Das Konzept der Organisationsentwicklung beginnend nach dem zweiten Weltkrieg wird in der sich dauernd weiterentwickelnden Fachliteratur dokumentiert. Die Ursache liegt in der sich ebenfalls rasant verändernden und steigenden Erwartung an die Umwelt und dem konsequenterweise folgenden Wandel innerhalb der Unternehmen. Der aus dem Amerikanischen stammende Begriff „Organization Development“ weist in der Literatur zahlreiche Definitionen auf, von denen hier lediglich eine aufgeführt wird. So ist Organisationsentwicklung nach Rush:
• „Ein geplanter, gelenkter und systematischer Prozess
• Zur Veränderung der Kultur, der Systeme und des Verhaltens einer Organisation
• Mit dem Ziel, die Effektivität der Organisation bei der Lösung ihrer Probleme und der Erreichung ihrer Ziele zu verbessern.“
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Effektivität und Humanität - Die Ziele der OE
Effektivität versus Humanität?
Die Interdependenz von Effektivität und Humanität?
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen den beiden zentralen Zielsetzungen der Organisationsentwicklung (OE): Effektivität und Humanität. Ziel ist es, anhand der Fachliteratur zu klären, ob sich diese beiden Ziele gegenseitig bedingen oder ob sie in einem paradoxen Widerspruch zueinanderstehen.
- Definition und theoretische Grundlagen der Organisationsentwicklung
- Die "doppelte Zielsetzung" der OE nach Becker
- Kritische Analyse der Vereinbarkeit von Effektivität und Humanität
- Diskussion der Positionen von Comelli und Becker
- Interdependenz von Mitarbeiterzufriedenheit und Leistungsfähigkeit
Auszug aus dem Buch
Die Interdependenz von Effektivität und Humanität?
„Ein Unternehmen lebt für den Markt, aber es lebt von den Menschen, die in ihm tätig sind“11, so Becker. Dies gilt in umgekehrter Weise genauso, da die Ziele der OE nach der Ansicht des genannten Autors „interdependent, aber […] keineswegs immer kongruent sind“12. Diese Ziele bedingen sich gegenseitig nach seiner Auffassung, jedoch weist er auch auf die bestehenden Interessenkonflikte hin. Führt man sich die Feinziele vor Augen, so kann man erkennen, dass eine gewisse Harmonie zwischen den beiden Hauptzielen vorhanden ist, d.h. Humanität und Effektivität sind zusammen vereinbar.
Dies kann auf folgende Art und Weise begründet werden: Haben die Mitarbeiter die Möglichkeit mehr an Beratungs- und Entscheidungsprozessen mitzuwirken, so können sie sich an den fortlaufenden Geschehnissen im Unternehmen beteiligen und für das Erreichen einer Veränderung in der Organisation beitragen. Gleichzeitig lernen sie, worauf es bei den Entscheidungen und Regelungen ankommt. Die so genannte Lernfähigkeit im System wird dadurch gefördert. Becker meinte hierzu: „Änderungen der Organisationsstruktur sind nicht ohne Änderungen der Organisationsmitglieder möglich, und Änderungen im Verhalten der Organisationsmitglieder können sich nur in einem veränderten Verhalten der Organisation gegenüber der Umwelt ausdrücken.“13 Zweifelsohne kommt hier die gegenseitige Abhängigkeit der Interessengruppen voneinander zum Ausdruck. Die Integration der Mitarbeiter in die Wandelungsprozesse und deren Mitwirkung daran wird mit Sicherheit die Zufriedenheit der in der Unternehmung tätigen Menschen steigern und einen wichtigen Beitrag zu humanitären Arbeitsbedingungen leisten. Eine steigende Zufriedenheit führt zu einer steigenden Motivation und somit zu mehr Effektivität innerhalb des Unternehmens. Die beiden Hauptziele sind also interdependent.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Konzept der Organisationsentwicklung ein und erläutert deren Kernmerkmal als geplanten Veränderungsprozess sowie die Bedeutung der Begriffe Effektivität und Humanität.
2. Effektivität und Humanität - Die Ziele der OE: Hier werden die Feinziele der Organisationsentwicklung detailliert definiert und die unterschiedlichen wissenschaftlichen Standpunkte zur Vereinbarkeit der beiden Hauptziele gegenübergestellt.
Effektivität versus Humanität?: Ein kritischer Blick auf die These, dass Effektivität und Humanität paradoxe Ziele darstellen, die nicht zwangsläufig harmonieren.
Die Interdependenz von Effektivität und Humanität?: Untersuchung der gegenseitigen Abhängigkeit der beiden Ziele, wobei die Integration von Mitarbeitern als Schlüssel für höhere Produktivität und humanere Arbeitsbedingungen hervorgehoben wird.
Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Hypothesen zur Vereinbarkeit der Ziele und kritische Würdigung der diskutierten Autorenpositionen.
Schlüsselwörter
Organisationsentwicklung, Effektivität, Humanität, Produktivität, Arbeitsbedingungen, Veränderungsprozess, Unternehmensführung, Mitarbeiterzufriedenheit, Lernfähigkeit, Interdependenz, Mitbestimmung, Organisationsstruktur, Leistungsfähigkeit, Selbstverwirklichung, Innovationsbereitschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit den beiden grundlegenden Zielen der Organisationsentwicklung (OE), nämlich der Effektivität und der Humanität, und untersucht deren theoretische Fundierung sowie deren praktische Vereinbarkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von OE, der Unterscheidung von Fein- und Hauptzielen nach Becker und Comelli sowie der kritischen Auseinandersetzung mit der Hypothese, ob diese Ziele gegensätzlich oder interdependent sind.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das primäre Ziel ist es, die in der Literatur divergenten Standpunkte zur Vereinbarkeit von Effektivität und Humanität darzustellen und zu erörtern, ob diese Ziele sich gegenseitig bedingen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Ausarbeitung verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, bei der die Konzepte und Definitionen führender Autoren wie Comelli, Becker und Langosch kritisch gegenübergestellt und vergleichend betrachtet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Definitionen der beiden Ziele durch Becker erläutert, die kritische Perspektive von Comelli hinsichtlich ihrer Paradoxie beleuchtet und die Gegenthese der Interdependenz zur Diskussion gestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wesentliche Begriffe sind Organisationsentwicklung, Effektivität, Humanität, Interdependenz, Veränderungsprozesse sowie das Spannungsfeld zwischen Produktivität und Mitarbeiterbedürfnissen.
Wie definiert Becker den Begriff Humanität?
Becker definiert Humanität im Kontext der OE als die Verbesserung der erlebten Arbeitssituation für die beteiligten Menschen, was unter anderem durch mehr Handlungsspielraum und Mitwirkungsmöglichkeiten erreicht werden soll.
Warum hält Comelli die Ziele für nicht harmonisch?
Comelli vertritt die Ansicht, dass Humanisierung der Arbeit nicht automatisch zu einer höheren Leistungsfähigkeit führt, und führt das Beispiel des ineffektiven „Harmonie-Vereins“ an, in dem trotz guter Stimmung keine Arbeitsleistung erbracht wird.
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- Diplom-Volkswirtin Vesile Güzel (Autor), 2005, Die Ziele der Organisationsentwicklung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120184