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Der strafrechtliche Umweltschutz zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Ziele, Umsetzung, Struktur und Effizienzkritik

Title: Der strafrechtliche Umweltschutz zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Seminar Paper , 2005 , 34 Pages , Grade: 16 Punkte (1,0)

Autor:in: Anonym (Author)

Law - Public Law / Miscellaneous
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Vor dem Hintergrund des Widerstreits zwischen erlaubter ökonomischer Verwertung der vorhandenen natürlichen Ressourcen und der gleichzeitigen Notwendigkeit des ökologischen Schutzes unserer Lebensgrundlagen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten auch das Recht der Problematik der Umweltverschmutzung angenommen und auf die gesellschaftliche Entwicklung reagiert. So wurden mit der Übernahme der zentralen Normen des Umweltstrafrechts in das StGB hochgespannte Hoffnungen auf eine nachhaltige Verbesserung des strafrechtlichen Umweltschutzes geweckt. Ziel dieser Arbeit ist es, die an das Umweltstrafrecht gestellten Ansprüche und gesetzgeberischen Intentionen kurz darzustellen und deren Umsetzung in der Rechtspraxis zu beleuchten. Hierbei werden u. a. strukturell bedingte Schwierigkeiten aufgezeigt, die die Annahme eines „Vollzugsdefizits“ nahe legen. Insbesondere die Verzahnung von umweltverwaltungs- und umweltstrafrechtlichen Regelungen bringt eine Vielzahl rechtlicher wie tatsächlicher Probleme mit sich. Es stellt sich somit die Frage, ob es sich beim Umweltstrafrecht – wie häufig kritisiert – lediglich um einen „zahnlosen Papiertiger“ handelt und es insoweit die gesteckten Ziele nicht erreicht. Schließlich soll am Ende der Bearbeitung kurz thematisiert werden, ob und in welcher Form das Strafrecht in Zukunft gegen die Umweltverschmutzung und für ökologisch nachhaltiges Wirtschaften noch wirksam werden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A Problemstellung

B Begriff und Entwicklung des geltenden Umweltstrafrechts

I. Öffentlicher Bewusstseinswandel

II. Normgenese bezüglich des Kernstrafrechts

III. Gesetzgeberische Intention

C Rechtliche Schwierigkeiten des Umweltstrafrechts

I. Geschützte Rechtsgüter der §§ 324 – 330 d StGB

1. Reine Theorien, administrative Interpretation

2. Doppelter Rechtsgutsbezug

II. Deliktsnatur der §§ 324 – 330 d StGB

III. Verwaltungsakzessorietät

IV. Amtsträgerstrafbarkeit

V. Verantwortlichkeit in Unternehmen

VI. Probleme bei der rechtlichen Zurechnung

1. Individuelle Zuweisung

2. Kausalität und objektive Zurechnung

3. Nachweis des subjektiven Tatbestandes sowie der Schuld

4. Ungewissheit über die Kausalgesetze

VII. Verfahrensrechtliche Probleme

1. Überlange Verfahrensdauer

2. Absprachen im Strafprozess

D Praktische Schwierigkeiten des Umweltstrafrechts

I. Geringe Wahrnehmbarkeit, niedrige Anzeigenquote

II. Überwachungs- und Kontrolldelikte

III. Mangelhafte Kooperationsbereitschaft

IV. Gesetzliche Anzeigepflicht der Umweltbehörden

E Kriminal- und Justizstatistik

I. Registrierte Umweltkriminalität

II. Sanktionierung

F Zusammenfassung/Alternativen/Ausblick

I. Abschaffung des Umweltstrafrechts?

II. Verschärfung des Umweltstrafrechts – „More of the same“?

III. Ökonomisch orientierte Anreizsysteme

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen den hohen Erwartungen an den strafrechtlichen Umweltschutz und dessen tatsächlicher Wirksamkeit in der Rechtspraxis, um zu klären, ob das Umweltstrafrecht ein „zahnloser Papiertiger“ ist.

  • Strukturelle und rechtliche Schwierigkeiten des Umweltstrafrechts.
  • Die Problematik der verwaltungsrechtlichen Akzessorietät.
  • Herausforderungen bei der Kausalität und der rechtlichen Zurechnung.
  • Praktische Defizite bei der Strafverfolgung und im Anzeigeverhalten.
  • Die Diskrepanz zwischen Rechtsanspruch und Rechtswirklichkeit.

Auszug aus dem Buch

C Rechtliche Schwierigkeiten des Umweltstrafrechts

So bietet die rechtliche Ausgestaltung der gesetzgeberischen Intention, wie im Folgenden näher erläutert wird, erste und ernsthafte Zweifel an der Effizienz der Umweltstrafvorschriften.

I. Geschützte Rechtsgüter der §§ 324 – 330 d StGB

Zunächst ist im Hinblick auf die Bedeutung des Rechtsguts bei der Auslegung der objektiven und subjektiven Tatbestandsmerkmale und damit der Reichweite des strafrechtlichen Schutzes eine genaue Bestimmung des durch die §§ 324 ff. StGB geschützten Rechtsguts erforderlich.

