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Peter Madsens Valhalla: Studien zur Rezeption altwestnordischer Mythen im modernen Comic

Title: Peter Madsens Valhalla: Studien zur Rezeption altwestnordischer Mythen im modernen Comic

Diploma Thesis , 2008 , 239 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Mag. Tina Hafner (Author)

Scandinavian Languages
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Comics als banale Trivialliteratur, Comics als Herabwürdigung sprachlicher Werte, Comics als farbklecksartige Kunstfarce, Comics als primitive Serienlachnummer, Comics als Kinderliteratur, Comics als bunte Realitätsverfremdung, Comics als radikales Politinstrumentarium, Comics als psychologisch-soziologisches Therapeutikum, Comics als tabubrechende Rebellion, Comics als sinngebender Ausdruck, Comics als mediale
Kunstnische oder Comics als retrospektives Forum? Die Meinungen über Comics gehen weit auseinander und sind selbst mit oben genannten nicht vollständig abgedeckt. Trotz der kritischen Haltung, der dieses Medium noch immer gegenüber steht, soll hier vor allem ein Aspekt angesprochen werden, dessen positive Wirksamkeit sich im Comic vollendet.

Aufgrund der Vielfältigkeit des sprachlichen und metasprachlichen Ausdrucks sowie den zahlreichen Möglichkeiten visueller Darstellungen, eignen sich Comics als facettenreiches Rezeptionsmittel literarischer Inhalte und
mythologischer Stoffe. Der 14-bändige dänische Comiczyklus Peter Madsens Valhalla hat die altwestnordische Eddamythologie als Grundlage und wurde als Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit gewählt, weil dessen Kohärenz mit den altwestnordischen Eddaliedern und der Eddadichtung nicht nur in hohem Maße vorhanden ist, sondern weil die mythologischen Stoffe der mittelalterlichen Vorlagen auch durch Verwebungen in die comiceigene Kohäsion mit großer
Kreativität und Feingefühl vorgenommen wurde.

Nach einer Einführung, die sich mit den Vorläufern des modernen Comics und dessen Entwicklung beschäftigt, und der Aufstellung eines Modells zu den Gestaltungsmöglichkeiten des Comics, auf welches später immer wieder Bezug genommen werden wird, folgt eine Vorstellung des Valhalla-Zyklus, in der sowohl auf das Wesen Valhallas als auch auf technische und gestalterische Eigenheiten eingegangen wird. Mit den mythologischen Quellen, die den Valhalla-Handlungen zugrunde liegen sowie mit der Rezeption mythologischer Stoffe in diversen Comics des 20. Jahrhunderts wird sich Kapitel drei beschäftigen. Die Verbindung altwestnordisch-mythologischer Elemente mit dem Comic ist nicht allein ein europäisches Phänomen, wie folgende Ausführungen zeigen werden.

Als Hauptthema meiner Arbeit steht die Analyse der Narratio, des Textes und der Visualisierung innerhalb Valhallas, die in direktem Vergleich mit Beispielen aus den altwestnordischen Quellen erfolgen wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Das Medium Comic

