Diese wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich mit den Herausforderungen der Übersetzung von Realien in audiovisuellen Medien, speziell anhand der Sitcom Friends. Durch den Vergleich der englischen Originalfassung und der deutschen Synchronisation sowie Untertitelung werden Unterschiede und Übersetzungsstrategien analysiert. Der Fokus liegt auf den kulturspezifischen Elementen und wie diese in der Zielkultur adaptiert werden. Abschließend werden die Schwierigkeiten und Anforderungen an Übersetzer*innen im Bereich der audiovisuellen Translation diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Audiovisuelle Translation
2.1 Definition
2.2 Schwierigkeiten
2.3 Anforderungen an die Übersetzer*innen
2.4 Methoden der AVT
2.4.1 Voice-over
2.4.2 Synchronisation
2.4.3 Untertitelung
3 Übersetzungsschwierigkeiten
3.1 Kultur
3.2 Realien
3.2.1 Begriffsbestimmung
3.2.2 Übertragung von Realien
3.2.3 Übertragung von Realien in der Sitcom Friends
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Übersetzung von Realien im audiovisuellen Medium am Beispiel der US-amerikanischen Sitcom Friends, wobei ein besonderer Fokus auf dem Vergleich zwischen der englischen Originalfassung, der deutschen Synchronisation und den dazugehörigen Untertiteln liegt.
- Methoden der audiovisuellen Translation (AVT)
- Definition und Übertragung von Realien
- Kulturspezifische Übersetzungsschwierigkeiten
- Synchronisation vs. Untertitelung
- Analyse von Fallbeispielen aus der Serie Friends
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Übertragung von Realien
Zur Übertragung von Realien stehen unterschiedliche Methoden zu Verfügung, doch bevor die Entscheidung für eine der Übersetzungsstrategien getroffen wird, ist festzustellen, ob eine Realie häufiger oder nur einmal vorkommt und ob sie entscheidend ist für den Plot oder nur eine nebensächliche Rolle spielt. Außerdem muss der Übersetzer bzw. die Übersetzerin herausfinden, ob die Kenntnis dieser Realie bei dem jeweiligen Zielpublikum vorausgesetzt werden kann. Anders als bei den meisten schriftlichen Medien, haben die Übersetzenden bei der audiovisuellen Translation nicht die Möglichkeit, eine Fußzeile oder einen Kommentar einzufügen, um den Zuseher*innen Zusatzinformationen zu liefern. (Vgl. Korycinska-Wegner 2011: 73 f.)
Nedergaard-Larsen (1993: 224 f., zit. nach Korycinska-Wegner 2011: 74) schlägt sechs Translationsstrategien für kulturspezifische Elemente vor:
• Transfer, wobei zwischen Identität und Imitation unterschieden wird. Bei der Identität werden Begriffe der Ausgangssprache wie Städte, Straßen, Plätze, Theater, Schulen etc. direkt übernommen. Die Imitation eignet sich für Konzepte und Institutionen, die auch in der Zielsprache vorkommen, und bezeichnet ebenfalls eine direkte Übernahme, jedoch wird der Begriff in der Zielsprache imitiert
• Direkte Übersetzung bezieht sich auf die Wort-für-Wort-Übersetzung.
• Explikation ist eine Strategie, die angewendet wird, wenn Zuseher*innen einen Namen oder die damit verbundene Konnotation nicht verstehen. In diesem Fall wird ein spezifischer Namen durch eine allgemeine Kategorie ersetzt.
• Periphrase ist eine erklärende Umschreibung.
• Adaption an die Zielkultur wird eingesetzt, um beim Publikum gewisse Konnotationen zu wahren. Hier wird eine Erscheinung der Ausgangssprache durch eine Erscheinung der Zielsprache ersetzt.
• Auslassung, bei der ein Begriff einfach weggelassen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Übersetzung von Realien im audiovisuellen Medium ein und umreißt die methodische Herangehensweise anhand der Serie Friends.
2 Audiovisuelle Translation: Dieses Kapitel definiert den Begriff der audiovisuellen Translation, beleuchtet deren inhärente Schwierigkeiten und stellt gängige Methoden wie Voice-over, Synchronisation und Untertitelung vor.
3 Übersetzungsschwierigkeiten: Hier werden die theoretischen Grundlagen zu Kultur und Realien gelegt und verschiedene Übersetzungsstrategien für kulturspezifische Elemente erläutert.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und reflektiert die hohe Komplexität der Übersetzungsarbeit im audiovisuellen Kontext sowie die Einflüsse von fehlenden visuellen Kontexten bei der Arbeit am Drehbuch.
Schlüsselwörter
Audiovisuelle Translation, AVT, Realien, Synchronisation, Untertitelung, Friends, Kulturspezifische Elemente, Übersetzungsstrategien, Sprachmittlung, Kulturmittler, Rohübersetzung, Synchronübersetzung, Lippensynchronität, Dolmetschen, Mediengestützte Translation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den spezifischen Herausforderungen bei der Übersetzung von sogenannten Realien, also kulturspezifischen Elementen, in audiovisuellen Medien.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themenbereiche umfassen die Definition und Methoden der audiovisuellen Translation sowie die Analyse von Übersetzungsschwierigkeiten im Kontext von kulturellen Unterschieden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, anhand der Sitcom Friends aufzuzeigen, wie Realien aus der Ausgangskultur in die Zielkultur übersetzt werden und welche Strategien dabei zur Anwendung kommen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der die englische Originalfassung einer Sitcom-Staffel mit der deutschen Synchronfassung sowie den dazugehörigen Untertiteln verglichen wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der AVT und Übersetzungsstrategien für Realien erörtert, gefolgt von einer angewandten Analyse konkreter Fallbeispiele aus der Serie Friends.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Audiovisuelle Translation, Realien, Synchronisation, Untertitelung, kulturspezifische Elemente und Übersetzungsstrategien.
Warum wird die Serie Friends als Analyseobjekt gewählt?
Die Serie dient als Praxisbeispiel, da sie zahlreiche kulturspezifische Anspielungen enthält, die für Übersetzer aufgrund der Unterschiede zwischen US-amerikanischer und europäischer Kultur besondere Hürden darstellen.
Welche Auswirkung hat die Übersetzung ohne visuelle Unterstützung?
Die Autorin stellt fest, dass Übersetzer, die nur auf Basis von Drehbuchtexten arbeiten, ohne das Bildmaterial zu kennen, Gefahr laufen, den Kontext oder subtile Anspielungen falsch zu interpretieren.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2021, Das Übersetzen von Realien im audiovisuellen Medium. Eine Analyse der Sitcom "Friends", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1478042