Die theoretische Fundierung des öffentlichen Auftraggebers knüpft eng an das Prinzip der Wirtschaftlichkeit und der Gleichbehandlung im staatlichen Handeln an. In der Rechtswissenschaft wird intensiv diskutiert, welche spezifischen Merkmale – etwa die Trägerschaft des Kapitals oder die Ausübung hoheitlicher Aufgaben – eine Organisation zur Einhaltung vergaberechtlicher Vorschriften verpflichten. Dabei spielen auch die Fragen der Transparenz und der Korruptionsprävention eine entscheidende Rolle, da der öffentliche Auftraggeber als Repräsentant des Gemeinwesens eine besondere Verantwortung für die Verwendung öffentlicher Mittel trägt. Ein wesentlicher Diskussionspunkt in der aktuellen Forschung ist die Ausweitung der Definition auf Unternehmen, die nicht unmittelbar staatlich sind, aber im öffentlichen Interesse agieren oder durch öffentliche Mittel finanziert werden. Dies führt zu komplexen Abgrenzungsfragen zwischen privatrechtlichem Handeln und der Anwendung des öffentlichen Vergaberechts. Neben der rein juristischen Perspektive werden auch ökonomische Modelle herangezogen, um die Auswirkungen der Auftraggeberstellung auf den Wettbewerb und die Marktstruktur zu untersuchen. Vertiefe dich in diese Themengebiete durch wissenschaftliche Arbeiten bei GRIN, die als PDF und eBook, viele auch als Print-on-Demand, verfügbar sind.