1.1. Begriffsdefinition: Comic

1.2. Das Wesen der Comics

1.2.1. Historische Aspekte bis zur Jahrhundertwende

1.2.2. Modell zu den formalen Aspekten und Gestaltungsmöglichkeiten des modernen Comics

1.2.3. Die Metasprache der Symbole

1.2.4. Die Bedeutung der Induktion

1.2.5. Die Darstellung von Zeit und Rhythmus im Comic

1.2.6. Praktische Anwendung des Modells anhand zweier Beispielseiten aus Peter Madsens Valhalla

1.2.7. Themenbereiche moderner Comics

1.2.8. Traditionelle Comic-Zeichenstile

1.2.8.1. Schule Hergé – Ligne claire

1.2.8.2. Schule Marcinelle

1.2.8.3. Connecticut-Schule

1.3. Zusammenfassung

2. Peter Madsens Valhalla

2.1. Allgemein

2.1.1. Werdegang

2.1.2. Zusammensetzung des Teams

2.2. Genrezuordnung

2.3. Idee, Intention und Form

2.4. Stil

2.5. Aufbau und Strukturelemente

2.5.1. Äußere Gliederung – Panelaufbau und Strukturmethoden

2.5.2. Innere Gliederung – Aufbau der Handlungsstränge

2.5.3. Die Asen in Valhalla und ihre Visualisierung

2.5.3.1. Odin

2.5.3.2. Frigg

2.5.3.3. Thor

2.5.3.4. Sif

2.5.3.5. Tyr

2.5.3.6. Loke

2.5.3.7. Balder

2.5.3.8. Høder

2.5.3.9. Freja

2.5.3.10. Frej

2.5.3.11. Njord

2.5.3.12. Idun und Brage

2.5.3.13. Heimdal

2.5.4. Gegner und Chaosmächte im Valhalla-Zyklus

2.5.5. Mythologische Nebencharaktere im Valhalla-Zyklus

2.6. Technik

2.6.1. Zeichentechnik und Farbgebung

2.6.2. Das Lettering – Die Schrift

2.6.2.1. Digitales und analoges Lettering

2.6.2.2. Verwendete Schrifttypen innerhalb der Sprechblasen

2.6.2.3. Verwendete Schrifttypen außerhalb der Sprechblasen – Runen

2.7. Zusammenfassung

3. Die mythologischen Eddadichtungen und ihre Rezeption in der Comicliteratur

3.1. Die Edda, Snorra Edda und diverse Handschriften mit mythologischen Inhalten als Grundlage für Valhalla

3.1.1. Der Codex Regius der Liederedda, Gks. 2365, 4to

3.1.2. Das Fragment AM 748, 4to

3.1.3. Die Edda des Snorri Sturluson

3.1.4. Die Ynglinga saga

3.1.5. Die Ragnars saga loðbrókar

3.1.6. Der Sǫrla Þáttr

3.1.7. Die Gesta Danorum des Saxo Grammaticus

3.2. Elemente nordischer Mythologie als Handlungsgrundlage in Comics des 20. und 21. Jahrhunderts

3.2.1. Europa

3.2.2. USA

3.2.3. Asien

3.3. Zusammenfassung

4. Valhalla stellt sich den „Originalen“: Panelanalyse und Vergleich des Comics auf narrativer, intertextueller und bildlicher Ebene

4.1. Die Handlungen – Strukturanalyse

4.1.1. Einfache Handlungsstrukturen

4.1.1.1. Gegenüberstellung der Handlungsstrukturen I

4.1.2. Analyse der einfachen Handlungsstrukturen am Beispiel V2

4.1.2.1. Handlungsschema V2

4.1.2.2. Inhaltsangabe V2

4.1.2.3. Handlungsschema Þrymskviða

4.1.2.4. Inhaltsangabe Þrymskviða

4.1.2.5. Analyse der Handlungsstränge

4.1.2.6. Motive

4.1.2.7. Mythos in Variation.Mythologische Motive in V2

4.1.2.8. Diverse Unstimmigkeiten und vage Übereinstimmungen

4.1.3. Komplexe Handlungsstrukturen

4.1.3.1. Gegenüberstellung der Handlungsstrukturen II

4.1.4. Analyse der komplexen Handlungsstrukturen am Beispiel V11

4.1.4.1. Inhaltsangabe V11

4.1.4.2. Handlungsschema V11

4.1.4.3. Analyse der Handlungsstränge

4.1.4.4. Motive

4.1.4.5. Mythos in Variation. Mythologische Motive in V11

4.2. Die Textualität – Sprechblasenanalyse

4.2.1. Allgemein

4.2.2. Text zu Text allgemein

4.2.3. Text im Bild allgemein

4.2.4. Text im Kontext allgemein

4.2.5. Textanalyse V2

4.2.5.1. Text zu Text - V2

4.2.5.2. Text im Bild - V2

4.2.5.3. Text im Kontext - V2

4.2.6. Textanalyse V11

4.2.6.1. Text zu Text - V11

4.2.6.2. Text im Bild - V11

4.2.6.3. Text im Kontext - V11

4.3. Die Visualisierung – Panelanalyse

4.3.1. Text zu Bild allgemein

4.3.2. Text zu Bild - Bildanalyse V2

4.3.3. Text zu Bild - Bildanalyse V11

4.4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den dänischen Comiczyklus "Valhalla" von Peter Madsen und Henning Kure im Hinblick auf dessen Rezeption altwestnordischer mythologischer Stoffe. Ziel ist es, die narrative, textuelle und visuelle Struktur der Comics in den Kontext der originalen Eddadichtungen und anderer mittelalterlicher Quellen zu setzen, um zu analysieren, wie mythologisches Material in einem modernen, populärwissenschaftlichen Medium adaptiert und interpretiert wird.

  • Analyse der narrativen Struktur und Handlungsstränge im Vergleich zu mythologischen Vorlagen.
  • Untersuchung der formalen Gestaltungsmittel des modernen Comics (Panelaufbau, Sequenzialität, Metasprache).
  • Bedeutung von Runen und Text-im-Bild-Elementen als Mittel der Authentizitätsstiftung und Authentifizierung.
  • Rezeption mythologischer Motive unter dem Aspekt des "Mythos in Variation".
  • Einflüsse von Genre-Strukturen (z.B. Film-Noir) auf die visuelle und narrative Gestaltung.

Auszug aus dem Buch

Die Bedeutung der Induktion

Die Hauptwerkzeuge eines Comics stellen nicht nur Bild-Text-Kompositionen dar, sondern vor allem das Spiel mit allem, was zwischen den Bildern passiert. Die Panelzwischenräume, „der Rinnstein“, fordern die Fantasie des Lesers und zwingen ihn dazu, die Zusammenhänge zwischen den Bildern selbst zu erstellen. Die Induktion bezeichnet also jenen cerebralen Prozess, eine Handlung, die unsichtbar zwischen den Panelen passiert, anhand von Erfahrungswerten zu ergänzen.

