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Die Vereinten Nationen im Menschenrechtsdilemma

Der Konflikt in Darfur im Spiegel des Diskurses um Recht und Legitimation humanitärer Interventionen seitens der Vereinten Nationen

Título: Die Vereinten Nationen im Menschenrechtsdilemma

Trabajo , 2008 , 53 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Jens Marquardt (Autor)

Política - Tema: Derecho internacional y Derechos humanos
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In der folgenden Ausarbeitung wird aufzuzeigen sein, dass in der Organisation der Vereinten Nationen selbst und den damit einhergehenden strukturellen Legitimations- und Durchsetzungsdefiziten die wesentlichen Probleme zur Bewältigung humanitärer Katastrophen liegen. Inwieweit ein solch theoretisches Konzept schließlich unter realen Bedingungen Anwendung finden kann, soll exemplarisch am Konflikt in Darfur dargestellt werden. Im Vordergrund dieses Aufsatzes steht dabei die Beantwortung der folgenden Fragestellung Inwieweit verhinderten die strukturellen Widersprüche der Vereinten Nationen ein Eingreifen der Weltgemeinschaft in den seit 2003 anhaltenden Konflikt in der sudanesischen Region Darfur im Sinne einer „humanitären Intervention“? Die folgende Arbeit will versuchen, diese Frage durch das Menschenrechtsdilemma der Vereinten Nationen zu beantworten.. [...] Zur Beantwortung der Fragestellung und der Überprüfung der These wird im Wesentlichen in drei Schritten vorgegangen. Zunächst sollen einige wichtige Hintergründe geklärt werden: Was bedeutet der Begriff der humanitären Intervention? Wo liegen Legitimation und rechtliche Grundlagen eines solchen Vorgehens? Ein zweiter Teil konzentriert sich dann auf die strukturellen Merkmale der Vereinten Nationen (Nichteinmischung, Friedenssicherung) und die dabei zu konstatierende Bedeutung der Menschenrechte. Dabei sollen vor allem die Interventionsmöglichkeiten der Vereinten Nationen herausgearbeitet und das konkrete Konzept der „Responsibility to Protect“ vorgestellt werden. Im dritten Teil wird es dann um die Darstellung und die Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse auf das konkrete Beispiel des Darfur-Konflikts gehen und die Diskussion zur Legitimität einer humanitären Intervention in dieser Region nachgezeichnet werden. Dabei wird der Konflikt und das Handeln der Vereinten Nationen im Spiegel der Debatte um die Responsibility to Protect zu beleuchten sein. In einem Fazit schließlich sollen die Argumente für und wider einer solchen Intervention diskutiert und die Bedeutung des aufgezeigten Dilemmas der Vereinten Nationen dargestellt werden. Die Arbeit erhebt keinen Anspruch auf eine allumfassende Darstellung dieses Themas. Vielmehr geht es darum, den Sachverhalt vor dem Hintergrund des Menschenrechtsdilemmas zu diskutieren, ihn kritisch zu überprüfen, Fragen aufzuwerfen und mögliche Lösungsansätze zu präsentieren.

