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Die Entwicklung des pakistanischen Parteiensystems im Kontext von Interessen

Title: Die Entwicklung des pakistanischen Parteiensystems im Kontext von Interessen

Term Paper , 2009 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Guido Schmidt (Author)

Politics - Region: South Asia
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Summary Excerpt Details

Gegenstand der Einzelfallstudie ist die Entwicklung des pakistanischen Parteiensystems im Kontext von Interessen. Das ambitionierte Ziel der Langzeitstudie, die einen Untersuchungszeitraum von 1906 bis 2008 umfasst, ist es die Zerplitterung des pakistanischen Parteiensystems zu erklären. Den theoretischen Ausgangspunkt der empirischen Analyse bildet die Cleavage-Theorie, die für die Zwecke der Studie um die Dimension Militär vs. Staat und eine ethnische Konfliktlinie erweitert worden ist.

[...]

Die vorliegende Ausarbeitung unterliegt dem Erkenntnisinteresse im Sinne von
HABERMAS' (vgl. 1968: 13 ff.) emanzipatorischen Interesse, da es sich von
naturwissenschaftlich determinierten Gesetzen des Sozialen abgrenzt und die
Veränderlichkeit von Gesellschaft bewusst unterstreicht.
Im Kapitel 2 erfolgt zunächst eine Begründung für die Anwendung einer
Einzelfallstudie, sowie eine theoretische und methodische Verortung. Das Kapitel 3 widmet sich der ausführlichen Fallanalyse, die den Hauptteil bildet. Dazu wird in
gebotener Kürze eine historische Rahmung vorgenommen. Im weiteren Verlauf
schließt sich die Beschreibung von Interessen und Interessenkonstellationen an, um
diese anhand von gesellschaftlichen Konfliktlinien zu reflektieren. Darüber hinaus
wird die aktuelle Situation des Parteiensystems dargestellt und analysiert. Das
abschließende Fazit (Kapitel 4) rekapituliert die Ergebnisse und bietet einen
Ausblick.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Orientierung und Methode

2.1 Begründung der Einzelfallstudie

2.2 Cleavage-Theorie

2.3 Datenauswahl

3 Fallanalyse

3.1 Koloniales Erbe

3.2 Interessenkonstellation, Durchsetzung und Konflikte

3.2.1 Militär vs. Staat

3.2.2 Zentrum vs. Peripherie

3.2.3 Kapital vs. Arbeit/ Stadt vs. Land

3.2.4 Ethnische Majorität vs. Minoritäten

3.2.5 Religiös vs. Säkular

3.3 Aktuelle Parteien und Parteiensystem

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und Ausdifferenzierung des pakistanischen Parteiensystems im Zeitraum von 1906 bis 2008. Ziel der Forschungsarbeit ist es, mittels einer Langzeitstudie und unter Anwendung einer modifizierten Cleavage-Theorie aufzuzeigen, wie historische Pfadabhängigkeiten und unterschiedliche Interessenkonstellationen die Parteienlandschaft nachhaltig geprägt und zur Zersplitterung des Spektrums beigetragen haben.

  • Analyse der historischen Entwicklung des pakistanischen Parteiensystems.
  • Untersuchung von Interessenkonstellationen und gesellschaftlichen Konfliktlinien.
  • Rolle außerpolitischer Akteure wie Militär und religiöser Gruppierungen.
  • Einfluss des kolonialen Erbes und britischer Verfassungselemente.
  • Auswertung der Parteiendifferenzierung anhand ausgewählter Wahlergebnisse.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Militär vs. Staat

Im Zuge der Teilung der Kolonie, deren Grenze ungenau durch den Punjab verlief, kam es gleich nach der Unabhängigkeit zum ersten (Grenz-) Krieg zwischen Pakistan und Indien. Das erhebliche Sicherheitsbedürfnis, dass in dieser Zeit keineswegs nur subjektiv bestand sollte den neuen Staat vom Beginn an mit einer schweren Hypothek belasten. Denn seit dem Sepoy-Aufstand 1857 wurde von den Briten eine Ausbildung der punjabischen Soldaten forciert, da sie als besonders verlässlich galten. Im Zuge mehrerer Militärdiktaturen und einer Verschmelzung mit der Agrarbourgeoisie und Bürokratie im Punjab bildete sich gewissermaßen eine junkerartige Klasse. Für ein derartiges Phänomen ist die Bezeichnung Milbus (Military-Business) in die politikwissenschaftliche Diskussion eingegangen: "Economic activities falling under the influence of the armed forces, regardless of wether they are controlled by the defensive ministries or the various branches of the armed forces or specific units or individual officers" (SIDDIQA 2007: 4).

Der Kalte Krieg versetzte die USA in die Situation Verbündete gegen den Kommunismus einzubinden. Trotz guter Beziehungen zu China fand Pakistan 1954/55 Aufnahme in die SEATO (South-East Asia Treaty Organization) und in den CENTO-Pakt (Central Treaty Organization), welche damit hohe Investitionen und Waffenlieferungen einbrachte (vgl. AMIN 2002: 8-50). Durch den Stillstand im Kaschmirdisput war das Sicherheitsbedürfnis gegenüber Indien zur raison d'état erhoben. 1958 fielen 68 % der Staatsausgaben auf das Militär. Die durch Militär und Großgrundbesitzer beeinflusste Regierung lenkte den Löwenteil der Finanzen nach Westpakistan, obwohl der Osten 56% der 76 Mill. Einwohner (1951) stellte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert den zentralen Untersuchungsgegenstand der Arbeit und führt in die Fragestellung der Interessenvertretung im pakistanischen Parteiensystem ein.

