Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Filioque umfasst sowohl die philologische Analyse der kirchenrechtlichen Entwicklung als auch die tiefenpsychologischen und ontologischen Implikationen der Trinitätslehre. Ein wesentlicher Fokus liegt auf der Frage, wie sich die Modifikation des ursprünglichen Textes des nizäno-konstantinopolitanischen Glaubensbekenntnisses auf das Verständnis der göttlichen Wesenseinheit und der Personenordnung auswirkt. Dabei stehen die Konzepte der Monarchie des Vaters und die Dynamik der göttlichen Prozession im Zentrum der Debatte. Historisch wird untersucht, wie die sprachliche und dogmatische Differenzierung zur theologischen Entfremdung zwischen Rom und Konstantinopel beitrug. Neben der rein dogmatischen Betrachtung spielt die ekumenische Dimension eine entscheidende Rolle in der modernen Forschung. Hierbei werden die historischen Bruchlinien analysiert, um Ansätze für einen Dialog zwischen der katholischen und der orthodoxen Kirche zu identifizieren. Die Diskussion umfasst auch die Untersuchung der unterschiedlichen Methodiken, mit denen die Beziehung der Personen innerhalb der Dreifaltigkeit begründet wird, etwa durch die Unterscheidung zwischen Wesenseinsatz und Personenverhältnis. Damit berührt das Thema nicht nur die reine Dogmatik, sondern auch die politische Geschichte des Christentums und die Entwicklung der kirchlichen Autorität. Du findest dazu wissenschaftliche Arbeiten bei GRIN als PDF und eBook, viele davon auch als Print-on-Demand.