Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Werk von Johann Mattheson konzentriert sich primär auf die Verbindung von Musiktheorie, Rhetorik und philosophischer Ästhetik. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt in der Untersuchung der Affektenlehre, die beschreibt, wie musikalische Strukturen gezielt eingesetzt werden, um spezifische emotionale Zustände beim Hörer zu evozieren. Hierbei wird analysiert, wie die Regeln der musikalischen Sprache mit der antiken Rhetorik verknüpft wurden, um eine universelle Ausdruckskraft zu erreichen. Darüber hinaus spielt die Forschung zur soziokulturellen Verortung seiner Theorien eine bedeutende Rolle. Dabei wird untersucht, wie musikalische Institutionen und die Aufführungspraxis mit den politischen und wirtschaftlichen Strukturen der Zeit interagierten. Die Debatte umfasst oft das Spannungsfeld zwischen künstlerischer Autonomie und der Repräsentationsfunktion der Musik in städtischen Eliten. So bietet die Beschäftigung mit Mattheson tiefe Einblicke in die Transformation der musikalischen Denkweise vom Barock zur Aufklärung. Du findest dazu wissenschaftliche Arbeiten bei GRIN als PDF und eBook, viele davon auch als Print-on-Demand.