„Sport macht mir keinen Spaß, er ist langweilig“. Das ist einer der häufigeren Sätze von Schülern, wenn man sie nach dem Sportunterricht in ihrer Schule fragt. Es handelt sich hier wohl um ein generelles Problem. Die Lehrkraft hält sich an die Rahmenlehrpläne, die Zeit ist knapp, die Klassen zu groß und der Platz für alles ohnehin zu klein. Aus meinen Erfahrungen als ehemaliger Schüler und auch aus der Perspektive eines Unterrichtenden weiß ich, dass die Realität leider oft so aussieht. Aber ich denke, dass muss nicht so sein. Der Sport soll Grundlagen vermitteln und den Schüler befähigen, seine eigene Leistungsfähigkeit in sportlicher Hinsicht zu steigern, aber er muss dem Schüler auch Freude bereiten, sonst wird er das „Produkt Sportunterricht“ ablehnen. Die Anpassung an sportlichen Trends muss dabei ein wichtiger Aspekt des Unterrichtes sein. Das kann aber nur durch seine Öffnung in neue Richtungen gewährleistet werden. So sehe ich es als unumgänglich an, in meiner späteren Tätigkeit auf Trendsportarten einzugehen und diese mit in den Sportunterricht zu integrieren. Deshalb habe ich dieses Thema gewählt. Warum nun meine Wahl auf „Speedminton“ gefallen ist, sei hier kurz erklärt. Der Leiter eines Jugendreise-Unternehmens setzte sich vor kurzer Zeit mit mir in Verbindung und fragte mich, ob ich nicht Interesse hätte, eine neue Sportart zu testen. Ich sollte ihm darüber berichten, ob es sinnvoll wäre, eine Ausrüstung für diese Sportart für ein Sommercamp zu bestellen. An dieser Stelle fiel dann das erste Mal der Begriff „Speedminton“. Ich sagte zu und begann mich über diese Sportart zu informieren. Da ich regelmäßig Badminton spiele, verstärkte sich mein Interesse umso mehr, als ich die Ähnlichkeit der beiden Rückschlagspiele entdeckte. Diese Sportart besitzt in meinen Augen ein sehr großes Potential sowohl für den Freizeitsportbereich als auch für den Schulsport. Auf einzelne Aspekte dieser Betrachtung möchte ich in der folgenden Arbeit vertiefend eingehen. Die Vorstellung der Tendsportart „Speedminton“ und eine theoretische Einsatzmöglichkeit in der Schule stellen den formalen Mittelpunkt dieser Examensarbeit dar.
Um den Lesefluss nicht zu stören, werde ich im weiteren Verlauf der Arbeit die männliche Form „der Lehrer“, „der Schüler“ und „der Spieler“ durchgängig nutzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Speedminton als Trendsportart
2.1 Der Zyklus einer Trendsportart
2.2 Die Spielidee von Speedminton
2.3 Die Entstehungsgeschichte von Speedminton
3. Speedminton - das Spiel
3.1 Materialvorstellung
3.1.1 Speeder
3.1.2 Schläger
3.1.3 Spielfeldmarkierungen
3.1.4 Spielerbekleidung
3.2 Regeln
3.2.1 Allgemeine Regeln
3.2.2 Der Wettkampf Speed Court
3.2.3 Wettkampfvorschriften für Bälle und Schläger
3.3 Spielvarianten
4. Speedminton – Eignung für den Schulsport
4.1 Der Trainingsaspekt
4.1.1 Die sensitiven Phasen eines heranwachsenden Kindes
4.1.2 Das späte Schulkindalter
4.1.3 Erste puberale Phase (Pubeszenz)
4.1.4 Fazit
4.2 Einfluss auf die sportliche Leistungsfähigkeit
4.2.1 Verbesserung der konditionellen Fähigkeiten durch Speedminton
4.2.2 Verbesserung der koordinativen Fähigkeiten
4.3 Der Ausstattungsaspekt
5. Möglichkeit zur Aufnahme in den planmäßigen Unterricht
5.1 Die Trendsportart Speedminton für die Schule
5.1.1 Auswertung exemplarischer Unterrichtseinheiten
5.1.2 Gesamtfazit aller getesteten Schulen
5.2 Der Sportunterricht in Brandenburg in der Sekundarstufe I
5.3 Kompetenzentwicklung der Schüler im Sportunterricht
5.4 Die Einordnung von Rückschlagspielen im Rahmenlehrplan Sport des Bundeslandes Brandenburg Sekundarstufe I
5.5 Möglichkeiten der Ergänzung von Badminton
6. Einführung der Sportart Speedminton als Projekt
6.1 Der historischer Hintergrund von Projektunterricht
6.2 Der Projektunterricht
6.2.1 Vorbereitung des Projektunterrichts
6.2.2 Allgemeine Durchführung des Projektunterrichts
6.2.2.1 Möglichkeiten der technische Vermittlung
6.2.2.2 Mögliche Übungsformen und Varianten
6.2.3 Mögliche Präsentationsform der Ergebnisse
6.2.4 Benotung der Projektteilnehmer
6.2.5 Weiterführung der Sportart
7. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Speedminton als neue, attraktive Trendsportart für den Sportunterricht in der Sekundarstufe I, um die Motivation der Schüler zu steigern und einen Beitrag zur ganzheitlichen sportlichen Grundausbildung zu leisten.
- Analyse von Speedminton als Trendsportart im Lebenszyklusmodell.
- Darstellung der sportwissenschaftlichen Eignung für den Schulsport (Trainingsaspekte).
- Untersuchung der organisatorischen und methodischen Integration in den Sportunterricht.
- Entwicklung eines exemplarischen Projektunterrichtsmodells zur Einführung der Sportart.
- Evaluation praktischer Testergebnisse an verschiedenen Schulen.
Auszug aus dem Buch
2. Speedminton als Trendsportart
Um eine Definition für den Begriff „Trendsportart“ zu verfassen muss man erst einmal das Wort „Trend“ einer näheren Betrachtung unterzogen werden. Ein Trend lässt sich Quantitativen und Qualitativ definieren.
Quantitativ: Der Trend muss eine längerfristig zu beobachtende Richtung einer bestimmten Entwicklung sein, die anhand statistisch erfassbarer Faktoren belegt werden kann. Die Entwicklungsrichtung wird in einer Zeitreihe offensichtlich und eindeutig erkennbar.
Qualitativ: Der Trend ist eine vorherrschende Neigung und vorübergehender Geschmack in einem bestimmten kürzeren Zeitraum. Trends drücken damit sich verändernde Werte und Normen im kulturellen, politischen und sozialen Leben einer Gesellschaft aus.
Eine Trendsportart ist eine neue, modifizierte oder wieder belebte überwiegend individuelle Sportart, die sich über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren signifikant erfolgreich verbreitet. Dabei handelt es sich um innovative Bewegungsformen in Verbindung mit hochtechnologisierten Sportgeräten und Verkörperung junger moderner Lebensstile und Einstellungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Problematik der mangelnden Motivation im Sportunterricht und stellt Speedminton als potenziell bereichernde Trendsportart vor.
2. Speedminton als Trendsportart: Es werden der Lebenszyklus von Trendsportarten und die spezifische Entstehungsgeschichte sowie Spielidee von Speedminton definiert.
3. Speedminton - das Spiel: Dieser Abschnitt erläutert detailliert das benötigte Equipment, das offizielle Regelwerk sowie die verschiedenen Spielvarianten.
4. Speedminton – Eignung für den Schulsport: Die Arbeit analysiert den Trainingsaspekt unter Berücksichtigung sensitiver Entwicklungsphasen und den Einfluss auf sportliche Fähigkeiten.
5. Möglichkeit zur Aufnahme in den planmäßigen Unterricht: Hier werden Schulerfahrungen ausgewertet und die Einordnung der Sportart in den brandenburgischen Rahmenlehrplan diskutiert.
6. Einführung der Sportart Speedminton als Projekt: Ein detaillierter Leitfaden für die methodische Durchführung und Organisation eines Unterrichtsprojektes zur Einführung von Speedminton wird vorgestellt.
7. Schlusswort: Die Arbeit resümiert das positive Potenzial von Speedminton als motivierende, kostengünstige und leicht erlernbare Ergänzung für den Schulalltag.
Schlüsselwörter
Speedminton, Trendsportart, Schulsport, Sportunterricht, Projektunterricht, Rückschlagsport, Bewegungsförderung, Kondition, Koordination, Trainingswissenschaft, Sekundarstufe I, Sportdidaktik, Motivation, Schulentwicklung, Leistungsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Trendsportart Speedminton als motivierende und sportwissenschaftlich sinnvolle Ergänzung in den Sportunterricht der Sekundarstufe I integriert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit umfasst die sportwissenschaftliche Theorie zu Trendsportarten, die spezifische Materialkunde, die motorische Eignung für Heranwachsende sowie die methodische Planung eines Schulprojekts.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Speedminton aufgrund seiner schnellen Erlernbarkeit und Flexibilität ein hervorragendes Mittel gegen Motivationsprobleme im Sportunterricht darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor stützt sich auf theoretische Grundlagen der Trainingswissenschaft, wertet empirische Rückmeldungen aus durchgeführten Schul-Teststunden aus und entwirft ein didaktisches Projektmodell.
Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Materialvorstellung, eine sportbiologische Begründung für die Eignung in bestimmten Altersstufen sowie eine detaillierte Projektplanung zur schrittweisen Einführung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen: Speedminton, Projektunterricht, Trendsportart, Schulsport, Konditionstraining und koordinative Fähigkeiten.
Warum wird für Speedminton der Projektunterricht als Form gewählt?
Der Autor argumentiert, dass Projektunterricht den Schülern mehr Eigenverantwortung ermöglicht und den Prozesscharakter des Lernens fördert, was der Etablierung einer neuen Sportart besonders zugutekommt.
Wie schneidet Speedminton im Vergleich zu etablierten Sportarten wie Badminton ab?
Speedminton wird als leichter erlernbar, dynamischer und ortsunabhängiger bewertet, wobei die Sportart als sinnvolle Ergänzung und nicht als Ersatz für Badminton positioniert wird.
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- Stephan Hintze (Author), 2005, Speedminton – Möglichkeiten zur Etablierung einer Trendsportart im Sportunterricht der Sekundarstufe 1, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141734