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Die Goldene Horde. Soziokulturelle Auswirkungen auf die mittelalterliche Rus und das gegenwärtige Russland

Titre: Die Goldene Horde. Soziokulturelle Auswirkungen auf die mittelalterliche Rus und das gegenwärtige Russland

Dossier / Travail , 2020 , 27 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Anastasia Braun (Auteur)

Histoire de l'Europe - Moyen Âge, Temps modernes
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Die Goldene Horde grenzte an die Fürstentümer der Rus, welche von den Mongolen durch Kampfhandlungen und brutale Feldzüge unterworfen wurden. Demzufolge ist in der einschlägigen Literatur häufig die Rede davon, dass die Rus durch den Einfall der Mongolen in ihrer Entwicklung erheblich zurückgeworfen wurde – sei es auf der politischen, wirtschaftlichen oder soziokulturellen Ebene. Ebenjene weitverbreitete Annahme beziehungsweise Schlussfolgerung stellt den Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Arbeit dar. Es wird untersucht, ob die mongolische Oberherrschaft tatsächlich ausschließlich negative Folgen für die mittelalterliche Rus und gegebenenfalls für das gegenwärtige Russland hervorrief oder ob sich die Auswirkungen im Laufe der mongolischen Herrschaftszeit als vielfältiger und womöglich gar als positiv erwiesen.

Die Mongolen waren ein zentralasiatisches Volk, das im Mittelalter durch seinen schreckenserregenden Ruf länderübergreifende Bekanntheit erlangte. Das von Brutalität und Aggression geprägte Bild der Mongolen hat sich seitdem in vielerlei Köpfen verfestigt und oft sind lediglich Dschingis Khan oder der Mongolensturm die einzigen Assoziationen, die in Verbindung mit der mongolischen Geschichte aufkommen. Im mittelalterlichen Europa wurden die Mongolen als fremde und primitive Barbaren angesehen, welche aufgrund ihrer nomadischen Lebensweise über keine mit den sesshaften Europäern vergleichbare Kultur verfügten. Ihr Erscheinen beziehungsweise ihr Einfall wurde als Strafgericht Gottes für die von den Christen begangenen Sünden empfunden und entsprechend verunglimpft. Fakt ist jedoch, dass dieses Reitervolk, obgleich nur von kurzer Dauer, das größte Landreich der Menschheitsgeschichte besaß, dessen Machtbereich in seiner größten Ausdehnung um 1260 vom Pazifik bis nach (Ost-)Europa reichte.

Als dieses Weltreich nach einem mehrjährigen Aufteilungsprozess schließlich um 1260 in vier Teilreiche, in die sogenannten Khanate aufgeteilt war, bildete die Goldene Horde eines jener Khanate. Falls Letzteres der Fall sein sollte, gilt es zudem herauszuarbeiten, welche positiven Auswirkungen die mongolische Oberherrschaft konkret nach sich zog. Da der Fokus in der einschlägigen Literatur zu einem großen Teil auf den politischen und wirtschaftlichen Folgen der mongolischen Herrschaft liegt, wird sich in dieser Arbeit primär der soziokulturellen Ebene gewidmet.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Hintergrund zur Goldenen Horde

1.1 Begriffsklärung und Verortung der Goldenen Horde

1.2 Untergang der Kiewer Rus und Entstehung der Goldenen Horde

2 Auswirkungen der mongolischen Eroberungen auf die Gebiete der Rus

2.1 Soziale und demografische Auswirkungen

2.2 Kulturelle und religiöse Auswirkungen

3 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die mongolische Oberherrschaft ausschließlich negative Folgen für die mittelalterliche Rus hatte, oder ob sich die Auswirkungen als vielfältiger und teils positiv erwiesen. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der soziokulturellen Ebene, um die Entwicklung der Rus unter dem Einfluss der Goldenen Horde zu analysieren und mögliche Nachwirkungen bis in das gegenwärtige Russland zu hinterfragen.

  • Analyse der soziokulturellen Auswirkungen der mongolischen Herrschaft auf die Rus.
  • Untersuchung der sozialen und demografischen Folgen, insbesondere durch Feldzüge und Sklavenhandel.
  • Betrachtung kultureller Einflüsse, wie Veränderungen in der Kleidung, Sprache und Literatur.
  • Bewertung des Einflusses der Goldenen Horde auf die orthodoxe Kirche und religiöse Praktiken.
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Bild der Mongolen und deren langfristigem Erbe in Russland.

Auszug aus dem Buch

1.1 Begriffsklärung und Verortung der Goldenen Horde

Nach dem Tod von Möngke Khan – ein Enkel Dschingis Khans und Großkhan von 1251 bis 1259 – war das mongolische Weltreich aufgrund von verschiedenen Faktoren, zu denen insbesondere die enorme Größe des Reiches und die damit verbundenen (administrativen) Schwierigkeiten sowie die Erbfolgestreitigkeiten gezählt werden, im Jahre 1260 letztendlich in die folgenden vier Teilreiche bzw. Khanate aufgeteilt: Yuan-Dynastie, Caghatai-Khanat, Il-Khanat und das Khanat der Goldenen Horde (s. Abbildung 1). Demnach ist die Goldene Horde die Bezeichnung für ein Teilreich, das aus dem einstigen mongolischen Landreich hervorging. Je nach Quelle wird die Goldene Horde auch als Kiptschak-Khanat oder Ulus Džuči bezeichnet. Da der Fokus der vorliegenden Arbeit auf der Goldenen Horde liegt, wird nur dieses Khanat explizit aufgegriffen.