1. Reine Theorien, administrative Interpretation

Ausgehend von der Gesetzesüberschrift könnte man einerseits bei den §§ 324 ff. StGB eine rein ökologische Interpretation, die den Schutz der Umwelt um ihrer selbst willen – als ideelles Rechtsgut – postuliert, annehmen. Andererseits könnte man mit einer rein anthropozentrischen Sichtweise die Tatbestände der §§ 324 ff. StGB dahingehend auslegen, dass sie ausschließlich den Schutz des Menschen vor den Gefahren seiner Umwelt bezweckten und insoweit den klassischen Rechtsgütern wie Leben oder Freiheit nur vorgelagert sind. Beide Extreme sind jedoch mangels Berücksichtigung aller Intentionen des Gesetzgebers nicht vorzugswürdig.

Daneben erscheint eine administrative Rechtsgutsinterpretation, die die Umweltgüter als „Verwaltungsrechtsgüter“ in dem Sinn ansieht, dass die spezielle Umweltverwaltungsbehörde die jeweiligen Schutzbedingungen bindend festlegt und damit auch die Voraussetzungen für strafbares Verhalten bestimmt. Allerdings vermag diese insbesondere bei §§ 324, 327 StGB diskutierte Sicht mit Blick auf die Zielsetzung des Umweltstrafrechts sowie mit der ansonsten bestehenden Abhängigkeit der Rechtsgutsfrage vom Tätigwerden der Umweltbehörden, nicht zu überzeugen.

Zusammenfassung der Kapitel

A Problemstellung: Die Einleitung beleuchtet den Widerstreit zwischen ökonomischer Ressourcennutzung und ökologischem Schutz sowie die Zweifel an der Effektivität des Strafrechts in diesem Bereich.

B Begriff und Entwicklung des geltenden Umweltstrafrechts: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung und die sukzessive Kriminalisierung umweltschädigender Verhaltensweisen seit den 70er Jahren nach.

C Rechtliche Schwierigkeiten des Umweltstrafrechts: Eine detaillierte Analyse der dogmatischen Probleme, insbesondere der Rechtsgutsbestimmung, der Verwaltungsakzessorietät sowie Zurechnungs- und Beweisfragen.

D Praktische Schwierigkeiten des Umweltstrafrechts: Darstellung der Probleme in der Strafverfolgung, wie geringe Anzeigenquoten, mangelnde Kooperationsbereitschaft von Behörden und Defizite in der polizeilichen Ermittlung.

E Kriminal- und Justizstatistik: Auswertung statistischer Daten zur Umweltkriminalität und Sanktionierung, die ein Vollzugsdefizit nahelegen.

F Zusammenfassung/Alternativen/Ausblick: Kritische Würdigung der Wirksamkeit, Diskussion über die Abschaffung oder Verschärfung des Umweltstrafrechts und ein Ausblick auf ökonomische Anreizsysteme.

Schlüsselwörter

Umweltstrafrecht, Strafverfolgung, Verwaltungsakzessorietät, Rechtsgüter, Vollzugsdefizit, Kriminalstatistik, Sanktionierung, Umweltkriminalität, Umweltschutz, Rechtswirklichkeit, Generalprävention, Spezialprävention, Umweltdelikte, Umwelthaftung, Nachhaltigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch das deutsche Umweltstrafrecht und beleuchtet das Spannungsfeld zwischen den gesetzgeberischen Zielen und der tatsächlichen Umsetzung in der Praxis.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen rechtliche Schwierigkeiten bei der Tatbestandsauslegung, verfahrensrechtliche Hürden sowie praktische Defizite in der Strafverfolgung und Sanktionierung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit aufzuzeigen und zu prüfen, ob das Umweltstrafrecht wirksam zur ökologischen Nachhaltigkeit beitragen kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Analyse, die dogmatische Ansätze mit kriminologischen und statistischen Erkenntnissen verbindet.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die rechtliche Ausgestaltung (Rechtsgüter, Akzessorietät), die Probleme bei der Zurechnung von Umweltschäden sowie die statistisch belegten praktischen Vollzugsdefizite.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Umweltstrafrecht, Vollzugsdefizit, Verwaltungsakzessorietät, Rechtswirklichkeit und Kriminalstatistik definieren.

Warum ist die „Verwaltungsakzessorietät“ laut Autorin bzw. Autor problematisch?

Sie macht das Strafrecht von behördlichen Vorentscheidungen abhängig, was zu Strafbarkeitslücken führen kann und die Durchsetzung der Normen von der Verwaltungspraxis abhängig macht.

Wie bewertet die Arbeit die Wirksamkeit der Sanktionen?

Die Arbeit stellt fest, dass primär milde Geldstrafen verhängt werden, was einerseits an der Ersttäter-Eigenschaft der Täter liegt, andererseits aber auch die strukturellen Beweisschwierigkeiten widerspiegelt.

Sind ökonomische Anreizsysteme eine sinnvolle Alternative zum Strafrecht?

Die Arbeit sieht ökonomische Anreize als ergänzendes Instrument, betont jedoch, dass diese das Strafrecht im Bereich der individuellen Abschreckung und der moralischen Grenzziehung nicht vollständig ersetzen können.

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Details

Title
Der strafrechtliche Umweltschutz zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Subtitle
Ziele, Umsetzung, Struktur und Effizienzkritik
College
Martin Luther University
Grade
16 Punkte (1,0)
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2005
Pages
34
Catalog Number
V130347
ISBN (eBook)
9783640367573
ISBN (Book)
9783640367269
Language
German
Tags
Umweltschutz Anspruch Wirklichkeit Ziele Umsetzung Struktur Effizienzkritik Punkte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2005, Der strafrechtliche Umweltschutz zwischen Anspruch und Wirklichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130347
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