Das Sozialisationskonzept von Klaus Hurrelmann und die Bedeutung der Sozialisation für die Gesundheit

Die besondere Situation des Berufseinstiegs junger Gesundheits- und Krankenpfleger - und pflegerinnen im institutionellen Umfeld Krankenhaus


Studienarbeit, 2012

28 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sozialisationstheorie nach Hurrelmann
2.1. Das produktiv Realität verarbeitende Subjekt
2.2. Selbstbild und Identität
2.3. Der soma-psycho-sozio-ökodynamische Ansatz
2.4. Das Konzept der Entwicklungsaufgaben

3. Gesundheit und Krankheit aus der Sicht des Hurrelmannschen Sozialisationsmodells
3.1. Definition von Gesundheit und Krankheit
3.2. Das Belastung-Bewältigungs-Modell
3.3. Gesundheitliche Risiko- und Schutzfaktoren

4. Sozialisation und Gesundheit im Jugendalter
4.1. Abgrenzung zu Kindheit und Erwachsenenalter
4.2. Entwicklungsaufgaben, Rollen und Sozialisationsinstanzen
4.3. Sozialisationsinstanzen, Strukturfaktoren und die damit verbundenen gesundheitsbezogene Ressourcen

5. Anwendung des Sozialisationskonzeptes auf die Situation des Berufsstarts von Gesundheits- und Krankenpflegern im Kontext des Krankenhauses
5.1. Gesundheitliche Risiken der misslingenden Übernahme der Berufsrolle
5.2. Gesundheitsbezogene Ressourcen, Risikokonstellationen und Schutzfaktoren

6. Ausblick und Grenzen

Literaturverzeichnis

Gesetze

Abbildungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die individuelle Gesundheit ist eines der wichtigsten Güter des Menschen. Sie beschreibt nicht nur den „Zustand des vollkommenen körperlichen, sozialen und geistigen Wohlbefindens (WHO 1946), sondern ist zugleich eine wesentliche Voraussetzung zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit und damit zur Sicherung des sozioökonomischen Status. Gesundheit ist mit ihrem direkten ökonomischen Mehrwert wesentlicher Bestandteil des individuellen Humankapitals.

Unter den Bedingungen des steigenden Kostendrucks im Gesundheits- und Sozialwesen, ist es aus betriebswirtschaftlicher Perspektive geboten, den Produktionsfaktor menschliche Arbeitskraft mit maximaler Effizienz zu nutzen. Krankheitsbedingte Ausfallzeiten, die ihre Ursache in Belastungen der direkten beruflichen Tätigkeit, der Arbeitsumwelt oder dem Gesundheits- und Bewältigungsverhalten der Mitarbeiter liegen, sollen im Interesse höherer Effizienz minimiert werden. Insofern erscheint es nur folgerichtig, dass das Thema Gesundheitsförderung schon aufgrund des ökonomischen Druckes für die Unternehmen zunehmend interessant wird.

Der Ansatz der Gesundheitsförderung wird von vielen Wissenschaftlern unter verschiedenen Aspekten und Perspektiven verfolgt. Antonovskys Theorie zur Salutogenese zählt zu den bekanntesten, am weitesten rezipierten und am häufigsten zitierten Arbeiten in diesem Themenkreis.

Der Soziologe Klaus Hurrelmann beleuchtet die Entstehung von Gesundheit und Krankheit aus der Perspektive der menschlichen Sozialisation. Für ihn sind Gesundheit und Krankheit eng mit Belastungssituationen im Verlauf der menschlichen Sozialisation verbunden. Im Kontext der Berufstätigkeit kommt der beruflichen Sozialisation eine Schlüsselrolle in der Entwicklung eines angemessenen Gesundheitsverhaltens zu. In betriebliche Rahmenbedingungen wie Unternehmenskultur, Führungsstil, einem angemessenen Einarbeitungskonzept sieht er Rahmenbedingungen, die die gesundheitlichen Ressourcen der Mitarbeiter insbesondere im Berufseinstieg stärken können.

