Der Autor befasst sich in der vorliegenden Arbeit mit der Möglichkeit der Gewährung von Stock Options als Entlohnungsinstrument im Bereich des Profi-Fußballs.
Nach einer kurzen Einleitung werden die Motive für die Gewährung von Stock Options, also unternehmenswertorientierter Entlohnung, und die Ausgestaltung einer Begebung aufgezeigt. Anschließend werden Referentgrößen erarbeitet, die die Beurteilung von Stock Options ermöglichen sollen.
Im Hauptteil der Arbeit wird die Anwendbarkeit von Stock Options im Profi-Fußball dargestellt. Zuerst werden die Voraussetzungen für den Einsatz von Stock Ooptions erarbeitet. Anschließend werden die Ziele auf Vereins- und auf Spielerseite dargestellt und anhand der entwickelten Referenzgrößen abgeprüft.
Im letzten Teil des Hauptteils erfolgt eine synoptische Gegenüberstellung der Ziele und Referenzgrößen auf Vereins- und Spielerseite.
Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und ein Ausblick gewagt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Motive für die Gewährung von Stock Options, Ausprägungen und Referenzgrößen
2.1 Motive für die Gewährung von Stock Options
2.1.1 Historie
2.1.2 Wertorientierte Unternehmensführung
2.2 Ausprägungen und bilanzielle Erfassung von Stock Options
2.2.1 Reale Stock Options
2.2.2 Virtuelle Stock Options
2.2.3 Wandel-, Optionsanleihen
2.2.4 Bilanzielle Erfassung von Stock Options
2.3 Referenzgrößen zur Beurteilung von Stock Options
3 Anwendbarkeit von Stock Options im Berufsfußball
3.1 Voraussetzungen für den Einsatz von Stock Options
3.1.1 Korrelation sportlicher und wirtschaftlicher Erfolg
3.1.2 Vereinbarkeit mit Lizenzspielerstatut der DFL
3.2 Vereinsseite
3.2.1 Ziele des Vereins
3.2.2 Beurteilung anhand der entwickelten Referenzgrößen
3.2.3 Zwischenfazit
3.3 Spielerseite
3.3.1 Ziele des Spielers
3.3.2 Beurteilung anhand der entwickelten Referenzgrößen
3.3.3 Zwischenfazit
3.4 Synoptische Gegenüberstellung
3.5 Zwischenergebnis
4 Resümee und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Eignung und Anwendbarkeit von Stock Options als Vergütungsinstrument im professionellen Fußball. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob und unter welchen Voraussetzungen eine unternehmenswertorientierte Entlohnung von Spielern dazu beitragen kann, den Interessengegensatz zwischen Vereinen und Profisportlern zu überbrücken und sportlichen Erfolg mit wirtschaftlicher Stabilität zu korrelieren.
- Grundlagen der unternehmenswertorientierten Führung und Agency-Theorie.
- Differenzierung der Ausprägungsformen von Aktienoptionsprogrammen.
- Analyse der spezifischen Anforderungen an Fußballvereine bei der Einführung von Stock Options.
- Gegenüberstellung der Zielsetzungen von Vereinsführung und Spielerschaft.
- Bewertung von Alternativen wie Stock Appreciation Rights vor dem Hintergrund rechtlicher Rahmenbedingungen.
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Wertorientierte Unternehmensführung
In den letzten Jahren hat sich in Deutschland, das in den USA entstandene Shareholder – Value – Konzept durchgesetzt. Dabei ist die Erhöhung und Schaffung von Wert für die Eigentümer von Unternehmen das oberste finanzwirtschaftliche Ziel, es muss also der „total return to investors“ (Aktienzuwächse plus Dividenden) maximiert werden. Das Konzept wird dadurch umgesetzt, dass nur Investitionen getätigt werden, deren Cash-flow bei Abzinsung mit den Eigenkapitalkosten einen positiven Barwert ergeben, denn der Unternehmenswert sinkt immer dann, wenn die Cash-flow-Rendite unter dem durchschnittlichen Eigenkapitalkosten liegt. Daraus ist zu folgern, dass der Buchgewinn aufgrund von Ansatz- und Bewertungsverfahren (z.B. LiFo oder FiFo) den Unternehmenserfolg nicht wiederspiegelt und Gewinn- und Rentabilitätskriterien ungeeignet sind, die Erfolgsaussichten zukünftiger Maßnahmen aufgrund des Risikos von Investitionen und dem Zeitwert von Zahlungen zu bemessen.
