Der Einsatz von Juniorenfirmen im Hinblick auf die Förderung der Sozial- und der Selbstkompetenz


Seminararbeit, 2008

12 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 Einleitung

2 Juniorenfirma als ergänzende Ausbildungsmethode
2.1 Begriff und Zielsetzung
2.2 Entwicklung und bisherige Realisationsansätze

3 Entwicklung DER Sozial- und Selbstkompetenz von Auszubildenden in Juniorenfirmen
3.1 Erwerb von beruflicher Handlungskompetenz als Ziel moderner beruflicher Bildung
3.2 Der Beitrag der Juniorenfirmen zur Förderung der Selbstkompetenz von Auszubildenden
3.3 Nachhaltige Steigerung der Sozialkompetenz durch Einsatz von Juniorenfirmen
3.4 Problematische Aspekte beim kompetenzfördernden Einsatz von Juniorenfirmen

4 Zusammenfassung und Ausblick

LITERATURVERZEICHNIS

1 Einleitung

Eine effektive berufliche Ausbildung junger Menschen stellt heutzutage für viele Unternehmen ein wachsendes Problem dar. Auf der einen Seite werden die Unternehmen und ihre Strukturen durch Fusionen und Betriebsübernahmen immer komplexer und für die Auszubildenden immer undurchschaubarer. Auf der anderen Seite sollen die Auszubildenden nicht nur in einem Spezialgebiet einsetzbar sein, sondern sich aufgrund des fortschreitenden technologischen und arbeitsökonomischen Wandels schnell in neue Arbeitsbereiche und -situationen einfinden können (vgl. Fix, 1989, S. 13f.).

Um diesem Dilemma vorzubeugen, wurden in den letzten Jahrzehnten verstärkt so genannte Juniorenfirmen eingeführt. Den Auszubildenden sollen die unübersichtlichen Wertschöpfungsprozesse eines Großunternehmens an einer kleinen Firma veranschaulicht werden und gleichzeitig sollen ihnen Qualifikationen und Kompetenzen vermittelt werden, die sie auf die erhöhten Anforderungen eines von Flexibilität geprägten Arbeitslebens vorbereiten (vgl. Bauer & Stexkes, 1986, S.373).

In der vorliegenden Arbeit werden zunächst die Strukturmerkmale einer Juniorenfirma erläutert und eine Abgrenzung zu anderen Modellfirmen, die in der Erstausbildung eingesetzt werden, vorgenommen. Daran anschließend wird das Konzept der beruflichen Handlungskompetenz vorgestellt. Es wird erläutert, inwieweit die Sozial- und Selbstkompetenz der Auszubildenden durch den Einsatz von Juniorenfirmen gefördert werden kann und es werden die problematischen Aspekte einer Juniorenfirma näher betrachtet. Im letzten Kapitel erfolgen eine Zusammenfassung und ein Ausblick auf zukünftige Anwendungsmöglichkeiten der Juniorenfirma.

2 Juniorenfirma als ergänzende Ausbildungsmethode

2.1 Begriff und Zielsetzung

Eine Juniorenfirma ist eine Ausbildungsmethode, die es Auszubildenden ermöglicht, in eigener Verantwortung den realen Geschäftsbetrieb einer Firma zu gestalten und zu leiten. Allein die juristische Verantwortung für die Firma verbleibt in den meisten Fällen bei dem Ausbildungsunternehmen der Auszubildenden. Die Gründung einer Juniorenfirma erfolgt auf freiwilliger Basis der Unternehmen und wird in Ergänzung zu der Ausbildung im dualen System eingesetzt. Ungefähr 10 % ihrer Ausbildungszeit sind die Auszubildenden in der Juniorenfirma tätig (vgl. Kutt, 2006, S. 299f.).

Bei der Juniorenfirma handelt es sich um eine Form simulativer kaufmännischer Berufsbildung. Sie unterscheidet sich von anderen Formen wie dem Lernbüro und der Übungsfirma dadurch, dass ihr Realitätsbezug sehr weit ausgeprägt ist. Im Lernbüro und in der Übungsfirma werden sowohl die Dienstleistungs- und Warenströme als auch die Finanzströme simuliert. In der Juniorenfirma findet ein Austausch tatsächlich statt, so dass auch ein gewisses ökonomisches Risiko vorhanden ist. Außerdem unterscheiden sich die betrieblichen Simulationsformen in Bezug auf die Form der Außenkontakte. Während im Lernbüro die Außenkontakte durch Lehrer, Schüler oder den Computer simuliert werden und in der Übungsfirma durch andere Übungs- bzw. Partnerfirmen, bestehen in der Juniorenfirma reale Austauschbeziehungen mit Kunden und Lieferanten. In der Juniorenfirma werden aufgrund der juristischen Unselbständigkeit nur die Kontakte zu den Behörden simuliert und stellvertretend von dem Mutterunternehmen ausgeführt (vgl. Greimel, 1998, S. 16).

