In dieser Arbeit soll das Berliner Straßenfußballprojekt „Klickkicker“ vorgestellt werden, dass sich die integrative Wirkung des Fußballs zu nutze macht und sich an, in wirtschaftlich und sozial prekären Verhältnissen lebenden, oftmals als „chancenlos“ abgestempelten Kindern und Jugendlichen aus dem multikulturellen Stadtteil Kreuzberg wendet. Der Name „Klickkicker“ ist dabei Programm, er verbindet die generelle Chancengleichheit im Sport und den Aufbau von Kompetenzen im sinnvollen Umgang mit modernen Medien: Einerseits geht es ums „Kicken“ auf eigens dafür vorgesehenen Bolzplätzen rund um den Berliner Mariannenplatz. Andererseits geht es ums „Klicken“, d.h. die Jugendlichen sollen ihre Spiele über die zentrale Internetseite möglichst selbstständig und eigenverantwortlich organisieren.
Einleitend soll jedoch auf die Besonderheiten der Lebenswelten junger männlicher Muslime in deutschen Großstädten eingegangen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Lebenswelten (männlicher) muslimischer Jugendlicher in deutschen Großstädten
3. Freizeitangebote für junge Muslime in Berlin-Kreuzberg
4. Das Projekt „Klickkicker“
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Berliner Straßenfußballprojekt „Klickkicker“ als integrativen Ansatz für Jugendliche in einem sozial prekären Umfeld. Ziel ist es zu analysieren, warum dieses spezifische Projekt eine Brücke zwischen sportlicher Betätigung und Medienkompetenz schlägt und damit insbesondere die Lebenswelten muslimischer Jugendlicher in Berlin-Kreuzberg anspricht, die von traditionellen Vereinsstrukturen oft nicht erreicht werden.
- Lebensrealität muslimischer Jugendlicher in deutschen Großstädten
- Sozioökonomische Faktoren und Stigmatisierung in Stadtquartieren
- Grenzen und Herausforderungen traditioneller Sportvereine und islamischer Verbände
- Konzepte der niedrigschwelligen Integration durch Sport und digitale Medien
- Förderung von Eigenverantwortung und Identitätsbildung bei Heranwachsenden
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Es ist der 25. Juni 2008, ein lauer Sommerabend. Das Spiel ist aus. In einem mitreißenden Fußballkrimi hat die deutsche Nationalmannschaft die der Türkei in wahrhaft letzter Minute geschlagen. Die milli takım ist ausgeschieden. Fassungsloses Schweigen herrscht in den Hochburgen der türkischen Fans, doch sie erholen sich schnell von ihrer Trauer. Viele schwenken auf die deutschen Fahnen um, feiern Arm in Arm mit ihren deutschen Freunden und lassen sich von ihnen die Tränen trocknen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen bleiben die im Vorfeld befürchteten Krawalle aus.
Dass Fußball über soziale, kulturelle und religiöse Grenzen hinweg verbindet, ist kein Geheimnis und es bedarf keines hochdramatischen Spieles wie dessen der Türkei gegen Deutschland bei der EM 2008, um sich der Integrationswirkung von „König Fußball“ bewusst zu werden. Sport im Allgemeinen und Fußball im Besonderen kann dabei als eine besondere Vermittlerinstanz zwischen Menschen unterschiedlicher Nationen, Kulturen und gesellschaftlicher Milieus fungieren. Die alte Fußballer-Weisheit „Was zählt ist auf’m Platz“ scheint sich auch unter integrationspolitischen Gesichtspunkten zu bewahrheiten: Sprachliche Barrieren und soziokulturelle Differenzen geraten (zumindest für einen gewissen Zeitraum) aus dem Blickfeld und so bietet der Fußball gerade Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine Alternative zur sozialen Realität an, in der ihr oft Anerkennung und Chancengleichheit verweigert werden.