Im Gegensatz zum somatischen, eher krankheitsorientierten Paradigma der medizinischen Wissenschaft, vertritt die Profession der Gesundheits- und Krankenpflege in erster Linie einen ganzheitlichen und gesundheitsorientierten Ansatz. Die Strukturen pflegerischer Berufsausübung sind jedoch oft genug noch alles andere als gesundheitsfördernd. Die Pflegeberufe gehören regelmäßig zur Spitzengruppe im Ranking der krankheitsbedingten Ausfallzeiten. Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates, psychosomatische Krankheiten und psychische Störungen gehören zu den verbreitetesten Gründen für Arbeitsunfähigkeit. Die Quote der jugendlichen Berufsaussteiger ist ebenfalls beunruhigend hoch. Die Gründe dafür sind vielfältig und komplex. Ganz sicher spielt die hierarchische Struktur des beruflichen Umfeldes und die Qualität der zahlreichen beruflichen sozialen Beziehungen eine wichtige Rolle für das psychosoziale, aber auch das physische Wohlbefinden Pflegender.

Im Rahmen dieser Arbeit wird der Versuch unternommen, den ganzheitlichen, gesundheitsfördernden Ansatz der Sozialisationstheorie von Klaus Hurrelmann auf die Institution Krankenhaus anzuwenden. Es stellt sich die Frage, welche Ressourcen und Umweltbedingungen den jungen Gesundheits- und Krankenpflegern und -pflegerinnen in der Institution Krankenhaus zur Bewältigung der aus sozialisationstheoretischer Sicht risikoreichen Situation des Berufsstarts in diesem Umfeld zur Verfügung stehen, bzw. eher das Entstehen von Krankheit begünstigen.

In der Übergangsphase von der Jugend zum Erwachsenenalter vollzieht sich der Berufseinstieg. Seine Bewältigung ist von entscheidender Bedeutung für eine gelingende berufliche Sozialisation, die erfolgreiche Übernahme der Berufsrolle und damit den Start in die Welt der Erwachsenen.

Hurrelmanns Sozialisationstheorie bildet den theoretischen Rahmen dieser Arbeit. Nacheinem kurzen Abriss dieser Theorie werden die sich aus ihr ableitende Perspektive auf Gesundheit und Krankheit thematisiert. Nach der Beschreibung allgemeiner gesundheitsbezogener Risiko- und Schutzfaktoren der Jugendzeit, sowie die in dieser Lebensphase zu bewältigenden sozialisatorischen Entwicklungsaufgaben wird im letzten Teil konkret die Situation des Berufseinstiegs beleuchtet. Aufbauend auf den sozialisatorischen Verläufen der Jugendzeit werden Risiken und Ressourcen für eine gelingende und damit gesundheitsfördernde berufliche Sozialisation diskutiert.

2. Sozialisationstheorie nach Hurrelmann

Das Sozialisationskonzept wurde in der Zeit der Jahrhundertwende vom 19. Zum 20. Jahrhundert maßgeblich von dem französischen Soziologen Emile Durkheim entwickelt. Er analysierte die Prozesse der sozialen Integration in der komplex strukturierten Gesellschaft, wie sie die damalige moderne Industriegesellschaft bereits darstellte. Durkheim ging von einem triebhaften, egoistischen und asozialen Individuum aus, das erst durch die Verinnerlichung der gesellschaftlichen Normen und Zwänge sozialisiert und damit gesellschaftsfähig wird. Er wies damit dem Sozialisanden eine passiv rezipierende Rolle zu, die von zu erbringenden Anpassungsleistungen an eine gegebene soziale Realität geprägt war (vgl. Hurrelmann, 2006: 11, 12).

Im Gegensatz zu Durkheim definiert Hurrelmann in der postindustriellen Gesellschaft Sozialisation als „... den Prozess, in dessen Verlauf sich der mit einer biologischen Ausstattung versehene menschliche Organismus zu einer sozial handlungsfähigen Persönlichkeit bildet, die sich über den Lebenslauf hinweg in Auseinandersetzung mit den Lebensbedingungen weiterentwickelt. Sozialisation ist die lebenslange Aneignung von und Auseinandersetzung mit den natürlichen Anlagen, insbesondere den körperlichen und psychischen Grundmerkmalen, die für den Menschen die ,innere Realität‘ bilden, und der sozialen und physikalischen Umwelt, die für den Menschen die ,äußere Realität‘ bilden“ (Hurrelmann 2006: 15).

