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Bewegungsorientierte Schulentwicklung durch das Wagnis als Perspektive einer Bewegten Schulkultur. Gebt den Kindern die Bäume zurück

Titel: Bewegungsorientierte Schulentwicklung durch das Wagnis als Perspektive einer Bewegten Schulkultur. Gebt den Kindern die Bäume zurück

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2019 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Martin Reese (Autor:in)

Didaktik - Sport, Sportpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit stellt den Bewegungsaspekt in Schulen in den Vordergrund, mit der einen großen Forderung: Wenn Schüler als vernunftbegabte Individuen ernst genommen werden sollen, dann verbietet sich eine Dauerüberwachung von Pädagogenseite ebenso wie eine überängstliche Bevormundung im Hinblick auf eine wagnishafte Weltbegegnung. Also gebt den Kindern die Bäume zurück und lasst sie sich erproben!

Bäume auf dem Schulhof sind nicht nur Zierde, Lärmschutz und Schattenspender. Sie können auch als naturwüchsige Klettergelegenheiten genutzt werden. Ein verkürztes Sicherheitsdenken blockiert diesen Gedankengang in der Praxis allzu oft vorschnell. Es ist paradox: Wenn wir als Menschen Sicherheit im Umgang mit potenziellen Gefahren gewinnen wollen, dann müssen wir uns mit ihnen auseinandersetzen. Wir müssen also Sicherheit aufgeben, um Sicherheit zu gewinnen. Von diesem entwicklungspsychologischen Gedanken von Warwitz ausgehend, wird das Wagnis als Perspektive in der schulischen Auseinandersetzung am Beispiel des Baumkletterns diskutiert. Denn Schule ist viel mehr als bloß Unterrichtszeit: Hier treffen viele Menschen aufeinander (Kinder, junge Erwachsene, Lehrer, Eltern, Schulleitungen ...) und dabei muss das Miteinander immer wieder neu ausgehandelt werden. Im Horizont einer solchen Schulentwicklung darf auch der Bewegungsaspekt nicht zu Kurz kommen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Im Wagnis erwächst das Leben (Warwitz)

2.1 Der Wagnisbegriff

2.2 Das Wagnis und die Pädagogik

2.2.1 Wagnis und Sicherheit

2.2.2 Pädagogisch überwachte Wagnisse – der Schulsport

2.2.3 Wagnisorientierung und informelle Tätigkeiten – Baumklettern im Schulfreiraum des Pausenhofs

3 Bewegte Schulkultur und wagnisorientierte Bewegungsangebote im Horizont der Schulentwicklung

3.1 Partizipation als grundlegende Dimension bewegungsorientierter Schulgestaltung

3.2 Leistung in der Perspektive individuellen Bewegungsvermögens

3.3 Inhalt: Bewegen zwischen Selbstzweck und zweckvoller Nutzung

3.4 Pädagogische Orientierung als Überzeugung einer guten Schule

4 Konklusion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Integration wagnisorientierter Bewegungsangebote, insbesondere des Baumkletterns in informellen Schulfreiräumen, in das Konzept einer Bewegten Schulkultur, um Kindern und Jugendlichen durch eine bewusste Auseinandersetzung mit Risiken Entwicklungschancen und Handlungssicherheit zu ermöglichen.

  • Reflektion des Wagnisbegriffs im pädagogischen Kontext
  • Abgrenzung von Wagnis und Risiko
  • Bedeutung der Schulkultur für die Schulentwicklung
  • Baumklettern als informelle Bewegungsaktivität
  • Partizipation und Verantwortung in der Schulgestaltung

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Wagnis und Sicherheit

Das Wagnis ist ein Spiel an der individuellen Grenze und birgt damit auch Verletzungsrisiken. Auf den ersten Blick müsste die Schule daher eine bewusste Wagnisorientierung meiden, denn beispielsweise entspricht es „für besorgte Eltern … [selbstverständlich; M.R.] nicht der Erwartung, dass die von ihnen in die Obhut professionell ausgebildeter Lehrkräfte abgegebenen Kinder und Jugendlichen den Schultag mit einem Arztbesuch beenden.“ (Pfitzner, 2012, S.117)

