Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Filología alemana - Literatura alemana moderna

Illusionsstörende Elemente in der Erzählkunst E.T.A. Hoffmanns

Gezeigt am Beispiel von "Der goldne Topf", "Klein Zaches genannt Zinnober" und "Prinzessin Brambilla"

Título: Illusionsstörende Elemente in der Erzählkunst E.T.A. Hoffmanns

Tesis de Maestría , 2008 , 124 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Marah Pfennigsdorf (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Fiktive Texte erzeugen eine Illusion, die umso mächtiger ist, je konsistenter und wahrscheinlicher die erzählte Welt bezüglich der lebensweltlichen Erfahrung des Rezipienten gestaltet ist. Bei der Etablierung einer möglichst perfekten Illusion spielt darüber hinaus vor allem die Unauffälligkeit der Vermittlung eine große Rolle; der Fokus soll auf dem Dargestellten und nicht auf den Darstellungsmitteln liegen, denn sobald die sogenannten Darstellungsmittel für den Rezipienten offensichtlich werden, entsteht eine illusionsstörende Distanz zum Erzählinhalt. Neben den textseitigen Voraussetzungen hängt das Gelingen der Fiktion, also der Aufbau einer wie auch immer gearteten Illusion, wesentlich von der Rezeptionsleistung des Lesers ab. Der englische Literaturkritiker Samuel T. Coleridge hat in diesem Zusammenhang den Ausdruck Willing Suspension of Disbelief geprägt, der verstanden wird als „Rezeptionsmodus im Rahmen der Nutzung narrativer fiktionaler Medienangebote, bei dem der Rezipient Handlungskonsistenz und Wirklichkeitsnähe des fiktionalen Medieninhalts nicht kritisch hinterfragt, bzw. entsprechende Brüche und Verletzungen nicht beachtet.“1 Mit anderen Worten: der Rezipient unterdrückt bei der Rezeption von fiktiven Medieninhalten, z.B. narrativen Texten, bewusst oder unbewusst störende Informationen, um sein Rezeptionsziel zu erreichen. Der Rezipient ist demnach an einer ästhetischen Illusionierung interessiert und deshalb bereit, über illusionsstörende Details hinwegzusehen.
Doch bis zu welchem Grad können Irritationen ausgeblendet werden, und wann ist die Toleranz gegenüber störender Faktoren insofern erreicht, als dass ein tatsächlicher disbelief bezüglich des Dargestellten eintritt? [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungslage

3. Zu den Begriffen Erzähler und Leser

4. Theoretischer Hintergrund

4.1 Die ästhetische Illusion. Ein Überblick.

4.2 Illusionsfördernde und illusionsstörende Strategien in der Erzählkunst

5. Textanalyse

5.1 Explizite Metafiktion

5.2 Die direkte Leseranrede

5.3 Interferenz der Erzählebenen

5.4 Multiperspektivisches Erzählen

5.5 Unzuverlässiges Erzählen

5.6 Komisches Erzählen als distanzaktualisierendes Darstellungsmittel

5.6.1 Literatur und Karneval/Groteske Darstellung

5.6.2 Satire

5.6.3 Ironie

5.6.4 Humor

6. Fazit: Konsequenz der illusionsstörenden Erzählweise

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Magisterarbeit ist es, die Erzählstrategien E.T.A. Hoffmanns systematisch auf ihre potenzielle illusionsstörende Wirkung hin zu untersuchen und dabei zu klären, ob diese Verfahren als bloße Störung oder als Teil einer sekundären Illusionsbildung zu verstehen sind.

  • Analyse illusionsstörender Erzähltechniken bei E.T.A. Hoffmann
  • Untersuchung der Wirkung auf den realen bzw. impliziten Leser
  • Systematische Gegenüberstellung von "histoire" und "discours"
  • Fallbeispiele: *Der goldne Topf*, *Klein Zaches genannt Zinnober* und *Prinzessin Brambilla*
  • Theoretische Verortung durch die Illusionstheorie von Werner Wolf

Auszug aus dem Buch

Die direkte Leseranrede

Die direkte Leseranrede ist ein charakteristisches Erzählmittel aller Romane und Kunstmärchen E.T.A. Hoffmanns. In Der goldne Topf, Klein Zaches genannt Zinnober und Prinzessin Brambilla wendet sich der fiktive Erzähler immer wieder, allerdings nicht ohne in handlungserfüllten Szenen wieder vollständig hinter das Geschehen zurückzutreten, in Form einer direkten Anrede an seine Leser. Dabei appelliert er an die Bereitschaft der Leser, das Dargestellte zu glauben und gibt Anweisungen und Tipps, in welcher Art und Weise die Geschichte zu rezipieren sei; er bittet um Nachsicht, was allzu fantastisch geratene Passagen betrifft oder unterbricht die Handlung zuweilen, um völlig Nebensächliches zu erwähnen.

