Die vorliegende Arbeit widmet sich der detaillierten Betrachtung von Rembrandts Studie zum Gemälde "Der Ritter mit dem Falken", die im Rahmen des Hauptseminars anlässlich des "Rembrandt Research Project" verfasst wurde.
Zunächst sollen die Positionen herausgearbeitet werden, die belegen, ob es sich bei der Studie zu "Der Ritter mit dem Falken" um einen authentischen Rembrandt oder ob es sich tatsächlich um eine posthum erstellte Kopie handelt. Die Forschungspositionen erfolgen chronologisch und beginnen mit einer belegbaren Position eines dänischen Museumsdirektors aus dem 19. Jahrhundert, der sich genauer mit dem Werk beschäftigt hat.
Darüber hinaus soll in Kapitel 3 die Studie zu dem Ritter mit dem Falken beschrieben und schrittweise genauer untersucht werden. Dabei werden gezielte Aspekte wie Farbgebung, Pinselführung und Lichtgestaltung genauer beleuchtet und anhand des bisherigen Forschungsstands, auch in Bezug auf das Rembrandt Research Project, im Sinne einer sinnvollen Zuordnung zum Rembrandtkanon, auf Rembrandt übertragen.
Die historische Betrachtung und Provenienz zu dieser vorliegenden Studie, die sich heute im Statens Museum for Kunsten in Kopenhagen befindet, ist ebenso Gegenstand dieser Forschung wie sämtliche Infrarot- und Röntgenaufnahmen, die diese Arbeit enthalten und anhand aller möglichen Details die Authentizität der Studie beleuchten und somit ermitteln, ob sie wirklich zu Rembrandts Werk zugeordnet werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung in die Thematik der Hausarbeit
2. Historische und aktuelle Positionen zum Forschungsstand – Rembrandt oder nicht?
2.1. Erste belegbare Positionen und erste Erkenntnistheorien
2.2. Aktuelle Forschungspositionen und Forschungsstand
3. Rembrandt van Rijn – Der Ritter mit dem Falken
3.1. Beschreibung der Studie zu Der Ritter mit dem Falken
3.2. Entstehungsgeschichte der Studie
3.3. Vergleich mit dem Gemälde Der Ritter mit dem Falken
4. Technische Analysen zur Studie zu Der Ritter mit dem Falken
4.1. Forschungspositionen zur technischen Analyse
5. Interpretation der Studie zu Der Ritter mit dem Falken
5.1. Interpretation und Vergleichsansätze zum Gemälde
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Authentizität und kunsthistorische Einordnung der Rembrandt zugeschriebenen Studie „Der Ritter mit dem Falken“, indem sie den wissenschaftlichen Forschungsdiskurs sowie technische Analysen kritisch gegenüberstellt.
- Historische Entwicklung der Forschungsmeinungen seit dem 19. Jahrhundert
- Vergleichende Analyse zwischen Studie und dem Gemälde in Göteborg
- Anwendung moderner technischer Untersuchungsverfahren wie Infrarotreflektographie
- Diskussion über die Mitwirkung von Schülern aus Rembrandts Werkstatt
- Kontextualisierung im Rembrandt-Oeuvre durch das Rembrandt Research Project
Auszug aus dem Buch
3. Rembrandt van Rijn – Der Ritter mit dem Falken
Im Folgenden soll nun die Studie zu dem Ritter mit dem Falken beschrieben und schrittweise genauer untersucht werden. Dabei werden gezielte Aspekte wie Farbgebung, Pinsel-führung und Lichtgestaltung genauer beleuchtet und anhand dem bisherigen Forschungsstand, in Bezug auf das Rembrandt Research Project, auf Rembrandt übertragen werden im Sinne einer sinnvollen Zuordnung zum Rembrandtkanon.
Auf dem Gemälde dargestellt (Abb. 1) ist ein Mann in einem dunkelroten Gewand und dunkelrotem Hut mit weißer Haube. Er trägt einen dichten dunkelbraunen Vollbart, trägt ein langes Haar und ist dem Betrachter leicht rechts zur Seite geneigt zugewandt. Sein rechtes Auge wirkt „beobachtend“, als würde er den Betrachter „im Blick haben“, das andere Auge ist durch den Schattenverlauf verdeckt. Aus den Gesichtszügen tritt die große Nase hervor und eine deutlich erkennbare Augenbraue über dem rechten Auge, der Porträtierte runzelt außerdem die Stirn und weist einen fragenden Blick auf. Der Hintergrund ist dunkel und amorph: keine Lichtführung, stattdessen ein monochromes dunkles braun als einzige „Farbe“ im Hintergrund. Farblich hervortreten lässt der Maler lediglich die Gesichtszüge des Porträtierten, hauptsächliche hierbei die rechte Gesichtshälfte. Die vorliegende Gemälde (Abb. 1) zeigt Unterschiedlichkeiten und trägt auch den Titel „Studie“ mit sich: es sind einzelne Pinselstriche zu erkennen, die vor allem im farblich hervortretenden Gesicht auftauchen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung in die Thematik der Hausarbeit: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein und erläutert das Ziel, die Authentizität der Studie zu bestimmen.
