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Die Aktmalerei der Giulia Lama

„… la pittrice che spaventava anche i santi con i soui chiaroscuri …”

Title: Die Aktmalerei der Giulia Lama

Term Paper , 2009 , 35 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Josephine Klingebeil (Author)

Art - Painting
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Giulia Lama „… la pittrice che spaventava anche i santi con i soui chiaroscuri …” , sorgte wohl nicht nur mittels ihrer Chiaroscuri für Aufsehen in Venedig, sondern auch dank ihrer großformatigen Männerakte, die sie für die Kirchen der Lagunenstadt anfertigte.
Längere Zeit in Vergessenheit geraten, ist man langsam wieder dabei, der Künstlerin die Ehren zu erweisen, die ihr meiner Meinung nach zustehen. Obgleich von den Zeitgenossen als unattraktiv verschrien, wurde ihre künstlerische Leistung dennoch zu ihren Lebzeiten angesehen und geschätzt.
“Die Malerin Giulia Lama gehört zwar nicht zu den führenden, aber zu den interessantesten Erscheinungen der venezianischen Malerei des XVIII. Jahrhunderts. Ihre ganz persönliche, so eigenartige Kunst gibt – besonders wenn man das hinzunimmt, was ihr Porträt über die Persönlichkeit verrät – eine plastische Vorstellung von den auch in modernem Sinn weitgehenden Möglichkeiten, die eine Frau des Settecento in Venedig hatte. In künstlerischer und geistiger Hinsicht war die Emanzipation der Frau in dem freien Zeitalter des Rokoko in Venedig besonders weit gediehen.“

Diese Einschätzung Goerings zum soziokulturellen Kontext aus dem Jahr 1935 ist heute so sicher nicht mehr haltbar. Auch das Beispiel Giulia Lama wird zeigen, dass die Künstlerin mit einigen Hürden zu kämpfen hatte und von Emanzipation keine Rede sein kann.
Alles in allem handelt es sich um eine Künstlerin, die etwas Besonderes und Außergewöhnliches leistete und die es Wert ist, dass wieder über sie gesprochen wird. In dieser Arbeit soll es darum gehen, Giulia Lama wieder zu entdecken, ihre Zeit, die Aktmalerei und die damit verbundene Bedeutung ihres Werkes zu untersuchen, um schließlich eine positivierte Neubewertung der Künstlerin zu rechtfertigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

* Forschungsstand

1. Wer war Giulia Lama? – Zur Biographie der Künstlerin

1.1 Der Topos der Hässlichkeit

2 Ein historischer Abriss über die Aktdarstellung

2.1 Giulia Lama und die (Männer-)Akte im 18. Jahrhundert

3. Giulia Lama als Malerin im Venedig des 18. Jahrhunderts

3.1 Betrachtung einiger ausgewählter Gemälde

3.1.1 Giulia Lama: Die Kreuzigung (1726-1733)

3.1.2 Giulia Lama: Dornenkrönung und Fall unterm Kreuz, 1723-1725

3.1.3 Giulia Lama: Judith und Holofernes, um 1725 (Abb. 35)

3.1.4 Giulia Lama: Das Martyrium der Heiligen Eurosia von Jaca

Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, die venezianische Malerin Giulia Lama aus ihrer historischen Vergessenheit zu heben. Durch die Untersuchung ihres Lebensweges, ihrer Aktmalerei und der soziokulturellen Rahmenbedingungen ihrer Zeit soll eine fundierte Neubewertung ihres künstlerischen Werkes gerechtfertigt werden.

  • Biographische Rekonstruktion und Einordnung von Giulia Lama im Venedig des 18. Jahrhunderts.
  • Analyse der historischen Entwicklung und gesellschaftlichen Tabuisierung der Aktmalerei für Frauen.
  • Untersuchung des künstlerischen Stils und der Bedeutung der Chiaroscuro-Technik im Werk Lamas.
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Rezeptionsverlauf und dem "Topos der Hässlichkeit" in der Kunstgeschichte.

Auszug aus dem Buch

1.1 Der Topos der Hässlichkeit

Auch die Bemerkung über ihr weniger ansprechendes Äußeres sollte nicht unbeachtet bleiben, solche Urteile finden sich häufiger in den Biographien der Künstlerinnen des 18. Jahrhunderts. Inwieweit das der Grund dafür ist, dass Giulia Lama niemals heiratete, bleibt unklar. Wahrscheinlicher ist meiner Meinung nach, dass sie als Künstlerin ihre Freiheit behalten wollte und sich für die Konventionen nicht interessierte.

Im 18. Jahrhundert hatten natürlich auch Künstlerinnen den traditionellen Vorstellungen von Weiblichkeit zu entsprechen. „Giulia Lama war nicht die einzige, von der bekannt ist, daß ihre Karriere darunter litt.“ Der Topos der Hässlichkeit ist eng mit der Rolle der Künstlerin in der Beurteilung von männlichen Zeitgenossen verknüpft.