Wenn ausschließlich der Risikoanteil des Wagnisses gesehen wird, erscheint eine derartige Sicht durchaus nachvollziehbar. Und die Abneigung gegenüber wagnisträchtigen Handlungen von Schülerinnen und Schülern aus der Perspektive von Pausenaufsichten (vgl. Jakob, 2010, S. 12) ist so ebenfalls erschließbar, kursieren doch die wildesten Gerüchte und tradierte Mythen bezüglich der drohenden Konsequenzen für die jeweiligen Pädagoginnen und Pädagogen, wenn doch einmal ein Unfall passiert (vgl. Derecik, 2015, S. 47). Dass diese der Wirklichkeit allerdings nicht standhalten, zeigt Derecik auf (vgl. ebd., S. 47f.). Zusammenfassend konstatiert er: Die Aufsicht ist „von jeglicher Haftung befreit, sofern sie nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig agiert“ (ebd., S. 48). Dies ist auch sinnig, denn „eine lückenlose Aufsicht [ist ohnehin nicht; M.R.] … möglich“ (Krüger, 1996, S. 30). Obendrein erscheint „pausenloses Hinterherschnüffeln einer pädagogischen Aufsicht nicht würdig“ (ebd.). Diesen Gedanken weiterführend geht die aktive Sicherheitserziehung davon aus, „dass den Kindern nicht jede Gefahrenquelle aus dem Weg geräumt werden sollte“ (Derecik, 2015, S. 47), denn „durch Aktivitäten, die ein gewisses Wagnis darstellen, gelangen Schüler zu einer realistischeren Selbsteinschätzung der eigenen motorischen Fähigkeiten und können damit zu Selbstverantwortlichkeit und Selbstbestimmtheit im Umgang mit sich selbst erzogen werden.“ (ebd.)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert das pädagogische Dilemma zwischen Sicherheitsansprüchen und dem Entwicklungspotenzial wagnisorientierter Bewegungshandlungen in der Schule.

2 Im Wagnis erwächst das Leben (Warwitz): Dieses Kapitel klärt den Wagnisbegriff, grenzt ihn vom Risiko ab und diskutiert dessen pädagogische Bedeutung im Schulsport sowie in informellen Schulfreiräumen.

3 Bewegte Schulkultur und wagnisorientierte Bewegungsangebote im Horizont der Schulentwicklung: Der Hauptteil verknüpft wagnisorientiertes Bewegen mit den vier Dimensionen der Schulkultur, um eine nachhaltige bewegungsorientierte Schulentwicklung zu skizzieren.

4 Konklusion: Das Fazit fasst die zentralen Argumente zusammen und betont die Notwendigkeit von Aushandlungsprozessen zwischen allen Akteuren zur Förderung einer wagnistoleranten Schulkultur.

Schlüsselwörter

Wagnis, Risiko, Bewegte Schule, Schulkultur, Schulentwicklung, Baumklettern, informelles Lernen, Sicherheit, Selbsteinschätzung, Selbstverantwortung, Partizipation, Bewegung, Sportpädagogik, Motologie, Bewegungsraum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Reflexion des Wagnisses als notwendiger Komponente einer bewegungsorientierten Schulkultur, insbesondere durch das Beispiel des Baumkletterns.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Wagnis im pädagogischen Kontext, das Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Risikokompetenz, die Gestaltung informeller Schulfreiräume sowie Ansätze der Schulentwicklung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, zu untersuchen, wie wagnisorientierte Bewegungssituationen in den Schulalltag integriert werden können, um die Eigenverantwortung und Risikokompetenz der Schüler zu stärken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit ist eine theoretisch-analytische Hausarbeit, die den aktuellen Diskurs der Sportpädagogik und Schulentwicklungsforschung aufarbeitet und am Beispiel des Baumkletterns reflektiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Wagnis als entwicklungspsychologische Determinante, vergleicht den Schulsport mit informellen Bewegungsräumen und diskutiert die Umsetzung durch die vier Dimensionen der Schulkultur nach Laging.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wagnis, Risiko, Bewegte Schule, Schulkultur, Schulentwicklung und Baumklettern sind die zentralen Begriffe, die den Fokus der Arbeit bestimmen.

Warum ist Baumklettern auf dem Pausenhof pädagogisch sinnvoll?

Baumklettern ermöglicht eine natürliche Anforderungsdifferenzierung und fördert die explorative Selbstbestimmung sowie eine realistische Einschätzung der eigenen Grenzen, was zu erhöhter Handlungssicherheit führt.

Wie sollte die Schule mit dem "Paradoxon der Sicherheit" umgehen?

Anstatt gefahrvolle Aktivitäten komplett zu verbieten, sollte die Schule das Wagnis bewusst zulassen und thematisieren, um die Schüler durch die Auseinandersetzung mit Risiken zu "lebenstüchtigen" und verantwortungsvollen Akteuren zu erziehen.

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Details

Titel
Bewegungsorientierte Schulentwicklung durch das Wagnis als Perspektive einer Bewegten Schulkultur. Gebt den Kindern die Bäume zurück
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Institut für Sportwissenschaft und Motologie)
Veranstaltung
Themen der Bewegungs- und Sportdidaktik
Note
1,0
Autor
Martin Reese (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
23
Katalognummer
V1013019
ISBN (eBook)
9783346404312
ISBN (Buch)
9783346404329
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bewegte Schule Bewegte Schulkultur Bewegungsorientierte Schulentwicklung Wagnis Baumklettern Warwitz Sicherheit Pause Schulhof Schulhofgestaltung Laging
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martin Reese (Autor:in), 2019, Bewegungsorientierte Schulentwicklung durch das Wagnis als Perspektive einer Bewegten Schulkultur. Gebt den Kindern die Bäume zurück, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1013019
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Leseprobe aus  23  Seiten
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