Dieser Artikel befasst sich mit der Fragestellung, wie eine altersgerechte Arbeitsorganisation im deutschen Bauhandwerk dazu beitragen kann, dass die Gesundheit von älteren Beschäftigten gestärkt wird und Belastungen und Erkrankungen entgegengewirkt werden können. Dazu wird zunächst näher auf die Zielgruppe des Bauhandwerks in Deutschland eingegangen. Dann befasst sich dieser Artikel mit den Veränderungen von Arbeitsbedingungen und Altersstruktur im deutschen Bauhandwerk sowie dem Zusammenhang zwischen Gesundheit, Arbeit und Alter. Im Anschluss daran wird die Bedeutung der Gesundheitsförderung durch eine altersgerechte Arbeitsorganisation mit rechtlichen Rahmenbedingungen und verhältnis- und verhaltensorientierten Maßnahmen ausgearbeitet. Mögliche Probleme und hemmende Faktoren werden aufgezeigt. Der Artikel endet mit einer Zusammenfassung und einem Ausblick.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in das Thema und Fragestellung
2. Zielgruppe: Das Bauhandwerk in Deutschland
3. Veränderung der Arbeitsbedingungen im Bauhandwerk
4. Veränderung der Altersstruktur im Bauhandwerk
5. Erläuterung des Zusammenhangs zwischen Gesundheit, Arbeit und Alter
6. Gesundheitsförderung durch eine altersgerechte Arbeitsorganisation
7. Verhältnis- und verhaltensorientierte Maßnahmen
8. Mögliche Probleme und hemmende Faktoren
9. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie eine altersgerechte Arbeitsorganisation im deutschen Bauhandwerk dazu beitragen kann, die Gesundheit älterer Beschäftigter zu stärken, Belastungen zu reduzieren und vorzeitigen Berufsausstiegen entgegenzuwirken.
- Demografischer Wandel und Altersstruktur im Bauhandwerk
- Zusammenhang zwischen Arbeitsbedingungen, Gesundheit und Alter
- Strategien einer altersgerechten Arbeitsorganisation
- Verhältnis- und verhaltensorientierte Präventionsmaßnahmen
- Hemmende Faktoren bei der Umsetzung gesundheitsförderlicher Maßnahmen
Auszug aus dem Buch
3. Veränderung der Arbeitsbedingungen im Bauhandwerk
Die Arbeit im Bauhandwerk in Deutschland findet überwiegend in Werkstätten oder auf nichtstationären Arbeitsplätzen, wie z. B. auf wechselnden Baustellen in kleinen Teams statt. Teams bestehen häufig aus Facharbeitern und Hilfsarbeitern (Sprenger 2018, S. 124). Das Spektrum der einzelnen Arbeitstätigkeiten ist breit und besteht aus monotonen bis hin zu vielseitigen Tätigkeiten. Die Arbeitsanforderungen sind ebenso breit gespreizt. Durch die zum Teil dezentrale Organisation mit parallel laufenden Baustellen sind die Beschäftigten häufig in Eigenverantwortung bei der Ausführung des Arbeitsauftrages tätig, da nicht ständig jede Baustelle mit einer Führungskraft besetzt ist (Sprenger 2018, S. 123f.).
Zu den Arbeitsbelastungen im Bauhandwerk gehörten Anfang der 1990er Jahre das Bewegen von erwerbstätigen Lasten von oft über zwanzig Kilogramm, aber auch Belastungen durch Rauch, Staub, Gase, Dämpfe, Kälte, Hitze, Nässe und Feuchtigkeit (Ax et al. 2000 S. 34). Darüber hinaus belasteten Arbeiten in gebückter, gehockter, auf Knien oder liegender Haltung die Beschäftigten ebenso wie der Umgang mit gefährlichen Stoffen (Ax et al. 2000, S. 34). Die heutigen Arbeitsbedingungen haben sich zwar durch den vermehrten Einsatz von technischen Hilfsmitteln verbessert, dennoch ist das Bauhandwerk nach wie vor geprägt von besonderen Belastungen, insbesondere von körperlichen Belastungen, wie langes Stehen, Arbeiten im Knien, schweres Heben (AOK-Bundesverband 2021).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung in das Thema und Fragestellung: Das Kapitel führt in die Problematik ein, warum eine altersgerechte Arbeitsorganisation im Bauhandwerk angesichts alternder Belegschaften notwendig ist.
2. Zielgruppe: Das Bauhandwerk in Deutschland: Es wird die wirtschaftliche Bedeutung der überwiegend kleinbetrieblich organisierten Bauhandwerksbranche in Deutschland umrissen.