Extracto


Gliederung

1 Einleitung

1.1 Einführung, Problemdefinition

1.2 Fragestellung, Aufbau und Ziel der Arbeit

2 Hauptteil

2.1 Hintergrund: Humanitäre Interventionen

2.1.1 Begriffsdefinition und völkerrechtliche Grundlagen

2.1.2 Legitimation und Recht humanitärer Interventionen

2.1.3 Humanitäre Interventionen im Diskurs

2.2 Anspruch und Wirklichkeit der Vereinten Nationen

2.2.1 Menschenrechtsschutz als Aufgabe der Vereinten Nationen?

2.2.2 Die Rolle des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen

2.2.3 Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen

2.2.4 Die Vereinten Nationen im strukturellen Widerspruch

2.3 Der Fall Darfur und die Rolle der Vereinten Nationen

2.3.1 Hintergründe zum Konflikt in Darfur

2.3.3 Die Rolle der Vereinten Nationen

2.3.4 Einbindung afrikanischer Akteure

2.3.5 Darfur im Spiegel der „responsibility to protect“

3 Schlussbetrachtung

3.1 Zusammenfassung

3.2 Konklusion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das strukturelle Menschenrechtsdilemma der Vereinten Nationen, das durch die Diskrepanz zwischen ihrem normativen Anspruch, Menschenrechte weltweit zu schützen, und der praktischen Handlungsunfähigkeit aufgrund struktureller Widersprüche und nationaler Interessen geprägt ist. Dabei soll anhand des Darfur-Konflikts analysiert werden, inwieweit diese Widersprüche ein effektives Eingreifen der Weltgemeinschaft verhinderten.

  • Das Konzept der "humanitären Intervention" im Völkerrecht und Diskurs
  • Strukturelle Legitimations- und Durchsetzungsdefizite der Vereinten Nationen
  • Die Rolle des Sicherheitsrates als zentrales Entscheidungsgremium
  • Das Konzept der „Responsibility to Protect“ (R2P)
  • Analyse des Darfur-Konflikts als Fallbeispiel für das Versagen internationaler Schutzmechanismen

Auszug aus dem Buch

1.1 Einführung, Problemdefinition

Der Konflikt in der sudanesischen Region Darfur ist seit 2003 gekennzeichnet von massiven Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die internationale Gemeinschaft sah sich großem Druck zum schnellen Handeln ausgesetzt. Die Vereinten Nationen jedoch führten zeitintensive Diskussionen und Aushandlungsprozesse um das richtige Vorgehen in dem kaum noch durch funktionierende Staatlichkeit gekennzeichneten Land. Das primäre Ziel, den Konflikt zu beenden und die Zivilbevölkerung vor Menschenrechtsverletzungen zu schützen, ist bis heute nicht erreicht. Dafür lassen sich allerlei Gründe finden: Menschenrechte als untergeordnete „soft politics“, Desinteresse westlicher Staaten, wirtschaftliche Interessen (etwa Chinas) oder das Fehlen einer allseits akzeptierten roadmap für den Frieden. Diese Hausarbeit will sich auf einen anderen Faktor konzentrieren: Das strukturelle Menschenrechtsdilemma der Vereinten Nationen zwischen Legitimationsdefizit und Anspruch zum weltweiten Schutz der Menschenrechte.

Die humanitäre Katastrophe in dem ostafrikanischen Land bewegt viele Menschen. Weltweit und vor allem in den USA tritt ein breites Netzwerk an Initiativen für ein aktiveres Vorgehen der Weltgemeinschaft ein. Projekte wie Darfur Now! entstehen, eindringlicher Appell und Titel eines Kinofilms zugleich, mit dem Prominente ihre Regierungen zu konkretem Handeln in der seit Jahren schwelenden Krise auffordern. Die Vereinten Nationen (VN) stehen dem durchaus positiv gegenüber. Doch noch immer klaffen Anspruch und Wirklichkeit der VN weit auseinander, liegt eine deutliche Diskrepanz zwischen Reden und Handeln.

Der Generalsekretär mag sich mit noch so eindringlichen Appellen an die Regierungen der Mitgliedsstaaten wenden, so bleibt er doch ohne die notwendigen Ressourcen und die Unterstützung des Sicherheitsrates machtlos im Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen. Das normative Gebot zum Schutz der Menschenrechte tritt immer wieder mit der Achtung staatlicher Souveränität in Konflikt. Dennoch hat die Bedeutung der Menschenrechte in den letzten Jahren bei den Entscheidungen der VN deutlich zugenommen – begleitet von einer breiten politischen und wissenschaftlichen Diskussion um Legitimation, Durchsetzbarkeit und Folgen solcher so genannter „humanitäre Interventionen“, also eines militärischen Einsatzes zur Wahrung der Menschenrechte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Definition des Menschenrechtsdilemmas der Vereinten Nationen und Formulierung der Forschungsfrage hinsichtlich der strukturellen Widersprüche der VN im Fall Darfur.

