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Geschwister in der vollstationären Jugendhilfe. Welche Aspekte sprechen für oder gegen die gemeinsame Unterbringung?

Title: Geschwister in der vollstationären Jugendhilfe. Welche Aspekte sprechen für oder gegen die gemeinsame Unterbringung?

Academic Paper , 2020 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Steffi Gesser (Author)

Social Work
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Welche Aspekte sprechen für oder gegen die gemeinsame Unterbringung von Geschwistern in einer vollstationären Jugendhilfeeinrichtung? Die Fragestellung wählte ich, da in der beschriebenen Wohngruppe seit Beginn meiner Tätigkeit im Februar 2014, regelmäßig Geschwisterkinder gemeinsam bzw. getrennt voneinander untergebracht waren bzw. sind. Die Dynamiken, die durch diese außerfamiliären Unterbringungen entstanden, weckten mein Interesse, mich im Rahmen dieser Arbeit mit diesem Thema näher zu beschäftigen. Ich werde verschiedene Geschwisterkonstellationen und die damit verbundenen Problemlagen darstellen und anhand von einschlägiger Literatur erörtern.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Beschreibung der Einrichtung

3. Fremdunterbringung von Kindern und Jugendlichen

3.1. Rechtliche Grundlagen außerfamilaler Unterbringung

3.2. Gründe einer Fremdunterbringung

3.3. Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie

3.4. Defizitäre Familienverhältnisse und ihre Auswirkungen

4. Geschwisterbeziehungen – ein allgemeiner Überblick

4.1. Definition von Geschwisterbeziehungen

4.2. Bedeutung von Geschwisterbeziehungen

5. Geschwisterkinder in der vollstationären Jugendhilfe

5.1. Gemeinsame Unterbringung von Geschwistern

5.2. Getrennte Unterbringung von Geschwistern

5.3. Problemlagen am Beispiel der SWG Seligenstadt

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld der gemeinsamen versus getrennten Unterbringung von Geschwistern in vollstationären Jugendhilfeeinrichtungen, um auf Basis theoretischer Erkenntnisse und praktischer Erfahrungen Kriterien für eine gelingende Hilfeplanung abzuleiten.

  • Grundlagen der Fremdunterbringung gemäß SGB VIII
  • Bedeutung und Dynamik von Geschwisterbeziehungen
  • Psychologische Auswirkungen von Unterbringungsentscheidungen auf das Geschwistergefüge
  • Fallbeispiele aus der stationären Wohngruppenpraxis
  • Herausforderungen der Hilfeplanung bei defizitären Familienkonstellationen

Auszug aus dem Buch

5.1. Gemeinsame Unterbringung von Geschwistern

Wie bereits im Einleitungspunkt dieses Kapitels erwähnt, können Geschwister einen zentralen Bestandteil des Lebens darstellen, sofern sie bereits vor der Fremdunterbringung einen hohen Zugang zueinander hatten. Werden Geschwister gemeinsam außerfamilal untergebracht, können sie auf diese Art und Weise Vertrautes und Bekanntes in die fremde Umgebung mitnehmen. Die Chance, dass die Trennung von den Eltern weniger traumatisch vonstattengeht, kann dadurch erhöht werden. Eine gemeinsame Unterbringung von Geschwistern ist eine Möglichkeit eine entscheidende Bindung in ihrem Leben zu bewahren. Die Verluste, die mit einer Trennung von den Eltern einhergehen, können durch eine gemeinsame Unterbringung von Geschwistern abgeschwächt werden. Kinder aus einer gemeinsamen Unterbringung wiesen geringere Bindungsstörungen auf, als solche die getrennt voneinander untergebracht waren, und somit zwei existentielle Bindungsabbrüche zu verarbeiten hatten.

Bowlby stellte diesbezüglich bereits fest, dass die Angst vor Trennung und das real erlebte Leid von Kindern durch eine unfreiwillige Trennung von den Bezugspersonen massive negative seelische und körperliche Folgen hat [vgl. Rasl 2011, S. 6]. Die Erkenntnis, dass Geschwister Gefährten darstellen und sich in das neue Leben begleiten, ist sehr wichtig. Das Geschwisterkind, welches das gleiche Schicksal erleidet, bildet den besten Leidensgefährten. Das Selbstwertgefühl der Kinder wird dadurch in geringerem Maße erschüttert. Durch eine gemeinsame Fremdplatzierung sind Geschwister eher fähig, sich wieder auf andere Beziehungen einzulassen, weil sie nicht alle Bindungen verloren haben [vgl. Wiemann 2009, S.4].

