Die Geschichte spezieller Kurse für ältere Menschen reicht bis in die späten 40er-Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts zurück. Beginnend mit Vorträgen über körperliche und psychische Veränderungen im Alter sowie den Umgang mit diesem Lebensabschnitt (z.B. „Die Angst vor dem Sterben“, „Von der Schönheit des Alters!“) etablierten sich im Laufe der Zeit Seniorenclubs, in denen sich Pensionisten zu regelmäßigen Aktivitäten zusammenfanden.
Erste in Kursprogrammen als speziell für Senioren konzipiert ausgewiesene Sprachkurse fanden Ende der 80er-Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts (z.B. in der VHS Hietzing) statt.
Senioren als Adressatengruppe gewinnen bedingt durch u. a. die Umkehrung der Alterspyramide und bessere medizinische Versorgung in der Erwachsenenbildung immer mehr an Bedeutung.
Da wir, die Autorinnen der folgenden Abhandlung, beide – bedingt durch unsere Studienschwerpunkte Erwachsenenbildung und Serbisch und Spanisch bzw. Deutsch als Fremdsprache – in unserer späteren beruflichen Laufbahn höchstwahrscheinlich (ob in altershetero- oder homogenen Gruppen) auch mit älteren Menschen arbeiten werden, haben wir uns dazu entschlossen, uns in der vorliegenden Arbeit mit dieser Adressatengruppe in der Erwachsenenbildung zu beschäftigen.
Inhaltsverzeichnis
I VORWORT
II EINLEITUNG
1 Explikation der Fragestellung
1.1 Relevanz der Studie für die Erwachsenenbildung
III HAUPTTEIL
1 Klärung zentraler Begriffe
1.1 „Das Alter“, der „alte Mensch“
1.1.2 Biologisches Alter (Milosavljevic)
1.1.3 Psychologisches Alter (Milosavljevic)
1.1.4 Soziales Alter (Milosavljevic)
1.1.5 Altersmodelle (Ergenzinger)
1.1.6 Physische, psychologische und soziale Besonderheiten im Alter (Milosavljevic)
1.1.7 Der ältere Mensch als Zielgruppe von Erwachsenenbildung (Milosavljevic)
1.2 Lernen (Ergenzinger)
1.2.1 Lernen aus systemisch-konstruktivistischer Sicht (Ergenzinger)
1.2.2 Besonderheiten des Lernens Erwachsener (Ergenzinger)
2 Erhebung der Daten
2.1 Untersuchungsdesign (Ergenzinger)
2.1.1 Untersuchungsteilnehmer (Ergenzinger)
2.1.2 Durchführung der Untersuchung (Ergenzinger)
3 Darstellung der Untersuchungsergebnisse
3.1 Organisatorische Rahmenbedingungen
3.2 Wahrnehmung der teilnehmenden Senioren durch die Kursleiter
3.3 Gestaltung der/des Kurse(s)
IV ZUSAMMENFASSUNG/RESUMEE
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die spezifischen Wahrnehmungen von Fremdsprachenlektoren hinsichtlich der Planung und Durchführung von Seniorenkursen an Volkshochschulen zu untersuchen, um Besonderheiten gegenüber altersheterogenen Gruppen zu identifizieren.
- Wahrnehmung älterer Kursteilnehmer durch Lektoren
- Einfluss des Alters auf die methodische Unterrichtsgestaltung
- Motivation und Gründe für die Kursbelegung im Alter
- Interaktionsformen in Seniorenlerngruppen
- Herausforderungen in der Planung und Organisation von Sprachkursen für Senioren
Auszug aus dem Buch
1.1.2 Biologisches Alter
Es besteht ein Unterschied zwischen kalendarischem (anhand z.B. der Geburtsurkunde ermittelbarem) und biologischem Alter.