In dieser Arbeit soll das Berliner Straßenfußballprojekt „Klickkicker“ vorgestellt werden, dass sich die angesprochene integrative Wirkung des Fußballs zu nutze macht und sich an, in wirtschaftlich und sozial prekären Verhältnissen lebenden, oftmals als „chancenlos“ abgestempelten Kindern und Jugendlichen aus dem multikulturellen Stadtteil Kreuzberg wendet. Der Name „Klickkicker“ ist dabei Programm, er verbindet die generelle Chancengleichheit im Sport und den Aufbau von Kompetenzen im sinnvollen Umgang mit modernen Medien: Einerseits geht es ums „Kicken“ auf eigens dafür vorgesehenen Bolzplätzen rund um den Berliner Mariannenplatz. Andererseits geht es ums „Klicken“, d.h. die Jugendlichen sollen ihre Spiele über die zentrale Internetseite möglichst selbstständig und eigenverantwortlich organisieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die integrative Kraft des Fußballs und führt das Projekt „Klickkicker“ als konkrete Maßnahme zur Förderung von Chancengleichheit und Medienkompetenz in Berlin-Kreuzberg ein.
2. Lebenswelten (männlicher) muslimischer Jugendlicher in deutschen Großstädten: Dieses Kapitel analysiert die sozioökonomischen Bedingungen, Identitätskonflikte und die soziale Benachteiligung, denen muslimische Jugendliche in deutschen Metropolen ausgesetzt sind.
3. Freizeitangebote für junge Muslime in Berlin-Kreuzberg: Hier werden Sportvereine und religiöse Angebote als Konkurrenzveranstaltungen betrachtet und deren mangelnde Erreichbarkeit oder Attraktivität für die Zielgruppe kritisch diskutiert.
4. Das Projekt „Klickkicker“: Das abschließende Kapitel stellt das innovative Konzept des Projekts vor, das durch die Verbindung von Straßenfußball und Internetnutzung eine niedrigschwellige Integrationsplattform auf lokalster Ebene schafft.
Schlüsselwörter
Integration, Straßenfußball, Berlin-Kreuzberg, Klickkicker, Migrationshintergrund, muslimische Jugendliche, Medienkompetenz, soziale Benachteiligung, Identitätsbildung, Sportvereine, Jugendarbeit, sozioökonomische Lebenswelten, Eigenverantwortung, Prävention, Stadtquartiere.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie das lokale Berliner Sportprojekt „Klickkicker“ durch die Kombination von Fußball und Internetnutzung zur Integration von Jugendlichen in sozial benachteiligten Stadtteilen beitragen kann.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen die Lebenswelten von jungen Migranten in Deutschland, die Herausforderungen der sozialen und schulischen Integration sowie die Wirksamkeit niedrigschwelliger Freizeitangebote.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu ergründen, warum das Projekt „Klickkicker“ bei der spezifischen Zielgruppe – männliche, muslimisch geprägte Jugendliche – auf besonders hohe Akzeptanz stößt und welche integrativen Potenziale darin liegen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung soziologischer und pädagogischer Erkenntnisse zur Lebenswelt von Migranten sowie einer detaillierten Vorstellung und Analyse der Projektstruktur des „Klickkicker“.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Lebensumstände muslimischer Jugendlicher, die Limitierungen traditioneller Vereinsangebote und stellt dar, wie „Klickkicker“ durch moderne Medien und sportliche Eigenregie diese Lücke füllt.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Integration, Straßenfußball, Medienkompetenz, Jugendkultur, soziale Benachteiligung und Migrationshintergrund beschreiben.
Warum stoßen traditionelle Sportvereine laut dieser Arbeit oft an ihre Grenzen?
Die Arbeit führt an, dass Mitgliedsbeiträge, negative Stigmatisierungen von Migrantenvereinen und der Wunsch der Jugendlichen nach Freiheit von sozialer Kontrolle die Teilnahme an traditionellen Vereinsstrukturen erschweren.
Welche Bedeutung kommt der „Klicken“-Komponente im Projekt zu?
Das „Klicken“ ermöglicht den Jugendlichen, ihre Spiele eigenständig online zu organisieren, fördert die digitale Kompetenz und stärkt das Vertrauen in den verantwortungsbewussten Umgang mit modernen Medien.
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- Florian Unzicker (Author), 2008, "Der Kiez k(l)ickt.", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129115