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des praktischen Kontexts der Autorin als Nachtbereitschaft und Formulierung der Fragestellung zur Unterbringung von Geschwistern.

2. Beschreibung der Einrichtung: Überblick über die Trägerstruktur sowie die konzeptionellen Grundlagen der betrachteten vollstationären Wohngruppe.

3. Fremdunterbringung von Kindern und Jugendlichen: Analyse der rechtlichen Grundlagen nach SGB VIII, der Gründe für eine Unterbringung sowie der Bedeutung der Arbeit mit der Herkunftsfamilie.

4. Geschwisterbeziehungen – ein allgemeiner Überblick: Theoretische Herleitung des Geschwisterbegriffs und Erläuterung der Bedeutung dieser Beziehungen für die psychosoziale Entwicklung.

5. Geschwisterkinder in der vollstationären Jugendhilfe: Diskussion über Vor- und Nachteile gemeinsamer bzw. getrennter Unterbringung ergänzt um praktische Fallbeispiele.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Thematik mit Fokus auf die notwendige Individualität bei der Hilfeplanung im Kontext des Kindeswohls.

Schlüsselwörter

Fremdunterbringung, Geschwisterbeziehung, Jugendhilfe, SGB VIII, Kindeswohlgefährdung, Wohngruppe, Bindungstheorie, Elternarbeit, Hilfeplanverfahren, Familiensystem, Sozialpädagogik, Geschwisterkonstellation, Traumatisierung, Reintegration, Erziehungskompetenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Chancen und Risiken der gemeinsamen Unterbringung von Geschwistern in vollstationären Einrichtungen der Jugendhilfe.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die rechtlichen Rahmenbedingungen des SGB VIII, die Bindungstheorie bei Geschwistern und die Auswirkungen von Trennungserfahrungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, welche Aspekte für oder gegen eine gemeinsame Unterbringung von Geschwistern in der vollstationären Jugendhilfe sprechen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt hauptsächlich die Methoden der Literaturauswertung und der Sekundärauswertung bereits vorhandener Daten sowie reflektierte Praxisbeispiele.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Fremdunterbringung, eine Definition der Geschwisterbeziehung und eine praxisorientierte Diskussion der Unterbringungsformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Fremdunterbringung, Geschwisterbeziehung, Jugendhilfe, Bindungstheorie und Kindeswohl stehen im Zentrum der Untersuchung.

Warum ist das Thema der "Parentifizierung" in diesem Kontext relevant?

Parentifizierung beschreibt eine Rollenumkehr, bei der Kinder Verantwortung für Eltern übernehmen, was die Geschwisterbeziehung stark belasten und deren Dynamik im Heimalltag beeinflussen kann.

Wie verhält es sich mit der "Hänsel-und-Gretel-Phänomen" genannten Bindungsform?

Das Phänomen beschreibt eine intensive, oft abhängige Geschwisterliebe, die als Kompensation für fehlende emotionale Zuwendung durch die Eltern entsteht.

Welche Rolle spielt die Individualität in der Hilfeplanung laut Autorin?

Die Autorin betont, dass kein starres Schema existiert und jede Geschwisterkonstellation im Hilfeplanverfahren individuell bewertet werden muss, da das Kindeswohl stets Priorität hat.

Welche Erkenntnis lässt sich aus den Praxisbeispielen ziehen?

Die Beispiele zeigen, dass sowohl eine gemeinsame als auch eine getrennte Unterbringung positive Entwicklungen fördern kann, sofern sie den spezifischen Störungsbildern und Bedürfnissen der Kinder gerecht wird.

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Details

Title
Geschwister in der vollstationären Jugendhilfe. Welche Aspekte sprechen für oder gegen die gemeinsame Unterbringung?
College
University of Applied Sciences Darmstadt  (Soziale Arbeit)
Course
Sozialpädagogisches Blockpraktikum
Grade
1,3
Author
Steffi Gesser (Author)
Publication Year
2020
Pages
19
Catalog Number
V1000655
ISBN (eBook)
9783346375919
ISBN (Book)
9783346375926
Language
German
Tags
Jugendhilfe Geschwister stationär Wohngruppe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Steffi Gesser (Author), 2020, Geschwister in der vollstationären Jugendhilfe. Welche Aspekte sprechen für oder gegen die gemeinsame Unterbringung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1000655
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