Das biologische Alter zeigt sich z.B. in grauen Haaren, Veränderungen der äußeren Gestalt, Veränderungen der Knochensubstanz. Wie weit und in welcher Geschwindigkeit solche Veränderungen vorangehen, wird stark durch Veranlagung bestimmt. Der Lebensstil kann einen große Einfluss auf das biologische Alter haben. Geistige Aktivität, Ernährungsweise, Sport und andere Aktivitäten können das Altern des Körpers wesentlich bremsen oder beschleunigen. Somit können ein gesunder Lebensstil mit ausreichend sportlichen Aktivitäten, weniger Stress am Arbeitsplatz sowie regelmäßige und gesunde Ernährung das biologische Altern eines Menschen verlangsamen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Klärung zentraler Begriffe: Dieses Kapitel definiert wesentliche Konzepte wie das biologische, psychologische und soziale Alter sowie verschiedene theoretische Altersmodelle und deren Bedeutung für die Bildungsarbeit.
1.2 Lernen: Es wird der Lernbegriff aus systemisch-konstruktivistischer Perspektive betrachtet, wobei die Bedeutung von Sinnstiftung, Anschlussfähigkeit und der individuellen kognitiven Vorstruktur für Erwachsene hervorgehoben wird.
2 Erhebung der Daten: Dieser Abschnitt beschreibt das qualitative Untersuchungsdesign, die Auswahl der Lektoren als Experten und die Durchführung der leitfadengestützten Interviews.
3 Darstellung der Untersuchungsergebnisse: Hier werden die gewonnenen Erkenntnisse aus den Interviews präsentiert, gegliedert in organisatorische Rahmenbedingungen, die Wahrnehmung der Senioren sowie spezifische Gestaltungsaspekte der Kurse.
Schlüsselwörter
Erwachsenenbildung, Senioren, Fremdsprachenkurse, Altersmodelle, Lernen im Alter, Didaktik, Kursleiter, Motivationsfaktoren, Sozialkontakte, Unterrichtsplanung, Volkshochschule, Kommunikation, Defizit-Modell, Aktivitäts-Theorie, Lebenslanges Lernen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Planung und Durchführung von Sprachkursen für Senioren an Volkshochschulen unter besonderer Berücksichtigung der Wahrnehmung durch die Kursleiter.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung des Altersbegriffs, die Besonderheiten des Lernens im Erwachsenenalter sowie die praktischen Erfahrungen der Kursleiter mit Senioren.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob und in welchen Bereichen Kursleiter Unterschiede bei der Gestaltung von Seniorenkursen im Vergleich zu altersheterogenen Kursen sehen und welche Bedürfnisse der Senioren dabei besonders berücksichtigt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Erhebung verwendet?
Die Autoren wählten eine qualitative Vorgehensweise in Form von Fallbeispielen, basierend auf leitfadengestützten Interviews mit fünf erfahrenen Fremdsprachenlektoren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung (Alter und Lernen), die Beschreibung des Untersuchungsdesigns und die tabellarische Darstellung sowie Analyse der gewonnenen Interviewergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Erwachsenenbildung, Senioren, Sprachkurse, Kursleitung, Lebenslanges Lernen und gerontagogische Aspekte charakterisiert.
Wie bewerten die Kursleiter die Lernmotivation der Senioren?
Die befragten Kursleiter zeichnen durchweg ein sehr positives Bild und beschreiben die Senioren als außerordentlich motiviert, interessiert und aktiv, wobei sie den Kursbesuch oft als wertvolle Freizeitgestaltung nutzen.
Welchen Einfluss hat das Alter auf die methodische Vorgehensweise im Unterricht?
Die Ergebnisse zeigen, dass viele Kursleiter lauteres Sprechen, eine langsamere Lehrstoffprogression und eine stärkere Orientierung am Lehrbuch zur Strukturierung des Unterrichts bevorzugen, um den Senioren Sicherheit und eine angenehme Lernatmosphäre zu bieten.
Wird zwischen "jungen Alten" und "Hochbetagten" im Kontext der Kurse unterschieden?
Die Arbeit erwähnt diese Einteilung in der Theorie, stellt jedoch in der Untersuchung fest, dass die befragten Senioren meist in einem Altersbereich von 65 bis 75 Jahren liegen, was eine relativ homogene Lerngruppe ermöglicht.
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- Mag. Kathrin Primetzhofer (Author), 2004, Sprachkurse für SeniorInnen an Volkshochschulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114656