Der Gründung von Juniorenfirmen lag zunächst die Überlegung zugrunde, dass die fortschreitende Technisierung in den Unternehmen die Betriebsabläufe für die Auszubildenden undurchsichtig erscheinen lässt. Durch die Juniorenfirmen wurde das Ziel verfolgt, die einzelnen Prozesse wieder direkt erfahrbar zu machen. Nach der Einführung der ersten Juniorenfirmen stellte sich schnell heraus, dass die Juniorenfirma insbesondere der Förderung der Sozial- und Selbstkompetenzen der Auszubildenden dienlich ist. Dieser Aspekt ist bei der Einführung von Juniorenfirmen mittlerweile in den Vordergrund gerückt (vgl. Bauer & Stexkes, 1986, S. 373).

2.2 Entwicklung und bisherige Realisationsansätze

Schon vor 200 Jahren waren erste Ansätze von Übungsfirmen bekannt, deren Bedeutung von Pädagogen wie Rousseau und Pestalozzi unterstrichen wurde. Sie forderten bereits damals didaktische Prinzipien wie das Erfahrungslernen und den bildenden Wert der Arbeit stärker zu würdigen. Die Juniorenfirma in der heutigen Ausprägung entstand erst Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts. Ausgehend von einem Modellversuch des Bundesinstituts für Berufliche Bildung, an dem acht Unternehmen teilnahmen, wurde die Methode in den nächsten Jahren verstärkt in den Unternehmen eingesetzt (vgl. Kutt, 2000, S. 29f.). Bis heute ist der Verbreitungsgrad von Juniorenfirmen nicht besonders hoch. Der anfänglich hohe Organisations-, Arbeits- und Kostenaufwand schreckt viele Unternehmen von der Einführung ab (vgl. Kutt, 2006, S. 300).

Die Unternehmen, die sich zu der Gründung einer Juniorenfirma entschließen, kommen hauptsächlich aus den Bereichen Industrie und Handel. Juniorenfirmen im Einzelhandelsbereich sind häufig einzelne Filialen, die eigenständig von den Auszubildenden geführt werden (vgl. Braun, 1987, S. 143). Andere Juniorenfirmen spezialisieren sich auf den Verkauf von Handelswaren, die in keinerlei Zusammenhang mit ihrem Mutterunternehmen stehen. Größtenteils sind zwar kaufmännische Auszubildende in Juniorenfirmen beschäftigt, aber auch die Einbeziehung der gewerblich-technischen Auszubildenden erfolgt, indem Letztere die Waren produzieren, die dann von angehenden Industrie- oder Handelskaufleuten vertrieben werden (vgl. Bunk & Zedler, 1986, S. 30f.).

Der einzelne Auszubildende wird entweder wöchentlich für einige Stunden in der Juniorenfirma oder im Block für mehrere Wochen eingesetzt, wobei der erste Einsatz zumeist im zweiten Ausbildungsjahr stattfindet, wenn kaufmännische oder technische Grundkenntnisse schon vorhanden sind (vgl. Bauer, 1989, S. 225).

Die Rolle des Ausbilders in einer Juniorenfirma beschränkt sich lediglich auf die eines Moderators. Er kann den Auszubildenden mit Ratschlägen zur Seite stehen. Sein direktes Eingreifen in das Firmengeschehen sollte jedoch auch in Krisensituationen unterbleiben. Dadurch könnte die Entwicklung bestimmter Kompetenzen der Auszubildenden, auf die im nächsten Kapitel ausführlich eingegangen wird, behindert werden (vgl. Reichelt, 2005, S. 4).

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Der Einsatz von Juniorenfirmen im Hinblick auf die Förderung der Sozial- und der Selbstkompetenz
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Seminar für Wirtschaftspädagogik)
Veranstaltung
Hypermediales Lernen und Lehren
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
12
Katalognummer
V112449
ISBN (eBook)
9783640121045
ISBN (Buch)
9783640330898
Dateigröße
402 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einsatz, Juniorenfirmen, Hinblick, Förderung, Sozial-, Selbstkompetenz, Hypermediales, Lernen, Lehren
Arbeit zitieren
Marietta Sophia Dieckmann (Autor), 2008, Der Einsatz von Juniorenfirmen im Hinblick auf die Förderung der Sozial- und der Selbstkompetenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112449

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