In dieser Arbeit wird nonverbale Kommunikation im Fremdsprachenunterricht untersucht. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf dem visuellen Bereich der Körpersprache, wobei zunächst auf die unterschiedlichen biologischen und kulturellen Faktoren der Augenkommunikation eingegangen werden soll.
Daran anschließend werden die Teilbereiche Mimik und Blickverhalten näher betrachtet und der Frage nachgegangen, inwieweit das Wechselspiel der Mimik und der Augenbewegung überhaupt beeinflussbar ist. Zudem wird analysiert, welche Rückschlüsse sich daraus für Unterrichtssituationen ziehen lassen. Dabei wird versucht, die Bedeutung der visuellen Kommunikation insbesondere für den Fremdsprachenunterricht aufzuzeigen.
Die menschliche Fähigkeit zum Sprechen gilt als die Grundvoraussetzung, um an allen sozialen Formen und Interaktionen teilnehmen zu können. Allerdings sind es nicht nur die verbalen beziehungsweise paraverbalen Elemente, die den Kommunikationsprozess entscheidend beeinflussen. Weitaus größere Bedeutung erlangten nach vielen Jahren umfangreicher und komplexer Forschung in den unterschiedlichsten Wissenschaftsdisziplinen die anteiligen nonverbalen Faktoren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. „Nonverbale Kommunikation“ versus „Körpersprache“
3. Kommunikation der Augen als Bestandteil der Nonverbalen Kommunikation
4. Biologische und kulturelle Grundlagen der Augenkommunikation
5. Mimik und Blickverhalten
6. Deliberatives Wegblicken nach Ehlich/Rehbein
7. Die Bedeutung der Augenkommunikation für den Unterricht
8. Spezifische Bedeutung für den Fremdsprachenunterricht
9. Fazit und Ausblicke
Zielsetzung und Themenbereiche
Die Arbeit untersucht die Rolle der Augenkommunikation als essenziellen Bestandteil nonverbaler Interaktion und analysiert deren Einfluss auf Lehr-Lern-Prozesse, insbesondere im Kontext des Fremdsprachenunterrichts.
- Grundlagen der nonverbalen Kommunikation vs. Körpersprache
- Biologische und kulturelle Prägungen des Blickverhaltens
- Analyse deliberativer Augenbewegungen nach Ehlich/Rehbein
- Bedeutung von Blickkontakt für die Qualität der Unterrichtskommunikation
Auszug aus dem Buch
3. Kommunikation der Augen als Teil der Nonverbalen Kommunikation
Die Augen als anatomische Einheiten sind per se kaum in der Lage, eine Form der eigenständigen Kommunikation auszuführen. Allerdings sind sie als primäres Wahrnehmungsorgan und als Indikator zur Abbildung verschiedener kognitiver Prozesse von entscheidender Bedeutung. Oft werden sie als „Spiegel der Seele“ bezeichnet.
Dabei werden oft die Augenbewegungen, die als Reaktion eines äußeren Reizes unbewusst entstehen, von den bewusst herbei geführten Bewegungsabläufen unterschieden. Viel mehr stehen sie im Zusammenhang mit dem mischen Verhalten der gesamten Gesichtsregion, sowie der Haltung und der Neigung des Kopfes.
Man geht davon aus, dass einerseits die unbewusst ablaufenden Augenbewegungen einen entscheidenden, wenngleich auch nahezu sehr schwierig nachweisbaren Einfluss auf jegliche Form der Kommunikation haben. Andererseits lassen sich nach Ehlich/Rehbein (1982) die bewusst gesteuerten Augenbewegungen zu den sogenannten „Ausdruckseinheiten“ bzw. „Ausdrucksrepertoires“ zusammenfassen und bilden somit den Hauptanteil am nonverbalen Kommunikationsgeschehen. (Ehlich/Rehbein 1982, S. 43).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz der nonverbalen Kommunikation dar und führt in die Thematik der Augenkommunikation und deren Bedeutung für pädagogische Kontexte ein.
2. „Nonverbale Kommunikation“ versus „Körpersprache“: Das Kapitel differenziert zwischen den wissenschaftlichen Begriffen und beleuchtet die Rolle des Körpers in der Interaktion.
3. Kommunikation der Augen als Bestandteil der Nonverbalen Kommunikation: Hier wird die physiologische und kommunikative Funktion der Augen als Teil des Ausdrucksrepertoires beschrieben.
4. Biologische und kulturelle Grundlagen der Augenkommunikation: Es werden die evolutionären Wurzeln sowie die kulturell unterschiedliche Ausprägung des Blickverhaltens thematisiert.
5. Mimik und Blickverhalten: Dieses Kapitel analysiert das Zusammenspiel von Mimik und Blicken als wesentliche Signale in sozialen Interaktionen.
6. Deliberatives Wegblicken nach Ehlich/Rehbein: Der Begriff des deliberativen Wegblickens wird als Indikator für kognitive Suchprozesse erläutert.
7. Die Bedeutung der Augenkommunikation für den Unterricht: Die Relevanz der Blicksteuerung für die Lehrer-Schüler-Interaktion und das gegenseitige Verständnis wird erörtert.
8. Spezifische Bedeutung für den Fremdsprachenunterricht: Dieses Kapitel widmet sich den besonderen Anforderungen an die Lehrperson bei der Vermittlung einer Zweitsprache.
9. Fazit und Ausblicke: Eine abschließende Betrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und zeigt auf, dass rein visuelle Informationen in der Kommunikation nicht immer eindeutig interpretierbar sind.
Schlüsselwörter
Augenkommunikation, Nonverbale Kommunikation, Körpersprache, Blickverhalten, Fremdsprachenunterricht, Mimik, Interaktion, Lehr-Lern-Prozess, Kognition, Ausdrucksrepertoires, Ehlich, Rehbein, Sozialisation, Wahrnehmung, Unterrichtskommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Analyse der Augenkommunikation als Bestandteil nonverbalen Verhaltens und untersucht deren Einfluss auf die Interaktion zwischen Menschen, insbesondere im Bildungsbereich.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die anatomischen und biologischen Grundlagen des Blickverhaltens, kulturelle Unterschiede bei der Augenkommunikation sowie die didaktische Relevanz für den Fremdsprachenunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Blickverhalten die Kommunikation steuert und welche Rolle dies für ein effektives Lehren und Lernen im Fremdsprachenkontext spielt.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender kommunikationstheoretischer Ansätze, wie etwa der Theorien von Ehlich/Rehbein, sowie auf erziehungswissenschaftliche Erkenntnisse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Abgrenzung der Körpersprache, die Darstellung biologischer und kultureller Grundlagen sowie die spezifische Analyse von Blickverhalten und "deliberativem Wegblicken" im Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Augenkommunikation, Nonverbale Kommunikation, Blickkontakt, Fremdsprachenunterricht und Ausdrucksrepertoires.
Was versteht man unter „deliberativem Wegblicken“?
Es bezeichnet Augenbewegungen, die signalisieren, dass sich eine Person in einem mentalen Such- oder Nachdenkprozess befindet, statt aktiv in die Kommunikation einzugreifen.
Warum ist das Blickverhalten im Fremdsprachenunterricht besonders relevant?
Da Lernende in einer Fremdsprache oft über limitierte verbale Mittel verfügen, gewinnen nonverbale Signale an Bedeutung, um Verständnis, Verunsicherung oder Partizipationswünsche zu vermitteln.
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- Manja Rehschuh (Autor), 2014, Nonverbalen Kommunikation im Fremdsprachenunterricht. Bedeutung von Augenkommunikation, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1031008