Gerade für längere wissenschaftliche Arbeiten kommen in der Regel umfangreiche Literaturlisten zusammen. Ab einem gewissen Punkt wird es dann schwer, den Überblick über die verwendete Literatur zu behalten, daraus einheitlich zu zitieren und ein vollständiges Literaturverzeichnis zu erstellen. Zum Glück gibt es Abhilfe: mit Programmen wie Citavi, EndNote oder Zotero automatisieren Sie die Verwaltung Ihrer Literatur und ersparen sich langfristig viel Arbeit!

Was ist ein Literaturverwaltungsprogramm?

Mit einem Literaturverwaltungsprogramm können Sie Angaben zu wissenschaftlicher Literatur erfassen und ordnen. So erstellen Sie sich eine eigene Datenbank mit der relevanten Forschungsliteratur zu einem bestimmten Themenbereich. Doch gute Literaturverwaltungsprogramme können noch mehr, als nur einen guten Überblick zu geben. Sie können damit die Literatur für Ihre wissenschaftlichen Texte komplett verwalten: Literatur systematisieren, Zitate organisieren, Nachweise im gewünschten Zitierstil erzeugen und ein automatisches Literaturverzeichnis erstellen. Wie man Literatur richtig zitiert, erfahren Sie in unserem Artikel: Der Olymp der Wissenschaftlichkeit: Das richtige Zitieren

Die meisten Programme verfügen über Schnittstellen zu den gängigen Textverarbeitungsprogrammen, sodass Sie direkt in Word und Co. die korrekte Zitation einfügen können. Außerdem sind oft umfangreiche Datenbanken angeschlossen, über die Sie Literatur suchen und Angaben zu relevanten Beiträgen direkt in Ihre persönliche Datenbank importieren können. Manche Programme bieten darüber hinaus sogar noch Tools zum Projektmanagement oder kollaborativen Arbeiten an.

Welche Literaturverwaltungsprogramme gibt es? 

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Programmen und Lösungen für die Verwaltung von Literatur. Wir stellen hier die Top 5 der Literaturverwaltungsprogramme vor. 

 

Citavi 

Eines der bekanntesten Literaturverwaltungsprogramme ist Citavi. Viele Universitäten unterhalten Kooperationen mit Citavi, sodass ihre Studierenden das Programm kostenlos nutzen können. Außerdem gibt es oft die Möglichkeit, bibliographische Informationen direkt aus dem Katalog der Universitätsbibliothek in die eigene Datenbank zu importieren.  

Neben dem bloßen Sammeln von Literaturangaben, können Sie in Citavi diese auch nach eigenen Kategorien und Schlagwörtern ordnen sowie kommentieren und auswerten. Über eine Schnittstelle zu Textverarbeitungsprogrammen wie Microsoft Word können Sie Referenzen im gewünschten Zitierstil direkt in Ihrem Text einfügen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, gemeinsam mit Kommilitonen oder Kollegen an einer Datenbank zu arbeiten und diese in der Citavi-Cloud abzuspeichern. 

 

EndNote 

Auch EndNote ist ein sehr beliebtes Programm, vor allem in naturwissenschaftlichen und medizinischen Disziplinen. Ebenso wie mit Citavi gibt es zahlreiche Universitätsbibliotheken, die Campuslizenzen und den vereinfachten Import von Literaturangaben für EndNote anbieten. 

EndNote ist an eine große Forschungsdatenbank angeschlossen, die die Recherche in und den Zugriff auf Online-Artikel im Volltext ermöglicht. Außerdem können Sie PDF-Dateien direkt im Programm lesen und auswerten. Auch für EndNote gibt es Schnittstellen zu den gängigen Textverarbeitungsprogrammen sowie die Möglichkeit, im Team zusammenzuarbeiten. 

 

Zotero 

Ein großer Pluspunkt von Zotero ist, dass es Open Source basiert, komplett kostenlos für alle verfügbar und zudem einfach zu bedienen ist. So lohnt es sich auch schon für kleinere wissenschaftliche Arbeiten. Der Schwerpunkt liegt bei Zotero auf der Sammlung, Organisation sowie Zitation von Literatur.  

Zotero gibt es nicht nur als Desktopversion, sondern auch webbasiert, sodass es auf verschiedenen Geräten verwendet werden kann. Auch die Arbeit in Gruppen ist mit Zotero möglich.  

 

Mendeley 

Bei Mendeley stehen Austausch und Gruppenarbeit im Vordergrund. Es gibt umfangreiche Funktionen, die Teamwork erleichtern und verbessern. Bis zu einem gewissen Limit ist außerdem auch Mendeley kostenlos nutzbar. 

Es gibt das Programm in der Desktop- und Webversion sowie einen Reference Manager. Der Funktionsumfang variiert, je nachdem in welcher Version Sie arbeiten. 

 

JabRef 

Ebenfalls kostenlos und dazu auch noch Open Source ist JabRef, das darüber hinaus keine Beschränkung bei der Anzahl an gespeicherten Einträgen vorgibt. Es funktioniert auch bei sehr vielen Einträgen noch einwandfrei und bietet verschiedene Funktionen zum Sortieren und Organisieren von Literaturangaben. 

JabRef kann auf allen Betriebssystemen verwendet werden, arbeitet jedoch mit dem BibTeX-Format. Es lässt sich deshalb besonders gut mit dem Textsatzprogramm LaTeX kombinieren. 

 

Wussten Sie schon? Auch Microsoft Word bietet einige Funktionen zur Literaturverwaltung 

In neueren Word-Versionen finden Sie im Reiter „Referenzen“ den Punkt „Quellen verwalten“ (im Bereich „Zitate und Literaturverzeichnis“). Hier können Sie Einträge für Ihre verwendete Literatur anlegen und anschließend automatisch Belege sowie ein Literaturverzeichnis erzeugen lassen. Zur Verfügung stehen dafür verschiedene gängige Zitierstile. Wer keine besonderen Ansprüche an den Zitierstil stellt und mit einer überschaubaren Anzahl an Forschungsbeiträgen arbeitet, hat so die Möglichkeit, Textverarbeitung und Literaturverwaltung in nur einem Programm zu bündeln. 

 

Wie entscheide ich mich für ein Literaturverwaltungsprogramm? 

Um sich für ein Literaturverwaltungsprogramm zu entscheiden, sollten Sie sich zunächst überlegen, welche Anforderungen Ihnen wichtig sind. Mit welchem Betriebssystem bzw. Textverarbeitungsprogramm arbeiten Sie? Möchten Sie von mehreren Geräten aus auf Ihre Datenbank zugreifen? Arbeiten Sie viel im Team? Die Antworten auf diese Fragen helfen Ihnen dabei, sich für das passende Programm zu entscheiden. 

 

Wann und warum macht ein Literaturverwaltungsprogramm Sinn? 

Egal für welches Programm Sie sich entscheiden, jedes wird zunächst mit einer Eingewöhnungsphase verbunden sein und muss zudem kontinuierlich gepflegt werden. Gerade zu Beginn bedeutet die Arbeit mit einem Literaturverwaltungsprogramm deshalb mehr Aufwand, als wenn Sie Ihre Literatur händisch verwalten. Wenn Sie jedoch lange Zeit in einem bestimmten Forschungsbereich tätig sind oder eine größere Abschlussarbeit planen, zahlt sich dieser Aufwand langfristig aus. Literaturverwaltungsprogramme helfen Ihnen dabei, den Überblick zu behalten, und erleichtern mit ihren zahlreichen Funktionen das wissenschaftlich korrekte Schreiben. 

 

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Quellen:

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