2. Historische und aktuelle Positionen zum Forschungsstand – Rembrandt oder nicht?: Dieses Kapitel bietet einen chronologischen Überblick über die wechselnden Meinungen zur Urheberschaft des Werkes.
3. Rembrandt van Rijn – Der Ritter mit dem Falken: Hier erfolgt eine detaillierte deskriptive und historische Einordnung der Studie sowie ein Vergleich mit dem fertigen Gemälde.
4. Technische Analysen zur Studie zu Der Ritter mit dem Falken: Dieses Kapitel erläutert den Einsatz wissenschaftlicher Methoden wie Röntgen- und Infrarotaufnahmen zur Untersuchung der Maltechnik.
5. Interpretation der Studie zu Der Ritter mit dem Falken: Der Fokus liegt hier auf der möglichen Beteiligung von Schülern Rembrandts und der Interpretation der gestalterischen Unterschiede.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Studie als Vorlage für das finale Gemälde, unter Berücksichtigung möglicher Werkstatteinflüsse.
Schlüsselwörter
Rembrandt, Der Ritter mit dem Falken, Rembrandt Research Project, Kunstgeschichte, Authentizität, Pasticcio, Maltechnik, Infrarotreflektographie, Werkstattpraxis, Ferdinand Bol, Govert Flinck, Porträtmalerei, 17. Jahrhundert, Gemäldeanalyse, Künstlerschule.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse und der Authentizitätsfrage der Studie „Der Ritter mit dem Falken“, die Rembrandt van Rijn zugeschrieben wird.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt kunsthistorische Forschungsmeinungen, technische Untersuchungsverfahren und die Werkstattpraxis von Rembrandts Schülern im 17. Jahrhundert.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, durch eine Gegenüberstellung historischer Positionen und technischer Analysen zu klären, inwieweit das Werk eigenhändig von Rembrandt stammt oder in seinem Umfeld entstand.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine methodische Kombination aus kunsthistorischer Quellenanalyse und technischen Bildanalyseverfahren wie Infrarotreflektographie, Röntgenaufnahmen und UV-Analyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung des Forschungsstandes, eine detaillierte Bildbeschreibung, technische Analysen sowie die kunsthistorische Interpretation im Vergleich zum Zielgemälde.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Rembrandt, Authentizität, technische Analyse, Rembrandt Research Project und Werkstattzusammenarbeit.
Wie unterscheidet sich die Studie vom fertigen Gemälde in Göteborg?
Die Studie weist eine skizzenhafte Malweise und Unterschiede in der Komplexität des Hintergrundes sowie der Farbausführung auf, was auf ihren Charakter als Vorlage oder Entwurf hindeutet.
Welche Rolle spielt das „Rembrandt Research Project“ für diese Arbeit?
Das Projekt dient als zentrale Referenz für die wissenschaftliche Einordnung des Werkes und liefert durch seine Datenbanken und Analysen die Grundlage für die moderne Bewertung der Studie.
Welche Rolle könnten Schüler wie Ferdinand Bol oder Govert Flinck bei der Entstehung gehabt haben?
Die Arbeit diskutiert, dass unfertige Partien oder Abweichungen in der Maltechnik darauf hindeuten könnten, dass Schüler Rembrandts an der Ausführung oder Vollendung der Studie beteiligt waren.
Warum wird die Studie trotz Unstimmigkeiten in den Rembrandt-Kanon aufgenommen?
Trotz erkennbarer Unterschiede in der Maltechnik wird die Studie als Vorlage für das fertige Porträt angesehen, wobei die Porträthaltung und die Identität der dargestellten Person die Verbindung zu Rembrandt bestätigen.
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- Felix Haberland (Author), 2019, Rembrandt van Rijn - Der Ritter mit dem Falken. Eine analytische Betrachtung einer Rembrandt-Studie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/999362