3. Veränderung der Arbeitsbedingungen im Bauhandwerk: Dieses Kapitel erörtert die spezifischen körperlichen und psychischen Belastungen sowie die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Arbeitsumfeld.
4. Veränderung der Altersstruktur im Bauhandwerk: Hier werden demografische Prognosen zu Fertilität und Lebenserwartung in Bezug auf die Altersstruktur der Handwerksbelegschaften analysiert.
5. Erläuterung des Zusammenhangs zwischen Gesundheit, Arbeit und Alter: Es wird theoretisch dargelegt, wie sich Leistungsfähigkeit im Alter verändert und welche Bedeutung dies für die berufliche Gesundheit hat.
6. Gesundheitsförderung durch eine altersgerechte Arbeitsorganisation: Dieses Kapitel erläutert Konzepte des Betrieblichen Gesundheitsmanagements und rechtliche Rahmenbedingungen für eine altersgerechte Arbeitsgestaltung.
7. Verhältnis- und verhaltensorientierte Maßnahmen: Die Möglichkeiten für Führungskräfte, durch organisatorische Anpassungen und individuelle Gesundheitsmaßnahmen präventiv einzuwirken, werden hier detailliert behandelt.
8. Mögliche Probleme und hemmende Faktoren: Es werden Barrieren bei der Umsetzung von Gesundheitsmaßnahmen identifiziert, wie z.B. Ressourcenmangel in kleinen Betrieben und fehlendes Fachwissen.
9. Zusammenfassung und Ausblick: Das Kapitel fasst die Kernpunkte zusammen und plädiert für eine kontinuierliche Entwicklung eigener Konzepte zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit.
Schlüsselwörter
Bauhandwerk, Altersgerechte Arbeitsorganisation, Betriebliche Gesundheitsförderung, Demografischer Wandel, Arbeitsbedingungen, Fachkräftemangel, Arbeitsschutz, Prävention, Ergonomie, Belastung, Gesundheit, Altersstruktur, Arbeitsunfähigkeit, Digitalisierung, Führungskultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Notwendigkeit und den Strategien einer altersgerechten Arbeitsorganisation im deutschen Bauhandwerk, um die Gesundheit der Beschäftigten trotz struktureller Belastungen langfristig zu erhalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der demografische Wandel im Handwerk, die Analyse von Arbeitsbelastungen, die Rolle des Betrieblichen Gesundheitsmanagements sowie konkrete Maßnahmen der Verhältnis- und Verhaltensprävention.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, darzulegen, wie Führungskräfte im Bauhandwerk ihre Arbeitsorganisation so anpassen können, dass Beschäftigte gesund bis zur Rente im Beruf verbleiben können, um Fachkräfteverlust vorzubeugen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Auswertung von Statistiken zu Krankenständen, Altersstrukturen und Arbeitsunfällen im Baubereich.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die spezifischen Belastungsfaktoren der Baubranche, die theoretischen Zusammenhänge zwischen Alter und Leistungsfähigkeit sowie konkrete praktische Gestaltungsfelder für altergerechte Arbeitsplätze und Weiterbildung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Bauhandwerk, altersgerechte Arbeitsorganisation, betriebliche Gesundheitsförderung, demografischer Wandel und Belastungsmanagement charakterisiert.
Wie beeinflusst die Digitalisierung die Arbeit im Bauhandwerk laut dieser Untersuchung?
Die Digitalisierung bietet Chancen durch entlastende technische Assistenzsysteme, birgt aber auch neue Herausforderungen wie psychische Belastungen durch Komplexität und die Notwendigkeit kontinuierlicher Qualifizierung.
Welche Rolle spielt die Führungskraft bei der altersgerechten Gestaltung?
Die Führungskraft hat eine zentrale Rolle, da sie die Unternehmensstrategie definiert, Arbeitsabläufe gestaltet und durch Vorbildfunktion sowie Mitarbeitergespräche die gesundheitsorientierte Unternehmenskultur maßgeblich beeinflusst.
Warum ist es für kleine Bauhandwerksbetriebe schwierig, altersgerechte Maßnahmen umzusetzen?
Häufig fehlendes Wissen über Präventionsmöglichkeiten, knappe zeitliche und finanzielle Ressourcen sowie die Notwendigkeit hoher Flexibilität in kleinen Teams erschweren die spezifische Gestaltung maßgeschneiderter Arbeitsplätze für leistungsgewandelte Beschäftigte.
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- Dr. Gabriele Sprenger (Author), 2021, Altersgerechte Arbeitsorganisation. Eine Herausforderung für die betriebliche Gesundheitsförderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1254009