„Mehr nämlich als [männliche Künstler] waren die Frauen stets, solange man jedenfalls von europäischer Kunst sprechen kann, abhängig von der jeweiligen Gesellschaftsstruktur, ganz abgesehen von ihrer in jeder Epoche konstant gebliebenen biologischen Funktion, von der man noch vor nicht allzu langer Zeit behauptete, sie entzöge der Frau, sei sie nun Familienmutter oder Junggesellin, die Kreativität. Die Wertmaßstäbe, nach denen Kritiker während der letzten Jahrhunderte die von Frauen geschaffenen Werke beurteilten, waren diktiert von dem Frauenbild, das für die betreffende Epoche gültig war.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung stellt die Künstlerin Giulia Lama vor, beleuchtet den Forschungsstand und formuliert das Ziel einer Neubewertung ihres künstlerischen Beitrags zur venezianischen Malerei des 18. Jahrhunderts.

1. Wer war Giulia Lama? – Zur Biographie der Künstlerin: Dieses Kapitel rekonstruiert die Lebensdaten der Künstlerin und setzt sich kritisch mit den Vorurteilen auseinander, die ihre historische Rezeption prägten, insbesondere dem sogenannten Topos der Hässlichkeit.

2 Ein historischer Abriss über die Aktdarstellung: Hier wird der historische Kontext der Aktmalerei beleuchtet, wobei der Fokus auf den gesellschaftlichen und akademischen Hürden liegt, mit denen Frauen konfrontiert waren, die sich diesem Metier widmeten.

3. Giulia Lama als Malerin im Venedig des 18. Jahrhunderts: Dieses Kapitel analysiert Lamas spezifischen Stil innerhalb der venezianischen Malerei sowie die Bedeutung ihrer Zusammenarbeit mit Piazzetta und untersucht zentrale Werke anhand formaler Kriterien.

Schlusswort: Das Schlusswort zieht ein Fazit zur künstlerischen Bedeutung Giulia Lamas und plädiert für ihre Anerkennung als eigenständige und ambitionierte Künstlerin in der kunsthistorischen Forschung.

Schlüsselwörter

Giulia Lama, venezianische Malerei, 18. Jahrhundert, Aktmalerei, Chiaroscuro, Giambattista Piazzetta, Künstlerinnen, Kunstgeschichte, Historienmalerei, Frauenbild, Hässlichkeit, Barock, Rokoko, Autonomie, Kunstkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der venezianischen Malerin Giulia Lama, die trotz ihrer bedeutenden Beiträge zur Historien- und Aktmalerei lange in Vergessenheit geraten war.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert auf die Biografie der Künstlerin, die gesellschaftliche Stellung von Frauen in der Kunst des 18. Jahrhunderts sowie die stilistische Analyse ihres Werkes in Bezug auf Licht, Schatten und Komposition.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist eine moderne, objektive Neubewertung der Künstlerin, um sie als eigenständige Akteurin innerhalb des venezianischen Settecento zu rehabilitieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit stützt sich auf eine kunsthistorische Analyse der erhaltenen Gemälde und Zeichnungen, kombiniert mit der Auswertung biographischer Quellen und historischer Forschungsdiskurse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich dem historischen Kontext der Aktdarstellung, der detaillierten Betrachtung ausgewählter Werke wie der "Kreuzigung" und dem "Martyrium der Heiligen Eurosia" sowie der Verortung Lamas im Umkreis von Piazzetta.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Giulia Lama, Aktmalerei, Chiaroscuro, Künstlerin, Venedig des 18. Jahrhunderts und Piazzetta.

Warum war es für Giulia Lama so schwierig, als Malerin anerkannt zu werden?

Die Arbeit zeigt auf, dass Lama durch die Wahl ihrer Sujets, wie männliche Akte, und ihren spezifischen, dramatischen Stil den Konventionen und Erwartungen an eine Frau ihrer Zeit widersprach, was zu Missgunst und Stigmatisierung führte.

Welche Bedeutung kommt dem "Topos der Hässlichkeit" im Dokument zu?

Der Autor argumentiert, dass die negative Bewertung ihres Äußeren ein historisches Mittel war, um ihre professionelle Arbeit als Künstlerin zu diskreditieren und ihren Erfolg als Konkurrenz zu männlichen Malern zu unterdrücken.

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Details

Title
Die Aktmalerei der Giulia Lama
Subtitle
„… la pittrice che spaventava anche i santi con i soui chiaroscuri …”
College
Dresden Technical University  (Institut für Kunstgeschichte)
Course
Seminar "Künstlerinnen des 16.-18. Jhrds."
Grade
1,0
Author
Josephine Klingebeil (Author)
Publication Year
2009
Pages
35
Catalog Number
V130292
ISBN (eBook)
9783640356676
ISBN (Book)
9783640357000
Language
German
Tags
Aktmalerei Giulia Lama
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Josephine Klingebeil (Author), 2009, Die Aktmalerei der Giulia Lama, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130292
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