2 Theoretische Orientierung und Methode: Dieses Kapitel begründet die Wahl der Einzelfallstudie und erläutert die theoretische Basis durch die modifizierte Cleavage-Theorie sowie die Datenauswahl.

3 Fallanalyse: Der Hauptteil analysiert detailliert die historischen Pfadabhängigkeiten und die verschiedenen Konfliktlinien, die das politische System Pakistans bestimmen.

3.1 Koloniales Erbe: Hier wird der historische Grundstein durch die britische Kolonialzeit und die Entstehung der ersten organisierten Interessenvertretungen wie der Liga dargestellt.

3.2 Interessenkonstellation, Durchsetzung und Konflikte: Dieser Abschnitt beleuchtet spezifische sozioökonomische und politische Spannungsfelder wie das Militär, die Zentrums-Peripherie-Problematik sowie ethnische und religiöse Konflikte.

3.2.1 Militär vs. Staat: Untersuchung der herausragenden Stellung des Militärs und dessen Einflussnahme auf Politik und Staatsfinanzen.

3.2.2 Zentrum vs. Peripherie: Analyse der politischen Vernachlässigung der Randprovinzen gegenüber dem Punjab und der daraus resultierenden Folgen.

3.2.3 Kapital vs. Arbeit/ Stadt vs. Land: Betrachtung der Aktivierung unterprivilegierter Schichten durch die PPP und der feudalen Patron-Klient-Strukturen.

3.2.4 Ethnische Majorität vs. Minoritäten: Untersuchung ethnischer Konfliktlagen am Beispiel von Belutschistan und der Rolle der MQM.

3.2.5 Religiös vs. Säkular: Reflektion über den Stellenwert religiöser Prinzipien im Vergleich zu säkularen Strömungen in der pakistanischen Politik.

3.3 Aktuelle Parteien und Parteiensystem: Zusammenfassung der strukturellen Besonderheiten und des aktuellen Parteiensystems im Kontext der historischen Pfadabhängigkeiten.

4 Fazit: Das Fazit rekapituliert die Forschungsergebnisse und bewertet die Zukunftsaussichten des pakistanischen Parteiensystems.

Schlüsselwörter

Pakistan, Parteiensystem, Cleavage-Theorie, Interessenvertretung, Einzelfallstudie, Militärherrschaft, Pfadabhängigkeit, politische Kultur, Demokratisierung, soziale Konfliktlinien, Interessenkonstellation, Landreformen, religiöser Fundamentalismus, All India Muslim League, politische Partizipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die strukturelle Ausdifferenzierung des pakistanischen Parteiensystems unter dem Aspekt der Interessenvertretung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Auswirkungen kolonialer Hinterlassenschaften, der Einfluss des Militärs auf die Politik sowie verschiedene gesellschaftliche Konfliktlinien wie Ethnizität, Religion und sozioökonomische Disparitäten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit zielt darauf ab, mittels einer Langzeitstudie zu erklären, warum und wie sich das pakistanische Parteienspektrum in Bezug auf konfliktgierende Interessenlagen zersplittert hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine interpretative Einzelfallstudie, die einen historischen Längsschnitt mit einem theoretischen Analyserahmen basierend auf der Cleavage-Theorie verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Fallanalyse, unterteilt in die historische Rahmung, die Darstellung spezifischer Interessenkonstellationen sowie die Analyse der aktuellen Situation des Parteiensystems.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Pakistan, Parteiensystem, Interessenvertretung, Cleavage-Theorie, Pfadabhängigkeit und Militärherrschaft.

Welche Rolle spielt das Militär für das pakistanische Parteiensystem?

Das Militär agiert als Veto-Spieler und autarke Interessengruppe, die durch eine enge Verflechtung mit der Agrarbourgeoisie und Bürokratie den innenpolitischen Kurs nachhaltig beeinflusst.

Wie hat sich die Bedeutung der Religion in der pakistanischen Parteienlandschaft entwickelt?

Religiöse Grundprinzipien sind fest in der politischen Kultur verankert. Das Spektrum reicht von moderaten bis zu fundamental-islamistischen Parteien, wobei eine graduelle statt einer strikt entgegengesetzten Trennung zwischen säkularen und religiösen Akteuren vorherrscht.

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Details

Title
Die Entwicklung des pakistanischen Parteiensystems im Kontext von Interessen
College
University of Hagen
Grade
1,3
Author
Guido Schmidt (Author)
Publication Year
2009
Pages
17
Catalog Number
V126552
ISBN (eBook)
9783640329311
ISBN (Book)
9783640331161
Language
German
Tags
Entwicklung Parteiensystems Kontext Interessen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Guido Schmidt (Author), 2009, Die Entwicklung des pakistanischen Parteiensystems im Kontext von Interessen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126552
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