In dieser Arbeit wird die Frage bearbeitet, wie der Charakter eines guten Lehrers sein sollte.
Ob er einen bloßen Erziehungsauftrag zu erfüllen hat oder auch ein Vorbild für die Schülerinnen und Schüler darstellt. Auf vergleichende Weise wird die Theorie Bubers mit der Theorie Kants zu Erziehung hinzugezogen. Um eine modernere Theorie mit aufzuführen, wird das Modell von Hurrelmann vorgestellt.
Dieser Gegenstand ist für angehende Lehrkräfte besonders reizend, da immer präsent ist, wie Unterrichtsmaterial didaktisch reduziert und aufbereitet werden muss, welche Inhalte relevant sind und wie eine Stunde sinnvoll zu planen ist. Doch wie es um den Charakter eines guten Lehrers steht, wie er bestenfalls sein sollte, um seinem Bildungs- und Erziehungsauftrag nachzukommen, hinterlässt stets Wissenslücken.
Um diese Thematik zu erörtern werden zuerst die Positionen von Immanuel Kant und Martin Buber zum Charakter und zur Erziehung gegenübergestellt. Danach sollen die Theorien kritisch beleuchtet werden. Um sie dann in Bezug zum schulischen Kontext zusetzen, wird das Erziehungsmodell von Klaus Hurrelmann hinzugezogen. Somit wird eine moderne Theorie genutzt, um die Gedanken von Kant und Buber zur Thematik zu ergänzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Charakter und Erziehung
2.1. Immanuel Kant über den Charakter und die Temperamente
2.2. Martin Buber über Charakter und Erziehung
2.3. Kritische Beleuchtung der Theorien
3. Bezug zum schulischen Kontext
3.1. Erziehung und Erziehungszielen nach Klaus Hurrelmann
3.2. Anwendung auf die Lehrerrolle
4.Fazit
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht, welche Anforderungen an den Charakter einer Lehrkraft gestellt werden und inwieweit Lehrer über die reine Wissensvermittlung hinaus eine Vorbildfunktion für Schülerinnen und Schüler einnehmen sollten. Im Fokus steht dabei die Synthese klassischer philosophischer Theorien mit modernen erziehungswissenschaftlichen Ansätzen.
- Charakterbildung nach Immanuel Kant und Martin Buber
- Kritische Analyse erzieherischer Idealvorstellungen
- Erziehung als soziale Interaktion nach Klaus Hurrelmann
- Anwendung erzieherischer Modelle auf die schulische Lehrerrolle
Auszug aus dem Buch
2.1. Immanuel Kant über den Charakter und die Temperamente
Immanuel Kant ist einer der größten Denker des 18. Jahrhunderts und prägte eine ganze Epoche. Innerhalb seines Werkes „Anthropologie in pragmatischer Hinsicht“ (1983) widmet er sich dem menschlichen Charakter, wie er sich zusammensetzt und welche Rolle die vier Temperamente dabei spielen.
Wird der Mensch aus der Sicht Kants betrachtet, so ist es wichtig zu beachten, dass das Wesen des Menschen stets in Naturwesen und Vernunftwesen zu differenziert ist. Konstitutiv für das Naturwesen, also den empirischen Teil, sei die Naturanlage und das Temperament. Sie stehen dafür, was sich aus dem Menschen machen ließe, diese gibt es in unterschiedlichster Ausführung. (Trampota, 2018)
Für den vernünftigen, freiheitsbegabten oder auch intelligiblen Teil gilt jedoch, dass der Mensch diese Denkungsart habe oder nicht. Hat er sie, so sei es ihm möglich aus der Kausalkette (Beziehung zwischen Ursache und Wirkung) herauszutreten. Es gibt hierbei keinerlei Variation, sondern nur diese Art und Weise, wie der Mensch zu sein habe. Die Denkungsart steht dafür, was der Mensch bereit sei, aus sich selbst zu machen (Kant, Anthropologie in pragmatischer Hinsicht, 1983). Dieser Zuspruch sei sehr selten und verdient, laut Kant, Hochachtung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die zentrale Fragestellung zur Rolle des Lehrers als Vorbild vor und erläutert den methodischen Aufbau der Arbeit unter Einbezug von Kant, Buber und Hurrelmann.