Nicht selten, das soll im Folgenden noch gezeigt werden, gibt sich der Erzähler dabei als historischer Autor aus und berichtet von seinem Schaffensprozess und den Schwierigkeiten, etwa einen passenden Schluss zu gestalten. Diese Leseranreden stellen, vor allem wenn es sich um Reflexionen über den Schreibprozess handelt, die Fiktionalität der Erzählung bloß und tragen zur wiederkehrenden Distanzaktualisierung des Lesers zur Primärillusion des Erzählten bei.

Stellt man die vier bedeutendsten Kunstmärchen E.T.A. Hoffmanns in eine chronologische Reihenfolge, dann lässt sich eine Zunahme der Erzählunterbrechungen in Form von Erzählereinschaltungen konstatieren. In Der goldne Topf wendet sich der Erzähler insgesamt viermal, in Klein Zaches genannt Zinnober siebenmal, in der Prinzessin Brambilla bereits 16-mal und im Meister Floh sogar 24-mal an den Leser.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der ästhetischen Illusion und Abgrenzung der Forschungsfrage hinsichtlich illusionsstörender Erzählelemente.

2. Forschungslage: Überblick über die literaturwissenschaftliche Rezeption von Hoffmanns Werk mit Fokus auf die bisherige Vernachlässigung der Erzähltechnik.

3. Zu den Begriffen Erzähler und Leser: Definition der narratologischen Instanzen und Abgrenzung zwischen fiktivem, realem und implizitem Leser.

4. Theoretischer Hintergrund: Theoretische Grundlegung durch Begriffe der Illusionstheorie und Erläuterung von Strategien der Illusionsbildung und -störung.

5. Textanalyse: Systematische Untersuchung von Metafiktion, Leseranreden, Interferenz, Perspektivismus, Unzuverlässigkeit und Komik anhand der drei Primärtexte.

6. Fazit: Konsequenz der illusionsstörenden Erzählweise: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage über die ästhetische Funktion und Wirkung von Hoffmanns Erzählstrategien.

Schlüsselwörter

E.T.A. Hoffmann, Illusionsstörung, Ästhetische Illusion, Erzähltechnik, Metafiktion, Leserlenkung, Narratologie, Historie, Diskurs, Kunstmärchen, Perspektivismus, Ironie, Humor, Groteske, Literaturwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie E.T.A. Hoffmann durch spezifische Erzählstrategien die ästhetische Illusion in seinen Kunstmärchen durchbricht und welche Funktion diese Störungen im Gesamtkonzept haben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die Begriffe der ästhetischen Illusion, die Trennung von erzählter Welt (histoire) und Vermittlungsebene (discours) sowie die verschiedenen Techniken der Metafiktion.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, nachzuweisen, dass die von Hoffmann eingesetzten Unterbrechungen und Störungen kein Qualitätsmangel sind, sondern eine bewusste poetologische Strategie darstellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt narratologische Analyseverfahren, insbesondere die Kategorien von Werner Wolf, um die Störfaktoren in den Primärtexten systematisch zu klassifizieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert explizit metafiktionale Kommentare, direkte Leseranreden, die Interferenz von Erzählebenen sowie unzuverlässiges und multiperspektivisches Erzählen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Illusionsstörung, Metafiktion, Narratologie, Leserlenkung und Hoffmanns Poetik.

Welche Rolle spielt Celionati in der Analyse?

Celionati dient als Beispiel für eine Figur, die die Ebenenhierarchie sprengt, indem sie sich als intradiegetische Figur ihres fiktionalen Status bewusst ist und mit dem realen Leser kommuniziert.

Warum ist das Ende von "Der goldne Topf" besonders relevant für die Analyse?

Der Schluss illustriert, wie der Erzähler in der Autorfiktion den Schaffensprozess thematisiert und somit die Grenze zwischen seiner Rolle als Erzähler und der fiktiven Welt des Märchens auflöst.

Final del extracto de 124 páginas  - subir

Detalles

Título
Illusionsstörende Elemente in der Erzählkunst E.T.A. Hoffmanns
Subtítulo
Gezeigt am Beispiel von "Der goldne Topf", "Klein Zaches genannt Zinnober" und "Prinzessin Brambilla"
Universidad
Humboldt-University of Berlin
Calificación
1,3
Autor
Marah Pfennigsdorf (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
124
No. de catálogo
V114797
ISBN (Ebook)
9783640149513
ISBN (Libro)
9783640149933
Idioma
Alemán
Etiqueta
Illusionsstörende Elemente Erzählkunst Hoffmanns E.T.A. Hoffmann Erzähltheorie Der Goldne Topf Klein Zaches genannt Zinnober Prinzessin Brambilla anti-illusionistisches Erzählen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Marah Pfennigsdorf (Autor), 2008, Illusionsstörende Elemente in der Erzählkunst E.T.A. Hoffmanns, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114797
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  124  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint