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Demokratische Wohlfahrtspolitik in Zeiten postindustrieller Globalisierung am Beispiel Schweden

Title: Demokratische Wohlfahrtspolitik in Zeiten postindustrieller Globalisierung am Beispiel Schweden

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Andreas Blendinger (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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In Zeiten weltweiter Liberalisierungstendenzen im Zusammenhang mit einer wachsenden internationalen wirtschaftlichen Integration von Schwellen- und Entwicklungsländern, stehen die europäischen Wohlfahrtsstaatmodelle unter erheblichen Handlungsdruck. Das schwedische Modell, welches als Urtypus des demokratischen Wohlfahrtsstaates angesehen werden muss, bleibt hierbei nicht außen vor. Dennoch hat sich diese Gesellschaft in erstaunlichem Maße der weltweit um sich greifenden Reduzierung staatlicher Umverteilungsleistungen widersetzt.

Auf den Folgenden Seiten soll dargestellt werden, welchen Ursprung dieses System mit seiner starken gesellschaftlichen Solidarität hat, mit welchen Mitteln sie diese umsetzt und wie sie in Zeiten wirtschaftlicher Krisen diese aufrecht erhalten und fortsetzten konnte. Am Ende wird der Zusammenhang nationaler Interessenspolitik, im Bereich der Sozial- und Wirtschaftspolitik, den internationalen Entwicklungen und Herausforderungen gegenüber gestellt und Erklärungsmodelle gesucht, welche die Robustheit und vor allem Legitimität des schwedischen und allgemein einer breiten Wohlfahrtspolitik erklären können.

Weiterhin stellt sich die Frage, ob sich nationale Solidarität, in Bezug auf staatliche Wohlfahrtspolitik, mit internationaler Chancengleichheit vereinbaren lässt und eine Politik, wie sie Schweden verfolgt, zum Nachteil von weniger entwickelten Ländern gerät.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung und Verlauf schwedischer Wohlfahrtspolitik

2.1 Ideologische Voraussetzungen und sozialpolitische Gestaltung

2.2.Sozialpolitische Gestaltung

3. Das schwedische Wohlfahrtssystem in der Krise

3.1 Das Ende des subventionierten Wirtschaftswunders

3.2 Die Systemkrise durch Öffnung des Kapitalmarktes

3.3 Wohlfahrtsmerkantilismus und freier Welthandel

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Resilienz und Legitimität des schwedischen Wohlfahrtsmodells im Kontext zunehmender globaler Liberalisierungstendenzen und internationaler wirtschaftlicher Integration.

  • Ursprung und ideologische Grundlagen des schwedischen "Volksheims"
  • Das Rehn-Meidner-Modell als Instrument staatlicher Wohlfahrtspolitik
  • Bewältigungsstrategien Schwedens in wirtschaftlichen Krisenzeiten
  • Spannungsfeld zwischen nationaler Solidarität und globalem Wettbewerb

Auszug aus dem Buch

2.1 Ideologische Voraussetzungen und sozialpolitische Gestaltung

Schweden gilt heute allgemein als Vorbild einer gut ausgebauten staatlichen Wohlfahrt in aller Welt. Allerdings ist das Land nicht nur seit Anfang der Nachkriegsjahre Vorbild, sondern war auch Vorreiter und Blaupause für alle skandinavischen Länder in Sachen staatlicher Fürsorge und aktiver Arbeitsmarktpolitik seit den 50er Jahren. Neben strukturellen begünstigenden Faktoren, war auch ein ausgeprägter politischer Wille Antriebsfeder zum Ausbau des schwedischen Wohlfahrtsstaates. Dieser manifestierte sich im Abkommen von Saltsjöbaden 1938 zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter, sowie in sozialpolitischen Grundsätzen wie der „Volksheim Theorie“ von Per Albin Hannson und dem Rehn-Meidner Modell. Diese Prinzipien stellten die Grundlage für einen „Dritten Weg“ für die schwedische Gesellschaft dar, zwischen dem Spannungsverhältnis eines freien Marktkapitalismus und eines staatlichen geführten Sozialismus.

Schweden war noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Land, welches sich hauptsächlich auf den Export von Rohstoffen und Halbfertigprodukte beschränkte. Aus diesem Umstand ergibt sich eine Unternehmenslandschaft mit sehr großen vertikal integrierten Unternehmen und entsprechend großer Belegschaft. Diese strukturellen Umstände ermöglichten es den Arbeitnehmern, welche zu dieser Zeit eine noch immer marginalisierte Gruppe darstellen, sich schnell und zentral zu organisieren und ihre Macht in der daraus entstehenden Dachgewerkschaftsverband LO zu institutionalisieren (Stephens 1996, 39).Eine Folge hieraus waren zahllose Arbeitskämpfe und Streiks. Erst durch den Druck der sozialdemokratischen Regierung konnten Verhandlungen der beiden Streitparteien vorangebracht werden, deren Ergebnisse letztendlich im Abkommen von Saltsjöbaden manifestiert wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Handlungsdruck auf europäische Wohlfahrtsmodelle durch die globale wirtschaftliche Integration und führt in die schwedische Fragestellung ein.

