Stundenziel: Die Schülerinnen und Schüler stellen kooperativ erarbeitete Informationen zu Kinderrechten auf Plakaten dar.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorerfahrungen und Interessen : Eine Ideenlandkarte
2. Kindheit in Nord und Süd => Raum
3. Kinderrechte: Erstellung von Informationsplakaten => Gesellschaft und Politik
4. Präsentation der Plakate in der Parallelklasse
5. Erstellung der Kinderrechtszeitung
6. Kindheit früher: Besuch von Frau Heß => Zeit und Geschichte
7. Reflexion des Projekts, Wahl einer Spendemöglichkeit, Auszeichnung als unicef-Juniorbotschafter
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit ist es, den Schülerinnen und Schülern die Bedeutung von Kinderrechten als zentralen Aspekt der Demokratie näherzubringen und sie dazu zu befähigen, diese Rechte eigenständig zu erarbeiten, kritisch zu reflektieren und in kreativer Form auf Plakaten zu präsentieren.
- Grundlagen der Kinderrechtskonvention und ihre geschichtliche Entstehung.
- Differenzierte Betrachtung von Kinderrechten im globalen Nord-Süd-Vergleich.
- Förderung der Lesekompetenz durch die Auswertung von Informationstexten.
- Praktische Anwendung von erworbenem Wissen durch die Gestaltung von Informationsplakaten.
Auszug aus dem Buch
Stehgreifspiel „Entstehung der Kinderrechtskonvention“
Herzlich willkommen in Genf! Hier ist die Zentrale der Vereinten Nationen. Jedes Land der Erde hat Vertreter nach Genf geschickt, um zusammen wichtige Probleme auf der Welt zu lösen. Die Vertreter haben einen Chef gewählt: Er heißt Generalsekretär der Vereinten Nationen.
Vor fast hundert Jahren, im Jahr 1929, kam eine Fotografin nach Genf: Frau Febb.
Sie hatte auf der ganzen Welt Kinder fotografiert. Sie liebte es, lachende Kinder beim Spielen zu fotografieren. Doch einige Kinder lachten wenig. Sie mussten hungern, weil sie nicht genug zu essen bekamen. Manche waren sehr krank. Es gab auch Kinder, die im Krieg lebten. Manche wurden geschlagen. Sie war empört.
„So kann das nicht weitergehen“, sagte Frau Febb vor der Versammlung der Vereinten Nationen. „Wir müssen etwas tun.“
„Sie hat recht“, sagte der Generalsekretär. „Wir müssen etwas tun.“
Die Vertreter überlegten lange, was sie tun könnten.
Und sie entschieden: „Kinder müssen geschützt werden! Jedes Kind hat das Recht auf genug zu essen und auf einen Arzt, wenn es krank ist. Jedes Kind darf zur Schule gehen. Kein Kind darf beleidigt oder geschlagen werden.“
Diese Rechte und noch andere fassten sie in einem Vertrag zusammen. Den Vertrag nannten sie „Genfer Erklärung“.
In den Jahren danach wurde viel dafür getan, dass diese Rechte auch wirklich eingehalten wurden. An vielen Orten in der Welt klappte das ganz gut, an manchen aber auch nicht so gut.
Fast 60 Jahre später, im Jahr 1989, kamen neue Vertreter der Vereinten Nationen zusammen. Es gab auch einen neuen Generalsekretär.
Die Vertreter beschlossen: Kinder haben noch mehr Rechte! Sie dürfen auch ihre eigene Meinung vertreten! Und sie dürfen mit entscheiden, wenn es um Kinder geht!
Außerdem beschlossen sie, noch stärker darauf zu achten, dass die Kinderrechte auch wirklich eingehalten werden.
Den neuen Vertrag nannten sie „Kinderrechtskonvention“. Er gilt heute in fast allen Ländern der Erde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorerfahrungen und Interessen : Eine Ideenlandkarte: Dieses Kapitel dient der Aktivierung des Vorwissens der Lernenden durch die gemeinsame Erstellung einer Ideenlandkarte zum Thema.
2. Kindheit in Nord und Süd => Raum: Hier erfolgt eine räumliche Betrachtung und Gegenüberstellung von Lebensbedingungen von Kindern in unterschiedlichen Teilen der Welt.
3. Kinderrechte: Erstellung von Informationsplakaten => Gesellschaft und Politik: Das Kernstück der Einheit, in dem Schülerinnen und Schüler in Gruppenarbeit spezifische Kinderrechte recherchieren und auf Plakaten visualisieren.
4. Präsentation der Plakate in der Parallelklasse: In diesem Schritt stellen die Kinder ihre erarbeiteten Inhalte einer anderen Lerngruppe vor, um ihre Kommunikationskompetenz zu stärken.
5. Erstellung der Kinderrechtszeitung: Die Ergebnisse werden in einem zusammenhängenden Printmedium gesammelt und publiziert.
6. Kindheit früher: Besuch von Frau Heß => Zeit und Geschichte: Eine zeitgeschichtliche Perspektive wird durch einen Zeitzeugenbesuch eröffnet, der Einblicke in die Kindheit vergangener Generationen bietet.
7. Reflexion des Projekts, Wahl einer Spendemöglichkeit, Auszeichnung als unicef-Juniorbotschafter: Das Projekt schließt mit einer inhaltlichen Reflexion und einer aktiven Entscheidung für soziale Verantwortung ab.
Schlüsselwörter
Kinderrechte, Kinderrechtskonvention, Sachunterricht, Grundschule, Demokratiebildung, Globales Lernen, Partizipation, Informationsplakate, Gruppenarbeit, Lesekompetenz, Menschenrechte, UN-Kinderrechtskonvention, Unterrichtsentwurf, Sozialkompetenz, Kinderschutz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf grundsätzlich?
Es geht um ein projektorientiertes Vorhaben im Sachunterricht der Grundschule, das Kindern die Kinderrechte nahebringt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind Kinderrechte, Demokratie, globale Lebensverhältnisse, Zeitgeschichte und Partizipation.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist, dass Schülerinnen und Schüler Bedeutung und Inhalte von Kinderrechten erklären können und diese kooperativ auf Informationsplakaten darstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine didaktisch strukturierte Unterrichtsplanung für eine Grundschulklasse angewandt, die auf Gruppenarbeit und entdeckendem Lernen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die konkrete Erarbeitung der Kinderrechte durch Informationstexte, deren visuelle Aufbereitung auf Plakaten sowie der Transfer in den schulischen Alltag detailliert beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kinderrechte, Sachunterricht, Demokratiebildung, Kooperation und Partizipation sind die prägenden Begriffe.
Wie wurde die Differenzierung für leistungsschwächere Schüler gelöst?
Es wurde eine qualitative Differenzierung durch die Zuweisung spezieller Rechtsgebiete und der Einsetzung von „Lesekindern“ als Unterstützung in heterogenen Gruppen vorgenommen.
Welche Rolle spielt die „Genfer Erklärung“ in dieser Unterrichtseinheit?
Sie dient als historischer Anknüpfungspunkt im Rahmen des Stehgreifspiels, um die Entwicklung und Bedeutung der Kinderrechte über die Jahrzehnte bis hin zur heutigen Konvention zu verdeutlichen.
- Citation du texte
- Roland Baum (Auteur), 2007, Unterrichtsstunde Kinderrechte: Erstellung von Informationsplakaten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128344