2. Charakter und Erziehung: In diesem Kapitel werden die philosophischen Ansätze von Kant und Buber zur Charakterbildung analysiert und einer kritischen Würdigung unterzogen.
2.1. Immanuel Kant über den Charakter und die Temperamente: Dieses Unterkapitel beleuchtet Kants Verständnis von Natur- und Vernunftwesen sowie die Bedeutung der Temperamente für die menschliche Entwicklung.
2.2. Martin Buber über Charakter und Erziehung: Dieser Abschnitt thematisiert Bubers Fokus auf die pädagogische Begegnung und die ganzheitliche Wirkung der Lehrerpersönlichkeit auf Lernende.
2.3. Kritische Beleuchtung der Theorien: Hier werden die Unterschiede zwischen den Ansätzen von Kant und Buber herausgearbeitet und hinsichtlich ihrer praktischen Anwendbarkeit reflektiert.
3. Bezug zum schulischen Kontext: Dieser Teil überführt die theoretischen Grundlagen in den modernen Schulalltag.
3.1. Erziehung und Erziehungszielen nach Klaus Hurrelmann: Hier wird Hurrelmanns Definition von Erziehung als soziale Interaktion vorgestellt und das Modell der Erziehungsstile erläutert.
3.2. Anwendung auf die Lehrerrolle: Dieses Kapitel verknüpft die vorgestellten Erziehungsmodelle mit der beruflichen Praxis und dem Bildungsauftrag der Lehrkraft.
4.Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass es kein allgemeingültiges Patent für den perfekten Lehrer gibt, jedoch Authentizität und Selbstbewusstsein für eine gelingende Erziehung essenziell sind.
Schlüsselwörter
Charakterbildung, Lehrerrolle, Erziehung, Immanuel Kant, Martin Buber, Klaus Hurrelmann, pädagogische Begegnung, Temperament, Vorbildfunktion, Erziehungsstile, Sozialisation, Ethik, Pädagogik, Wissensvermittlung, Selbstständigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die moralische und erzieherische Verantwortung von Lehrkräften sowie die Frage, ob ein Lehrer mehr als nur Wissensvermittler sein sollte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das philosophische Verständnis von Charakter, erziehungswissenschaftliche Theorien zur sozialen Interaktion und deren praktische Anwendung im Schulalltag.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt nach dem Charakter eines guten Lehrers und prüft, ob Lehrkräfte eine explizite Vorbildfunktion für ihre Schülerinnen und Schüler übernehmen müssen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die philosophische (Kant, Buber) und sozialwissenschaftliche (Hurrelmann) Ansätze analysiert, vergleicht und auf den schulischen Kontext bezieht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die philosophische Fundierung der Charakterbildung und die soziologische Einordnung von Erziehungsstilen, um daraus Handlungsoptionen für die Lehrerrolle abzuleiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Charakterbildung, Lehrerrolle, Erziehungsstile und pädagogische Begegnung definiert.
Wie unterscheidet sich Kants Ansatz von dem Bubers?
Während Kant den Fokus auf die Vernunft und praktische Prinzipien legt, betont Buber die Bedeutung der zwischenmenschlichen Begegnung und die Einzigartigkeit des Individuums.
Welche Bedeutung hat das "magische Zieldreieck" nach Hurrelmann?
Das Zieldreieck definiert die Eckpunkte Anerkennung, Anregung und Anleitung als wesentliche Voraussetzungen für eine funktionierende pädagogische Begegnung im Unterricht.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Der Charakter eines guten Lehrers und die Theorie Bubers und Kants. Erzieher oder auch Vorbild?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/999716