2. Entstehung und Verlauf schwedischer Wohlfahrtspolitik: Dieses Kapitel erläutert die ideologischen Wurzeln des Modells, insbesondere die Volksheimtheorie und das Abkommen von Saltsjöbaden als Fundament des schwedischen Modells.

2.1 Ideologische Voraussetzungen und sozialpolitische Gestaltung: Hier werden die historischen und strukturellen Bedingungen untersucht, die die Entstehung des schwedischen Wohlfahrtsstaates ermöglichten.

2.2.Sozialpolitische Gestaltung: Fokus auf das Rehn-Meidner-Modell, das die Verknüpfung von solider Lohnpolitik und Vollbeschäftigung zur Finanzierung des Wohlfahrtsstaates konkretisierte.

3. Das schwedische Wohlfahrtssystem in der Krise: Analyse der Herausforderungen durch globale Wirtschaftskrisen und der schwedischen Reaktionen darauf.

3.1 Das Ende des subventionierten Wirtschaftswunders: Betrachtung der Auswirkungen der ersten Ölkrise auf das schwedische Modell und die politischen Antworten darauf.

3.2 Die Systemkrise durch Öffnung des Kapitalmarktes: Untersuchung der ökonomischen Herausforderungen der 90er Jahre im Kontext der europäischen Integration und des globalen Wettbewerbs.

3.3 Wohlfahrtsmerkantilismus und freier Welthandel: Diskussion der Wechselwirkung zwischen nationaler Sozialpolitik und den Tendenzen der Welthandelsliberalisierung.

4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, ob sich nationale Solidarität und internationale Wettbewerbsfähigkeit auch unter zunehmendem Liberalisierungsdruck vereinen lassen.

Schlüsselwörter

Wohlfahrtsstaat, Schweden, Globalisierung, Volksheim, Rehn-Meidner-Modell, Solidarität, Sozialpolitik, Wirtschaftsgeschichte, Arbeitsmarktpolitik, Wirtschaftswachstum, Liberalisierung, Kapitalmarkt, Welthandel, Protektionismus, Systemkrise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das schwedische Wohlfahrtsmodell und seine Widerstandsfähigkeit gegenüber globalen wirtschaftlichen Integrationsprozessen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die historische Entstehung des Modells, die Rolle des Staates als Akteur der Sozialpolitik und die Auswirkungen des globalen Marktes auf nationale Wohlfahrtssysteme.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu erklären, wie Schweden trotz internationaler Liberalisierungstendenzen sein Wohlfahrtssystem aufrechterhalten konnte und ob nationale Solidarität mit globaler Chancengleichheit vereinbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche und makrosoziologische Analyse, basierend auf der Auswertung bestehender Fachliteratur und theoretischer Konzepte wie der Volksheimtheorie.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Genese des Wohlfahrtsmodells, die Konkretisierung durch das Rehn-Meidner-Modell sowie eine kritische Analyse der Krisenzeiten und der globalen wirtschaftlichen Herausforderungen.

Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind unter anderem das schwedische Volksheim, solidarische Lohnpolitik, Globalisierung und der Konflikt zwischen internationaler Deregulierung und nationaler Re-Regulierung.

Welche Rolle spielte das Abkommen von Saltsjöbaden für das schwedische Modell?

Es bildete die Basis für den sozialen Frieden und die Tarifautonomie, indem es den Grundstein für die Einbindung der Arbeitnehmer in den wirtschaftlichen Erfolg legte.

Wie reagierte Schweden auf die ökonomischen Krisen ab den 1970er Jahren?

Anstatt Kürzungen vorzunehmen, setzte die Regierung zunächst auf keynesianische Verschuldung und den weiteren Ausbau des öffentlichen Sektors, um soziale Sicherheit zu garantieren.

Welche Bedeutung hat das "Rehn-Meidner-Modell" für die schwedische Wirtschaftspolitik?

Es verband durch eine solidarische Lohnpolitik und aktive Arbeitsmarktpolitik ökonomische Effizienz mit dem Ziel der Vollbeschäftigung.

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Details

Title
Demokratische Wohlfahrtspolitik in Zeiten postindustrieller Globalisierung am Beispiel Schweden
College
University of Bamberg
Course
Komparative Makrosoziologie: Wohlfahrtsregime in Europa
Grade
2,0
Author
Andreas Blendinger (Author)
Publication Year
2008
Pages
16
Catalog Number
V132126
ISBN (eBook)
9783640419494
ISBN (Book)
9783640419432
Language
German
Tags
Demokratische Wohlfahrtspolitik Zeiten Globalisierung Beispiel Schweden
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Blendinger (Author), 2008, Demokratische Wohlfahrtspolitik in Zeiten postindustrieller Globalisierung am Beispiel Schweden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132126
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