S. 403–423; Radcliff, B. (1992): The welfare state, turnout and the economy: A comparative analysis. In: American Political Science Review 86/2, S. 444–454; Brady, H. E.; Verba, S.; Scholzman, K. L. (1995): Beyond SES: A resource model of political participation. In: American Political Science Review 89, S. 271–294.

11 Vgl. Pacek, A. C.; Radcliff, B. (1995): The political economy of competitive elections in the developing world. In: American Journal of Political Science 39/3, S. 745–759.

12 Przeworki, Adam (1991): Democracy and the Market. Political and Economic Reforms in Eastern Europe and Latin America. Cambridge. Zitiert in: Merkel, Wolfgang (2010): Systemtransformation. Wiesbaden, S. 71.

13 Vgl. Merkel 2010, S. 74.

14 Vgl. Solt, Frederik (2010): Does Economic Inequality Depress electoral Participation? Testing the Schattschneider Hypothesis. In: Political Behaviour 32/2010, S. 285-301, S. 288.

15 Vgl. beispielsweise Verba, S., Schlozman, K. L., & Brady, H. E. (1995): Voice and equality: Civic voluntarism in American politics. Harvard.

16 Vgl. Solt 2010, S. 288.

17 Vgl. Brady, H. E. (2004): An analytical perspective on participatory inequality and income inequality. In: Neckerman, K. N.: (Hrsg.): Social inequality. New York, S. 667–702.

18 Vgl. Meltzer, A. H.; Richard, S. F. (1981): A Rational Theory of the Size of Government. In: Journal of Political Economy 89/5, S. 914-927.

19 Vgl. Schattschneider 1960, insbesondere der Abschnitt „The Limits of the Political System. Nonvoting as a Case Study in the Scope of Political Conflict.”

20 Vgl. ebenda, S. 97.

21 Vgl. ebenda, S. 105-106.

22 Federal’noe sobranie (Hrsg.) (2000): Sovet Federacii, Gosudarstvennaja Duma. Moskva. Zitiert in: http://www.politika.su/fs/gd1rezv.html (für die Wahlen 1993); http://www.politika.su/fs/gd2rezv.html (für die Wahlen 1995); http://www.politika.su/fs/gd3rezv.html (für die Wahlen 1999).

23 International Institute for Democracy and Electoral Assistance (IDEA) (2011): Voter turnout data for Ukraine. In: http://www.idea.int/vt/country_view.cfm?CountryCode=UA.

24 World Institute for Development Economics Research (2008) (Hrsg.): World Economic Inequality Database. In: http://www.wider.unu.edu/research/Database/en_GB/wiid/.

25 Vgl. Gel’man, Vladimir (2008): Out of the Frying Pan, into the Fire? Post-Soviet Regime Changes in Comparative Perspective. In: Political Science Review, 29/2, S. 157-180, S. 158.

26 Vgl. beispielsweise Lancee, Bram; van de Werfhorst, Herman (2011): Income Inequality and Participation: A Comparison of 24 European Countries. In: GINI Discussion Paper 6. In: http://www.uva-aias.net/uploaded_files/publications/DP6-Lancee,vdWerfhorst-2.pdf; Dettrey, Bryan J.; Schwindt-Bayer, Leslie A. (2009): Comparative Political Studies 42, S. 1317-1338.

27 Vgl. Solt 2010, S. 288.

28 Vgl. Goodin, R.; Dryzek, J. (1980): Rational Participation: The Politics of Relative Power. In: British Journal of Political Science 10/3, S. 273-92.

29 Boix, C. (2003): Democracy and Redistribution. Cambridge.

30 Oliver, J. E. (2001): Democracy in Suburbia. Princeton.

31 Vgl. Geys, B. (2006): Explaining voter turnout: A review of aggregate-level research. In: Electoral Studies 25, S. 637-663.

32 Vgl. Jaime-Castillo, Antonio M. (2009): Economic Inequality and Electoral Participation. A Cross-Country Evaluation., S. 4.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Soziale Ungleichheit und Wahlbeteiligung in postsozialistischen Staaten Osteuropas
Untertitel
Eine empirische Untersuchung am Beispiel Russlands (1993-1999) und der Ukraine (1994-2002) anhand der Schattschneider-Hypothese
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
27
Katalognummer
V996698
ISBN (eBook)
9783346368430
Sprache
Deutsch
Schlagworte
soziale, ungleichheit, wahlbeteiligung, staaten, osteuropas, eine, untersuchung, beispiel, russlands, ukraine, schattschneider-hypothese
Arbeit zitieren
Slava Obodzinskiy (Autor), 2012, Soziale Ungleichheit und Wahlbeteiligung in postsozialistischen Staaten Osteuropas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/996698

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