Die wissenschaftliche Betrachtung des Plusquamperfekts umfasst sowohl die diachrone Entwicklung der Tempussysteme als auch die synchrone Funktionsweise in modernen Sprachen. Ein zentraler Forschungsgegenstand ist dabei die historische Herausbildung komplexer Perfektformen und die Frage, nach welchen grammatikalischen Gesetzmäßigkeiten sich diese Strukturen über Jahrhunderte hinweg verändern. Dabei spielen Prozesse der morphologischen Vereinfachung oder der Neuschöpfung von Tempusformen eine entscheidende Rolle für das Verständnis der Sprachgeschichte. In der angewandten Linguistik steht zudem die pragmatische Verwendung im Fokus, insbesondere im Hinblick auf die zeitliche Kohärenz in Erzählungen. Die Forschung setzt sich mit der Unterscheidung zwischen rein grammatikalisch markierter Vorzeitigkeit und der durch Kontext induzierten zeitlichen Staffelung auseinander. In der kontrastiven Linguistik werden zudem die Unterschiede zwischen verschiedenen Sprachfamilien untersucht, um die universellen Prinzipien der Tempusmarkierung zu bestimmen. Du findest zu diesem Thema wissenschaftliche Arbeiten bei GRIN als PDF und eBook, viele davon auch als Print-on-Demand.