Hurrelmann sieht das Ergebnis gelingender Sozialisation nicht in der Herausbildung eines angepassten Subjekts, sondern eine im stetigen Prozess der Auseinandersetzung mit der sozialen Realität reifende, dynamische Persönlichkeit, der es gelingt, in der Auseinandersetzung mit einer in stetigem Wandel begriffenen Umwelt eine individuelle Subjektivität und Persönlichkeit zu bewahren. Misslingen die sozialisatorischen Prozesse, sind körperliche, psychische und soziale Entwicklungsstörungen die Folge (vgl. Hurrelmann, 2006: 38).

2.1. Das produktiv Realität verarbeitende Subjekt

Sozialisation vollzieht sich nach Hurrelmann lebenslang in ständiger Auseinandersetzung zwischen der inneren und der äußeren Realität des Menschen. Dieser ist bemüht, sowohl in die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit als auch in die Entwicklung der sozialen und gegenständlichen Umwelt zum eigenen Vorteil handelnd einzugreifen. Die „produktive Verarbeitung der Realität“ verläuft in einem Prozess zwischen Individuation mit dem Ziel der Entwicklung einer eigenen, personalen Identität auf der einen Seite und der Integration mit dem Ziel der verantwortungsvollen sozialen Rollenübernahme, einer sozialen Identität auf der anderen Seite. In der spannungsreichen und häufiger im Lebensverlauf auch von Krisen begleiteten Auseinandersetzung zwischen personaler und sozialer Identität, produziert der Mensch seine individuelle „Ich-Identität“ (vgl. Hurrelmann, 2010: 128, 129).

Hurrelmann entwirft mit diesem Konstrukt ein „dynamisches Menschen- und Gesellschaftsbild“. Indem er der produktiven Realitätsverarbeitung bei Gelingen positive und bei Misslingen negative Impulse für die Gesundheitsdynamik zuschreibt, verknüpft er Persönlichkeits- und Gesundheitsentwicklung eng miteinander. Sie stellen in diesem Kontext das „Ergebnis der ständigen Abstimmung zwischen den eigenen körperlichen und psychischen Bedürfnissen und Möglichkeiten und den Vorgaben und Angeboten der sozialen und materiellen Umwelt“ dar (vgl. Hurrelmann, 2010: 128, 129).

2.2. Selbstbild und Identität

Eine gelingende produktive Verarbeitung der Realität setzt ein reflektiertes Selbstbild und die Entwicklung einer Ich-Identität voraus.

Unter Selbstbild ist hier die „Gesamtheit der Einstellungen, Bewertungen und Einschätzungen, die ein Mensch im Blick auf die eigenen Handlungsmöglichkeiten in der äußeren Realität besitzt“, zu verstehen. Dies setzt naturgemäß eine realistische Wahrnehmung der eigenen körperlichen und psychischen Potentiale voraus (Hurrelmann, 2006: 38).

Die Ich-Identität beschreibt das „Erleben des Sich-gleich-Seins“ während des gesamten Lebensverlaufes. Sie entwickelt sich, indem es gelingt, sich selbst in allen Lebensphasen unter wechselnden Umweltbedingungen „als Persönlichkeit, als sich selbst gleich wahrzunehmen“ (Hurrelmann, 2006: 39).

Störungen in der Identitätsbildung „führen zu Störungen des Selbstvertrauens und in der Folge zu sozial unangepasstem und gesundheitsschädigendem Verhalten“ (Hurrelmann, 2006: 39).

2.3. Der soma-psycho-sozio-ökodynamische Ansatz

Die produktive Verarbeitung der Realität bezieht sich auf vier interdependente Systeme:

- Körper (Soma),
- Psyche,
- Soziale Umwelt,
- Physische (Öko-) Umwelt.

Diese Systeme beeinflussen durch ihre gegenseitige Abhängigkeit die Persönlichkeitsentwicklung und damit die Gesundheitsentwicklung entscheidend. Produktive Realitätsverarbeitung gelingt, wenn der Mensch diese vier Teilsysteme immer wieder ins Geleichgewicht bringen, sie moderieren und ihre Impulse aufeinander abstimmen kann. Von der Herstellung eines dauerhaften Gleichgewichtszustandes hängt es ab, ob positive oder negative Impulse für die Persönlichkeits- und Gesundheitsentwicklung gesetzt werden (vgl. Hurrelmann, 2010: 129, 130).