2 Hauptteil: Analyse theoretischer Grundlagen humanitärer Interventionen, Untersuchung der strukturellen Defizite der UN-Organe und Anwendung dieser Erkenntnisse auf den Konflikt in Darfur unter Berücksichtigung afrikanischer Akteure und der R2P-Doktrin.

3 Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse zur Unauflösbarkeit des Dilemmas zwischen normativen Ansprüchen und politischer Realität sowie abschließende Bewertung der Handlungsunfähigkeit der VN im Darfur-Konflikt.

Schlüsselwörter

Vereinte Nationen, Menschenrechtsdilemma, Darfur-Konflikt, humanitäre Intervention, Sicherheitsrat, Responsibility to Protect, Völkerrecht, Souveränität, Nichteinmischung, Friedenssicherung, Zivilbevölkerung, internationale Gemeinschaft, Menschenrechtsschutz, strukturelle Defizite, Konfliktprävention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das strukturelle Dilemma der Vereinten Nationen im Umgang mit massiven Menschenrechtsverletzungen, wobei der Darfur-Konflikt als Fallstudie dient, um die Lücke zwischen humanitärem Anspruch und tatsächlichem Handeln zu beleuchten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die völkerrechtlichen Grundlagen und der Diskurs über humanitäre Interventionen, die institutionellen Defizite der UN-Strukturen sowie die Herausforderungen bei der Umsetzung der "Responsibility to Protect".

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, inwieweit die strukturellen Widersprüche innerhalb der Vereinten Nationen ein Eingreifen der Weltgemeinschaft im sudanesischen Darfur-Konflikt im Sinne einer humanitären Intervention verhinderten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse, die den Diskurs um humanitäre Interventionen und das Handeln des Sicherheitsrates im Kontext der R2P-Doktrin kritisch hinterfragt und den Fall Darfur als empirisches Beispiel operationalisiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Schritte: Die Klärung der Begriffe und des Völkerrechts, die Untersuchung der strukturellen Merkmale der VN (insbesondere des Sicherheitsrates) und die Anwendung dieser theoretischen Erkenntnisse auf den konkreten Fall Darfur unter Einbezug regionaler afrikanischer Akteure.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie "Menschenrechtsdilemma", "Sicherheitsrat", "Darfur", "humanitäre Intervention" und "Responsibility to Protect" charakterisieren.

Warum wird der Darfur-Konflikt als besonderes Beispiel gewählt?

Der Darfur-Konflikt gilt als Beispiel für das Scheitern der internationalen Gemeinschaft, trotz R2P-Doktrin wirksam gegen Völkermord einzuschreiten, und verdeutlicht die Probleme der VN bei der Diskrepanz zwischen Rhetorik und politischem Handeln.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor in Bezug auf die Organisation der Vereinten Nationen?

Der Autor schließt, dass das Menschenrechtsdilemma der VN strukturell bedingt ist und nicht aufgelöst werden kann, solange die Mitgliedsstaaten keine weitergehende Interpretation des Völkerrechts unterstützen, was die Organisation im Falle Darfurs zu symbolischem Handeln ("Commitment Gap") zwang.

Final del extracto de 53 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Vereinten Nationen im Menschenrechtsdilemma
Subtítulo
Der Konflikt in Darfur im Spiegel des Diskurses um Recht und Legitimation humanitärer Interventionen seitens der Vereinten Nationen
Universidad
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Curso
Hauptseminar - Friedenssicherung und Menschenrechtsschutz als Aufgaben der Vereinten Nationen
Calificación
1,3
Autor
Jens Marquardt (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
53
No. de catálogo
V118774
ISBN (Ebook)
9783640221202
ISBN (Libro)
9783640223213
Idioma
Alemán
Etiqueta
Vereinten Nationen Menschenrechtsdilemma Hauptseminar Friedenssicherung Menschenrechtsschutz Aufgaben Vereinten Nationen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jens Marquardt (Autor), 2008, Die Vereinten Nationen im Menschenrechtsdilemma, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118774
Leer eBook
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