Ein Problem bei großen Kapitalgesellschaften ist das Auseinanderfallen der Interessen von Eigentümern (bzw. Anteilseignern) und der Geschäftsführung (Managern). So ist die wichtigste Aufgabe der Geschäftsführung die Wertsteigerung der Unternehmung, doch kommt es in einigen Situationen dazu, dass die Ziele des Management, von denen der Anteilseigner abweichen. Sie verfolgen Marktwertsteigerungen nicht in dem Maße, in dem sie es bei einer Eigenkapital-Beteiligung tun würden. Führungskräfte können einen höheren Nutzen aus Konsumausgaben als Anteileigner ziehen und haben eine geringere Risikoneigung als diese.
Dieser Konflikt, der sich aus der Trennung von Eigentum und Leitung ergibt, wird in der Betriebswirtschaftslehre als Agency - Theorie diskutiert. Sie beinhaltet zum einen die, bereits erwähnte, Verfolgung eigener Ziele durch die Manager und auf der anderen Seite eine Informationsasymmetrie zwischen Eigentümer und Manager aufgrund von vorenthaltenen Insiderinformationen und mangelnder Überwachung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende wirtschaftliche Bedeutung von variablen Vergütungsformen im Sport angesichts von Marktveränderungen wie dem Bosman-Urteil.
2 Motive für die Gewährung von Stock Options, Ausprägungen und Referenzgrößen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Shareholder-Value-Orientierung und die verschiedenen Instrumente zur aktienbasierten Vergütung.
3 Anwendbarkeit von Stock Options im Berufsfußball: Der Hauptteil analysiert, wie Fußballvereine als Wirtschaftsunternehmen die Korrelation zwischen sportlicher Leistung und Marktwert für Anreizsysteme nutzen können.
4 Resümee und Ausblick: Abschließend wird die These untermauert, dass sich Stock Options als Instrument im Profifußball durchsetzen werden, sofern eine Verbindung zwischen sportlichem Erfolg und Börsenwert besteht.
Schlüsselwörter
Stock Options, Aktienoptionen, Shareholder Value, Profifußball, Unternehmenswert, Agency-Theorie, Vergütungssysteme, Börsengang, Lizenzspielerstatut, Wertorientierte Unternehmensführung, Anreizsysteme, Kapitalerhöhung, Sportmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Übertragbarkeit von aktienbasierten Vergütungsmodellen aus der allgemeinen Wirtschaft auf die spezielle Branche des Profifußballs.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Themen sind die wertorientierte Unternehmensführung, die Agency-Theorie, die bilanzielle Erfassung von Optionen sowie die spezifischen Zielkonflikte zwischen Spielern und Vereinen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Es soll geklärt werden, ob Stock Options effektiv eingesetzt werden können, um die Interessen von Vereinen und Spielern durch eine Kopplung an den Erfolg des Unternehmens in Einklang zu bringen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung von rechtlichen Regelungen wie dem Lizenzspielerstatut der DFL.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Voraussetzungen für den Einsatz, die notwendige Korrelation von sportlichem Erfolg und Aktienkurs sowie die praktische Anwendbarkeit unter Berücksichtigung der Vereins- und Spielerziele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Stock Options, Shareholder Value, Profifußball, Agency-Theorie und wertorientierte Entlohnung.
Wie unterscheidet sich die Situation von Börsenvereinen wie Borussia Dortmund von anderen Vereinen?
Nur bei börsennotierten Vereinen ist ein direkter Aktienkurs vorhanden, der als Grundlage für Stock Options dienen kann, was diese Vereine zu Vorreitern für solche Vergütungsmodelle macht.
Warum werden Stock Appreciation Rights (SAR) oft als Alternative genannt?
SAR sind für viele Vereine attraktiver, da sie geringere Transaktionskosten verursachen, keine Kapitalerhöhung erfordern und steuerlich einfacher als Betriebsausgabe absetzbar sind.
Welche Rolle spielt das Lizenzspielerstatut der DFL für diese Vergütungsformen?
Das Statut untersagt Spielern den Erwerb von Anteilen bei anderen Vereinen der Liga, was die Gestaltung von Optionsprogrammen einschränkt, aber den Einsatz bei dem jeweiligen eigenen Arbeitgeber grundsätzlich erlaubt.
- Quote paper
- Marcel Leez (Author), 2002, Stock Options als Entlohnungsinstrument im Profi-Fußball, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11123