2.4. Das Konzept der Entwicklungsaufgaben

Sozialisation als Auseinandersetzung mit der inneren und äußeren Realität folgt spezifischen Gesetzmäßigkeiten. Zu ihrer Beschreibung bedient sich Hurrelmann des aus den Erziehungswissenschaften stammenden Konzeptes der Entwicklungsaufgaben.

„Sozialisation kann ... als ein Prozess der permanenten Bewältigung von Lebensanforderungen verstanden werden“ (Hurrelmann, 2002: 269). In jedem Lebensabschnitt ergeben sich für ein Individuum „charakteristische Konstellationen aus den vier Systemen Körper, Psyche, soziale und physische Umwelt“. Diese stellen Entwicklungsaufgaben dar, die in produktiver Verarbeitung der Realität, individuell, aber auch mit Unterstützung des sozialen Systems zu bewältigen sind. Insbesondere biographische Übergangsphasen wie die Pubertät, der Eintritt ins Berufsleben, die Gründung einer Familie mit eigenen Kindern, der Übergang in den Ruhestand, etc. stellen den Menschen vor besondere Entwicklungsaufgaben. Sie sind dann zu bewältigen, wenn es gelingt, unter Bewahrung der eigenen individuellen Persönlichkeit neue, situationsangemessene Handlungsstrategien zu entwickeln und zu integrieren. Aus diesem Gelingen oder nicht Gelingen der Herstellung eines neuen, dauerhaften Gleichgewichts zwischen den Teilsystemen Körper, Psyche, sozialer und physischer Umwelt resultieren wiederum positive oder negative Impulse für die Entwicklung von Persönlichkeit und Gesundheit (vgl. Hurrelmann, 2010: 130, 131).

3. Gesundheit und Krankheit aus der Sicht des Hurrelmannschen Sozialisationsmodells

3.1. Definition von Gesundheit und Krankheit

Die auch heute immer noch gängige und häufig zitierte Definition von Gesundheit durch die WHO stammt bereits aus dem Jahr 1946: „Gesundheit ist ein Zustand des vollkommenen körperlichen, sozialen und geistigen Wohlbefindens und nicht nur des Freiseins von Krankheiten und Gebrechen“ (WHO 1946).

Gesundheit wird hier in erster Linie als statischer Zustand eines vorrangig individuellen Phänomens betrachtet. Wesentlich ist, dass der Fokus nicht allein auf den körperlichen Zustand des Menschen, sondern ebenso und sozusagen gleichberechtigt auf psychische und soziale Verfassung gelenkt wird.

Andere Definitionen gehen von einer dynamischen Vorstellung von Gesundheit und Krankheit aus. Der Gesundheitszustand eines Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt kann dann durch seine Position innerhalb eines Kontinuums zwischen den Polen Gesundheit und Krankheit beschrieben werden (vgl. Antonovsky, 1997: 23). Prominentester Vertreter dieser Prämisse ist sicherlich der amerikanische Soziologe Aaron Antonovsky, mit dem von ihm entwickelten Salutogenese- Konzept.

Hurrelmann sieht den Zustand zwischen Gesundheit und Krankheit als momentanes, veränderliches Stadium eines dynamischen Prozesses, welches durch ein Spannungsverhältnis zwischen Risiko- und Schutzfaktoren vermittelt wird „und in jeder Lebenssituation immer neu hergestellt“ werden muss (vgl. Hurrelmann, 2010: 146).

Er definiert Gesundheit als „das Stadium des Gleichgewichtes von Risikofaktoren und Schutzfaktoren, das eintritt, wenn einem Menschen eine Bewältigung sowohl der inneren (körperlichen und psychischen) als auch äußeren (sozialen und materiellen) Anforderungen gelingt. Gesundheit ist ein Stadium, das einem Menschen Wohlbefinden und Lebensfreude vermittelt“ (Hurrelmann, 2010: 146).

Analog definiert er Krankheit als „das Stadium des Ungleichgewichtes von Risiko- und Schutzfaktoren, das eintritt, wenn einem Menschen eine Bewältigung von inneren (körperlichen und psychischen) und äußeren (sozialen und materiellen) Anforderungen nicht gelingt. Krankheit ist ein Stadium, das einem Menschen eine Beeiträchtigung seines Wohlbefindens und seiner Lebensfreude vermittelt“ (Hurrelmann, 2010: 146).