Die Goldene Horde wurde 1243 von Batu Khan gegründet und existierte bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts. KOLLMAR-PAULENZ beschreibt sie wie folgt: „Die Goldene Horde war die früheste eigenständige politische Einheit, die aus dem mongolischen Weltreich entstand und sie stellte auch länger als jedes andere mongolische Teilreich einen politischen Machtfaktor dar.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung erläutert das Ziel der Arbeit, die soziokulturellen Auswirkungen der Goldenen Horde auf die Rus zu untersuchen und die verbreitete Annahme ausschließlich negativer Folgen kritisch zu hinterfragen.

1 Hintergrund zur Goldenen Horde: Dieses Kapitel schafft eine Verständnisgrundlage über die Entstehung der Goldenen Horde im Zusammenhang mit dem Fall der Kiewer Rus.

1.1 Begriffsklärung und Verortung der Goldenen Horde: Es wird definiert, dass die Goldene Horde ein aus der Aufteilung des mongolischen Weltreichs hervorgegangenes Teilreich war, das 1243 von Batu Khan gegründet wurde.

1.2 Untergang der Kiewer Rus und Entstehung der Goldenen Horde: Dieses Kapitel beschreibt die militärischen Aufeinandertreffen und die Zerstörung der Kiewer Rus durch die Mongolen, was den Untergang des Großreiches besiegelte.

2 Auswirkungen der mongolischen Eroberungen auf die Gebiete der Rus: Der Hauptteil analysiert die weitreichenden sozialen, demografischen, kulturellen und religiösen Folgen der mongolischen Oberherrschaft.

2.1 Soziale und demografische Auswirkungen: Hier werden die negativen Folgen durch kriegerische Feldzüge, Sklavenhandel und Zwangsrekrutierungen auf die Bevölkerung der Rus detailliert dargelegt.

2.2 Kulturelle und religiöse Auswirkungen: Dieses Unterkapitel untersucht den Verlust an Kulturgütern sowie neue Impulse in der Literatur, Kleidung, Sprache und Religion, die unter mongolischem Einfluss entstanden.

3 Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die soziokulturelle Entwicklung der Rus zwar radikal unterbrochen wurde, jedoch langfristig neue Traditionen und kulturelle Bereicherungen mit sich brachte, die bis heute nachwirken.

Schlüsselwörter

Goldene Horde, mittelalterliche Rus, mongolische Herrschaft, Batu Khan, soziokulturelle Auswirkungen, kultureller Austausch, orthodoxe Kirche, turksprachiger Ursprung, Sprachwandel, Kleidungstraditionen, Bevölkerungsschwund, Fernhandel, historische Kontinuität, Mongolensturm, eurasisches Erbe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den soziokulturellen Auswirkungen, die die Herrschaft der Goldenen Horde auf die mittelalterliche Rus und langfristig auf das heutige Russland hatte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen soziale und demografische Folgen wie Bevölkerungsrückgang sowie kulturelle Aspekte wie literarische Gattungen, Kleidung, Sprachwandel und die Rolle der orthodoxen Kirche.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die einseitige Annahme, die mongolische Herrschaft habe nur negative Folgen gehabt, zu hinterfragen und die Vielschichtigkeit der soziokulturellen Einflüsse aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgreifende Literaturanalyse und wertet sowohl russische Chroniken als auch internationale Forschungsergebnisse aus.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der sozialen und demografischen Auswirkungen sowie eine detaillierte Untersuchung kultureller und religiöser Veränderungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Goldene Horde, mongolische Oberherrschaft, Rus, soziokulturelle Entwicklung, Sprachwandel und das kulturelle Erbe der Mongolen.

Wie beeinflusste die Goldene Horde die russische Sprache?

Durch den Kontakt entstanden Lehnwörter aus dem Turksprachigen, die in Bereiche wie Regierung, Wirtschaft, Bauwesen und Alltag eingingen und fester Bestandteil der Sprache wurden.

Warum genoss die orthodoxe Kirche eine Sonderstellung?

Die Mongolen waren gegenüber verschiedenen Glaubensrichtungen tolerant, befreiten den orthodoxen Klerus von Steuern und förderten indirekt das Wachstum der Kirche, was als Paradoxon zur sonstigen Unterdrückung betrachtet wird.

Welche Veränderungen gab es in der russischen Kleidung?

Unter mongolischem Einfluss übernahmen die Russen den Kaftan und neue Schmuckformen, da diese funktionaler für den Ritt zu Pferd waren und neue kulturelle Impulse durch den internationalen Handel setzten.

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Résumé des informations

Titre
Die Goldene Horde. Soziokulturelle Auswirkungen auf die mittelalterliche Rus und das gegenwärtige Russland
Université
Christian-Albrechts-University of Kiel
Cours
Osmanen, Tataren, Moskowiter. Europa und der Osten im ausgehenden Mittelalter.
Note
1,0
Auteur
Anastasia Braun (Auteur)
Année de publication
2020
Pages
27
N° de catalogue
V999492
ISBN (ebook)
9783346376626
ISBN (Livre)
9783346376633
Langue
allemand
mots-clé
Rus Goldene Horde Mittelalter Russland
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anastasia Braun (Auteur), 2020, Die Goldene Horde. Soziokulturelle Auswirkungen auf die mittelalterliche Rus und das gegenwärtige Russland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/999492
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Extrait de  27  pages
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