McCloud verweist auf die Wichtigkeit der Induktion im Hinblick auf die Konstruktion einer „zusammenhängenden, geschlossenen Wirklichkeit“ und teilt die verschiedenen Panelübergänge in sechs Kategorien ein. Ein induktiver Gedankensprung kann von Augenblick zu Augenblick, von Handlung zu Handlung etc. erfolgen.

Die aufsteigende Nummerierung der angeführten Auflistung stellt auch gleichzeitig den Grad der Induktion dar. Der Grad der Induktion ist gleichbedeutend mit der zu überwindenden zeitlichen und/oder kontextuellen Spanne von einem Panel zum nächsten:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Medium Comic: Das Kapitel führt in die Grundlagen des Comics als Medium ein, definiert zentrale Begriffe und diskutiert die historisch gewachsene Sichtweise auf Bildgeschichten sowie deren formale Gestaltungsmittel.

2. Peter Madsens Valhalla: Dieses Kapitel stellt den Comiczyklus vor, beleuchtet den Werdegang der Serie, die Teamstruktur und analysiert die spezifische "nordische" Ästhetik sowie die narrative Konzeption der Asen.

3. Die mythologischen Eddadichtungen und ihre Rezeption in der Comicliteratur: Hier wird der theoretische Rahmen der Eddadichtungen sowie anderer mittelalterlicher Handschriften als literarische Quelle für den Comiczyklus dargelegt und deren Adaption durch verschiedene Comiczeichner betrachtet.

4. Valhalla stellt sich den „Originalen“: Panelanalyse und Vergleich des Comics auf narrativer, intertextueller und bildlicher Ebene: Das zentrale Analysekapitel untersucht anhand konkreter Beispiele die strukturelle, textuelle und visuelle Umsetzung mythologischer Stoffe unter Anwendung von Methoden wie der narrativen Strukturanalyse und dem Vergleich mit Film-Noir-Elementen.

Schlüsselwörter

Valhalla, Peter Madsen, Henning Kure, nordische Mythologie, Edda, Comic, Sequential Art, Snorri Sturluson, Panelanalyse, Film-Noir, Mythos, Adaption, Textualität, Visualisierung, Induktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie der dänische Comiczyklus "Valhalla" altwestnordische Mythen aus der Edda und anderen Quellen in ein modernes Medium übersetzt und dabei filmische sowie literarische Erzählstrukturen nutzt.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Arbeit fokussiert auf die Beziehung zwischen Comic-Struktur und mythologischer Vorlage, die Rolle von Sprache und Symbolik im Comic sowie die visuelle Interpretation historischer Narrative.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine vergleichende Analyse, wie Peter Madsen und Henning Kure ihre Vorlagen adaptieren, wobei weder Authentizität behauptet noch bewiesen werden soll, sondern eine Untersuchung der intertextuellen und bildlichen Strategien stattfindet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert Strukturanalyse von Comics (nach Scott McCloud), Textanalysen (Text-zu-Text, Text-im-Bild, Text-im-Kontext) und Bildanalysen, die in einem Vergleich zu den originalen Quellen münden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der strukturellen Einteilung der Alben in einfache und komplexe Handlungsstränge sowie der detaillierten Untersuchung, wie mythologische Motive im Comic durch filmische Stile wie Film-Noir beeinflusst werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Valhalla, nordische Mythologie, Comic, Sequential Art, strukturelle Adaption und visuelle Bildsprache.

Warum spielt das Genre Film-Noir eine wichtige Rolle für die Analyse von Band 11?

Band 11 ("Mysteriet om Digtermjøden") nutzt systematisch die Bildsprache und Erzählstruktur des Film-Noir, um eine Detektivgeschichte zu konstruieren, die den mythischen Stoff um Odin und den Dichtermet in ein neues, düsteres Licht rückt.

Wie gehen die Autoren mit dem Anachronismus um?

Die Autoren nutzen Anachronismen gezielt als humoristisches und erzählerisches Mittel, um die historischen und mythologischen Inhalte für den Leser der Gegenwart zugänglich und durch Verfremdung unterhaltsamer zu gestalten.

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Details

Title
Peter Madsens Valhalla: Studien zur Rezeption altwestnordischer Mythen im modernen Comic
College
University of Vienna
Grade
1,0
Author
Mag. Tina Hafner (Author)
Publication Year
2008
Pages
239
Catalog Number
V118196
ISBN (eBook)
9783640217588
ISBN (Book)
9783640217724
Language
German
Tags
Peter Madsens Valhalla Studien Rezeption Mythen Comic
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Tina Hafner (Author), 2008, Peter Madsens Valhalla: Studien zur Rezeption altwestnordischer Mythen im modernen Comic, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118196
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