3.2. Das Belastung-Bewältigungs-Modell

Krankheit bzw. relative Gesundheit und relative Krankheit entstehen nach dieser Modellvorstellung in Folge misslingender oder nur teilweise bzw. vorübergehend gelingender Bewältigung innerer und äußerer Anforderungen (Hurrelmann, 2010: 146). Hurrelmanns Belastung-Bewältigungs-Modell veranschaulicht die Entstehung von Gesundheit und Krankheit.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das Belastung-Bewältigungs-Modell. - Quelle: Hurrelmann 2006: 271.

Sozialisation ist ein Prozess der permanenten Bewältigung von Lebensanforderungen und somit von entsprechenden Entwicklungsaufgaben, die zu meisternde „Belastungen im Lebensalltag“ darstellen (vgl. Hurrelmann, 2006: 269). Dies kann mit den bereits angelegten und erworbenen Verhaltensweisen gelingen, oder aber in einer „Weiterschreibung“ bzw. der „Umprogrammierung“ des „Verhaltensrepertoires“ seinen Ausdruck finden (vgl. Hurrelmann, 1988: 70).

Eine nicht gelungene Bewältigung dagegen kann zu „Störungen der Persönlichkeitsentwicklung im sozialen, psychischen und körperlichen Bereich“ führen. Im Bestreben, die eigene Handlungsfähigkeit zu erhalten, versucht der Mensch, „die Ursachen der nicht zu bewältigenden Belastung zurückzudrängen oder ... die Belastung durch die Umstellung der Handlungsfähigkeiten und emotionalen Verarbeitung zu ertragen“ (Hurrelmann, 2006: 269).

3.3. Gesundheitliche Risiko- und Schutzfaktoren

Nach Hurrelmann tritt Gesundheit als Gleichgewichtszustand von Risiko- und Schutzfaktoren ein, „wenn einem Menschen die Bewältigung der inneren (körperlichen und psychischen) und äußeren (sozialen und materiellen) Anforderungen gelingt“ (Hurrelmann, 2010: 146).

3.3.1. Risikofaktoren für die Gesundheit

Der Mensch befindet sich in permanenter Auseinandersetzung mit seiner inneren und äußeren Realität zur Bewältigung der Belastungen des Lebensalltags. Übersteigen die gleichzeitig zu bewältigenden Anforderungen das Maß dessen, was der Mensch mit seinen Ressourcen zu leisten vermag, ist das Risiko „einer mißlingenden Bewältigung der Situation und das Auftreten von Abwehrtendenzen, Ausweichtendenzen und auffälligem Verhalten gegeben“ (vgl. Hurrelmann, 1988: 70).

Jede biographische Lebensphase ist durch spezifische Entwicklungsaufgaben geprägt. Daher ergeben sich für die jeweilige Lebensphase typische Risikokonstellationen. Insbesondere die Übergangsphasen zwischen zwei Lebensphasen mit den häufig gravierenden und in einem engen Zeitkorridor zu bewältigenden Veränderungen in den einhergehenden Rollen- und Verhaltensanforderungen, stellen einen besonders riskanten Zeitabschnitt dar. (vgl. Hurrelmann, 1988: 70).

[...]

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Details

Titel
Das Sozialisationskonzept von Klaus Hurrelmann und die Bedeutung der Sozialisation für die Gesundheit
Untertitel
Die besondere Situation des Berufseinstiegs junger Gesundheits- und Krankenpfleger - und pflegerinnen im institutionellen Umfeld Krankenhaus
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
28
Katalognummer
V996934
ISBN (eBook)
9783346369826
ISBN (Buch)
9783346369833
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sozialisationskonzept, klaus, hurrelmann, bedeutung, sozialisation, gesundheit, situation, berufseinstiegs, gesundheits-, krankenpfleger, pflegerinnen, umfeld, krankenhaus
Arbeit zitieren
Raffael Schmidt (Autor), 2012, Das Sozialisationskonzept von Klaus Hurrelmann und die Bedeutung der Sozialisation für die Gesundheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/996934

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